"Fettnäpfchen"

pichichi
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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von pichichi » Di 23. Jul 2013, 18:49

girasol hat geschrieben:
Und dort wurde es uns auch so gesagt, dass man Geschenke gleich auspackt und solche wie Wein und Pralinen öffnet und allen davon anbietet.
das Weinöffnen würde ich sogar verstehen, aber Pralinen? Wer isst schon Süßes als hors d´oeuvre?
Zuletzt geändert von Florecilla am Di 23. Jul 2013, 18:51, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat formatiert

Cozumel
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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von Cozumel » Di 23. Jul 2013, 19:04

Wir sprechen ja von Spanien, da ist ein doggy bag ja nicht so gerne gesehen, hab ich nun gelernt.

So ist es bei Knigge:

Das gilt 2009:
Essen der Etikette wegen wegwerfen zu müssen, passt
nicht in unsere Zeit. In immer mehr Restaurants ist es „keine Schande
mehr“, nach einem sogenannten Doggy-Bag zu fragen, also darum zu bit-
ten, die halbe Pizza oder das halbe Hähnchen, die oder das man nicht
geschafft hat, in der Küche einpacken zu lassen, um es mitzunehmen.
Doch in gehobenen Restaurants ist der Doggy-Bag immer noch nicht gern
gesehen – und gehört dort auch nicht hin.

http://www.confidential.de/public/data/ ... e_2009.pdf


Spanier hab sich meines Erachten in den letzten Jahren doch etwa geändert.

Gebrauchte Kleider oder Möbel zu erwerben, waren früher komplett undenkbar. Heute nun nicht mehr so.
Wobei ich nicht Kleider aus der Altkleidersammlung meine, sondern Designerstücke aus exklusiven secondhandläden.

Ich hab im Zweifelsfall immer lieber ein teures, guterhaltenes Desgnerstück getragen, als eine billige aber neue Warenhausklamotte. Ist aber Geschmacksache.
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Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.

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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von girasol » Mi 24. Jul 2013, 08:41

pichichi hat geschrieben:
girasol hat geschrieben:
Und dort wurde es uns auch so gesagt, dass man Geschenke gleich auspackt und solche wie Wein und Pralinen öffnet und allen davon anbietet.
das Weinöffnen würde ich sogar verstehen, aber Pralinen? Wer isst schon Süßes als hors d´oeuvre?
Die Pralinen können ja dann als Nachtisch gereicht werden. ;-)

Aber könnt ihr denn diese Praxis in Spanien bestätigen?
Wir haben im Kurs festgestellt, dass das Mitbringen von Geschenken, das Öffnen usw. von uns Teilnehmern schon ganz unterschiedlich gehandhabt wird, so dass man da nicht unbedingt auf eine allgemein deutsche Vorgehensweise schließen kann.

Gruß
girasol
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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von kala » Do 25. Jul 2013, 00:53

ich habe keinen Kurs dazu belegt und im Spanischkurs wurde so was nicht besprochen damlas.

Aus der Praxis: Kinder packen die Geschenke sofort aus, ausser die Eltern untersagen es (was aber in Spanien wohl eher nicht vorkommt), die Erwachsenen haben es beiseite gelegt. Wein wurde schon wegen der Temperatur nicht geöffnet. Zigarren wurden in der Männerrunde dann angeobten.
Kuchen wird gern gekauft und schön verpackt, auch wenn fast immer das Gleiche drin ist. Ich habe das Gefühl es kommt auf das Geschäft an und auf die Verpackung. Kleine Kuchen aus einer Bäckerei werden wohl am häufigsten verschenkt. Die isst man dann auch als Nachspeise. ich habe oft erlebt, dass die Gastgeber gar keine Nachspeise vorbereitet hatten, sondern damit rechneten.

Unter Nachbarn tauscht man gern mal eben Kuchen oder ähnliches aus, wenn was gekocht wurde - man isst es nicht gemeinsam, aber gibt es weiter. Das wird sowohl unter guten Nachbarn mal eben so gemacht, aber speziell, wenn jemand krank ist in der Familie, kocht man für diese Familie irgendwie (unorganisiert) mit. Sehr nett!!!
lg
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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von Brujadepaco » Do 25. Jul 2013, 08:13

Mehr zu spanischen Fettnäpfchen:
Als ich in meiner ersten Zeit hier mal mit einem spanischen Nachbarn über das Thema Beerdigung sprach und er fragte wie das in D. gehandhabt wird, habe ich ihm erzählt, dass man dann meist mit den Trauergästen nach der Beerdigung ins Restaurant geht und die dort bewirtet. Da ist der fast ´"tot" umgefallen, rief extra seine Frau raus und meinte zu ihr>: "stell Dir vor, die Deutschen gehen nach der Beerdigung in ein Restaurant!· Der fand das unmöglich. Habe ihn dann gefragt, warum er jetzt so geschockt sei und er meinte: Nach einer Beerdigung gehen wir nur mit den engsten Familienangehörigen ins Haus des Verstorbenen zu einem Cafe, aber mehr nicht!

