MERCADONA im Visier

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chris
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Re: MERCADONA im Visier

Beitrag von chris »

Beefeater hat geschrieben: Sa 19. Sep 2026, 21:07 Also du meinst tatsächlich die frischen, rohen bzw. ungefrorenen ohne Tüte in der Plastikbox.
Ich meine die, die nackt und ausgeleert feilgeboten werden, ansonsten aber relativ intakt und (hoffentlich) unbehandelt sind.
Keine Ahnung, wie die nach Wegfall der Fleischtheke im Mercadona angeboten werden, wir nehmen da nur noch aus Bequemlichkeit Hähnchenteile mit, die ebenfalls völlig geschmacksneutral sind, egal um welches Stück es sich handelt. Ganze Vögel holen wir seit Jahren nur noch bei MyM.

Es ist noch nicht so lange her, da hat meine Frau zum Mittag Hühnerbrüste serviert, und ich habe nach dem ersten Bissen geschmeckt, dass diese nicht vom Mercadona waren. Der Unterschied ist wirklich enorm, und das seit Jahren auf konstantem Niveau.

MD gibt es bei uns in erster Linie für Alitas und kleine Keulen, die man zuerst völlig in Gewürzen versinken lässt und dann ins Rohr schiebt. Also Fingerfood, bei dem der Eigengeschmack des Fleisches im Prinzip wumpe ist. Die 1kg Tiefkühlbeutel sind dafür gut geeignet, da unendlich haltbar.
Saludos,
Chris


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Beefeater
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Re: MERCADONA im Visier

Beitrag von Beefeater »

Oliva B. hat geschrieben: So 20. Sep 2026, 07:24
Beefeater hat geschrieben: Sa 19. Sep 2026, 21:07 Aber auf die gelben - angeblichen Maishähnchen - verzichte ich gerne.
Die sind wirklich nur gelb angemalt...
An der Mas-y-Mas-Theke habe ich auch schon Maishühner gekauft. Die waren als solche ausgezeichnet und müssen lt. EU-Richtlinien mit mindestens 50 Prozent Mais gefüttert worden sein. Ich glaube kaum, dass MyM Etikettenschwindel nötig hat...
Das bezog sich definitiv auf die von mir probierten "Maishähnchen" aus dem Mercadona.
Mercadona hat bereits den Walmart in den USA in der Rentabilität überholt, die haben den Etikettenschwindel wahrscheinlich noch weniger nötig. ABER ich kenne gute Maishähnchen. Die von Merca waren nicht gut, zumindest nicht besser, als die normalen. ;)

Ich habe da null Unterschied geschmeckt und lasse sie seitdem liegen.

Und eins ist so sicher wie das berühmte Amen in der Kirche:
Über Geschmack kann man nicht streiten, sagte der Affe und biss in die Seife

Saludos, Mike
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Oliva B.
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Die „Chefs“ dürfen jetzt nehmen, was schon fertig ist

Beitrag von Oliva B. »

Mercadona nennt seine Kunden gern „jefes“. Eigentlich ein sympathischer Begriff – schließlich soll der Kunde König sein. Doch bei der neuen Fischabteilung könnte man sich fragen, wie viel Entscheidungsmacht ein „Chef“ tatsächlich noch hat.

Die Meldung*) ist nicht neu: Die klassische Fischtheke soll zunehmend verschwinden. Stattdessen gibt es gereinigten, portionierten und verpackten Fisch aus dem Kühlregal. Mercadona begründet die Umstellung mit mehr Frische, kürzeren Wartezeiten und einem effizienteren Einkauf.

Das klingt gut. Sehr gut sogar.

Aber vielleicht lohnt sich ein zweiter Blick.

Denn bisher konnte der „Chef“ tatsächlich wie ein Chef auftreten: Er konnte sich die Fische ansehen, sich ein bestimmtes Exemplar aussuchen und dem Mitarbeiter sagen, was damit geschehen soll.

Ausnehmen? Natürlich.
Entschuppen? Kein Problem.
Entgräten? Bitte schön.
Filetieren? Gerne.
In bestimmte Stücke schneiden? Selbstverständlich.

Ich habe beispielsweise manche Fische entschuppen lassen, andere zusätzlich entgräten – schließlich mag Olivo keine Gräten im Mund. :mrgreen: Und je nach Zubereitungsart konnten die passenden Schnitte gemacht werden, etwa zum späteren „Spicken“ mit Zitronenscheiben.

