Gedanken zum Thema "Corona"

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girasol
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von girasol »

Beklagt euch auch bei den Leuten, die sich nicht an die Regeln halten und nicht nur bei den Politikern. Sowohl in den Firmen, in den Familien, beim Einkaufen, bei Veranstaltungen, im Restaurant und und und.... Ebenso haben sich viele Betriebe, Restaurants etc. nicht an die erforderlichen Maßnahmen gehalten und das Ergebnis haben wir jetzt. Meiner Meinung nach wäre ein zweiter Lockdown nicht nötig gewesen, wenn die Menschheit nicht so dumm wäre.

Gruß
girasol
Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, liest davon nur eine Seite.
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Hessebub
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von Hessebub »

Naja, das es nicht nur an den Gastronomen liegen kann sieht man ja an den Zahlen seit November. Welche Berufsgruppe soll deiner Meinung als nächstes an die wand gestellt werden? Einzelhandel ist ja nun auch schon seit 2 oder mehr Wochen kaltgestellt. Und die Politiker sind nun mal an dem aktuellen Desaster dran schuld, da beißt die Maus keinen Faden ab! Nicht nur immer mit den Fingern auf die Bevölkerung zeigen.
Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben :mrgreen:

LG Wolfgang
JanV
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von JanV »

Ich weiß, dass ich jetzt wahrscheinlich dicke anecke...
Ich gehöre zu denen, die die Krisenarbeit der Regierung - in diesem Fall v.a. von Frau Merkel und Herrn Spahn - in der Pandemie höchst negativ bewerten. Weniger die Arbeit an sich, denn auch sie, so wie alle anderen, nur mit Wasser kochen. Dafür aber um so mehr die Informationspolitik, eine fehlende oder nur wenig vorhandene langfristige Strategie, den total verschlafenen Sommer, aber vor allem die Sturheit, die schiere Uneinsichtigkeit, die vielen gemachten Fehler einzuräumen. Dazu die verschiedenen Verdächte, die in die Bereiche Vetternwirtschaft, Karrieresicherung usw gehen. Und nicht zuletzt die Lügen. Die letzten Wortmeldungen des Herrn Spahn lassen mich nur noch mit Kopf schütteln. Aber seis drum, Lügen und Politiker, das ist eine Symbiose wie kaum eine andere auf dieser Welt.
Aber - ich habe mein ganzes Arbeitsleben mit mittelständischen Selbständigen eng gearbeitet und habe eine gute Einsicht in viele Bereiche ihres "Wirtschaftens". Auch des steuerlichen. Das was Sunwind beschreibt - ja, das ist sehr verbreitet. Viele haben ihre Umsätze runtergerechnet, verschleiert, auf die Seite gebracht. Diese fehlen jetzt, wenn es z.B. um die 75% geht. Ich muss sagen, viel Mitleid empfinde ich nicht. Durch ihren Steuerbetrug haben sie auch in meine Tasche gegriffen. Den meisten wird geholfen - schnell und unbürokratisch. Find ich Klasse. Und wenn jemand auch dabei betrügt (gibts genug davon), gehört er erwischt. Und ich hoffe, dass auch jeder erwischt wird.
Aber eins sollten alle nicht vergessen: zu der Selbständigkeit gehört auch das ganz normale unternehmerische Risiko. Ein Risiko, Pleite zu gehen. Ein Risiko, plötzlich weniger zu verdienen. Es gibt kein verbrieftes Recht auf immer mehr. Und es gibt auch kein Recht des Gewerbetreibenden dem Staat gegenüber, sein Unternehmen am Leben zu halten oder sogar entgangene Profite zu ersetzen. Ich sehe da sehr viel Anspruchsdenken und wenig Dankbarkeit und ich frage mich warum? Man sollte dem Staat für die Hilfe dankbar sein und pfleglich mit ihr umgehen. Denn sie ist keine Selbstverständlichkeit. Der Staat trägt keine Verantwortung für die Pandemie und soviel ich weiß, auch keine rechtliche Verpflichtung, alle überm Wasser zu halten erstens, und zweitens, den gewohnten Lebensstil zu gewährleisten.
Jan
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Florecilla
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von Florecilla »

