Jahrestreffen des World Economic Forum WEF 2026

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Oliva B.
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Jahrestreffen des World Economic Forum WEF 2026

Beitrag von Oliva B. »

Das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforum fand vom 19. bis 23 Januar in Davos statt.
Bei diesem Treffen kamen die Präsidenten und Geschäftsführer der großen spanischen Unternehmen zusammen.


Notizen am Rande, die ich in den deutschen Nachrichten vermisste:

Am 21. Januar trafen sich die Spitzenvertreter des Ibex-35 zu einem privaten Treffen mit der Regierung in Davos (Schweiz), unmittelbar nach der Grundsatzrede des US-Präsidenten Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum 2026. Bei diesem Treffen kamen die Präsidenten und Geschäftsführer der großen spanischen Unternehmen zusammen.
Die spanischen Unternehmen haben in Davos die Möglichkeit genutzt, um ihre Wirtschaftsinteressen und -ziele zu vertreten und wegender Himmnisse in der EU ihren Fokus auf die USA und Großbritannienzurichten.
Spanien wird in Davos als Wachstumslokomotive Europas hervorgehoben, mit einem Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent im Jahr 2024, das sogar das der USA übertrifft. Sánchez betont, dass Spanien "wieder die beste Wirtschaft weltweit" wird.
Quelle: admin.ch
Große spanische Unternehmen nehmen angesichts der Hindernisse in der EU Kurs auf die USA und Großbritannien
Santander, Iberdrola, Telefónica, Repsol, Ferrovial oder ACS sehen die angelsächsischen Länder als Priorität für ihre Zukunftspläne an, da sie den europäischen Markt als zu langsam und zu bürokratisch empfinden...
Quelle: El País vom 07. FEB 2026 – 05:15 MEZ

Spaniens Blick auf die deutsche Wirtschaft
Zusammenfassung eines Artikels aus <El Economista< vom 25. November 2025:

Deutschland steckt in der längsten Phase wirtschaftlicher Stagnation seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Wirtschaftsleistung verharrt seit Jahren nahezu auf dem gleichen Niveau; in den v ergangenen drei Jahren gab es nur zwei Quartale mit Wachstum. Besonders belastend wirken der Rückgang von Industrieproduktion, Exporten und privatem Konsum, während Beschäftigung vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Bau deutlich gesunken ist.
Experten sehen eine Mischung aus strukturellen Problemen und externen Schocks: hohe Energiepreise, zunehmender Wettbewerbsdruck aus China, schwache globale Nachfrage sowie steigende Arbeits-, Steuer- und Bürokratiekosten. Die Industrie, lange Wachstumsmotor, kommt nicht in Gang. Fiskalische Maßnahmen der Bundesregierung dürften nach Einschätzung vieler Ökonomen nur begrenzte Wirkung entfalten, da ein erheblicher Teil zur Finanzierung des Sozialstaats und der alternden Gesellschaft benötigt wird.
Die anhaltende Stagnation setzt Beschäftigung und Sozialversicherungssysteme unter Druck und dämpft Investitionen und Konsum. Frühindikatoren liefern widersprüchliche Signale, insgesamt deutet jedoch wenig auf eine kräftige Erholung hin. Kurzfristig wird eher weiteres Nullwachstum erwartet.
Die direkteste und vernichtendste Analyse findet sich in einem einfachen Beitrag von X Daniel Kral, Analyst bei Oxford Economics: „Es ist schwer, die Krise zu übertreiben, in der sich die deutsche Wirtschaft befindet: Investitionen und Warenexporte befinden sich im freien Fall, der private Konsum stagniert (trotz des Bevölkerungswachstums) und nur die Größe des Staates wächst. Energiepreise, US-Zölle, der China-Schock 2.0... Deutschland braucht ein neues Wachstumsmodell.“
Auch wenn der Artikel, auf den ich mich beziehe,

Alemania sufre la parálisis económica más larga desde la Segunda Guerra Mundial y ese 'crecimiento cero' tendrá consecuencias
Übersetzung: "Deutschland erlebt die längste wirtschaftliche Stagnation seit dem Zweiten Weltkrieg, und dieses 'Nullwachstum' wird Folgen haben"

schon etwas älter ist, finde ich interessant, wie die Spanier die deutsche Wirtschaft beurteilen.
Der spanische Artikel kann leicht mithilfe von deepl.com übersetzt werden.

👉 Der Artikel dient nur zur Information, eine Diskussion über die Politik in Deutschland hier im Forum ist ausdrücklich nicht erwünscht.
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villa
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Re: Jahrestreffen des World Economic Forum WEF 2026

Beitrag von villa »

Ich denke die gegenseitige Beurteilung ist nicht einfach, dazu müssten man sicher vertieft beide Seiten genau ansehen.
Da sich beide Länder in der EU befinden wäre es interessant zu vergleichen wie die beiden mit den EU Regulierungen um gehen. An der EU als solches würde man meinen kann es also nicht liegen dass in DE die Wirtschaft sich eher schwer tut und Spanien floriert. Wie nachhaltig der Wachstum in Spanien ist weiss ich ehrlich gesagt nicht. Es scheint mir dass immer noch viel aus der Bauwirtschaft basiert. (Lasse mich gerne eines Besseren belehren)
Da ich mich zu wenig mit Spanien als Staat beschäftige weiss ich nicht was Spanien seit der Krise alles verändert hat. Von spanischen Freunden höre ich aber ab und an dass viele Sozialleistungen reduziert oder ganz abgebaut wurden. Ob es stimmt weiss ich nicht.
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chris
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Re: Jahrestreffen des World Economic Forum WEF 2026

Beitrag von chris »

Genau diesen Vergleich zwischen Deutschland und Spanien (letzteres als Lokomotive Europas) habe ich schon gegen 2004/2005 in großen deutschen Publikationen lesen müssen, und zwei Jahre danach kam der große Knall.

Ich würde also eine zu positive Darstellung Spaniens immer hinterfragen, zumal die derzeitige Regierung nicht unbedingt auf Ökonomie setzt. Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal in meiner beruflichen Laufbahn Steuern nachzahlen müssen, und das mit einem Netto-Einkommen als Selbstständiger, das jeder normale deutsche Angestellte belächeln würde.

Mit einer handbreit über Existenzminimum ist man offenbar bereits großverdienender Bonze, und das sagt für mich mehr über die Lage der Nation aus als jedes Wirtschaftsforum.
Saludos,
Chris
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