Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

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hundetraudl
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon hundetraudl » Mi 3. Mai 2017, 19:48

Kipperlenny hat geschrieben:Hier kosten die Sozialabgaben (inkl Krankenversicherung!!!) die ersten Monate nur 50€ im Monat! Andere Kosten hat man nicht - das Steuerformular kriegt man selber hin.


Das kann ich nicht glauben. Der Mann meiner Nichte war selbständig auf Mallorca und musste, egal was er verdient hat €300
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Sozialabgaben monatlich zahlen und er hatte nur eine kleine Würstchenbude.
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Oliva B.
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Oliva B. » Mi 3. Mai 2017, 20:14

hundetraudl hat geschrieben:
Kipperlenny hat geschrieben:Hier kosten die Sozialabgaben (inkl Krankenversicherung!!!) die ersten Monate nur 50€ im Monat! Andere Kosten hat man nicht - das Steuerformular kriegt man selber hin.


Das kann ich nicht glauben. Der Mann meiner Nichte war selbständig auf Mallorca und musste, egal was er verdient hat €300
für
Sozialabgaben monatlich zahlen und er hatte nur eine kleine Würstchenbude.


2017 beträgt der normale Beitragssatz beträgt 267,03 Euro monatlich. Junge Unternehmer zahlen unter bestimmten Voraussetzungen nur 50 Euro/Monat (Förderung von Existenzgründern, um den jugendlichen Arbeitslosen einen Anreiz zu geben). Das steht z. B. hier.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Kipperlenny » Mi 3. Mai 2017, 20:44

So jung muss man nicht sein (unter 35 eventuell?). Meine Frau und ich haben beide davon profitiert :-) Ändert sich aber auch jedes Jahr irgendwie, mit Sonderregelungen je nach Comunidad etc.

Das steigt dann über 2 Jahre langsam an auf die normalen 267€ - aber bis dahin weiß man ja, ob man Geld verdienen kann mit der Idee oder nicht.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Xanaron » Do 4. Mai 2017, 10:31

Genauso wurde es mir auch erklärt. Gegen 300 € ohne Berücksichtigung des Einkommens! D.h, dass ein "Selbständiger" der gerade einmal 10 Euro/Std. verlangt (was so allg. üblich zu sein scheint), schon einmal recht malochen muss, um diesen Betrag zusammen zu bekommen. Gelegenheitsarbeiten ergeben nicht so oft eine durchgehende 8-Std./5-Tage-Woche......
Und von den paar Kröten dann schon mal im Voraus 300 abzugeben macht noch schenll mal Angst. Was wiederum dazu führt, dass wahrscheinlich viele darauf verzichten legal zu arbeiten.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Kipperlenny » Do 4. Mai 2017, 10:41

Wie gesagt, am Anfang nur 50€, ansteigend über 2 Jahre auf 267€. Da drin ist die Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung enthalten. Davon kann man in Deutschland nur träumen!

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Oliva B. » So 28. Mai 2017, 10:00

Zehntausende am «Marsch der Würde» in Madrid

Madrid – "In Madrid haben am Samstag zehntausende Menschen für menschenwürdige Arbeitsbedingungen demonstriert. Der «Marsch der Würde» richtete sich gegen die Arbeitsmarktpolitik der konservativen spanischen Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy." Weiter lesen.

Ich bin kürzlich einem fröhlich pfeifenden Tagelöhner begegnet. Ich fragte ihn, den ich nur missmutig kenne, warum er so gut gelaunt sei. Er erzählte mir glücklich, dass er für den kommenden Tag die Chance bekommen habe, einen Tag Probe zu arbeiten - nach fünf Jahren Arbeits- und Hoffnungslosigkeit. Ich habe ihn noch nicht wieder getroffen und hoffe, dass er den Job bekommen hat und sein altersschwaches Auto noch ein Weilchen durchhält. Der Arbeitsplatz ist eine Stunde von seinem Wohnort entfernt - öffentliche Verkehrsmittel Fehlanzeige...

Ich weiß, dass es auch in Deutschland genug Arbeitslose gibt. Doch hier hat die Arbeitslosigkeit eine andere Qualität.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon maxheadroom » Mo 29. Mai 2017, 23:53



