Ja, Pistazienbäume erlebten in den letzten Jahre hierzulande einen regelrechten Boom, nachdem bis dato allein schon in der Provinz Alicante rund 315.000 Mandelbäume (hauptsächlich in der Marina Alte, Marina Baja und El Comtat - alles Landkreise im Norden der Provinz Alicante) von TRAGSA gerodet wurden. Zur Neupflanzung eignen sich Johannisbrotbäume (hauptsächlich in Alcalalí - und Pistazienbäume. Deshalb wohl auch der Preisanstieg.dksoft hat geschrieben: Mi 19. Aug 2026, 14:34 [...]Wir haben jetzt ersatzweise Pistazien gepflanzt. Die wurden bis dato nicht befallen. Sind aber in den letzten Jahren sehr teuer geworden. Es hatten wohl noch andere Leute die Idee diese zu kaufen.
Pistazien sind ziemlich anspruchsvolle Bäume, denn schon beim Pflanzen kann man Fehler machen, worauf in diesem Artikel für Landwirte hingewiesen wird: Pistacho: el fracaso reside en la estrategia, no en el árbol
Damit sich der Baum optimal entwickeln kann ist der Standort entscheidend.
für die Pistazienbäume direkt am Mittelmeer ist nicht die Wärme das Hauptproblem, sondern vor allem das zu milde und feuchte Küstenklima.
Was spricht gegen den Anbau von Pistazien an der Küste?
Zu wenig Winterkälte:
Viele Sorten brauchen eine ausreichende Winterruhe mit Kältestunden. Milde Küstenwinter können zu einem ungleichmäßigen Austrieb und einer schlechten Blüte führen. Es gibt allerdings Sorten mit geringerer Kälteanforderung – deshalb ist die Sorte entscheidend.
Hohe Luftfeuchtigkeit:
Pistazien bevorzugen heiße, trockene Sommer. Die feuchtere Meeresluft begünstigt Pilzkrankheiten und kann insbesondere während Blüte und Fruchtentwicklung problematisch sein.
Salz und Meerwasser:
Küstenwind mit salzhaltiger Gischt sowie salzhaltiges Bewässerungswasser können langfristig Probleme verursachen. Pistazien sind zwar vergleichsweise salztolerant, aber auch diese Toleranz hat Grenzen.
Zu wenig trockene Sommerhitze:
Für eine gute Reife benötigen die Früchte ausreichend Wärme und möglichst trockene Bedingungen. Das kühlende Meer kann hier nachteilig sein.
Staunässe:
Schwere, schlecht drainierte Küstenböden sind ungeeignet; Pistazien reagieren empfindlich auf länger nasse Wurzeln.
Doch "Mittelmeerküste“ muss nicht automatisch „ungeeignet“ bedeuten. Einige Pistaziensorten können durchaus moderate Kälte vertragen, so dass der Anbau in einem günstigen Mikroklima funktionieren kann, wie z. B. in dem mediterranen Küstenort Split in Kroatien, der auf demselben Breitengrad liegt wie die spanische Stadt Gijón in Asturien...
Für den Pistazien-Anbau am Mittelmeer ist es daher wichtig, sich vor dem Kauf eines Baumes mit dem Winter-Klima, der sommerliche Luftfeuchtigkeit, Bodenentwässerung und Salzgehalt des Bewässerungswassers zu beschäftigen. Die Wahrscheinlichkeit einer wirtschaftlich guten Produktion ist im trockenen Hinterland der Costa Blanca aber deutlich höher.



