Tourismus und seine Folgen

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villa
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von villa »

Ich bin mal so frei und interpretiere die Forderungen
Ferienwohnungen reduzieren - das heisst entweder Eigentümern zu verbieten die Wohnungen so zu nutzen wie sie es geplant haben beim Kauf - brutaler formuliert eine Art von Enteignung.
Beispiel Schweiz, Gemeinden können Festlegen wie hoch der Anteil an Ferienwohnungen sein darf. Ist diese Limite erreicht werden keine neuen Ferienwohnungen (2. Wohnungen) mehr bewilligt. Bau und Verkauf schreiben eine Nutzung als Erstwohnsitzt vor. Wird aber auch überprüft und bei Missachtung geahndet.

Infrastruktur Projekte stoppen - also faktisch ein Verbot von Weiterentwicklung, denn auch andere Wirtschaftszweige brauchen Infrastruktur. Stillstand ist doch auch keine Lösung.
Abschaffung von Kurzflügen und Privatjets, Einschränkungen für Kreuzfahrtschiffe - heisst schaffen einer Verbotskultur. Wenn Tourismus aber Nachhaltig und Finanziell interessant sein soll wären ja gerade hochpreisige Angebote interessant. (Privatjets) Sorry aber ich bin generell gegen diese Art von Verboten. Aber ein passendes Preisschild regelt da viel.

Zugangskontrollen gibt es teilweise ja schon, ist auch ok. Aber Renaturierung von verbauten Küstenstreifen finde ich eher unrealistisch. Das erhalten was es noch gibt wäre da eher eine Option. Aber auch hier stellt sich die Frage nach Enteignung oder Vermögensverlust. Und ich kann nicht umhin da auch an Fischzuchtanlagen in Küstennähe zu denken. wohl auch nicht sehr zuträglich für die Natur aber sogar staatlich gefördert.

Trinkwasser. Wie das gehen soll ist mir weitgehend schleierhaft. Die Wohnungen die permanent bewohnt sind bekommen Wasser und die andern nicht. Bewohner können dan Pool befüllen und Touristen nicht? Auch da müsste man eher beim Zubau strenger werden. OK da wären entsprechende Vorschriften kaum vermeidbar. Auch hier sind wir wieder beim Preisschild für etwas. Würden die Abwässer richtig geklärt und die Wassereffizienz verbessert wäre viel gewonnen. Sorry Wasser ist in Spanien viel zu billig! Was rar ist sollte teuer sein, da überlegen sich die Leute viel eher wie sie einsparen können.
Förderung anderer Wirtschaftszweige - und woher kommen die Fachkräfte dafür? Förderung hört sich für mich leider nach Subventionen an. Ganz grundsätzlich kein überzeugendes Instrument.
Und zweitens ist dort zu agieren, wo es noch möglich ist. Ein zugebauter Küstenstreifen ist und bleibt zugebaut, der Schaden ist angerichtet und die Maschinerie generiert Geld und Wohlstand für die Einheimischen. Statt völlig aussichtslos Renaturierung zu fordern, sollte man sich dafür einsetzen, dass zum Beispiel das Reinigungspersonal vernünftig bezahlt wird.
Chris da bin ich ganz bei dir, aber nicht nur Reinigungspersonal sondern alle die im Niedriglohsektor tätig sind. Wobei wir wieder beim Preisschild wären. Ohne billige Arbeitskräfte keine tiefen Preise - teurer gleich eher etwas weniger und es bliebe die Hoffnung dafür mit mehr Qualität. Löhne und Lebenskosten sind in der Küstenregion extrem weit auseinander.
Veränderung kommt sicher durch die Schaffung von Rahmen Bedingungen so wie der aktuelle Zustand dadurch getrieben wurde.
Frambuesa
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Frambuesa »

@all
Finde mich in all euren Kommentaren/Lösungsansätzen irgendwo wieder und fürchte eigentlich, dass das mit dem ausgewogenen Tourismus aus vielerlei Gründen wohl eher nicht zustande kommen wird. Da kann GP noch so viel fordern, wie sie wollen.