Sunwind hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 00:23
Florecilla hat geschrieben: Mi 30. Dez 2020, 23:57
Sunwind hat geschrieben: Mi 30. Dez 2020, 23:46 Aber ruhig Blut es ist doch Licht im Tunnel.
Tut mir leid, aber Licht am Ende des Tunnels sehe ich nicht - eher ein kleines flackerndes Kerzenlicht, das hoffentlich nicht vom Winde ausgeweht wird. Wie denken sich die Politiker denn, soll das Kleingewerbe und der Mittelstand den Lockdown überstehen? Ein Drittel des Jahres geschlossen, die wichtigsten Monate des Jahres ein Totalausfall, laufende Kosten, aber keinerlei Einkünfte und die "schnell und unbürokratisch" versprochene Hilfe ist ein Schlag ins Gesicht jedes Selbständigen. Planloser Aktionismus, der Existenzen zugrunde richtet!
Und ? Hast du eine Alternative ?
Ein Problem für viele Kleinbetriebe und Gastronomen gibt es sowieso - und zwar für alle die die in der Vergangenheit ihre wahren Umsätze
am Finanzamt vorbeigeschleust haben. Die sind jetzt natürlich besonders gearsch..... Da kenne ich leider einige :oops:

Gruß Sunwind
Solche verallgemeinernden Kommentare sind ja mittlerweile weit verbreitet und an Respektlosigkeit, mangelnder Empathie und Ahnungslosigkeit kaum zu überbieten.
Hessebub hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 10:46 Unfassbar wenn ich sowas lese. Ich bin leicht geschockt. Wir reden hier nicht über irgendwelche Pizzabäcker die mal ne Pizza nicht aufschreiben. Ich weis ja nicht wen du da kennst, aber ich kenne Kollegen die kämpfen ums nackte überleben. Jemand der sich vor 1-3 Jahren selbständig gemacht hat, hat keine Reserven gebildet. Die leben von Hand in den Mund. Wer mir was anderes erzählen will hat in meinen Augen keine Ahnung. Unsere Politiker erzählen viel wenn der Tag lang ist, sollen mal an die Basis wo die Menschen ihre Brötchen verdienen müssen. Für mich sind das alles aktuell nur dummschwätzer, von nichts einem Plan. Da brauch sich keiner wundern wenn die Leute versuchen alle schlupflöcher zu nutzen.
Richtig, Hessebub. Die Neuselbständigen konnten bisher keine Rücklagen bilden und die alten Hasen müssen jetzt ihre Altersvorsorge auflösen. Wir sind seit 26 Jahren selbständig und haben wirklich gut gewirtschaftet und jetzt schwinden unsere Rücklagen zusehends und die langfristigen Schäden werden uns noch Jahre begleiten.
Tina31 hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 09:02 Das ist doch so nicht dein Ernst? Als wir unser Geschäft noch hatten, haben wir redlich gearbeitet und zwar 7 Tage die Woche, 12 - 14 Stunden täglich über viele Jahre. Die Situation im Moment hätte uns wie ein Hammer getroffen. Unser Nachfolger kämpft im Moment sehr um den Erhalt der Firma. Mein Mitgefühl gilt bei aller Trauer um die Verstorbenen auch denjenigen, die mit Herzblut und Liebe ihre Energie und Lebenszeit in ihr Unternehmen stecken und im Moment planlos alleine gelassen werden.
Genau so ist es, Tina! Ich bin in unserer Branche sehr aktiv und habe viele Kontakte zu Kollegen. Schätzungsweise 20 % werden bei uns diese Krise nicht überstehen. Und das betrifft leider auch Unternehmen, die einen guten Job gemacht haben.
girasol hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 10:49 Beklagt euch auch bei den Leuten, die sich nicht an die Regeln halten und nicht nur bei den Politikern. Sowohl in den Firmen, in den Familien, beim Einkaufen, bei Veranstaltungen, im Restaurant und und und.... Ebenso haben sich viele Betriebe, Restaurants etc. nicht an die erforderlichen Maßnahmen gehalten und das Ergebnis haben wir jetzt. Meiner Meinung nach wäre ein zweiter Lockdown nicht nötig gewesen, wenn die Menschheit nicht so dumm wäre.
Absolut, girasol! Dafür habe ich schon seit dem 1. Lockdown keinerlei Verständnis, kann aber auch nicht verstehen, wie die Ordnungsämter die Hygienekonzepte der Supermärkte umsetzen - nämlich gar nicht. Und wenn ich von Silvesterparties mit Freunden höre, könnte ich heulen. Diese "Personen" gefährden die Existenzen ihrer Mitmenschen, sowohl gesundheitlich wie auch existentiell. Die geschlossenen Betriebe sind derzeit abhängig von einer Zahl, die nicht sinken will und manch einem ist es herzlich egal, dass 2021 genauso beginnt, wie 2020 endet :((
Hasta luego,
Florecilla (Margit)

