
Am Friedhof am Rande des Ortes glaubten wir ein schönes, ruhiges Plätzchen für ein paar Tage gefunden zu haben
und begaben uns auf den ersten Spaziergang durch den kleinen, gepflegten Ort:

überall blühen noch die Rosen

und die vielen, teils uralten Renaults lassen mein altes R4-Herz höher schlagen
Überhaupt sind uns in Portugal unglaublich viele R4, oft verstaubt in alten Schuppen, aufgefallen.
Da hat sicher der eine oder andere so ein Schätzchen mit nach Deutschland genommen
Und dann begegnete uns der wohl berühmteste Sohn Penamacors:
António Nunes Ribeiro Sanches

Es ist schon eine ganz besondere Geschichte, wie aus dem Jungen aus Penamacor ein berühmter Gelehrter wurde, der nicht nur Leibarzt am russischen Zarenhof war und der die russischen Truppen als Arzt im russisch-türkischen Krieg begleitete. Man erzählt sich auch, er habe Katharina II von Russland das Leben gerettet und von ihr zeitlebens eine Pension bezog.
Aber - so tüchtig und erfolgreich er als Arzt war - so wurde ihm doch seine jüdische Herkunft zum Verhängnis. Mit 27 Jahren war es aus Portugal geflohen. 1747 war er in Russland denunziert worden und fürchtete die Deportation nach Sibirien, deshalb verließ er 1747 auch Sankt Petersburg.
Er stammte ja auch einer Familie konvertierter Juden, denen nicht einfach vorgeworfen wurde, jüdischer Abstammung zu sein. Entscheidend war der Verdacht, dass sie trotz der Taufe heimlich am Judentum festhielten.
Sie ist schon sehr spannend, die Biographie von António Nunes Ribeiro Sanches.
Nach einem Glas „vinho tinto da casa“
dann ein wenig beseelt zu unserem rollenden Schlafzimmer am Friedhof
Allerheiligen (dia de todos os santos) war ja erst vor ein paar Tagen und so
brennen auf den Gräbern noch viele, viele Kerzen und Grablichter.

Horschtl gefallen die vielen bunten Lichter
Hei der Daus, was macht denn die junge Gottesanbeterin neben unserer bescheidenen Behausung?
Ob sie ihren Gatten wohl schon verspeist hat?
Wir freuen uns jedenfalls auf eine ruhige Nacht - die Toten werden ja wohl heute nacht keine Party feiern
So dachten wir und schliefen selig ein. Ja, Jefe hat einen echt tiefen Schlaf
Es war so kurz nach Mitternacht, als sich zwei Lichter dem Friedhof näherten.
Huhuhuhuhu - Geister?
Quatsch, keine Geister – viel schlimmer: Die GNR fuhr vor das Friedhofsportal, und mir schossen sofort all die Horrorinfos durch den Kopf, die in Wohnmobilistenkreisen kursieren.
Sie werden uns jetzt hier sicher verscheuchen
Aber - nichts geschah, die Herren gingen über den Friedhof, schlossen die Friedhofstüre zu und fuhren wieder.
Am nächsten Vormittag trafen wir auf die „colegas do turno da manhã“, die wir fragten, ob wir ein paar Tage dort bleiben könnten.
„não há problema“ Na klar, kein Problem, meinte einer von ihnen, gab uns seine Visitenkarte und sagte, dass wir uns jederzeit an sie wenden könnten, wenn wir Probleme hätten.
Na, wer hätte das gedacht? Hier möchte ich noch einmal betonen, dass wir NIE auch nur die kleinsten Probleme - weder in D, F, E oder P - mit den Ordnungsbehörden hatten.
Ich glaube, wenn man sich ordentlich verhält, keinen Müll hinterlässt oder die Umwelt sonst schädigt, respekt- und rücksichtsvoll gegenüber der Bevölkerung ist., dann bekommt man auch so schnell keine Probleme mit den Ordnungsbehörden.
Für den nächsten Tag wollten wir uns den mittelalterlichen Teil hoch über der Beira Baixa mit seinem alten Stadtkern ansehen. Und dann begegneten wir Antonio
Aber das wird wieder eine längere Geschichte,
deshalb mache ich für heute hier mal



