Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von balina » Do 6. Jun 2019, 13:54

Da ist es ja einfacher, einen Lebenden loszuwerden als ein Gerippe.
_____________
lieben Gruß
balina

Ein bisschen Grütze unter der Mütze ist schon was nütze.
Aber ein gutes Herz unter der Weste ist wohl das Beste.

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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von Miesepeter » Mo 1. Jul 2019, 14:03

Nun (gestern) hat sich der span. Möchte-gerne-und-schafft-es-nicht-Reg.-Prás.-Kandidat Sanchez nichts abgefahreneres einfallen lassen, als eine Protestnote an den (sich bisher sehr zurückhaltenden) Vatikan wegen "Einmischung in innere Angelegenheiten". Die Reaktion des Nuntius kam heute postwendend: "Franco ist wieder auferstanden (worden)", was das alles zu einer Lachnummer mutieren läßt.
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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von Miesepeter » Mo 1. Jul 2019, 16:31

Die Ereignisse überschlagen sich. Die Raktion des Nuntius hat eine weiteren Protest der span. Regierung wegen Einmischung in die inneres Angelegenheiten an den Vatikan zur Folge. Gleichzeitig ließ der Regierunsgsitz verlauten, künftig die kath. Kirche in Spanien als Steuerzahler ähnlich wie in Italien und Frankreich heranzuziehen, und gleichzeitig zu größerem Engagement im Sozialwesen zu verpflichten. Damit wird ein (seit Jahrhunderten selig dahinschlummernder) Stein ins Rollen gebracht, dessen Zermalmumgsmacht nur von hoffnungslos Naiven unterschätzt wird.
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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von Mausifan » Mo 1. Jul 2019, 17:07

Es ist einfach nicht zu glauben das man überhaupt über sowas diskutiert. Das Monument dieses Faschisten gehört dem Erboden gleich gemacht. Seine Gebeine in den Weltmeeren verstreut.
Schaut euch doch mal an was im Moment so in Europa passiert. Da wird Jemand der Menschen aus dem Mittelmeer rettet verhaftet und wohl vor Gericht gestellt. Wo sind wir eigentlich mittlerweile gelandet.
Halb Italien hat diesen faschistischen Innenminister gewählt.
Ich dreh fast durch wenn ich mir vorstelle wie das in Europa weitergehen kann.
Mann hört endlich auf über diesen Franko auch nur ein Wort noch zu verlieren.

Musste mal raus. sorry.
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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von Miesepeter » Mo 1. Jul 2019, 21:17

Natürlich kann man darüber und jeder denken wie er will. aber dieser Mann lenkte immerhin 39 Jahre lang die Geschichte eines Landes, fast so lange wie Walter Ulbricht die DDR, (worüber heute kein Wort mehr verloren wird). Zudem machte der Demokrat Eisenhower Spanien 1959 salonfähig, und ein weiterer nicht zu unterschätzender Verbündeter war der Vatikan. Die Frage ist nun: wir konnte Franco sich überhaupt etablieren? Eigenartigerweiswe waren es die Engländer, die ihm und seinem Gefolge 1936 den (Luft-)Sprung von Span.-Nordafrika auf das Festland organisierten - mit welchem Hintergedanken? In welchem sozialen und wirtschaftlichen Elend befand sich das Land, das von seinem Regenten nach dem Wahlsieg der roten Horden im Stich gelassen wurde? Mit den Ereignissen der Jahre 1933-36 sollte man sich mal auseinandergesetzt haben, um einen kleinen Einblick zu bekommen. Wozu die Sozialisten in der Lage sind, sahen wir ja in der DDR. Die können nämlich nur eins: verteilen was ihnen gar nicht gehört.
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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von Mausifan » Mo 1. Jul 2019, 21:55

Ja toller Typ dieser Franco. Dieses gedödel was du da von dir gibst kannst du dir wirklich schenken. Faschist ist Faschist. Und wenn du das nicht verstehst lebst du in einer anderen Welt.
Wir haben jetzt ca. 70 Jahre Ruhe von diesem Abschaum gehabt. Jetzt scheint es sich wieder zu etablieren. Ich sage nur: wehret den Anfängen.
Noch ist es nicht zu spät.
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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von Oliva B. » Di 2. Jul 2019, 16:01

In diesem Thread geht es um die Verherrlichung der Franco-Ära, sein gewaltiges Mausoleum und seine geplante pompöse Umbettung. Unter dem Diktator Franco haben unendlich viele Menschen gelitten, wurden Regimekritiker gefoltert und anonym in Massengräbern verscharrt.
Deshalb ist es mir wichtig, auf einige für mich missverständliche Bemerkungen einzugehen.
Miesepeter hat geschrieben:
Mo 1. Jul 2019, 21:17
Natürlich kann man darüber und jeder denken wie er will. aber dieser Mann lenkte immerhin 39 Jahre lang die Geschichte eines Landes,...
Was heißt hier "immerhin" :-? Solltest du das etwa bewundernd meinen? :-o
Die Nazi-Zeit hat gezeigt hat, dass es nur sehr wenige Mutige gibt, die sich einem Terror-Regime entgegenstellen. Die meisten schauen weg, weil sie hoffen, dadurch ihr eigenes Leben zu retten und ihre Angehörigen zu schützen. Die Verbreitung von Angst und Schrecken zeichnet Diktaturen aus und erklärt deren "Erfolge" in aller Welt. Die Dauer der Regierungszeit eines Diktators sagt also nur etwas über Länge seiner Schreckensherrschaft aus.