Diese individuelle Dienstleistung ist mit der fertig abgepackten Schale weitgehend Geschichte.

Jetzt gilt eher: Schale nehmen oder Schale stehen lassen. Glücklicherweise gibt es noch andere Supermarktketten wie Masymas, an derenr Fischtheke man eine große Auswahl an frischem Fisch und hochwertige Meeresfrüchte findet, direkt von den wichtigsten Fischmärkten des Landes wie A Coruña, Cádiz, Málaga, Torrevieja… Der frische Fisch wird dann, wie früher bei Mercadona, von Fachleuten ganz nach den Wünschen der Kunden zubereitet. Aber das nur am Rande, in unserem Thema geht es um Mercadona.
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Dort ist der Fisch bereits ausgewählt, gereinigt, portioniert und geschnitten. Der Kunde kann nicht mehr beurteilen, welcher einzelne Fisch ihm am besten gefällt, und er kann auch nicht mehr spontan entscheiden, wie genau er ihn für das Abendessen vorbereitet haben möchte.

Das ist effizient.

Aber eben auch sehr standardisiert.

Und genau hier stellt sich eine durchaus berechtigte Frage: Wem nützt diese Effizienz eigentlich am meisten?

Denn eine Fischtheke braucht Mitarbeiter. Menschen, die beraten, Fische präsentieren, sie ausnehmen, entschuppen, entgräten, filetieren und nach Kundenwunsch zuschneiden. Eine Schale aus dem Kühlregal braucht diese individuelle Betreuung nicht.

Wenn also die persönliche Bedienung wegfällt und gleichzeitig die Vorbereitung stärker standardisiert wird, dürfte das auch für Mercadona organisatorische und wirtschaftliche Vorteile haben.

Das ist keine Unterstellung, sondern schlicht eine Frage, die man stellen darf: Wie verteilen sich die durch die neue Verkaufsform eingesparten Kosten? :-?

Und dann wäre da noch das Thema Verpackung.

Mercadona empfiehlt, die Fischschalen zum Einfrieren zusätzlich in spezielle Gefrierbeutel zu geben und den Fisch innerhalb eines Monats zu verbrauchen. Damit kommt zur Verkaufsverpackung unter Umständen noch eine weitere Plastikverpackung hinzu.

Mehr Convenience – möglicherweise auch mehr Plastik.

Ausgerechnet dort, wo früher ein Fisch weitgehend individuell über die Theke verkauft und nach den Wünschen des Kunden vorbereitet werden konnte.

Natürlich wird es Kunden geben, die die neue Lösung begrüßen. Schale aus dem Kühlregal nehmen, in den Einkaufswagen legen, bezahlen – fertig. Keine Wartezeit, kein Gespräch, keine Entscheidung über den Zuschnitt.

Für einen schnellen Einkauf mag das praktisch sein.

Aber ist „schneller“ automatisch besser?

Und ist ein Kunde wirklich mehr „Chef“, wenn er zwar keine Wartezeit mehr hat, dafür aber auch nicht mehr entscheiden kann, welchen Fisch er bekommt und wie er ihn vorbereitet haben möchte?

Mercadona spricht von einem moderneren, effizienteren Modell und davon, die Bedürfnisse seiner „Chefs“ besser zu erfüllen.

Vielleicht sollten diese „Chefs“ deshalb einmal selbst gefragt werden:

Wollt ihr wirklich weniger Wartezeit – oder wollt ihr weiterhin die Wahl haben?

Denn möglicherweise ist der entscheidende Unterschied zwischen der alten und der neuen Fischabteilung ganz einfach:

Früher konnte der Chef sagen, was mit seinem Fisch geschehen soll.
Jetzt muss der Chef nehmen, was bereits in der Schale liegt.


Und während Mercadona damit wirbt, die Zeit vom Fang bis zum Verbraucher möglichst weit zu verkürzen, bleibt eine andere Zeitrechnung offen:

Wie viel Zeit und wie viele Kosten spart Mercadona eigentlich durch den Wegfall der individuellen Bedienung?

Eine Antwort darauf wäre für die „Chefs“ mindestens genauso interessant wie die Frage, wie lange der Fisch nach dem Kauf haltbar ist.



Quelle: Mercadona explica por qué desaparecen las pescaderías de sus supermercados: “Reducir al máximo el tiempo” vom 12.7.2026
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Re: MERCADONA im Visier

Beitrag von Beefeater »

Tja, "Wie frisch ist der Fisch"?

