25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

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pichichi
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25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von pichichi » Mo 10. Nov 2014, 06:55

Als damals staunend außenstehender Ösi habe ich jede Info über den Mauerfall aufgesogen und mit Kollegen, Schülern und Familie diskutiert. Wir hatten ja noch die Erinnerung an die im Sommer erfolgte Öffnung der österr. - ungarischen Grenzzäune mit den rührenden Bildern von den Freudentränen der DDR Urlauber im burgenländischen Mörbisch und unsere erste DDR Reise im Jahr davor im Kopf, mit gruseligen Grenzkontrollen, mit zahllosen 30er Baustellen und den dazugehörenden Radarfallen auf der bröckelnden Autobahn Hof - Berlin, mit der Zwangswechslerei und dem Alugeld, das wir für einen ostdeutschen Duden ausgegeben haben......
Ebenfalls bewunderten wir die Gründlichkeit und Gelassenheit wie in den Folgejahren die Wiedervereinigung ablief, ärgerten uns über bockige Engländer und Franzosen und sind heute noch der Ansicht, dass diese Mammutaufgabe kein anderes Land der Welt so souverän hingekriegt hätte wie ihr. >:d<

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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von sol » Mo 10. Nov 2014, 07:29

Mittenmang
und so sah es überall aus :


http://www.rbb-online.de/extra/25-jahre ... renze.html

und hier Eindrücke und Sendungen vom rbb

http://www.rbb-online.de/#
Gruss Wolfgang

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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von pichichi » Mo 10. Nov 2014, 08:10

mittenmang gestern oder mittenmang damals?

Stelle gerade fest, dass der Threadtitel so und so auffassbar ist, meinte natürlich den Tag des Mauerfalls...

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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von Cozumel » Mo 10. Nov 2014, 08:15

Ich war bei libanesischen Freunden eingeladen, als ich im Fernsehen die Nachricht und die Liveübertragung sah.

Wir hatten gerade gegessen. Ich sprang wie elektrisiert auf und setzte mich vor den Fernseher.
Ständig wollten mich meine Freunde dazu bewegen wieder an den Tisch zu kommen und argumentierten, das könnte man morgen alles nochmal im Fernseh sehen.

Ich wollte es aber live sehen. Leider als Einzige. Ich hab geheult wie ein Baby. Es war einfach unglaublich.

3 Monate später fuhr ich mit einer Gruppe Reisebüro Mitarbeiter nach Kenia und wir hatten viel Zeit uns zu unterhalten.
Diejenigen aus Berlin waren nicht begeistert. Sie waren entnervt.
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Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.

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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von Atze » Mo 10. Nov 2014, 08:25

Zusammen mit meiner damaligen Frau war ich in West-Berlin auf dem Weg zur Tanzstunde - wie oft etwas verspätet - so dass wir in den 19:00-Uhr Nachrichten gerade noch mitbekamen, dass "ab sofort und unverzüglich" alle DDR-Bürger ausreisen durften.
Dies teilten wir unserer Gruppe sofort mit. Ein Ehepaar war einige Jahre zuvor unter großen Problemen (u.a. Bautzen usw.) nach West-Berlin gekommen und brach sofort die Tanzstunde ab, weil:" Sicher bald unsere Ost-Berliner Freunde vor unserer Tür stehen werden." - So war es denn auch - aber erst später in der Nacht.
Wir selbst überlegten noch, ob wir auch zur Grenze fahren sollten, an der sich offenbar was tat, aber wir mussten noch packen, da wir am Freitag nach Franken fahren mussten, wo wir zur Jagd eingeladen waren.
An der Grenze West-Berlin / DDR am 10.11. nachmittags schien noch vieles "normal", aber mit einer merkwürdigen Stimmung. Diese Grenze (Babelsberg) wurde kaum von DDR-Bürgern benutzt.
Aber an der Grenze zu Bayern (Rudolphstein-Hirschberg) war was los!!!
Mindestens 3 mal so viele "Ost-Autos mit den unverwechselbaren Zweitaktern wie Westautos. Trotz recht zügiger "Kontrollen" ging es nur im Schneckentempo vorwärts.
Pausenlos wurden wir von unseren neuen Reisegefährten gefragt, wo denn dieser oder jener Ort im Westen liege. Sehr viele wollten gar nicht weit weg, nur Angehörige "dicht hinter der Grenze" besuchen, in Orten, von denen wir als Durchreisende nie etwas gehört haben,
Alle DDR-Karten wiesen nämlich auf dem Gebiet der Bundesrepublik lediglich einen weißen Fleck auf. Im Nu war man um sein westliches Kartenmaterial, das man so gerade im Auto hatte, erleichtert. Das alles während einer langen Schrittfahrt durch die Grenze, bei der oft nur geschoben wurde.
Dann kam der erste Autobahnberg in Franken: Die oft überladenen Trabbis kamen ihn nicht herauf und mussten heraufgeschleppt werden.
Statt wie geplant um 19:00 kamen wir erst um 23:00 Uhr bei unseren fränkischen Freunden an.
Zuletzt geändert von Atze am Mo 10. Nov 2014, 08:43, insgesamt 1-mal geändert.
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von sol » Mo 10. Nov 2014, 08:34

