Gewalt gegen Frauen in Spanien - Machoalarm

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Re: Gewalt gegen Frauen in Spanien - Machoalarm

Beitrag von Atze » Fr 15. Jan 2016, 12:39

sol hat geschrieben:mal in die Bibel geschaut :

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... _JOSopxKTg
... aber auch nur kurz und selektiv hineingeschaut:
Die jüngere und heute vorangestellte der beiden Schöpfungsgeschichten lautet: Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild. Als Mann und Frau schuf er ihn

Dass "Mensch" hier in der männlichen Form steht, ist halt durch die deutsche Sprache bedingt. Ohne Zweifel ist die Bibel insbesondere das Alte Testament - von Männern in einer archaischen Umwelt am Übergang zu "Achsenzeit" geschrieben -sehr "männerlastig".
Doch davon bald mehr....
LG Atze

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Re: Gewalt gegen Frauen in Spanien - Machoalarm

Beitrag von Cozumel » Fr 15. Jan 2016, 12:47

Hi Atze,

unser Lieblingsthema, ¿recuerdas?
Aber ich sag erstmal noch nichts. :)
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Re: Gewalt gegen Frauen in Spanien - Machoalarm

Beitrag von vitalista » Fr 15. Jan 2016, 16:08

Oliva B. hat geschrieben:Ich wurde darüber informiert, dass der Link zum Domradio nicht mehr funktioniert. Es ist schon interessant, dass das Bildungswerk der Erzdiözese Köln e.V. inzwischen den "Zugriff verweigert". Ich habe den Inhalt noch abspeichern können. Darin schreibt Manuel Meyer, dass in Spanien Politiker aller Parteien Verbrechen und anhaltende Gewalt gegen Frauen verurteilen und Oppositionsführer Pedro Sanchez mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen mit der linken Podemos-Partei zu einem "großen Staatspakt" gegen häusliche Gewalt aufrief - ein Thema das seit Wochen die Öffentlichkeit in Spanien bewegt und zu etlichen Demonstrationen führte, in denen "mehr Einsatz bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, wirksamere Gesetzen und Maßnahmen zur Unterstützung von Opfern und deren Kindern" gefordert wurde.

Eine der polemischen Äußerungen des Erzbischofs: "Frauen können verhindern, dass sie geschlagen werden, indem sie einfach das tun, was die Männer von ihnen verlangen". - Doch ob es der Kirche hilft, wenn sie dieses Thema tot schweigt? :-?


Inzwischen kann man bei Domradio diese Stellungnahme finden: 'Mediale Fehlinterpretation'
http://www.domradio.de/themen/weltkirch ... te-zurueck

Tja, was soll man da nun glauben???
Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber noch Entfaltungsmöglichkeiten!

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Re: Gewalt gegen Frauen in Spanien - Machoalarm

Beitrag von balina » Fr 15. Jan 2016, 18:26

Mir ist es schnurzpiepegal, welche Glaubensrichtung etwas zur Gewalt oder Nichtgewalt gegenüber Frauen oder Kinder oder generell gegen Schwächere aussagt, ob es im Mittelalter oder in der Jetztzeit von Machos oder aus Gewohnheit, weil es sich eingebürgert hat, ausgeübt wird.

Körperliche und seelische Gewalt gegen wen auch immer gehört aberzogen oder bestraft, und zwar nicht nur halbherzig, sondern per Gesetzeskraft, die auch durchgesetzt wird.

So müßte es doch möglich sein, einem solchen Menschen wie diesem Kirchenvertreter genauso an den Kragen zu gehen wie einem, der wegen Volksverhetzung bestraft wird. Daß jemand so etwas in der Öffentlichkeit sagen darf, ohne daß es Folgen hat, macht mich unendlich wütend.
_____________
lieben Gruß
balina

Ein bisschen Grütze unter der Mütze ist schon was nütze.
Aber ein gutes Herz unter der Weste ist wohl das Beste.

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Re: Gewalt gegen Frauen in Spanien - Machoalarm

Beitrag von Atze » Fr 15. Jan 2016, 19:13

vitalista hat geschrieben:

Inzwischen kann man bei Domradio diese Stellungnahme finden: 'Mediale Fehlinterpretation'
http://www.domradio.de/themen/weltkirch ... te-zurueck

Tja, was soll man da nun glauben???
Es müsste eine Mitschnitt der Predigt geben. Denn das, was als Predigttext veröffentlicht wurde ist nun wirklich ganz was Anderes als das was dann verbreitet wurde. Es sieht mir so aus, als ob Zitat-Ausschnitte durch Versatz in ihr Gegenteil verkehrt wurden.
Der Rest war dann stille Post.
Wer hat denn zuerst diese Predigtausschnitte mit der schlimmen und skandalösen Aussage veröffentlicht?
Leider ist mein Spanisch nicht so gut, um hier nachzuforschen.
Eine Aussage des Bischofs wie ich sie verstehe ist, dass ein auslösender Grund für die dann oft tödliche Gewalt in vielen Fällen die Androhung einer Scheidung von Seiten der Frau ist. Das können spanische Männer mit ihrer Macho-Ehre nicht vereinbaren (dass sich die Frau eben trennen will).
Damit hat er doch wohl nicht Kritik an den Frauen sondern an den Männern geübt - oder verstehe ich das wieder mal falsch?
LG Atze

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Re: Gewalt gegen Frauen in Spanien - Machoalarm

Beitrag von Oliva B. » Sa 16. Jan 2016, 09:31

Mir erscheint die Angelegenheit etwas dubios zu sein...