Und selbst wenn sie noch so viele vernünftige Gesetze verabschieden würden, sollte man den Faktor Mensch, Geld und Genehmigungen Bild nicht ganz außer Acht lassen.
Saludos Frambuesa





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Eine Reise erhält ihre Bedeutung stets durch die Perspektive und Intention,
aus der sie unternommen wird

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chris
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von chris »

Kiebitz hat geschrieben: Fr 4. Sep 2026, 09:55 Hier ist eine KI Zusammenfassung des Artikels von Greenpeace Spanien
Da hat die KI noch vergessen, dass die Nutzung privater PKWs eingeschränkt werden soll, und ebenso wie den bunte Reigen an Forderungen unterschreibt man mit der Petition auch gleich noch die Freigabe seiner Daten für Spam jeder Art:
GREENPEACE ESPAÑA tratará los datos aportados en calidad de Responsable del tratamiento, con la finalidad de gestionar tu relación con Greenpeace y enviarte información sobre nuestras campañas y formas de participación. Base jurídica: consentimiento para firma de petición e interés legítimo para mantenerte informado sobre nuestras campañas y actividades, en atención a los fines fundacionales y de interés general de la organización.
Seriös geht anders.

Und man fragt sich auch, was mit der Diversifizierung der Wirtschaft gemeint ist. Soll die aus dem Boden gestampft werden, oder bringt wieder der Weihnachtsmann die alternativen, nachhaltigen, resourcenschonenden und einträglichen Industrien an die spanischen Küsten? Und was stellt GP sich genau darunter vor?

Für mich ist und bleibt das Populismus (um auch einmal dieses en-vogue-Schmähwort zu verwenden) und das Aufstacheln verschiedener Gruppen gegeneinander, indem man den Einheimischen einen wundersamen Wohlstand bei gleichzeitiger Ruhe vor den Ausländern verspricht. Blühende Landschaften wie bei Helmut Kohl, intakte Natur wie bei Adam und Eva kurz vor dem Verspeisen einer Frucht und Wohnraum billig wie nie zuvor. So etwas klingt ganz und gar nicht nach einem selbstlosen Einsatz für Mensch und Natur, sondern danach, mit Hass und der Brechstange irgendwo den Fuß in die Tür zu bekommen.
Saludos,
Chris


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Oliva B.
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Oliva B. »

Ich kenne die Costa Blanca nun schon lange genug, um mich an Zeiten zu erinnern, als man in Moraira und anderen Küstenorten tatsächlich noch das Gefühl hatte, in einem spanischen Küstenort zu sein.
Heute fragt man sich manchmal: Wo ist eigentlich das ursprüngliche Spanien geblieben? An der Küste finde ich es nur noch selten.
Versteht mich richtig: Ich habe nichts gegen Belgier, Niederländer, Deutsche, Briten oder sonstige Ausländer. Im Gegenteil – wir sind schließlich selbst Teil dieser internationalen Gemeinde.

Doch inzwischen ist es langsam zu viel!
Immer Touristen, immer mehr Häuser, immer mehr Ferienwohnungen, immer mehr Pools, immer mehr Autos – und im August wird aus beschaulichen Küstenorten plötzlich ein internationales Menschenlager mit Parkplatznot.
Dann steht man im Stau und denkt sich: Schön, dass alle hier sein wollen. Aber müssen wirklich alle gleichzeitig kommen?
Und während die Einheimischen sich über steigende Immobilienpreise und fehlenden Wohnraum freuen dürfen, entstehen munter neue Villen und Urbanisationen, und der Bürgermeister kann wieder verkünden: „Die Gemeinde wächst!“
Nur eine Kleinigkeit wird dabei gerne vergessen:
Wasser wächst nicht mit. Straßen wachsen nicht mit. Parkplätze wachsen nicht mit. Abwasserleitungen wachsen nicht automatisch mit. Und die Landschaft schon gar nicht.
Aber egal – irgendwo wird sich schon noch ein Grundstück finden lassen.
Und wenn nicht, baut man eben auf dem nächsten Hügel wie hier in Lliber:
K800_20250607_125836.JPG
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Natürlich alles nachhaltig. Man muss nur das richtige Schild danebenstellen.

