Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

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Atze
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Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von Atze » Do 8. Sep 2016, 15:16

Weshalb komme ich auf das Thema?
Kipperlenny hat geschrieben: Und in Nationalparks (ab einer gewissen Größe) etc. kann man dann ein natürliches Feuer auch ruhig mal brennen lassen. Dafür sind die Nationalparks hier an der CB aber natürlich viel zu klein.
Kipperlenny spricht Pyrophyten an, also Pflanzen, die ein zeitweiliges Feuer zu Vermehrung brauchen oder einen Standortvorteil daraus gewinnen.
Zu den letzteren zählt die Korkeiche: Sie ist recht unempfindlich gegen Feuer aber hat es als lichtbedürftiger Baum gern, wenn die lästige schattengebende Konkurrenz abgefackelt wird.
Womit wir über die Korkeiche zum Korken kommen:
Kork als Korkenmaterial ist noch nicht sehr alt: Erst seit ca. 350 Jahren für moussierende Weine, erst seit 250 Jahren für andere Weine.
Da das Material aus Portugal oder dem südwestlichen Spanien beschafft werden musste, waren die Kosten relativ hoch. neben der Tatsache, dass es zunächst kein gleichwertiges Verschlussmaterial gab, spielte der Preis aber auch eine Rolle: Ein guter Wein muss einen Korken haben.
Natürlich hatte der Korken auch Nachteile: Bis zu 10% des Weines "verkorken".
Trotzdem gelten (galten?) die inzwischen entwickelten alternativen Verschlüsse: Kunststoffkorken, Schraubverschluss oder Kronkorken eher als Hinweis auf einen billigen Wein.

Vor zwei Wochen schenkten wir (hier in D) einer Freundin zum Geburtstag zwei Flaschen recht guten spanischen Wein. Obwohl im eher hochpreisigen Bereich angesiedelt, hatte dieser Wein einen Schraubverschluss. Da kommt man schon ins Grübeln- nachher denkt die Freundin:"Naja, sehr toll kann der ja nicht sein, - bei einem Schraubverschluss".

Es war ein Verdejo aus Rueda - und die sind ja sehr empfindlich bezüglich der Oxidation, also ist alles besser als ein Naturkork.
Aber das hat sich ja noch nicht so rum gesprochen.

Was denkt ihr über den Korken aus Kork? Ich denke bei uns älteren Semestern ist der irgendwie noch als Gütenachweis verankert - aber wohl unberechtigt.
LG Atze

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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von maxheadroom » Do 8. Sep 2016, 16:01


Hola todos y Atze,
da ich ja durch die Anhäufung abgelaufener Kalender auch zu einer Lebensgattung gehöre die den Schraubverschluss eher sogenannten Penner Prädikatsweinen zurodnete habe ich mich aber im Lauf der Erfahrungsjahre doch mehr dem Geschmackserlebnis zugewandt, unerheblich mit was der Wein verschlossen ist. Natuerlich hat sich dieses leise Plopp irgendwie als akustisches Vorbereitungssignal irgendwie gedanklich verfestigt, aber letzten Endes sollte der Genussfaktor die Oberhand behalten und so stehe ich beiden Verschlussvarianten mit der gleichen erwartungshaltung gegenüber, ein ähnliches ergabsich ja auch bei Bier mit dem Kronenkorken versus Bügelverschluss :lol:
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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von nixwielos » Do 8. Sep 2016, 16:09

Früher war ich der Meinung, Kork müsse sein. Als die ersten Gerüchte von Schraubverschluss und Co. aufkamen, war ich nahe dran, einen Protestmarsch zu organisieren :d

Dann kam die Zeit, als meine teuren Bordeaux über 5% Ausfall wegen "Korkschmecker" hatten. Nach ausgiebigen Forschungen und Gesprächen mit Spezialisten war klar: eine Alternative zu echtem Kork muss her, denn bei der Masse von Weinen konnte Qualität nicht mehr wirklich sein - zumindest bezahlbar.

Heute bin ich begeistert von Drehverschlüssen bei sofort (bis 3 Jahre) trinkfertigen Weinen und schätze auch den Glaskorken. Wenn ich allerdings Weine zum Einlagern kaufen würde (mach ich nicht mehr, der Keller wird bis zum Umsiedeln leer getrunken :mrgreen: ), wäre mir ein richtiger Korken wichtig...
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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von maxheadroom » Fr 9. Sep 2016, 21:58

nixwielos hat geschrieben: Heute bin ich begeistert von Drehverschlüssen bei sofort (bis 3 Jahre) trinkfertigen Weinen und schätze auch den Glaskorken. Wenn ich allerdings Weine zum Einlagern kaufen würde (mach ich nicht mehr, der Keller wird bis zum Umsiedeln leer getrunken :mrgreen: ), wäre mir ein richtiger Korken wichtig...

Hola todos y nixwielos,
wenn Du eventuell noch Hilfe brauchst beim Keller leertrinken, würde ich ich in meiner
selbstlosen Art jederzeit meine Hilfe anbieten :lol: :lol:
Aber zurück zu Kork und Wein :-D können wir auf jeden Falll froh sein in der richige Zeit zu leben, ist mir doch bei einem meiner allfälligen Besuche in meiner Heimatstadt Ulm , die so über manche Berühmtheit verfügt dieser Mensch untergekommen :-D :-D

Bild


So hat es doch manchen stillen Geniesser des guten Rebensaftes völlig unnötig dahingerafft .

