Stierkampf vor dem Aus?

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Oliva B.
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Oliva B. »

Hallo Karl-Heinz,
ein sehr heikles Thema für ein Forum...

Ich habe noch nie einen Stierkampf miterlebt, habe mir jedoch schon öfter Arenen angesehen, die für mich etwas Fremdes, Animalisches an sich haben und eine besondere Faszination auf mich ausüben - genauso wie die Stierkampfbilder von Picasso.
Arena.JPG
Auch wenn ein Stier geboren wird, um letztendlich getötet zu werden, bin ich der Meinung, dass kein Lebewesen gequält werden darf, obwohl das ständig und überall auf der Welt passiert. Mir ist noch der Spruch von früher in Erinnerung, den mir meine Eltern beigebracht haben: „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz.“
Trotz allem ist für mich Massentierhaltung noch verwerflicher als das Leben, das Kampfstiere führen. Tiere, egal ob Schweine, Rinder, Puten, Hühner, usw., die zusammengepfercht auf engstem Raum niemals das Tageslicht sehen, sind sehr viel schlimmer dran als Stiere, die jahrelang teilweise auf großen Dehesas ein Leben in Freiheit führen können, bevor sie zur Arena gebracht werden. Den Transport dorthin müssen sie genauso über sich ergehen lassen, wie Rinder, die zum Schlachthof gebracht werden. Was danach geschieht ist grausam. Aber es geht relativ schnell vorbei. Die Stiere werden gereizt und verletzt. Durch die Verletzungen werden sie jedoch in einen Schockzustand versetzt, der sie schmerzunempfindlich macht. In der Regel sterben die Tiere, bevor der Schmerz wieder einsetzt.
So hat es mir mal vor vielen Jahren eine Spanierin erklärt. Die Aussage mit dem Schockzustand kann ich bestätigen, denn ich hatte schon zweimal einen Trümmerbruch im Bein. Die ungeheuren Schmerzen setzen wirklich erst später ein.
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Gast6 »

<):) Wir ihr alle wisst bin ich eigentlich sehr "pro-spanisch" orientiert....
Aber!
Es kann nicht sein das man mit dem schönerem Leben vorher, den Tod des Stieres rechtfertigt.
Ein Tier zu töten um es zu essen z.B. ist in Ordnung und wohl auch von unserem Schöpfer so gewollt.
Ein Tier zum Spass im Rahmen einer Veranstaltung, also auch noch um Profit daraus zu schlagen, zu töten ist für mich ein absolutes NO GO :!:
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Akinom
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Akinom »

;-)

Hallo Karl-Heinz,

ich habe auch schon einen Stierkampf besucht u. das Ende des Stieres ist schrecklich!

Aber ich bin kein Stierkampfgegner, dazu bekenne ich mich. Ob ich nochmals einen Stierkampf anschauen werde, weiß ich noch nicht.
Am Besten wäre es, wenn die Stiere nicht getötet würden, der Stierkämpfer mehr auf sich alleine gestellt wäre usw. - solche Stierkämpfe gibt es wohl auch irgendwo - finde nur das Land nicht mehr.
Aber ich finde das von Dir Geschriebene aus Deinem Buch entspricht meiner "gewonnenen" Ansicht.
Dazu würde ich gerne noch etwas hinzufügen, von dem bekannten Tierschützer Horst Stern, er spiegelt das von Dir geschriebene, wieder
http://www.ludwig-hollburg.de/uploads/m ... pi537saso9

Des weiteren waren wir im September auf einer Cortijo von Alvaro Domecq - Campo Abierto - ich wollte schon immer direkt erfahren wie das Leben der Stiere verläuft. Ich habe viele Fragen gestellt u. in der Vorstellung wurde über die Zucht und Haltung der Stiere mit den gesamten Herden sowie der Pferdezucht alles erklärt u. demonstriert. Es sind herrliche vor Kraft strotzende Tiere.
Es war sehr spannend u. interessant und meine Einstellung hat sich eigentlich bestätigt.
Ich hoffe Ihr steinigt mich jetzt nicht :oops: Hierzu ein paar Fotos:

