Geisterurbanisationen

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vitalista
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Re: Natursteinhaus aus der Maurenzeit

Beitrag von vitalista » Fr 19. Jul 2019, 13:44

Miesepeter hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 20:11
In dem etwas abgeschiedenen Ort Pioz bei Guadalajara (3.700 Ew.) stehen bereits seit längerer Zeit úber 800 Häuser zum Verkauf - keiner will sie.
Ich habe jetzt einfach mal gegoogelt, weil mich das interessierte, habe in Pioz als günstigstes Angebot ein Reihenhaus für €58.000.- und eine (in etwa mit der Casita von Elkes Freunden) Finca rústica für €77.000,-(50qm WF, 2 Zimmer) gefunden. Wie kann man denn diese Schnäppchen, von denen du schreibst, finden?
Wenn man dann überlegt, dass der Ort nur gut 50km (also eine knappe Stunde) von Madrid entfernt ist, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, dass so viele Häuser dort leerstehen sollen. :-?
Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber noch Entfaltungsmöglichkeiten!

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Oliva B.
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Re: Geisterurbanisationen an der Costa Blanca

Beitrag von Oliva B. » Fr 19. Jul 2019, 15:18

Ich habe Miesepeters Beitrag (und Vitalistas Antwort), der an dieser Stelle fehl am Platz war, hierhin verschoben.

Der kleine Ort Pioz (Guadalajara), der Mitte der 90er Jahre nicht einmal 1.000 Einwohner erreichte, war damals reich. Doch dann investierte die Gemeinde Millionen, um 25.000 neue Einwohner in 7.000 Neubau-Reihenhäuser unterzubringen. 2007, mit Beginn der Krise, wendete sich das Blatt. Promotoren flohen aus der Stadt und überließen sie ihrem Schicksal. Heute stehen viele dieser Häuser leer oder wurden besetzt...

Pioz ist mit ca. 10 Millionen Euro wohl die am meisten verschuldete Gemeinde im Land. Mit einem Budget von zwei Millionen Euro hat sie 16 Millionen Euro Schulden angehäuft, denn es wurden nicht nur 14 Urbanisationen aus dem Boden gestampft (und 11 weitere geplant), sondern auch eine große Kläranlage, Abwasserkollektoren, Beleuchtung, eine Bibliothek, ein Schwimmbad, ein Kulturzentrum, ein medizinisches Zentrum, Kreisverkehre, alles zum Wohle der wachsenden Stadt usw.

Statistisch soll es 7058 Jahre dauern, bis die Schulden beglichen sind.

Quellen:
El País 25.5.2012 und ein weiterer Artikel vom 15.2.2016

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