
Die Poesie des Augenblicks
Seit über drei Jahrzehnten durchstreift Pepe Badía die Anella Verda de Terrassa, den grünen Gürtel am Rande seiner katalanischen Heimatstadt. Er suchte an jenem Tag nach der Weite einer blühenden Landschaft – und fand das unendlich Kleine. Sein Makro eines Siebenpunkt-Marienkäfers, das bei den „Naturschätzen Europas“ den zehnten Platz eroberte, ist ein Triumph des Analogen im Zeitalter der digitalen Perfektion. Keine Belichtungsstapel, keine technische Künstlichkeit. Nur die reine Geometrie der Natur, in der die Symmetrie einer Pflanze zur Brücke für ein Insekt wird. „Perfekte Momente dauern nur Bruchteile einer Sekunde“, sagt Badía. Seine Fotografie ist das stillstechende Plädoyer gegen den Lärm der Welt: das Glück, geduldig zu warten, um einfach nur die Zeit zu genießen.

Die Stadt und die Quallen
Alex Basha belegte den vierten Platz des Fotowettbewerbs mit einer Aufnahme von „Spiegelei“-Quallen in El Campello, Alicante, die den Kontrast zwischen urbanisierten Küstenstädten und marinen Ökosystemen verdeutlicht. Das Bild thematisiert die Bedrohungen des Mittelmeers durch menschliche Einflüsse und den beharrlichen Fortbestand des Lebens in unmittelbarer Nähe urbaner Zentren. Mehr Informationen findet ihr auf der Website des Fotowettbewerbs.
Die von der Stiftung Euronatur organisierte Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten Gradmesser für Natur- und Umweltschutzfotografie in Europa. In diesem Jahr war der Ansturm besonders groß: Eine Fachjury musste aus stolzen 2.850 Einsendungen aus 40 Ländern die absoluten Meisterwerke auswählen.
Schaut euch jetzt die komplette Galerie der 10 Gewinnerfotos an und lasst euch von den faszinierendsten Naturschätzen Europas verzaubern!

