Baumaterialien

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daliadedenia
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Baumaterialien

Beitrag von daliadedenia » So 6. Aug 2017, 14:28

Hallo,
hat jemand von euch eine Idee, mit welchen - ökologisch sinnvollen - Materialien man am besten ein Häuschen in den Bergen errichten kann? Ich bin gerade stolze Besitzerin eines Grundstücks mit kleinem Rohbau aus 'bloques' geworden, und weiß jetzt nicht, ob ich da Natursteine drauf mörteln soll oder gleich ganz was Neues machen soll. Kennt sich da jemand aus - oder könntet ihr mir jemand empfehlen, der sich in Sachen Ökobau auskennt?

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Re: Baumaterialien

Beitrag von baufred » So 6. Aug 2017, 14:58

... vorab ist aber zu klären, ob du überhaupt bauen darfst :!: :idea: ... in Spanien ist vieles z.Teil stärker als in D baurechtlich/bürokratisch geregelt und sollte unbedingt - Schritt für Schritt - legal abgewickelt werden, denn Abrissverfügungen liegen schnell auf dem Tisch ... und, ein kleiner "Bestandsrohbau" muss ja nicht unbedingt legal dort stehen ... vielleicht war dies ja der Grund, sich vom Grundstück zu trennen :o ... bitte dahingehend mal die Bestandsunterlagen prüfen - wenn nicht vorhanden - im Urbanismo des Ayuntamientos anklopfen ...

Ökologisch ist hier vielleicht der falsche Begriff ... unter Betrachtung der Lage des Baugrundstück wäre "energetisch sinnvoll" und im 2. Schritt ggfs. dann optisch der Gegend angepasst, der richtige Ansatz :-? ... und, "bloques" (de hormigón) sind schon lange nicht mehr zeitgemäss und als Baumaterial für Wohnhäuser "out of order" ...

Tipp: mal 1 .. 2 Exemplare der Zeitschrift "Casa y Campo" oder "Casas de Campo" kaufen und sich ein paar Ideen einsammeln ...
>> http://www.casaycampo.es/
Saludos -- baufred --

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Re: Baumaterialien

Beitrag von chris » Do 10. Aug 2017, 01:15

Baufred hat bereits den wichtigsten Punkt angesprochen, nämlich zu checken, ob das Haus legal errichtet wurde.

Wenn ja, stellt sich die Frage, was Du unter "ökologisch sinnvoll" verstehst. Natursteine sind sinnvoll für späteres Recycling, wohingegen verklebte Wärmedämmverbundsysteme Energie sparen, aber später mal Sondermüll sind. Für ein kaum genutztes Sommerhäuschen ist die erste Option sicherlich ökologischer.

Wenn die Fertigstellung mehr als bloße Dekoration ist, dann kommt gleich das nächste Problem. Wohnhäuser ab einer bestimmten Größe müssen viele Vorschriften erfüllen, hinsichtlich Wärmeschutz, thermischer Solarenergie, Dichtigkeit, Lüftung etc. Um das zu vermeiden, kann das Gebäude u.U. nicht offiziell zum Wohnen genutzt werden.

Außerdem noch ziemlich neu in der Comunidad Valenciana: Grundstücke im Rústico müssen mindestens 10'000m² groß sein, um darauf bauen zu können. Die maximale Überbauung beträgt 2% der Grundstücksgröße. Manchmal gibt es Ausnahmen bei den 10'000m², aber mW nicht bei den 2%. Wenn die Parzelle 1'000m² groß ist, darf das Haus also nicht über 20m² sein, inklusive Wände. Macht also kaum 15m² Wohnfläche.

Hier gibt es also einigen Klärungsbedarf, bevor es ans Weiterbauen geht.

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Re: Baumaterialien

Beitrag von Roderich » Do 10. Aug 2017, 09:15

Ein halbgeducktes Hallo! ;)
chris hat geschrieben:Baufred hat bereits den wichtigsten Punkt angesprochen, nämlich zu checken, ob das Haus legal errichtet wurde.
Ohne damit ein Faß aufmachen zu wollen:

Wenn man in einem Land lebt, wo die Legalität von zentraler Wichtigkeit ist, bräuchte man doch nicht zu raten, die Legalität zu prüfen, oder? Was man machen soll steht im Gesetz, in einem Forum möchte man doch eher erfahren, wo man die Gesetze findet, und "was man so machen kann". Wird schon seine Gründe haben warum man in Deutschland über Don Quixote lacht, während in Spanien Sancho Pansa das große Vorbild ist.

LG
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Re: Baumaterialien

Beitrag von Roderich » Do 10. Aug 2017, 09:22

Hallo,
daliadedenia hat geschrieben:Hallo,
hat jemand von euch eine Idee, mit welchen - ökologisch sinnvollen - Materialien man am besten ein Häuschen in den Bergen errichten kann?
ich wünschte dir etwas konkreter helfen zu können.....

Irgendwo im Süden lebt eine dt. Architektin, die einen sehr guten Ruf im ökologischen Bauen in Spanien hat. Sollte ich näheres in Erfahrung bringen können melde ich mich, oder jemand hier weiß wen ich meine.

