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camahewe
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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von camahewe » Do 23. Feb 2017, 11:15

Cozumel,

anscheinend ist es Dir fremd, dass Schweizerdeutsch auch allemannisch ist. Im deutschen Konstanz, wo viele Schweizer einkaufen, steht an mehreren
Geschäftstüren: Mir schwätzed au Allemannisch (wir sprechen auch Allemannisch). Auch das Vorarlbergische gehört dieser Sprachgruppe an.
Ausnahmen sind das Oberwallis und Basel, plus angrenzende deutsche Gebiete. Hier spricht man Niederdeutsch.

Im ganzen Alpenraum findet man jede Menge Dialekte, aber keine Rebellion. Bei uns sagt man: lasst uns reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist!

Wir haben sehr liebe Bekannte aus dem Ruhrpott. Obwohl sie im Glauben sind, korrekt Schriftdeutsch zu sprechen, hört man unter anderem immer wieder dat und wat etc. Es stört uns aber nicht. Man darf doch hören, von wo die Menschen kommen. Also bitte, mehr Toleranz!

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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von sol » Do 23. Feb 2017, 11:26

EIGENTLICH

geht es ja um die Mutter---SPRACHE und nicht um Dialekte


schwierig, schwierig :
Wie grenzt man Sprache und Dialekt voneinander ab?
Dies ist schwierig, denn die Wurzel vieler Standardsprachen ist ein Dialekt.
Romanistik Juniorprofessorin Dr. Kristin Reinke erläutert den Unterschied.

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 02GYRyutpg
Gruss aus Berlin--
Wolfgang und Traudel Radochla

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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von camahewe » Do 23. Feb 2017, 16:30

Muttersprache ist die Sprache, die die Mutter spricht. Wir haben eine balinesische Schwiegertochter, und ich habe ihr geraten, mit den Kindern indonesisch zu sprechen. Deutsch lernen sie mit dem Vater, auf der Strasse und in der Schule. Heute verstehen die Kinder zwar noch indonesisch, wollen es aber nicht mehr sprechen. Mit Deutsch haben sie absolut keine Schwierigkeiten.

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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von Cozumel » Do 23. Feb 2017, 16:41

camahewe hat geschrieben:Cozumel,

anscheinend ist es Dir fremd, dass Schweizerdeutsch auch allemannisch ist. Im deutschen Konstanz, wo viele Schweizer einkaufen, steht an mehreren
Geschäftstüren: Mir schwätzed au Allemannisch (wir sprechen auch Allemannisch). Auch das Vorarlbergische gehört dieser Sprachgruppe an.
Ausnahmen sind das Oberwallis und Basel, plus angrenzende deutsche Gebiete. Hier spricht man Niederdeutsch.

Im ganzen Alpenraum findet man jede Menge Dialekte, aber keine Rebellion. Bei uns sagt man: lasst uns reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist!

Wir haben sehr liebe Bekannte aus dem Ruhrpott. Obwohl sie im Glauben sind, korrekt Schriftdeutsch zu sprechen, hört man unter anderem immer wieder dat und wat etc. Es stört uns aber nicht. Man darf doch hören, von wo die Menschen kommen. Also bitte, mehr Toleranz!

Hallo Camahewe,

bitte erkläre mir doch mal warum Du mich nun zum zweiten Mal zu mehr Toleranz aufforderst?

Mir ist doch egal ob Schweizer ihr Schwitzerdütsch sprechen oder nicht. Ausserdem weiss ich natürlich, dass schweizerdeutsch alemanische Aspekte hat. Hab ich ja auch schon in meinem vorigen Post geschrieben.

Ich hab nur aus meinem Bekanntenkreis geschildert, dass es Probleme mit dem deutsch schreiben geben kann, nicht muss.

Schwizerdütsch mit dem Ruhrpottdialekt zu vergleichen halte ich für problematisch. Vielleicht eher bayrisch.

Ich schau abends immer auf 3Sat die Nachrichten aus der Schweiz. Ohne Untertitel gehts aber nicht, denn vieles ist absolut nicht zu verstehen.
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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von camahewe » Fr 24. Feb 2017, 12:51

@cozumel
Hier geht es doch um Muttersprache, also die Sprache, die die Mutter spricht. Es ist nirgends Pflicht Schriftdeutsch zu sprechen. Die Dialekte sind gewachsenes Sprachgut und keinesfalls schlecht, oder gar auszurotten. Auch mir gefallen nicht alle deutschen Dialekte, habe aber nichts dagegen, wenn sie gesprochen werden. Du wirfst mir vor, dass ich den Ruhrpott zum Vergleich herangezogen habe. Bitte, einige andere Beispiele, alle korrektes Schriftdeutsch: Tach (Tag), Ferd (Pferd), Kopp (Kopf), Schemie (Chemie) usw. Lassen wir die Leute doch reden, wie sie es gewohnt sind.

Und nun zu Allemannisch: war früher einmal gebräuchlich. Aber Alemanisch (Deine Schreibweise) ist falsch, richtig ist Alemannisch!

Toleranz ist die Nächstenliebe der Intelligenz!

Ich verkneife mir nun diesbezüglich eine Frage.

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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von Cozumel » Fr 24. Feb 2017, 13:34

Liebe Camahewe,

es gefällt mir nicht, dass Du mich anscheinend ständig "falsch verstehst".

Zuerst forderst Du mich zwei mal auf mehr Toleranz zu üben in Bezug auf Dialekte. Ich hab schon mehrfach gesagt, dass ich garnichts gegen Dialekte habe. Das scheint Dich aber garnicht zu interessieren, du machts immer weiter.