Da kommen mir gleich Erinnerungen an Asterix.. also den Fischhändler Verleihnix aus dem gallischen Dorf.
Seine Fische sind berüchtigt dafür, nicht frisch zu sein, was oft zu Prügeleien mit dem Schmied Automatix führt.


Ich kaufe in Spanien deutlich mehr Fisch, als früher in D.
In meiner Kindheit gab es bei uns noch einen richtigen Fischhändler.
Mittelgroßer Laden, direkt neben dem Gemüsehändler, der nur Obst und Gemüse verkauft. Und daneben die reine Fleischerei für Wurst und Fleischwaren. Das ist jedoch in D schon ewig vorbei.

Inzwischen ist man ja schon froh, wenn ein Edeka oder Kaufland noch eine Frischtheke hat.

Beim Mercadona, den MasYmas kenne ich noch immer nicht von innen, gibt auch im Vergleich wenige davon (9:2 in Elche),
haben wir schon oft frischen Fisch gekauft, sammt dem ganzen Frage Antwort Ablauf und der Säuberung/Zerteilung.
Sicher kommen da Kindheitserinnerungen auf.

Aber die auf die Schnelle mitgenommen Dosen aus dem Kühlregal mit dem gleichen Fisch waren genau so gut,
auch die online bestellten Lieferungen. Und da wir den Fisch irgendwie noch nie am selben Tag verspeist haben, wurde er eh meist eingefroren und erst am passenden Tag zubereitet...

Würde ich die Frischtheke vermissen? Ehrlich gesagt weiss ich es nicht.
Noch sind sie da. Und beim Mercadona habe ich mich schon lange an die ständigen Produktwechsel gewöhnt.
Kaum hat man etwas besonders gut schmeckendes gefunden, wird es aus dem Sortiment genommen.
Bei Schockokeksen genauso wie bei Kaffee Pads.

Wenn es von den Frischtheken beim Merca welche gibt die weg können, dann für mich zu allererst diese Serano Hobelschinken Theken und die warme Theke für Pasta und anderes zum mitnehmen.

Und wenn es gar keine Frischtheken mehr gibt, dann kann ich damit leben oder fahre in eine Markthalle oder in den Makro ;)
Oder schaue mir endlich mal den masymas an...

Saludos, Mike
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chris
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Re: Die „Chefs“ dürfen jetzt nehmen, was schon fertig ist

Beitrag von chris »

Oliva B. hat geschrieben: Fr 25. Sep 2026, 14:17 Denn bisher konnte der „Chef“ tatsächlich wie ein Chef auftreten: Er konnte sich die Fische ansehen, sich ein bestimmtes Exemplar aussuchen und dem Mitarbeiter sagen, was damit geschehen soll.
Sehr gut formuliert dein Text, denn er trifft die Sache auf den Punkt.
Was noch fehlt: ein unbeholfener Hausmann kann sich derzeit auch immer noch Tipps an den Theken holen, wie man die Ware zubereitet. Mit den Plastikschalen wird man darüber nicht mehr sprechen können.



Beefeater hat geschrieben: Fr 25. Sep 2026, 14:59 Und beim Mercadona habe ich mich schon lange an die ständigen Produktwechsel gewöhnt.
Kaum hat man etwas besonders gut schmeckendes gefunden, wird es aus dem Sortiment genommen.
Tut mir leid, das ist meine Schuld, schon seit Jahren. Immer wenn ich ein Produkt gut fand und es ein zweites und drittes Mal gekauft habe, wurde es danach aus dem Sortiment genommen. Die müssen mich genau beobachten und abgrundtief hassen bei Mercadona.
;)

Beefeater hat geschrieben: Fr 25. Sep 2026, 14:59 Wenn es von den Frischtheken beim Merca welche gibt die weg können, dann für mich zu allererst diese Serano Hobelschinken Theken
Wir waren doch schon über das "Hobeln" hinaus.... der Umgang mit einem Schinkenmesser will gelernt sein, einen Hobel kann man für Gurken benutzen.
>:d<
Saludos,
Chris


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Re: MERCADONA im Visier

Beitrag von hundetraudl »