Manuel Meyer, der Autor des zurückgezogenen Berichts, ist Spanienkorrespondent bei der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er schreibt in seinem Bericht vom 14.1. auf der Website des Domradio.de, dass am Mittwoch ein Mann seine Frau erschossen hat Quelle. Daraus kann man eindeutig schließen, dass er seinen Bericht erst frisch abgeliefert hat und er nicht erst Tage später von der Redaktion aus der Schublade gezogen wurde.

Es ging in diesem Bericht um die Predigt des Erzbischofs Braulio Rodríguez Plaza vom 27.12.2015, von der später nur einzelne Sätze in der spanischen Presse zitiert wurden. Atze, die vollständige Rede (1254 Worte) wurde scheinbar nicht aufgezeichnet, sondern ist nachlesbar auf der Website der Erzdiözese Toledo

Angesichts der Medienberichte hat ein Sprecher des Erzbischofs von Toledo erst am 8.1.2016 mitgeteilt, dass der Erzbischof jede Art von Gewalt ablehne, was seiner Ansicht nach auch seine vollständige Rede widerspiegele.
.
Warum ein Spanienkorrespondent Tage später bereits dementierte, angeblich aus dem Kontextgerissene Sätze veröffentlicht, ist nicht nachvollziehbar. Es handelt sich ganz klar nicht um Übersetzungsfehler (wie bereits vermutet wurde), denn die Worte des Bischofs wurden genauso von der spanischen Presse publiziert.

Nur taucht der Satz:,"[...]mujeres que murieron en 2015, en muchos casos la causa de la muerte es porque la mujer ha querido separarse o ha conseguido el divorcio y la reacción machista es violenta", an keiner Steller dieser Rede auf. Da stellt sich die Frage, ob die Medien diese Sätze frei erfunden oder falsch interpretiert haben, oder etwa die Rede nachträglich korrigiert wurde?

Ob die vom Erzbistum veröffentlichte Rede das Gegenteil beweist oder ob da etwas vertuscht werden soll, können nur die Kirchgänger beurteilen, die diese gehört haben. Zurück bleibt ein "Geschmäckle" wie der Schwabe zu sagen pflegt....

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auch in Spanien ein Thema ....

Beitrag von Citronella » Do 4. Aug 2016, 13:18

Traurig, dass man extra darauf hinweisen muß ....
P1540036.JPG
Saludos
Citronella

Cozumel
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Re: auch in Spanien ein Thema ....

Beitrag von Cozumel » Do 4. Aug 2016, 15:41

Glaubst Du, das ist wegen Einwanderern aus Nordafrika?
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Re: auch in Spanien ein Thema ....

Beitrag von Citronella » Do 4. Aug 2016, 19:17

Hallo Cozumel,

das glaube ich weniger. Gewalt gegen Frauen findet weltweit statt :sad:

Saludos
Citronella

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Re: auch in Spanien ein Thema ....

Beitrag von maxheadroom » Do 4. Aug 2016, 20:52


Hola todos,
ist im Prinzip ganz einfach, ist ein Erziehungsproblem :roll:
Alle großen monotheistischen Religionen, also Judentum, Christentum und Islam, haben eines gemeinsam: ihr problematisches Verhältnis zu Frauen. Christliche Kirchen schließen Frauen prinzipiell aus geistlichen Ämtern aus,weil als nicht vollwertig angesehen. Viele Auslegungen der Scharia, also der Regeln, denen Muslime und Musliminnen folgen sollen, enthalten Bestimmungen, die Frauen aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren. Im Judentum gibt es ein Gebet, in dem Männer Gott dafür danken, dass sie nicht als Frauen geboren wurden. Fuer unseren Kulturkreis gilt das Wort der Bibel, die Frau sei dem Manne untertan, ihre Rede sei,(Ironie an) Ja Ja (Ironie aus) ansonsten schweige sie :!: :!:
Dies ueber etliche Jahrhunderte geschaffene Erziehungsmuster kann man nicht so einfach ueber den Haufen werfen :-?

Saludos
maxheadroom, der denkt man kann ueber Frauen sagen was man will aber es ist immer noch das Beste was es in dieser Art gibt >:)








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