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LG Akinom ;-)
Zuletzt geändert von Akinom am So 3. Jan 2010, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Gast6 »

Hallo Akinom,
deine fantastischen Bilder zeigen das wahre Andalucia, die Kraft und Power des Landes und ihrer Bewohner.
Andalusien ist ein hartes Land, ich spreche aus Erfahrung (habe 2 Jahre im Hinterland von Motrill gelebt)
Ein Land der Campesinos, Machos Ibericos und der "Latin Lovers".
Diese Härte fasziniert die Menschen (auch Frauen) da ist also was dran!
Mit deinen Bildern hast du mir geholfen den Stierkampf als Ganzes zu sehen, vom Anfang bis zum Ende.
Die 2 Jahre in Motrill habe ich noch viel im Sattel verbracht und Lanjaron, die Alpujarra und das bergige Hinterland hinauf bis Granada, mit Pferden und Reitern erlebt. Ich konnte sie spüren die Kraft und die Mentalität der Andalusier, es wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich muss gestehen ich war zu schwach dafür und ich bin gegangen, leider!
Der Stierkampf ist ein Relikt aus der Vergangenheit und es wird ihn in dieser Art wohl auch nicht mehr lange geben. An dieser Stelle bin ich fast versucht das zu bedauern.
Aber zurück in die Realität, das Töten von Tieren zum Spass ist nicht mein Ding und in der heutigen Zeit sollte man nach neuen Wegen suchen. Das Leben der Stiere und alles was dazu gehört ist ein schöner Teil Andalusiens nur der Tod in der Arena ist verwerflich.
Alex

Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Alex »

gerardo hat geschrieben:Hallo Akinom,
deine fantastischen Bilder zeigen das wahre Andalucia, die Kraft und Power des Landes und ihrer Bewohner.
Andalusien ist ein hartes Land, ich spreche aus Erfahrung (habe 2 Jahre im Hinterland von Motrill gelebt)
Ein Land der Campesinos, Machos Ibericos und der "Latin Lovers".
Diese Härte fasziniert die Menschen (auch Frauen) da ist also was dran!
Mit deinen Bildern hast du mir geholfen den Stierkampf als Ganzes zu sehen, vom Anfang bis zum Ende.
Die 2 Jahre in Motrill habe ich noch viel im Sattel verbracht und Lanjaron, die Alpujarra und das bergige Hinterland hinauf bis Granada, mit Pferden und Reitern erlebt. Ich konnte sie spüren die Kraft und die Mentalität der Andalusier, es wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich muss gestehen ich war zu schwach dafür und ich bin gegangen, leider!
Der Stierkampf ist ein Relikt aus der Vergangenheit und es wird ihn in dieser Art wohl auch nicht mehr lange geben. An dieser Stelle bin ich fast versucht das zu bedauern.
Aber zurück in die Realität, das Töten von Tieren zum Spass ist nicht mein Ding und in der heutigen Zeit sollte man nach neuen Wegen suchen. Das Leben der Stiere und alles was dazu gehört ist ein schöner Teil Andalusiens nur der Tod in der Arena ist verwerflich.
Hallo Gerado ,

das meiste hast du gut dargestellt und ich bin mit Dir einer Meinung.
Nur mit dem Torro Bravo ist es wie mit den Kampfhunden ,Zucht auf Aggressivität . Der Torro Bravo als Fleischlieferant ist nicht Konkurrenzfähig . Das diese Stolzen Tiere in der Arena enden ,dagegen hab ich nicht wirklich etwas , würde man Ihn nicht vorher Krank machen " Picador und Spiesse Olivenoel in die Augen und mit Sandsäcken auf die Nieren , würde es eh bald keine Toreros mehr geben . Welcher wirkliche Mann tritt auf jemanden der am Boden liegt .