Ich habe nur auf einige Nachteile hingewiesen, die die Menschen die Dialekt sprechen selbsthaben können.

Ich habe nie gesagt, das es Pflicht sein oder werden muss, dass jeder Hochdeutsch spricht. :-o

Ich habe Dir auch nicht vorgeworfen, dass Du den Ruhrpottdialekt mit Schweizerdeutsch verglichen hast. Ich habe gesagt, das so zu vergleichen ist problematisch.

Was soll das alles? Wozu so gehässig?
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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von Miesepeter » So 26. Feb 2017, 11:32

Unterm Strich: ich habe in der in der Heimat bisher nirgendwo feststellen können, dass Dialekte zum Aus- oder Abgrenzen benutzt werden. Auch in der Schweiz ist man sehr integrationsorientiert. Im Elsass musste man bis in die 70er in Sachen (deutsche) Sprache etwas feinfühlig sein, immerhin verbot DeGaulle seinerzeit die Herausgabe von deutschsprachigen Zeitungen. Aber die Elsässer demostrierten Eigenständigkeit und machten aus den "Elsässer Neue Nachrichtenn" die "Dernieres Nouvelles d'Alsace", was aber auch das Einzige an französisch war, der Inhalt blieb auf deutsch. Interessant zu diesem Thema in deutschsprachlichen Pufferzonen hier: http://www.zeit.de/1958/17/streit-um-da ... er-deutsch
Je weniger Sorgen sich man macht umso mehr geniesst man das Leben.
Viele schätzen Dich wegen Deines Charakters, andere hassen dich aus dem gleichen Grund.
Die grösste Verzweifelung eines Verzweifelten ist, andere nicht zur Verzweifelung bringen zu können.

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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von rainer » So 26. Feb 2017, 14:02

Wenn wir früher mal in Berlin bei einer Cousine meiner Frau zu Gast waren, hörte ich oft, wie diese ihre Töchter ermahnte: "Du sollst nicht belinern!" Sie hatte wohl die Sorge, dass ihre Kinder sonst später im Leben Nachteile durch ihre Redeweise haben könnten. Ist ein paar Jahrzehnte her, und vielleicht hat sich das Schubladendenken, dass gesellschaftliche Schichten auch sprachlich erkennbar sind, inzwischen gelegt? Nach dem Schema, die "feinen" Leute reden und schreiben auch sehr korrekt, die "einfachen" Leute nehmen es nicht so genau?
Gruß
rainer

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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von sol » So 26. Feb 2017, 14:57

rainer hat geschrieben:Wenn wir früher mal in Berlin bei einer Cousine meiner Frau zu Gast waren, hörte ich oft, wie diese ihre Töchter ermahnte: "Du sollst nicht belinern!" Sie hatte wohl die Sorge, dass ihre Kinder sonst später im Leben Nachteile durch ihre Redeweise haben könnten. Ist ein paar Jahrzehnte her, und vielleicht hat sich das Schubladendenken, dass gesellschaftliche Schichten auch sprachlich erkennbar sind, inzwischen gelegt? Nach dem Schema, die "feinen" Leute reden und schreiben auch sehr korrekt, die "einfachen" Leute nehmen es nicht so genau?
dazu
ick durfte ooch nich balinan-so wie ick jeschrieben habe-det war richtiges Deutsch-also Sprache
nu wird ja balinerisch ooch nich als Dialekt einjestuft---und jetzt wird wenig balinat in Balin--
Beim Berlinerischen handelt es sich sprachwissenschaftlich nicht um einen Dialekt, lt. Wiki )
sondern um einen (selten anzutreffenden) „Metrolekt“,
eine in großstädtischen Zentren aus einer Mischung vieler unterschiedlicher Mundarten entstehende Stadtsprache.
die Brandenburger können es besser--- und durch meine "Wanderschaft" in BW / NS / etc. ha icks ooch valernt
nu spreche ick "HOCH"deutsch und so mancha Balina meint, ick bin nich in Balin jeborn---
so kannet jehn-----nu bin ick ooch aba nich "fein" oda "einfach"---sondern "normal" eben Balina
Zuletzt geändert von sol am So 26. Feb 2017, 15:43, insgesamt 1-mal geändert.
Gruss aus Berlin--
Wolfgang und Traudel Radochla

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Re: 21.02.2017 "Welttag der Muttersprache"

Beitrag von rainer » So 26. Feb 2017, 15:43

Cozumel hat geschrieben:Ich habe eine gute Bekannte aus der deutschen Schweiz. Für sie ist es anstrengend längere Zeit deutsch zu sprechen.
Auch deutsch schreiben ist eine Herausforderung.

Für jemand der nur in der Schweiz leben will, mag das ok sein.
Für mich steht "Schwitzerdütsch" gefühlt auf einer Stufe mit niederländisch, wobei aber nur letzteres eine offizielle Nationalsprache ist. Nach jahrzehntelangem Umgang mit Niederländern kann ich die eigentlich recht gut verstehen. (Ohne je einen Kursus besucht zu haben). Und ungefähr auf gleichem Level war das eigentlich, als ich vor Jahren mal in einem Bahnabteil mit zwei Schweizern zusammensaß, die offenbar kräftig über jemanden herzogen. Und einer auf einnmal nach einem schrägen Blick zu mir zum anderen sagte (sinngemäß) : "Obacht, ich glaube der versteht uns" (Mit anderen Worten, so selbstverständlich war das für die wohl nicht).
Gruß
rainer

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