LG
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Re: Baumaterialien

Beitrag von ville » Do 10. Aug 2017, 10:25

daliadedenia hat geschrieben:Hallo,
hat jemand von euch eine Idee, mit welchen - ökologisch sinnvollen - Materialien man am besten ein Häuschen in den Bergen errichten kann? Ich bin gerade stolze Besitzerin eines Grundstücks mit kleinem Rohbau aus 'bloques' geworden, und weiß jetzt nicht, ob ich da Natursteine drauf mörteln soll oder gleich ganz was Neues machen soll. Kennt sich da jemand aus - oder könntet ihr mir jemand empfehlen, der sich in Sachen Ökobau auskennt?
daliadedenia, die Argumente von chris und Baufred sind natürlich nicht von der Hand zu weisen. Um aber auf den Kern deiner Frage zurückzukommen:

1) Derek (haSienda) hat sich meines Wissens intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Vielleicht entdeckt er diesen thread. Habe aber von ihm in letzter Zeit nichts gelesen.......Derek: wo steckst du ?

2) Vorgestern waren wir mal seit langem wieder im Einkaufsareal Alfafar (im Süden von Valencia mit Decathlon, MediaMarkt, Ikea u.a.) . Vom neuen Bauhaus dort waren wir sehr angetan. Mit einer entsprechenden Einkaufsliste lohnt sich die Fahrt, denn das Sortiment ist enorm. (Hätten wir nur vor 10 Jahren bereits diese Möglichkeiten gehabt !)

LG ville

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Re: Baumaterialien

Beitrag von baufred » Do 10. Aug 2017, 11:30

ville hat geschrieben:... denn das Sortiment ist enorm. (Hätten wir nur vor 10 Jahren bereits diese Möglichkeiten gehabt !)
... und erst vor 25 Jahren :-o ... da war Spanien diesbezüglich wirklich noch Entwicklungsland ... :roll:

Aber auch die Spanier haben das ökologische Bauen vereinzelt bereits im Fokus ... ist aber nur "Nischenprodukt" für Außenseiter ... m.M.n. ist es vielfach wegen des besonderen Erscheinungsbildes nur als Alleinstellungsmerkmal für Selbstdarsteller genutzt - denn landestypisch ist es nicht mehr ... selbst bevorzuge ich lieber die Stichwörter: verbrauchsoptimiert (Materialien/Installationen), Standortoptimierung (Ausnutzung der örtl. Gegebenheiten > Himmelsrichtung/Gelände) - bei ortsüblichem Erscheinungsbild mit einigen "netten" Extras >> vermeidet "Augenkrebs" beim Anblick >:)

... span. Beispiele > googeln mit "casas ecologicas" ... was da manchmal in der Optik als ökologisch angepriesen wird, ist schon erstaunlich ob der gezeigten Interpretationen ... so hat halt jeder seine Vorstellungen ...
Saludos -- baufred --

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Re: Baumaterialien

Beitrag von Roderich » Do 10. Aug 2017, 14:51

"Entwicklungsland", "Alleinstellungsmerkmal für Selbstdarsteller", ""Nischenprodukt" für Außenseiter"..... So entstehen Kriege.

@daliadedenia
Den gesuchten Namen habe ich nicht gefunden, aber unter "cannabric" wirst du fündig.

LG
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Re: Baumaterialien

Beitrag von chris » Fr 11. Aug 2017, 00:40

Roderich hat geschrieben: Wenn man in einem Land lebt, wo die Legalität von zentraler Wichtigkeit ist, bräuchte man doch nicht zu raten, die Legalität zu prüfen, oder? Was man machen soll steht im Gesetz, in einem Forum möchte man doch eher erfahren, wo man die Gesetze findet, und "was man so machen kann".

Darüber kann man unterschiedlicher Ansicht sein.

Hier ist meine: bevor darüber diskutiert wird, "was man so machen kann", ist zu prüfen, wie der Stand der Dinge ist. Aus dem Beitrag geht nicht hervor, dass dies bereits geschehen wäre.

Eventuell ist das Haus nicht weiterbaufähig, weil weder legal noch legalisierbar. Da kann hier natürlich groß über Baumaterialien geplaudert werden, aber was soll es bringen, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun?

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Re: Baumaterialien

Beitrag von baufred » Fr 11. Aug 2017, 01:18

chris hat geschrieben:Hier ist meine: bevor darüber diskutiert wird, "was man so machen kann", ist zu prüfen, wie der Stand der Dinge ist. Aus dem Beitrag geht nicht hervor, dass dies bereits geschehen wäre.

Eventuell ist das Haus nicht weiterbaufähig, weil weder legal noch legalisierbar. Da kann hier natürlich groß über Baumaterialien geplaudert werden, aber was soll es bringen, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun?
... soooo isses - dabei sind die erforderlichen Schritte bestimmt nicht kompliziert:
> Registro de Propiedad (Grundbuchamt)
> Registro Catastral (Katasteramt)
> Einsichtnahme im PGOU > Flächennutzungsplan
> Ordenanzas Municipales de Urbanismo y Construcción (örtl. Bauvorschriften)
... und, dort müssen auch die "richtigen" Fragen gestellt werden :!: :idea: ...

... wer's nicht selbst kann, muss halt seinem Gestor bzw. Notar "auf die Füsse" treten ... damit sollten zumindest die machbaren bzw. hindernden Randbedingungen für ein Bauprojekt "durchleuchtet" sein - das Ganze immer vor Haus-/Grundstückskauf, um nicht auf die Nase zu fallen ...
Saludos -- baufred --

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