Ohne aktuelle Nachrichten leben?

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Oliva B.
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Ohne aktuelle Nachrichten leben?

Beitrag von Oliva B. »

Chris hat kürzlich in einem anderen Thread eine interessante Frage gestellt, die leider in der Diskussion völlig unterging:
chris hat geschrieben: Di 20. Jan 2026, 16:06 In meiner Funktion als normaler User (und nicht als Moderator) kann ich dazu nur beitragen, dass ich von dem Zugunglück erst verspätet erfahren habe, weil ich letztes Jahr endgültig den Kanal voll hatte von den ganzen (von den Medien für mich "freundlicherweise und selbstlos" vorsortierten) Meldungen, die einem normalen Menschen eigentlich nur noch die Magensäure überkochen lassen.

Daher - und das ist sicherlich auch ein interessanter Diskussionsansatz - habe ich mich seit dem Frühjahr 2025 zum ersten Mal in meinem Leben 100% konsequent von jeder Art von Nachrichten ferngehalten, sei es im Internet, im TV oder in den Printmedien. Wenn morgen die Welt untergeht, dann werde ich es erst erfahren, wenn hier die Lichter ausgehen.
:mrgreen:

Mein Horizont ist wieder der Horizont geworden, den ich aus dem Fenster sehen kann, um es mal etwas krass zu formulieren. Und es geht mir persönlich besser dabei. Ich hatte in der gesamten Zeit nie den Eindruck, dass ich irgendetwas Wichtiges verpasse. Man kann dann zwar bei politischen Diskussionen nicht mehr mitreden, aber wer will das heutzutage noch, wo jedes Wort auf die Goldwaage kommt und eine Freundschaft unter Umständen in Sekunden gekündigt wird, wenn man die falsche Meinung zu irgendwas hat?

Ist das jetzt dumm, kurzsichtig und egoistisch? Oder ist es in der heutigen Zeit die einzige Chance, dass man innerlich nicht überläuft und irgendwann platzt?
Diese Einstellung wirft viele Fragen auf:
Kann man wirklich ohne aktuelle Nachrichten auskommen, sei es temporäres (als Experiment) oder dauerhaft?
Ist ein Nachrichtenverzicht vielleicht DER Schlüssel zur mentalen und körperlichen Gesundheit?

Wie seht ihr das?
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baufred
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Re: Ohne aktuelle Nachrichten leben?

Beitrag von baufred »

... meine Sichtweise >:d< :

per Schlagzeilen registrieren 'was so abgeht' ... entscheiden, was hinterfragt werden sollte (Hintergrundinfos) - aber nur wenn notwendig > persönlicher Infobedarf bei speziellen Themen :idea: :idea: ...

... aber nicht alles tiefgründig 'abklappern' .... wie bereits angedeutet: sich nicht unnötig 'zumüllen' :roll: ...
Saludos -- baufred --
Quijosha
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Re: Ohne aktuelle Nachrichten leben?

Beitrag von Quijosha »

Also für mich wäre das nicht denkbar. Ich möchte informiert sein, was auf der Welt passiert. Ich lese jeden morgen Zeitung, tagsüber höre ich stündlich die Nachrichten im Radio bei der Arbeit und abends schaue ich die 8 Uhr Nachrichten. Was ich allerdings nicht mache (entgegen meinem Mann), weitersuchen. Wenn so etwas wie das Unglück in Spanien passiert, sucht er bewusst nach Youtubevideos oder auf Instagram oder Tiktok weiter. Das möchte ich dann nicht. Mir reicht es zu wissen, dass es passiert ist. Nur bei wirklich regionalen Sachen, die mich persönlich betreffen, schaue ich auch weiter. Wie zum Beispiel, als es uns den Strand weggespühlt hat vor ein paar Jahren.
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vitalista
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Re: Ohne aktuelle Nachrichten leben?

Beitrag von vitalista »

Gänzlich ohne Nachrichten kann man wohl nicht auskommen, schon beim Griff zum Smartphone bekommst du automatisch welche mit.
Aber natürlich kann man mit einem äußert geringen Nachrichtenkonsum gut auskommen, meine Mutter hatte mir das vorgelebt und ihr ging es sehr gut damit.
Ich selbst bin anders, mein Frühstück dauert immer 2 Stunden, da der Kölner-Stadt-Anzeiger dazu gehört.
Ich möchte informiert sein, was so passiert und ich kann dann entscheiden, ob - welches Thema mich intensiver interessiert.

Wie ich mit Nachrichten umgehe, ist auch eine Frage der Resilienz. Ich empfinde Nachrichten wie die Zugunglücke schrecklich, aber ich fühle mich nicht persönlich betroffen. Eine Freundin von mir kann angesichts eines Unglücks in Tränen ausbrechen und fühlt sich dadurch belastet.
Ich denke, wenn mich die täglichen zigfachen Katastrophen-Nachrichten extrem treffen sollten, dann wäre es vermutlich gesünder für mein Seelenheil, den Nachrichtenkonsum deutlich einzuschränken.
Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber noch Entfaltungsmöglichkeiten!
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