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chupacabra
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von chupacabra »

girasol hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 10:49 Beklagt euch auch bei den Leuten, die sich nicht an die Regeln halten und nicht nur bei den Politikern. Sowohl in den Firmen, in den Familien, beim Einkaufen, bei Veranstaltungen, im Restaurant und und und.... Ebenso haben sich viele Betriebe, Restaurants etc. nicht an die erforderlichen Maßnahmen gehalten und das Ergebnis haben wir jetzt. Meiner Meinung nach wäre ein zweiter Lockdown nicht nötig gewesen, wenn die Menschheit nicht so dumm wäre.

Gruß
girasol
Dies sehe ich genau so. Es ist schon recht simpel gedacht, den Politikern die Schuld für die aktuelle Lage in die Schuhe zu schieben. Eigentlich sind doch alle bestens informiert, wie es idealerweise laufen sollte. Aber dennoch hat es in DE den Anschein, dass die Hinweise, Regelungen oder Appelle von einer großen Anzahl der Menschen - ich meine nicht einem großen Anteil an der Bevölkerung - einfach nicht eingehalten werden. Einzelhandel oder Friseure in DE geschlossen, bei gleichzeitiger 24-stündiger Ausgangsbeschränkung, dann fährt man halt nach Luxemburg, Straßburg oder sonst wohin im nahen Ausland. Was in den deutschen Ski-Gebieten los war, hat man doch in den letzten Tagen in BW, NRW, Hessen oder RPF geschehen. Dahin sind nicht die Politiker gestürmt. ...

Inwieweit das Krisen-Management der Regierungen auf Bundes- oder Landes-Ebene als gut zu bezeichnen ist, ist eine andere Sache. Für mich beginnt allerdings das Corona-Management vor meiner eigenen Haustüre. Eigenverantwortung und auch Verantwortung für andere.
Saludos chupacabra
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Florecilla
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von Florecilla »

JanV hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 11:21 Ich weiß, dass ich jetzt wahrscheinlich dicke anecke...
Ich gehöre zu denen, die die Krisenarbeit der Regierung - in diesem Fall v.a. von Frau Merkel und Herrn Spahn - in der Pandemie höchst negativ bewerten. Weniger die Arbeit an sich, denn auch sie, so wie alle anderen, nur mit Wasser kochen. Dafür aber um so mehr die Informationspolitik, eine fehlende oder nur wenig vorhandene langfristige Strategie, den total verschlafenen Sommer, aber vor allem die Sturheit, die schiere Uneinsichtigkeit, die vielen gemachten Fehler einzuräumen. Dazu die verschiedenen Verdächte, die in die Bereiche Vetternwirtschaft, Karrieresicherung usw gehen. Und nicht zuletzt die Lügen. Die letzten Wortmeldungen des Herrn Spahn lassen mich nur noch mit Kopf schütteln. Aber seis drum, Lügen und Politiker, das ist eine Symbiose wie kaum eine andere auf dieser Welt.
Aber - ich habe mein ganzes Arbeitsleben mit mittelständischen Selbständigen eng gearbeitet und habe eine gute Einsicht in viele Bereiche ihres "Wirtschaftens". Auch des steuerlichen. Das was Sunwind beschreibt - ja, das ist sehr verbreitet. Viele haben ihre Umsätze runtergerechnet, verschleiert, auf die Seite gebracht. Diese fehlen jetzt, wenn es z.B. um die 75% geht. Ich muss sagen, viel Mitleid empfinde ich nicht. Durch ihren Steuerbetrug haben sie auch in meine Tasche gegriffen. Den meisten wird geholfen - schnell und unbürokratisch. Find ich Klasse. Und wenn jemand auch dabei betrügt (gibts genug davon), gehört er erwischt. Und ich hoffe, dass auch jeder erwischt wird.
Aber eins sollten alle nicht vergessen: zu der Selbständigkeit gehört auch das ganz normale unternehmerische Risiko. Ein Risiko, Pleite zu gehen. Ein Risiko, plötzlich weniger zu verdienen. Es gibt kein verbrieftes Recht auf immer mehr. Und es gibt auch kein Recht des Gewerbetreibenden dem Staat gegenüber, sein Unternehmen am Leben zu halten oder sogar entgangene Profite zu ersetzen. Ich sehe da sehr viel Anspruchsdenken und wenig Dankbarkeit und ich frage mich warum? Man sollte dem Staat für die Hilfe dankbar sein und pfleglich mit ihr umgehen. Denn sie ist keine Selbstverständlichkeit. Der Staat trägt keine Verantwortung für die Pandemie und soviel ich weiß, auch keine rechtliche Verpflichtung, alle überm Wasser zu halten erstens, und zweitens, den gewohnten Lebensstil zu gewährleisten.
Starker Tobak!