Hola todos y Oliva,
ich vertrete ja schon seit langem, auch aus Gruenden der Beobachtung diverser technischer Begebenheiten die Meinung die liebe Politik kümmert sich leider überhaupt nicht um die Frage , die sehr wichtig ist , vor allem mit Blick auf die Zukunft, nicht die ferne Zukunft , sondern die nähere :( was mache ich mit einer Gesellschaft der die Arbeit ausgeht.
Mit diesem Gedanken bin ich nicht allein schon 1978 ! hat Dahrendof sich einige in die Tiefe gehenden Gedanken darüber gemacht: "Daß „die Arbeit ausgeht“, muß heißen, daß es nicht genug Berufe und innerhalb von Berufen nicht so viel zu tun gibt wie die Menschen gerne
tun wollen. Nun kann man lange darüber streiten, ob es sich bei der neuen Arbeitslosigkeit um ein konjunkturelles Phänomen, um
längerfristige Konjunkturen (Kondratieff-Zyklus) oder um eine strukturelle Frage handelt. Gehen wir einmal versuchsweise davon aus, daß es
ein strukturelles Problem gibt: Auch bei abnehmender Bevölkerung gibt es nicht genug Stellen für alle. Viele, die eine Stelle haben, sind
tatsächlich unterbeschäftigt. Es gibt eine Tendenz, um die Zeit, die Menschen am Arbeitsplatz zubringen, zu verkürzen. Gäbe es ein Maß für
die „gearbeitete Zeit pro Person pro Jahr“, so zeigte sie eine deutlich rückläufige Tendenz, und es hat möglicherweise eine wichtige
Schwelle unterschritten."
Bei Tante Google findet man sicher das ganze Essay " Wenn uns die Arbeit ausgeht Die Zukunft verlangt neue
Gestaltung des sozialen Lebens VON RALF DAHRENDORF"
Und da helfen noch so blumige Versprechen der politischen Klasse nichts, auch polemische Ausfälle wie die des angesehenen Präsidenten Trump bringen da nichts
Dazu auch noch dies:
Arbeit ist knapp, oder besser: sie ist künstlich verknappt und wird tagtäglich rarer. Man braucht sich nur die mit düsterer Stimme
vorgetragenen Nachrichten über Firmenzusammenlegungen und die sie begleitende “Freisetzung” der Arbeitenden zu Tausenden zu
vergegenwärtigen um diese Tendenz allen anders lautenden Beschwörungen zum Trotz für unumkehrbar zu halten. Wir leben aber in einer
Gesellschaft, in der alles, was knapp ist, in höchstem Ansehen steht, während das überreichlich Vorhandene naserümpfend für minderwertig
erklärt wird. Das führt zu der perversen Situation, dass die Verehrungswürdigkeit der Arbeit in dem Maße steigt, in dem sie immer knapper
wird, obwohl durch diese Verknappung der Arbeits- und Leistungsdruck und die zeitliche Beanspruchung für die Einzelnen immer mehr
anwachsen, obwohl also moderne Arbeitsverhältnisse immer mehr Ähnlichkeit mit überwunden geglaubter Sklavenhalterschaft
Ergo koennen wir uns auf einigen Übrraschungen gefasst machen wenn die Politik nicht , was ziemlihc unwarscheinlich ist , einen vernünftigen Weg einschlägt.
Saludos
maxheadroom
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Soy optimista, incluso mi tipo de sangre es positiva.
La buena vida es cara. Hay otra más barata - pero esa no es vida.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon sol » Di 30. Mai 2017, 05:54

@ maxheadroom

ick gloobe zu deinem Geschriebenen passt :

In der ersten Hälfte unseres Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben,
in der zweiten Hälfte opfern wir unser Geld, um die Gesundheit wiederzu erlangen.
Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.

Jetzt nach 79 Lebensjahren verstehe ich was der Philosoph Voltaire damit meinte.

Deswegen lautet mein Motto:
Arbeite nur soviel das du gesund Leben kannst. Geld macht nicht glücklich, Gesundheit schon.
Gruss aus Berlin--
Wolfgang und Traudel Radochla

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon maxheadroom » Di 30. Mai 2017, 08:48

sol hat geschrieben:@ maxheadroom
ick gloobe zu deinem Geschriebenen passt :
In der ersten Hälfte unseres Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben,
in der zweiten Hälfte opfern wir unser Geld, um die Gesundheit wiederzu erlangen.
Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.
Jetzt nach 79 Lebensjahren verstehe ich was der Philosoph Voltaire damit meinte.
Deswegen lautet mein Motto:
Arbeite nur soviel das du gesund Leben kannst. Geld macht nicht glücklich, Gesundheit schon.



Hola todos y sol,
im Prinzip eine schoene philosophische Ansicht :) aber es setzt eben voraus ,um Arbeite nur soviel, zu verwirklichen koennen , man hat eine Arbeit !
Und es trifft nicht die angeschnittene Thematik der ausgehenden Arbeit.Dazu noch 5 cent allgemeiner Gedanken :) :)

Warum eigentlich Arbeit? Von Aristoteles bis in die Moderne war die Meinung verbreitet, daß Arbeit ein minderwertiges Geschäft ist. Wer es
sich leisten kann, gibt sich der vita contemplativa hin, macht sich jedenfalls die Hände nicht schmutzig. Das ist auch heute noch ein
statusrelevanter Gesichtspunkt.
Auch noch ein Aspekt des Stellenwerts der Arbeit hier ganz gut beschrieben:
“Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder… Es ist dies die Liebe zur Arbeit, die rasende bis zur Erschöpfung der
Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die
Ökonomen und die Moralisten die Arbeit heilig gesprochen. Blinde und beschränkte Menschen, haben sie weiser sein wollen als ihr Gott…
haben sie das, was ihr Gott verflucht hat, wieder zu Ehren zu bringen gesucht.” (Paul Lafargue)
Es gibt natuerlich auch noch diverse Einlassungen zu diesem Problemkreis von Marx und anderen Leuten, dies wuerde aber hier das Thema sprengen :)
Nur sollte man sich bewusst machen das bestimmte Regelkreise aus wirtschaftlichen Theorien heute nicht mehr funktionnieren.
Saludos
maxheadroom
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon sol » Di 30. Mai 2017, 08:54

Ergo :
nichts arbeiten-----gibt sowieso nix- für mich-- :-o
Geld kommt ( jedenfalls in D.) von Onkel Hartz-- >:d<
Gruss aus Berlin--
Wolfgang und Traudel Radochla


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