Es geht nicht nur Euch so. Immer wenn ich ein Produkt mag, ist es spätestens nach dem dritten Mal weg. Egal ob das Mercadona, Lidl oder sonst ein Supermarkt ist. Es ärgert mich sehr.
Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt. (Ringelnatz)
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Re: Die „Chefs“ dürfen jetzt nehmen, was schon fertig ist

Beitrag von Beefeater »

chris hat geschrieben: Fr 25. Sep 2026, 15:49 Tut mir leid, das ist meine Schuld, schon seit Jahren. Immer wenn ich ein Produkt gut fand und es ein zweites und drittes Mal gekauft habe, wurde es danach aus dem Sortiment genommen. Die müssen mich genau beobachten und abgrundtief hassen bei Mercadona.
;)
aha, da haben wir ihn, werft den Purschen zu Poden... :mrgreen:
ER ist schuld. Gut für mich, ich dachte schon da hängt mein Fahndungsbild im Chefbüro...
Wir waren doch schon über das "Hobeln" hinaus.... der Umgang mit einem Schinkenmesser will gelernt sein, einen Hobel kann man für Gurken benutzen.
>:d<
Ich schaue definitiv zu viele Heimwerker DIY Videos und sobald ich jemanden an nem "Schraubstock" sehe, der mit einem Messer waagerechte Schnitte macht, isses ein Hobel für mich. AltersStarrsinn lässt dabei auch schon grüßen :-P
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Re: MERCADONA im Visier

Beitrag von Oliva B. »

Beefeater hat geschrieben: Fr 25. Sep 2026, 14:59 [...]
In meiner Kindheit gab es bei uns noch einen richtigen Fischhändler.
Mittelgroßer Laden, direkt neben dem Gemüsehändler, der nur Obst und Gemüse verkauft. Und daneben die reine Fleischerei für Wurst und Fleischwaren. Das ist jedoch in D schon ewig vorbei.
[...]
Hier nicht. Frischen Fisch kauft man in Spanien noch ganz selbstverständlich in der Markthalle oder beim Fischhändler – ja, diese Spezialgeschäfte gibt es tatsächlich noch. In die abgelegeneren Dörfer kommt der Fischhändler sogar ein- oder zweimal in der Woche persönlich gefahren.
Heute wie hier...
Heute wie hier...
...vor 15 Jahren
...vor 15 Jahren
Da wir allerdings nicht im Dorf, sondern en las afueras, also draußen vor den Toren wohnen, ist mir der Umweg meistens zu umständlich. Ich kaufe unseren Fisch lieber beim wöchentlichen Einkauf in der Stadt. - Bis zu jenem Tag im erst kürzlich vergangenen August.

Ich kam gerade aus dem Haus unserer spanischen Freunde, als ich plötzlich vor ihm stand: dem Fischhändler.

Sein Kleintransporter stand mitten auf der Straße, die Heckklappen einladend weit geöffnet. Die Kühlung rauschte, und hinter den Vordersitzen präsentierte sich eine erstaunliche Auswahl an Fischen. Daneben stand der Händler - Waage, Messer, Holzbrett und ein wasserdichter Taschenrechner im Anschlag– bestens gerüstet für die kulinarischen Wünsche der Dorfbevölkerung.

Die Kunden standen Schlange und schauten ihm interessiert über die Schulter.

Ich beschloss spontan: Heute Abend gibt es Fisch.

Also stellte ich mich hinten an. Als ich endlich an der Reihe war, entdeckte ich ihn: einen einzigen roten Fisch inmitten einer ganzen Reihe silbergrauer Fische, die allesamt ziemlich gleich aussahen. Aber dieser eine rote Fisch – der hatte etwas. Er sah mich geradezu an. Genau den wollte ich. Ich zeigte darauf.

Der Händler erklärte mir, dass es sich – wie bei den silbergrauen Kollegen – um eine Goldbrasse handele. Allerdings sei dieser hier ein echter Wildfang und deshalb so schön rot, während die blassen Exemplare aus der Aquakultur stammten. Wildfang! :-o Das klang nach etwas Besonderem.

Ich dachte allerdings auch an Olivo. Mein Mann hat wegen der Gräten eine ausgesprochen schwierige Beziehung zu Fisch. Wenn er könnte, würde er Fisch nur essen, wenn man ihn vorher vollständig zermahlen und rechteckig portioniert hätte.