Nach Francos Tod wurden die Verbrechen des Franquismus (Diktatur Francos von 1936/1939 bis zu den ersten freien Wahlen) nicht gesühnt. um damit die junge Demokratie nicht zu gefährden. Es wird leider immer Menschen geben, die später diese Verbrechen verdrängen oder leugnen, so wie die Nationalsozialisten in Deutschland den Holocaust.
Miesepeter hat geschrieben:
Mo 1. Jul 2019, 21:17
fast so lange wie Walter Ulbricht die DDR, (worüber heute kein Wort mehr verloren wird).
Fast so lange???? [-x :-o Da scheinst du geschichtliche Zahlen durcheinander zu bringen...
Oft genug wird in deutschen Medien an Walter Ulbricht erinnert, der von 1950 bis 1971 = 21 Jahre an der Spitze des Zentralkomitees der SED-Diktatur*) = 40 Jahre stand. Mit seinem Namen verbinde ich Mauerbau und Stasi, aber auch Ausreiseverbot und Zensur u. v. m.

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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von brigittekoslowski » Di 2. Jul 2019, 21:33

Mir graut es vor den Rechten,aber eine Lösung ist mir nicht bekannt

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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von Miesepeter » Di 2. Jul 2019, 22:30

Die Lösung eines Problems beginnt m.E. mit der Untersuchung der Ursachen seiner Enstehung, was aber sehr oft außer acht gelassen oder vorsátzlich übergangen wird, denn diese Ursachen lassen bzw. wollen, sollen oder gar dürfen oft gar nicht korrigiert werden.
@OlivaB: bzgl. "immerhin" mach es Dir nicht so schwer und denke einfach an "jedenfalls" oder "auf einen zu beachtenden Umstand hinweisend". Von Bewunderung kann gar keie Rede sein, für mich záhlen nur Tatsachen (die viele aber gar nicht hören wollen, weil sie nicht in ihre verordnete Weltanwschauung passen).
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Re: Das Franco-Monument in San Lorenzo (Valle de los Caídos)

Beitrag von ville » Mi 3. Jul 2019, 13:02

Je weiter das Ende einer problematischen Phase in die Vergangenheit rückt, je leichter fällt es , sich damit auseinanderzusetzen.
Das Ende der Franco - Ära liegt mal gerade 45 Jahre zurück. Es leben noch zu viele Involvierte und Profiteure der damaligen "dunklen Seite der Macht" . (pichichi hat das oben schon verdeutlicht) ... Welches Interesse sollten sie an einer ungeschminkten Aufarbeitung der Ereignisse um die Diktatur haben ? Die "Ewig Gestrigen" finden stets Argumente, die Vergangenheit aufzuhübschen. An bundesdeutschen Stammtischen oft bemüht: Hat Hitler nicht die Arbeitslosigkeit beseitigt und dem Volk Autobahnen geschenkt ? Ach ja, und Kinderköpfe und Schäferhunde gestreichelt.

Den Deutschen fiel gezwungenermaßen die Rückblende auf das 1000jährige Reich unter der Fuchtel der Siegermächte leichter, und die (Geschichts-) Schulbücher wurden weitgehend an wissenschaftlich belegte Fakten angelehnt. Aber selbst unter dieser "Fremdbestimmung" waren die Ergebnisse teils fragwürdig, wenn man z.B. an die "Entnazifizierung" denkt. Zahllose Wendehälse z.B. aus den Bereichen Verwaltung, Justiz und später Militär fanden in der bundesdeutschen Demokratie beste Verwendung....
Als die Mauer gefallen war, ein ähnliches Spiel, und so saßen einstige Opfer des "Apparats" plötzlich demokratisch schnellgebleichten "Ex-Stasis" in deren neuer Funktion gegenüber.
Für mich kein Wunder, dass gerade auch hier in Spanien die Wunden tief und oft notdürftig verbunden sind, weil Entscheidungsträger nicht an eigenen Ästen sägen lassen. ! Am Konflikt um dieses Unheil bringende Monument und die Forderung nach Umbettung der Gebeine wird es deutlich. Die Diktatur wirkt nach.....

@ Miesepeter: Problemlösung per Ursachenerforschung "denn diese Ursachen lassen bzw. wollen, sollen oder gar dürfen oft gar nicht korrigiert werden."
Zeitreisen gibt es nach unserem Erkenntnisstand bisher nur in der entsprechenden Literatur und ggf. deren Verfilmung. Ursachen können vorerst also nicht korrigiert werden. Stattdessen bemühen sich viele, Ursachen zu vertuschen, zu verdrehen, zu werten. (Läuft selbst bei einem Ehekrach ja ähnlich ab.)

und

"für mich záhlen nur Tatsachen (die viele aber gar nicht hören wollen, weil sie nicht in ihre verordnete Weltanwschauung passen)."
Ich denke, du sitzt auf einem ziemlich hohen Ross, wenn du von dir annimmst, du seiest der ultimative Durchblicker, völlig frei von jeder ideologischen Färbung deines Blicks ....

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