@ Hallo Karl Heinz ,

Die Geschichte die dir der Spanier aufgetischt hat ist so alt wie der Stierkampf .
Die Meisten Bullen in Deutschland werden wohl in Norddeutschland gemästet. In den Vordeich und Marschgebieten .
Dort können sie Ihr Gewicht vom Frühjahr bis Herbst ohne Mastfutter Verdoppeln .
Wenn man von Gefängnis spricht, ja was will man denn anderes machen im Winter in Deutschland . Desshalb gehen auch nur die
Stiere in den "Knast" zum überwintern die Ihr Schlachtgewicht noch nicht erreicht haben . Stallhaltung in Deutschland ist teuer .
Jeder Landwirt ist deshalb darauf bedacht die Tiere so wenig wie möglich im Stall zu halten. Denk doch mal an die Glücklichen Kühe auf den Almen aber überwintern geht nur im Stall. :((

Lg Alex


Lg Alex
Zuletzt geändert von Alex am So 3. Jan 2010, 17:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Gast6 »

Ich gestehe diese Informationen sind neu für mich!
Da ich nie an einem solchen Spektakel teilgenommen habe wurde ich damit auch nie konfrontiert.
Klingt nicht so gut in meinen Ohren! Ich denke daran ist die kommerzielle Seite massgeblich beteiligt!
Die Toreros müssen ja überleben x( The Show must go on....Leider!
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Oliva B.
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Oliva B. »

Alex hat geschrieben: Hallo Gerado ,
Wenn man von Gefängnis spricht, ja was will man denn anderes machen im Winter in Deutschland . [...] Stallhaltung in Deutschland ist teuer .
Jeder Landwirt ist deshalb darauf bedacht die Tiere so wenig wie möglich im Stall zu halten. Denk doch mal an die Glücklichen Kühe auf den Almen aber überwintern geht nur im Stall. :((
Lg Alex
Hallo Alex,
man merkt, dass du schon lange aus Deutschland weg bist. Massentierhaltung ist dort gang und gäbe. Schweine, Federvieh usw. bekommen dort ihr Futter vom Fließband, darin sind prophylaktisch Medikamente untergemischt.
Tiere müssen zum Schlachten aus diesen Verließen, in die kaum Tageslicht dringt, gehievt werden, weil sie das Laufen nicht gelernt haben. Ich war schon in diesen Massentierhaltungen und habe mir angesehen wie es dort aussieht und wie bestialisch in ihnen stinkt.
Ich habe in Deutschland selbst auf dem Land gelebt, kenne Bauern persönlich und somit ihre Ansichten, über die ich oft genug mit ihnen diskutiert habe. Natürlich gibt es auch noch andere Landwirte, das soll auch keine Verallgemeinerung sein.
Stallhaltung (in der Regel Massentierhaltung) ist teuer, lohnt sich aber trotz hoher Kosten immer noch.

Tatsache ist: Diese Tiere sind ihr ganzes Leben lang eingesperrt. Von der Geburt bis zum Tod, Sommer wie Winter.
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Gast6 »

Jetzt hast du was verwechselt oliva, ich musste da erst 2x lesen bis ich dahinter kam.Da hat mir momentan der Plan gefehlt!
Das hat Alex an Karl heinz geschrieben :)
@ Hallo Karl Heinz ,

Die Geschichte die dir der Spanier aufgetischt hat ist so alt wie der Stierkampf .
Die Meisten Bullen in Deutschland werden wohl in Norddeutschland gemästet. In den Vordeich und Marschgebieten .
Dort können sie Ihr Gewicht vom Frühjahr bis Herbst ohne Mastfutter Verdoppeln .
Wenn man von Gefängnis spricht, ja was will man denn anderes machen im Winter in Deutschland . Desshalb gehen auch nur die
Stiere in den "Knast" zum überwintern die Ihr Schlachtgewicht noch nicht erreicht haben . Stallhaltung in Deutschland ist teuer .
Jeder Landwirt ist deshalb darauf bedacht die Tiere so wenig wie möglich im Stall zu halten. Denk doch mal an die Glücklichen Kühe auf den Almen aber überwintern geht nur im Stall.
Aber bleibt mal beim Thema :lol: Die Deutschen sind keine Toreros :mrgreen:
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Oliva B. »

gerardo hat geschrieben:Jetzt hast du was verwechselt oliva, ich musste da erst 2x lesen bis ich dahinter kam.Da hat mir momentan der Plan gefehlt!
[..]Aber bleibt mal beim Thema :lol: Die Deutschen sind keine Toreros :mrgreen:
Ich glaube, wir reden aneinander vorbei.
Alex hat zwar geschrieben, dass Bullen in Deutschand gemästet werden. Wobei ich mich jedoch frage, welche Bullen er da meint? Die spanischen Kampfbullen, von den Karl-Heinz gesprochen hat?.