Also bat ich den Händler, den Fisch auszunehmen und – wenn möglich – auch gleich zu entgräten. Kein Problem. Er legte den schönen roten Fisch auf die Waage, nahm ihn aus und begann mit großer Professionalität, ihn zu bearbeiten.
  • Erst die Flossen. Bild
  • Dann der Kopf. Bild
  • Dann wurde filetiert. Bild
  • Und weitergeschnitten. Bild
  • Und noch einmal geschnitten. Bild
Ich sah dem Vorgang fasziniert zu und fragte mich langsam, ob ich gerade einen Fisch kaufte oder eine Demonstration zum Thema „Wie viel Fisch kann man aus einem Fisch eigentlich entfernen?“

Von dem einst prächtigen roten Tier blieb schließlich erschreckend wenig übrig.

Der Händler hielt mir die traurigen Reste stolz entgegen, packte alles ein, tippte mehrfach auf seinem wasserdichten Taschenrechner herum und verkündete:

„Veinticinco euros.“ :-o 25 Euro. :-o Ich glaube, in diesem Moment blieb mir tatsächlich die Spucke weg.

Für einen kurzen Augenblick überlegte ich, ob ich einfach sagen sollte: „Ach, wissen Sie was – ich habe es mir anders überlegt.“

Aber der Fisch war inzwischen tot, zerlegt, verpackt und eindeutig meiner. Bestellt ist bestellt. Also zahlte ich zähneknirschend.

Bei meiner Ankunft Zuhause verkündete ich stolz: „Heute Abend gibt es einen superleckeren Fisch. Und das Beste: völlig ohne Gräten!“ Olivo sah mich misstrauisch an. Er ahnte offenbar schon, dass an diesem Satz irgendetwas nicht stimmte. „Was hast du bezahlt?“ Ich winkte ab. „Ach, das willst du gar nicht wissen.“ Nein, mehr musste er wirklich nicht wissen.

Am Abend bereitete ich unseren kostbaren Wildfang auf einem Bett aus Staudensellerie, Knoblauchzehen, Frühlingszwiebeln und roter Paprikaschote zu, ließ alles in Olivenöl schmoren, löschte mit Weißwein ab und gab obenauf noch ein paar Kräuter.

Es duftete wunderbar. Und tatsächlich: Der Fisch war köstlich.

Olivo nahm einen Bissen. Dann noch einen. Beim zweiten Biss sah ich es schon: der Happen wurde im Mund mehr und mehr... Ich hielt inne. Olivo sah mich an, und beförderte ein klitzekleines Etwas auf seine Gabel. Da lag sie: eine kleine, unscheinbare Fischgräte.

Nach 25 Euro, Wildfang, Spezialbehandlung, Filetieren und dem ausdrücklichen Wunsch nach „völlig ohne Gräten“* war sie also tatsächlich dort angekommen, wo sie auf keinen Fall hätte sein dürfen: in Olivos Mund.

Sein Appetit war schlagartig verschwunden. - Meiner glücklicherweise nicht. Ich dachte nur noch, egal, den MUSST du jetzt genießen!

Und da von dem 25-Euro-Fisch schon vor dem Kochen nicht mehr besonders viel übrig gewesen war, fiel es mir leicht, den Rest allein zu vertilgen.

Ich habe daraus gelernt. Seitdem weiß ich: Nicht jeder Fisch, der einen so verführerisch anlächelt, ist ein guter Fang.

Und wenn mich beim nächsten Mal beim Fischhändler wieder ein einziger roter Fisch zwischen lauter silbergrauen Kollegen anlacht, werde ich ganz sicher nicht zurücklächeln. Ich werde weitergehen. Bild
Saludos,
Elke (Oliva B.)

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Re: MERCADONA im Visier

Beitrag von hundetraudl »

Liebe Oliva, die Geschichte hat mich sehr amüsiert. Danke :lol: :lol:
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Re: MERCADONA im Visier

Beitrag von maxheadroom »

Hola todos,
danke Oliva für diese nette Episode , ich kann mich auch noch dunkel erinnern das in meiner weit zurückliegenden Jugend der Fischhändler mit Glocke und Fahrzeug durch die Strassen fuhr und man aus dem Wagen mit Stangeneis den passenden Fisch wählte.
Die eindrucksvollsten Erzählungen entspringen nicht der Fantasie, sondern der Wirklichkeit.Das wahre Leben ist der genialste Regisseur und Erzähler.
Saludos
maxheadroom
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Soy optimista, incluso mi tipo de sangre es positiva.
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