Besonders interessant wird es bei den Ferienwohnungen:
Im Winter steht die Villa leer, im Sommer wohnen dort plötzlich zehn Menschen, drei Autos, zwei Hunde und ein aufblasbarer Flamingo im Pool.
Der Wasserverbrauch explodiert – aber Hauptsache, die Gemeinde bekommt ihre Steuern.
Dann hat man zwar viele schöne neue Villen – aber immer weniger Menschen, die sich das normale Leben dort noch leisten können.
Vielleicht wäre es deshalb an der Zeit, nicht ständig zu fragen: „Wo können wir noch bauen?“
Sondern: „Wann ist endlich genug gebaut?“

Und vielleicht die größte Ironie:
Wir kommen hierher, weil es in Spanien noch so schön und anders ist.
Und dann helfen wir – jeder auf seine Weise – dabei, genau das verschwinden zu lassen.

Aber keine Sorge:
Für die nächste Urbanisation gibt es bestimmt noch ein Grundstück, und für Luxusvillen außergewöhnliche Gipfel und Aussichtspunkte, von denen aus man einen fast endlosen Küstenabschnitt überblicken kann:
K800_20250423_182143.JPG
Auch wenn ich die Petition von Greenpeace nicht unterschreiben werde, weil mir da zu viel schwarz/weiß gesehen wird, würde ich mich freuen, wenn ich bei den Angestellten im Rathaus keine Dollarnoten mehr in den Augen $-) $-) $-) $-) sehen würde.
Saludos,
Elke (Oliva B.)

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Citronella
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Citronella »

Apropos Hügel in Lliber - das Schlimme ist, es wird einfach angefangen zu bauen, obwohl noch über das Wasser gestritten wird.
Mal soll eine Genehmigung vorliegen, dann wieder nicht :-o
P1030715.JPG
5 Villen sind schon weit fortgeschritten, 488 sollen es werden. Kosten ca. 900 000€ pro Haus, natürlich jedes mit eigenem Pool.
Wer soll das kaufen? Die jungen Spanier, die keine Wohnung finden?
Abgesehen davon - der ganze Hügel zugepflastert mit diesen Kästen :-? , schön sieht anders aus.

Saludos
Citronella
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von maxheadroom »

Hola todos,
diesen Hügel habe ich wie meine biologischen Fortbewegungsmittel noch funktionierten auch schon erkundet, da stande bereits 5 oder 6 schöne Häuschen oder Villen ,aber nicht fertig , sondern offensichtlich Partylocation oder Heimstätten für Obdachlose ,habe davon ja bilder ins Forum gestellt ,finde diese jedoch gerade nicht , was ich damit sagen will es fand schon mal ein ´Versuch statt und hat nicht geklapt ,malsehen ob es auch wieder nur eine Schattensiedlung wird wie so viele in Spanien .
Saludos
Maxheadroom
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Katzenmama »

Der bauwütige Mensch lernt nicht aus seinen Fehlern. Dort wo es nicht funktioniert hat, bleiben die Ruinen zurück und woanders wird die Natur planiert und der Bauboom von vorne begonnen.

Für Chris scheint es wichtiger zu sein, dass Greenpeace auf gar keinen Fall, wenn auch nur in Teilen, Recht haben könnte mit ihren Forderungen. Natürlich sind die Forderungen überzogen, aber nur so werden sie überhaupt beachtet!
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