Mit dem verschlafenen Sommer stimme ich dir zu. Auch der Mangel an Reflektion und die Einsicht von Fehlern finde ich nicht gerade vertrauensfördernd. Die Aussage von Herrn Lauterbach "es war falsch, aber kein Fehler" werde ich nicht mehr vergessen. Schulen wurden während der Schließung im Sommer nicht auf den Restart vorbereitet, in den Alten- und Pflegenheimen nicht richtig vorgesorgt und vieles auf die lange Bank geschoben.

Zu deinem Verständnis von unternehmerischen Risiko äußere ich mich lieber nicht. Es sei dir aber gesagt, dass die schnelle und unbürokratische Hilfe nicht ankommt. Und im schlimmsten Fall muss der Staat zwar nicht mein Unternehmen am Leben halten, hat mich aber anschließend als Empfänger von Sozialleistungen auf der Sollseite. Von den Arbeitsplätzen, den Steuerausfällen und allem, was mit einem gut und rechtschaffen geführtem Unternehmen verbunden ist, spreche ich erst gar nicht :oops:
Hasta luego,
Florecilla (Margit)

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Hessebub
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von Hessebub »

@ chupacabra, dass ist aber das Ergebnis der Wischiwaschipolitik! Bitte nicht falsch verstehen, ich bin ein Mensch der sehr solidarisch denkt! Und das stört mich an unserer Politik. Wir hätten meiner Meinung nach einen konsequenten Lockdown über mehrere Wochen durchziehen sollen, dann müsste wie gesagt keine mit den Finger auf andere zeigen. Und genau dieser Wischiwaschipolitik verdanken wir jetzt den Rumpeligen Impfstart der so wichtig gewesen wäre. Aber egal, das Kind ist innen Brunnen gefallen und Jogi Löw bleibt weiter Bundestrainer :mrgreen:

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleibt gesund >:d<
Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben :mrgreen:

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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von Hessebub »

Florecilla hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 11:39
JanV hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 11:21 Ich weiß, dass ich jetzt wahrscheinlich dicke anecke...
Ich gehöre zu denen, die die Krisenarbeit der Regierung - in diesem Fall v.a. von Frau Merkel und Herrn Spahn - in der Pandemie höchst negativ bewerten. Weniger die Arbeit an sich, denn auch sie, so wie alle anderen, nur mit Wasser kochen. Dafür aber um so mehr die Informationspolitik, eine fehlende oder nur wenig vorhandene langfristige Strategie, den total verschlafenen Sommer, aber vor allem die Sturheit, die schiere Uneinsichtigkeit, die vielen gemachten Fehler einzuräumen. Dazu die verschiedenen Verdächte, die in die Bereiche Vetternwirtschaft, Karrieresicherung usw gehen. Und nicht zuletzt die Lügen. Die letzten Wortmeldungen des Herrn Spahn lassen mich nur noch mit Kopf schütteln. Aber seis drum, Lügen und Politiker, das ist eine Symbiose wie kaum eine andere auf dieser Welt.
Aber - ich habe mein ganzes Arbeitsleben mit mittelständischen Selbständigen eng gearbeitet und habe eine gute Einsicht in viele Bereiche ihres "Wirtschaftens". Auch des steuerlichen. Das was Sunwind beschreibt - ja, das ist sehr verbreitet. Viele haben ihre Umsätze runtergerechnet, verschleiert, auf die Seite gebracht. Diese fehlen jetzt, wenn es z.B. um die 75% geht. Ich muss sagen, viel Mitleid empfinde ich nicht. Durch ihren Steuerbetrug haben sie auch in meine Tasche gegriffen. Den meisten wird geholfen - schnell und unbürokratisch. Find ich Klasse. Und wenn jemand auch dabei betrügt (gibts genug davon), gehört er erwischt. Und ich hoffe, dass auch jeder erwischt wird.
Aber eins sollten alle nicht vergessen: zu der Selbständigkeit gehört auch das ganz normale unternehmerische Risiko. Ein Risiko, Pleite zu gehen. Ein Risiko, plötzlich weniger zu verdienen. Es gibt kein verbrieftes Recht auf immer mehr. Und es gibt auch kein Recht des Gewerbetreibenden dem Staat gegenüber, sein Unternehmen am Leben zu halten oder sogar entgangene Profite zu ersetzen. Ich sehe da sehr viel Anspruchsdenken und wenig Dankbarkeit und ich frage mich warum? Man sollte dem Staat für die Hilfe dankbar sein und pfleglich mit ihr umgehen. Denn sie ist keine Selbstverständlichkeit. Der Staat trägt keine Verantwortung für die Pandemie und soviel ich weiß, auch keine rechtliche Verpflichtung, alle überm Wasser zu halten erstens, und zweitens, den gewohnten Lebensstil zu gewährleisten.
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Mit dem verschlafenen Sommer stimme ich dir zu. Auch der Mangel an Reflektion und die Einsicht von Fehlern finde ich nicht gerade vertrauensfördernd. Die Aussage von Herrn Lauterbach "es war falsch, aber kein Fehler" werde ich nicht mehr vergessen. Schulen wurden während der Schließung im Sommer nicht auf den Restart vorbereitet, in den Alten- und Pflegenheimen nicht richtig vorgesorgt und vieles auf die lange Bank geschoben.