Doch darauf habe ich mich nicht bezogen, sondern auf diese Sätze:
Alex hat geschrieben:Stallhaltung in Deutschland ist teuer .Jeder Landwirt ist deshalb darauf bedacht die Tiere so wenig wie möglich im Stall zu halten.
Mir ging es nur um die Verallgemeinerung in dieser Aussage und deshalb wollte ich klar stellen, dass manche Landwirte durchaus ganz anders rechnen. Mit Toros hatte mein Beitrag insofern nichts zu tun. Das ist richtig.
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Re: Stierkampf vor dem Aus?

Beitrag von Akinom »

:lol: Hallo Gerardo,
gerardo hat geschrieben:Hallo Akinom,
deine fantastischen Bilder zeigen das wahre Andalucia, die Kraft und Power des Landes und ihrer Bewohner.

Ja, Andalucia ist für mich der schönste Teil Spaniens(muss aber gestehen, dass ich den Norden noch nicht bereist habe)
Es ist ja auch nur ein kleiner Teil unserer Fotos - auf den Filmen sieht man z.B. wie die Kampfstiergruppe 2-mal ausgebrochen ist u. nicht mehr zu sehen war - es dauerte ca. 45 Min. bis die Vaqueros die Herde in der "Arena" hatten. ALLE waren fix u. fertig - die Stiere, Pferde u. Männer - das nenne ich wild u. echt u. frei - Kraft u. Power, wie Du es nennst - herrlich =D>


Andalusien ist ein hartes Land, ich spreche aus Erfahrung (habe 2 Jahre im Hinterland von Motrill gelebt)
Ein Land der Campesinos, Machos Ibericos und der "Latin Lovers".
Diese Härte fasziniert die Menschen (auch Frauen) da ist also was dran!
Mit deinen Bildern hast du mir geholfen den Stierkampf als Ganzes zu sehen, vom Anfang bis zum Ende.

Das freut mich und hast Du auch den Bericht von Horst Stern gelesen :?: Und wenn man bedenkt, was dieser Mann über viele Jahre für den Tierschutz getan hat, ist es doch erstaunlich, welche Ansicht er vertritt :!:

Die 2 Jahre in Motrill habe ich noch viel im Sattel verbracht und Lanjaron, die Alpujarra und das bergige Hinterland hinauf bis Granada, mit Pferden und Reitern erlebt.

Oh wie schön, das hätte ich auch zugerne einmal erlebt :lol: - ich habe mich auch viele Jahre tägl. mehrere Stunden im Sattel aufgehalten ;-) - aber solche Touren nie gemacht.
Aber mit meiner Stute u. ihren Fohlen viel erlebt.


Ich konnte sie spüren die Kraft und die Mentalität der Andalusier, es wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich muss gestehen ich war zu schwach dafür und ich bin gegangen, leider!

Wie zu schwach :?:

Der Stierkampf ist ein Relikt aus der Vergangenheit und es wird ihn in dieser Art wohl auch nicht mehr lange geben. An dieser Stelle bin ich fast versucht das zu bedauern.
Aber zurück in die Realität, das Töten von Tieren zum Spass ist nicht mein Ding und in der heutigen Zeit sollte man nach neuen Wegen suchen. Das Leben der Stiere und alles was dazu gehört ist ein schöner Teil Andalusiens nur der Tod in der Arena ist verwerflich.
Ich stimme Dir u. den Anderen zu, ich würde eine andere Lösung auch vorziehen, als den Tod dieser herrlichen Tiere.

LG Akinom ;-)
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