@ pichchi

die Überschrift ist eindeutig :
25. Jahrestag des Mauerfalls-
wie habt ihr ihn erlebt


ergo-damit ist eindutig der 9.11.2014 gemeint----------

( jedenfalls für mich )

ansonsten : wir wohnten am 9.11.1989 in Baden Württemberg
und saßen als geborene Berliner natürlich die ganze Nacht vor der Glotze--

es war unfaßbar für uns---aber wahr--

seit Oktober 2013 wieder fest in Berlin angekommen müssen wir Berlin erst einmal neu erkunden----
Zuletzt geändert von sol am Mo 10. Nov 2014, 08:40, insgesamt 1-mal geändert.
Gruss Wolfgang

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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von deniamartin » Mo 10. Nov 2014, 08:39

ich war am 9. November 1989 wahrscheinlich am weitesten weg vom Ort des Geschehens: damals lebte ich als Berater der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit meiner Familie auf den Fidschi-Inseln in der Hauptstadt Suva. Und dort gab es 1989 noch kein Fernsehen, wir waren also auf die Nachrichten der Deutschen Welle (auf Kurzwelle) angewiesen ... knarz, knirsch! Ich saß jedenfalls in meinem Büro, als mich der damalige Premierminister anrief und mir mitteilte, die Berliner Mauer sei geöffnet worden. Das nahm ich erst einmal nicht richtig ernst und dachte mir: der hat wohl was verwechselt oder nicht richtig verstanden. Dann häuften sich die Meldungen, so dass ich wieder mein Kurzwellen-Radio anwarf und versuchte, Radio Australia zu bekommen. Tatsächlich, auch die Australier meldeten die Öffnung der Mauer. Jetzt wurde es hektisch: die wenigen Deutschen, die damals auf Fidschi lebten, versammelten sich am späten Nachmittag bei uns zuhause vor meinem Kurzwellenradio (wieder: knarz, knirsch), auch unsere damailge Nachbarin Trude Herr (ja, die bekannte Schauspielerin lebte damals auch auf Fidschi!), sie saß nur da, und dicke Tränen rannen ihr übers Gesicht.
Es war wirklich schade, dass es kein Fernsehen gab, aber gefeiert haben wir trotzdem. Dann schickten uns Freunde aus Deutschland 3 VHS-Videokassetten per Post (der SPIEGEL hatte die gesamte Öffnung der Grenze vollständig auf Video dokumentiert), die Videos kamen 3 Wochen später an, und ab dann saßen wir jeden Abend auf unserer Terrasse, sahen die Südsee-Sonne untergehen und erlebten den Mauerfall wieder und wieder auf Videokassette. Das war wirklich beeindruckend, so weit weg und doch so nah - wir werden das nie vergessen!

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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von Cozumel » Mo 10. Nov 2014, 08:41

pichichi hat geschrieben:Als damals staunend außenstehender Ösi habe ich jede Info über den Mauerfall aufgesogen und mit Kollegen, Schülern und Familie diskutiert. Wir hatten ja noch die Erinnerung an die im Sommer erfolgte Öffnung der österr. - ungarischen Grenzzäune mit den rührenden Bildern von den Freudentränen der DDR Urlauber im burgenländischen Mörbisch und unsere erste DDR Reise im Jahr davor im Kopf, mit gruseligen Grenzkontrollen, mit zahllosen 30er Baustellen und den dazugehörenden Radarfallen auf der bröckelnden Autobahn Hof - Berlin, mit der Zwangswechslerei und dem Alugeld, das wir für einen ostdeutschen Duden ausgegeben haben......
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Das hast Du aber sehr freundlich gesagt. :* :* :*

Aber der Aufstand war ja auch ganz friedlich. Fand ich (allerdings erst im nachhinein) sehr, sehr bemerkenswert.
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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von haSienda » Mo 10. Nov 2014, 08:43

Hihi...daran denke ich noch heute mit Kopfschötteln zurück.

Vor dem Mauerfall war ich nur zwei Mal in West-Berlin und an einem Aussichtspunkt im Harz...die DDR war für mich als junger Kerl in ihrer Gesamtheit unbegreiflich.

Nun sass ich also am Tage des Mauerfalls in meinem kleinen Appartement in Düsseldorf...und wollte die ersten Berichte im TV gar nicht wirklich begreifen.
Als ich es dann endlich geschnallt hatte rief ich meinen damaligen besten Freund an..."Bruno! Die Mauer fällt gerade! Lass uns da sofort hinfahren...wir können Geschichte live erleben. Das wird DIE Party des Jahrhunderts!!!"
Bruno: "Ne, das passt heute nicht...ich bin im Kino verabredet. Ruf doch das nächste mal etwas früher an, wenn sowas ist..." 8-}

ER hatte es offenbar auch noch nicht geschnallt :-o

Ich verbrachte die nächsten Tage (wie übrigens auch bei 9-11) vor dem Fernseher.



Gruss
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Re: 25. Jahrestag des Mauerfalls - wie habt ihr ihn erlebt?

Beitrag von sol » Mo 10. Nov 2014, 09:50

vom Fernseher aufgenommen-----


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