Zu deinem Verständnis von unternehmerischen Risiko äußere ich mich lieber nicht. Es sei dir aber gesagt, dass die schnelle und unbürokratische Hilfe nicht ankommt. Und im schlimmsten Fall muss der Staat zwar nicht mein Unternehmen am Leben halten, hat mich aber anschließend als Empfänger von Sozialleistungen auf der Sollseite. Von den Arbeitsplätzen, den Steuerausfällen und allem, was mit einem gut und rechtschaffen geführtem Unternehmen verbunden ist, spreche ich erst gar nicht :oops:
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von Florecilla »

Hessebub hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 11:45Wir hätten meiner Meinung nach einen konsequenten Lockdown über mehrere Wochen durchziehen sollen, dann müsste wie gesagt keine mit den Finger auf andere zeigen.
Meine Rede! Man hätte am 2.11. wie bereits im Frühjahr alles runterfahren müssen. Dann hätten wir Ende Dezember wahrscheinlich anders dagestanden, denn diese Selektion einzelner Branchen hat rein gar nichts gebracht. Der Start ins neue Jahr wäre dann deutlich optimistischer ausgefallen ... stattdessen steht jetzt eine Verlängerung des Lockdowns bis 24. oder 31. Januar zur Diskussion.

Ich glaube aber auch, dass man die Entschädigung des Einzelhandels hat verhindern wollen, die mit dem Weihnachtsgeschäft die umsatzstärksten Monate haben ... und da sind sie wieder, die ominösen 75 % November"hilfe", die bislang niemand gesehen hat :-s
Hasta luego,
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Re: Gedanken zum Thema "Corona"

Beitrag von girasol »

Florecilla hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 11:57
Hessebub hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 11:45Wir hätten meiner Meinung nach einen konsequenten Lockdown über mehrere Wochen durchziehen sollen, dann müsste wie gesagt keine mit den Finger auf andere zeigen.
Meine Rede! Man hätte am 2.11. wie bereits im Frühjahr alles runterfahren müssen. Dann hätten wir Ende Dezember wahrscheinlich anders dagestanden, denn diese Selektion einzelner Branchen hat rein gar nichts gebracht. Der Start ins neue Jahr wäre dann deutlich optimistischer ausgefallen ... stattdessen steht jetzt eine Verlängerung des Lockdowns bis 24. oder 31. Januar zur Diskussion.

Ich glaube aber auch, dass man die Entschädigung des Einzelhandels hat verhindern wollen, die mit dem Weihnachtsgeschäft die umsatzstärksten Monate haben ... und da sind sie wieder, die ominösen 75 % November"hilfe", die bislang niemand gesehen hat :-s
Das verstehe ich jetzt nicht ganz. :-? Was wäre denn dann für die Unternehmen, Geschäfte... anders gewesen? Dann hätten sie doch genauso schließen müssen und entsprechende Verluste gehabt?

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