So war ich dann informiert und musste bei der Beerdigung meines Mannes nicht ins Fettnäpfchen treten, weil sehr viele Spanier bei der Beerdigung waren. Aber..............während wir ja dezent oder schwarz gekleidet hingehen, kamen die total bunt gekleidet und vor dem Grab wurde sich lautstark unterhalten. Einer meiner spanischen Nachbarn sagte zu mir: "Anna, es ist ja nicht das Ende, wir begleiten ihn nur auf einem Weg!"
Danach habe ich dann alle Spanier angesprochen und gesagt, dass ich ihren Brauch kenne und auch akzeptiere, ich aber ja Deutsche bin und wir es anders handhaben, deshalb möchte ich die komplette Gesellschaft in eine Cafeteria zu einem Cafe einladen. Es sind auch alle mitgegangen.
Monate später fragte mich ein Spoanier, der bei der Beerdigung dabei war und gesehen hatte, dass dort fotografiert wurde, ich hatte das so bestellt: "Anna, fotografieren die Deutschen auf dem Friedhof?2 Habe ich gesagt<. "Ja, bei fast jeder Beerdigung ist ein ¨Fotograf dabei. Und dann meinte er: "Hier nicht, Anna, denn wir glauben daran, dass die Person, die auf einem Friedhof fotografiert wird als nächste stirbt." Habe ich gesagt<. "Das finde ich jetzt aber Quatsch, dann müssen ja in D. reihenweise die Leute versterben, die auf einer Beerdigung waren.
Liebe Grüsse Anna

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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von girasol » Do 25. Jul 2013, 09:05

Brujadepaco hat geschrieben:Monate später fragte mich ein Spoanier, der bei der Beerdigung dabei war und gesehen hatte, dass dort fotografiert wurde, ich hatte das so bestellt: "Anna, fotografieren die Deutschen auf dem Friedhof?2 Habe ich gesagt<. "Ja, bei fast jeder Beerdigung ist ein ¨Fotograf dabei.
Das habe ich jetzt noch nie gehört oder erlebt, ist für mich ganz fremd. Das ist bei uns definitiv nicht so, ist das von der Gegend abhängig? Kennt das sonst jemand?

Gruß
girasol
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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von benicalptea » Do 25. Jul 2013, 09:45

girasol hat geschrieben:
Brujadepaco hat geschrieben:Monate später fragte mich ein Spoanier, der bei der Beerdigung dabei war und gesehen hatte, dass dort fotografiert wurde, ich hatte das so bestellt: "Anna, fotografieren die Deutschen auf dem Friedhof?2 Habe ich gesagt<. "Ja, bei fast jeder Beerdigung ist ein ¨Fotograf dabei.
Das habe ich jetzt noch nie gehört oder erlebt, ist für mich ganz fremd. Das ist bei uns definitiv nicht so, ist das von der Gegend abhängig? Kennt das sonst jemand?

Gruß
girasol
Kenne ich auch überhaupt nicht!? :-? Also zumindest nicht hier in Nordhessen usw.
Gruß Sascha
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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von Brujadepaco » Do 25. Jul 2013, 10:14

Bin ich ja jetzt total erstaunt, dass es Zonen in D. gibt wo man das nicht kennt mit dem Fotografen bei der Beerdigung. In Köln ist das üblich, man bestellt einen Profifotografen und der fotografiert dann zuerst schon in der Leichenhalle und später bei der Beerdigung am Grab und auch den Weg zum Grab der Trauergäste.
Liebe Grüsse Anna

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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von Ondina » Do 25. Jul 2013, 10:25

Hallo,

ich kenne das auch nicht mit dem Fotografen auf einer Beerdigung in Deutschland.Das Grab wird meistens noch fotografiert von einem Familienangehörigen...das war es dann aber auch schon.Wir haben ca 60 km von Köln weg gewohnt.

Finde ich auch echt nicht besonders gut die Familie beim trauern zu fotografieren...ich wollte das nicht haben!!!!!

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Re: "Fettnäpfchen"

Beitrag von Florecilla » Do 25. Jul 2013, 10:59

Geht mir genauso, Ondina. Ich lebe im direkten Einzugsbereich von Köln, habe aber noch nie einen professionellen Fotografen bei einer Beerdigung gesehen (allerdings bin ich glücklicherweise auch noch nicht auf sooo vielen gewesen). Wenn die Kränze, Gestecke und Blumen durch die Friedhofsmitarbeiter auf dem Grab arrangiert wurden, ist es aber durchaus üblich, dass Angehörige die Grabstätte fotografieren.

Ein neuer Trend ist übrigens auch auf "normalen" Friedhöfen die (teil-)anonyme Urnenbestattung, ähnlich dem Friedwald. Diese Alternative zum sonst üblichen Grab finde ich sehr gut.
Hasta luego,
Florecilla (Margit)

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