Saludos
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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von nurgis » Fr 9. Sep 2016, 22:06

Nixwielos, ich biete auch selbstlose Hilfe zum Vernichten der guten Weinbestände an :-D :-D :-D
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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von nixwielos » Fr 9. Sep 2016, 22:18

nurgis hat geschrieben:Nixwielos, ich biete auch selbstlose Hilfe zum Vernichten der guten Weinbestände an :-D :-D :-D
Das ist seeeehr lieb von Euch, aber: im Juli 2018 machen wir beim Wirt unseres Vertrauens eine Spanien-Motto-Abschiedsfete, und was bis dahin noch im Keller schlummert, wird den zahlreichen Gästen angeboten. Bis dahin arbeiten wir angestrengt, die Flaschenmenge für dieses Event zu reduzieren B-)

Tatsächlich ist das gar nicht so einfach, weil wir während der Woche Enthaltsamkeit üben und an viiielen Wochenenden unserer Leidenschaft frönen: nixwielos :d
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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von Atze » Fr 9. Sep 2016, 22:43

Diese Krankheit betraf vor allem den Bauch mit Darmkrämpfen: Cyder-Kolik, Devonshire-Kolik, Kolik von Poitou.
Allerdings führte nicht Bleiweiß (Bleicarbonat) dazu - das machte im Wein keinen Sinn, sondern Bleiacetat (Bleizucker).
Angefangen damit hatten die Römer, die ihre sauren Weine mit süßen Mosten aufpeppten. Diese wurde wurden lange in Bleigefäßen gekocht, wodurch auch das süße Bleiacetat (das Bleisalz des Essigs) entstand. Als man den Bleizucker gezielt herstellen konnte, wurde er gerne den Weinen zugesetzt. Beethoven starb ziemlich eindeutig an einer Bleivergiftung, hatte auch sein halbes Leben lang Darmkrämpfe -obwohl man damals schon über die Schädlichkeit des Bleizuckers gut Bescheid wusste.
Gab es für ihn noch andere Bleiquellen als den Wein?

Bleiweiß ist natürlich auch giftig, etliche Maler starben daran. Es diente aber nicht als Süßungsmittel, war ja auch nicht süß.

Gockel war aber nicht der Einzige, der dem Blei im Wein auf der Spur war, wird jedoch auf Seite 132 / 133 dieser Zusammenfassung von 1794, bei der es allerdings mehr um die Bleiglasur ging, erwähnt.

Genau genommen hatte schon Vitruv zu Cäsars Zeiten vor dem Blei in Wasserleitungen und anderen Gefäßen gewarnt:
LG Atze

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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von nurgis » Fr 9. Sep 2016, 23:37

N a, da hoffe ich , dass wir nicht schon zu viel Blei gekostet haben. In Zukunft gibt es nur noch Wasser mit oder ohne Bitzell :-D
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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von hundetraudl » Sa 10. Sep 2016, 02:02

maxheadroom hat geschrieben:
nixwielos hat geschrieben: Heute bin ich begeistert von Drehverschlüssen bei sofort (bis 3 Jahre) trinkfertigen Weinen und schätze auch den Glaskorken. Wenn ich allerdings Weine zum Einlagern kaufen würde (mach ich nicht mehr, der Keller wird bis zum Umsiedeln leer getrunken :mrgreen: ), wäre mir ein richtiger Korken wichtig...

Hola todos y nixwielos,
wenn Du eventuell noch Hilfe brauchst beim Keller leertrinken, würde ich ich in meiner
selbstlosen Art jederzeit meine Hilfe anbieten :lol: :lol:
Aber zurück zu Kork und Wein :-D können wir auf jeden Falll froh sein in der richige Zeit zu leben, ist mir doch bei einem meiner allfälligen Besuche in meiner Heimatstadt Ulm , die so über manche Berühmtheit verfügt dieser M


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So hat es doch manchen stillen Geniesser des guten Rebensaftes völlig unnötig dahingerafft .


Saludos
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Ich will auch helfen :(( :(( :((
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Re: Verkorkt oder nicht verkorkt - das ist die Frage

Beitrag von pichichi » Sa 10. Sep 2016, 07:41

nixwielos hat geschrieben:
Das ist seeeehr lieb von Euch, aber: im Juli 2018 machen wir beim Wirt unseres Vertrauens eine Spanien-Motto-Abschiedsfete, und was bis dahin noch im Keller schlummert, wird den zahlreichen Gästen angeboten. Bis dahin arbeiten wir angestrengt, die Flaschenmenge für dieses Event zu reduzieren B-)

Tatsächlich ist das gar nicht so einfach, weil wir während der Woche Enthaltsamkeit üben und an viiielen Wochenenden unserer Leidenschaft frönen: nixwielos :d
Hallo ihr Lieben, es war natürlich abzusehen, dass dieses etwas unüberlegt publizierte außergewöhnliche Event unzählige Parasiten anlocken würde, so auch Moni & mich, wir aber würden uns wenigstens mit einer Doppelmagnum Blaufränkisch der exzellenten Lage "Spitzerberg" einfinden, um der allzu frühen Vernichtung eurer Bestände dagegen zu halten ;)

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