Fosa séptica - Grubenerfahrung

Abwasser, Sickergrube,Brunnen
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Oliva B.
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Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von Oliva B. » Do 3. Okt 2013, 10:23

Gestern war es bei uns soweit. Die Grube (fosa séptica) war voll.
Wir hatten uns vor fast 7 Jahren, entgegen der Ratschläge, eine Grube mauern zu lassen, aus Zeitgründen eine Kunststoffgrube eingraben lassen, Inhalt 2.000 Liter/Zwei-Kammer-System. Diesen Entschluss haben wir nie bereut, sehen auch keinen Vorteil in der anderen Lösung.

Auf einem unserer letzten Forumstreffen erzählte ein Mitglied von der Küste, dass ihm kürzlich dasselbe passiert sei, gerade als das Haus voller Übernachtungsgäste war. Klar, ein Gang zur Toilette ist dann nicht mehr möglich, aber ebenso klar, dass alle plötzlich dringend mussten. Sch....iete! :-P Der Pumpenwagen kam dann wohl doch irgendwann und ich habe einen Preis von 500 Euro in Erinnerung... :-?

Auf jeden Fall war ich froh, dass uns die volle Grube nicht mitten in der Olivenernte überrascht hat und fragte unsere spanischen Freunde nach einem Abpumpdienst. Doch unser Dorf ist an die Kanalisation angeschlossen und eine Adresse konnte nicht empfohlen werden, aber ein Vetter um x Ecken kenne jemanden, der dann vielleicht in den nächsten Tagen vorbei kommen könne..... #:-s

Nun muss man dazu sagen, dass wir auf dem Campo keine Chance haben, jemals an die Kanalisation angeschlossen zu werden, unser nächstes Dorf ist kilometerweit entfernt. Aber selbst an der Küste gibt es noch unzählige Urbanisationen, die ebenfalls nicht angeschlossen sind - und bei der heutigen Finanzlage in den Rathäusern wird sich das in den nächsten Jahren kaum grundlegend ändern.

Aufgrund dieser negativen Auskunft machte mich im Internet auf die Suche nach einem Pumpenwagen, gab in den Schlitz bei google "Limpieza fosa séptica Cocentaina" ein und bekam als erstes jede Menge überregionaler Anzeigen angeboten. Die habe ich überlesen und suchte weiter, ich muss allerdings sagen, die Auswahl war nur scheinbar groß. Der erste Anbieter kam aus Ontinyente, Entfernung 40 km. Ja, hier im Inland sind die Dienstleister etwas weiter entfernt als an der Küste. Der Chef persönlich war am Telefon und sagte mir, dass er übermorgen kommen könne. Auf meine Antwort, das würde mir zu lange dauern, meinte er, vielleicht würde es schon am nächsten Tag klappen, er riefe mich an, Preis für die Aktion 180 Euro. Das hörte sich im Gegensatz zu 500 Euro schon mal ganz gut an, doch eigentlich wollte ich nicht warten.

Der nächste Anbieter, obwohl er regional inserierte, befand sich in Alicante und zeigte kein Interesse. Zu weit entfernt...

Der dritte Versuch: Website mit einer Handynummer, angeblich in Cocentaina. Die Dame am Telefon verstand ich kaum, so laut kläffte ihr Hund. Sie fragte mich, wo wir wohnen, doch als ich merkte, dass sie noch nicht einmal wusste wo Cocentaina liegt, war mir klar, dass ich nicht in der Provinz Alicante angerufen hatte. Sie sagte mir jedoch, es würde sich umgehend jemand bei mir melden. Kurze Zeit später klingelte das Telefon und ich bekam ein Angebot über 400 Euro. Als ich entgegnete, ich könne diesen Dienst für weniger als die Hälfte bekommen, stellte sich heraus, dass der Preis durch die lange Anfahrt von 180 km zustande kommt. Aha. Ich sagte dankend ab.

Vierter und letzter Versuch. Ich rief ohne große Hoffnung bei einer Firma in El Campello an, ebenfalls in der Nähe von Alicante, sagte aber gleich dazu, wo ich wohne. Kein Problem, meinte die nette Dame am Telefon, sie würden in der ganzen Provinz arbeiten. Morgen könne jemand kommen. Morgen erst, fragte ich zurück, ginge es nicht schon heute? Sie fragte intern kurz nach, ließ sich meine Telefonnummer für den Fahrer geben und meinte, er käme heute noch vorbei. Es war halb zwei. Und der Preis? 147 Euro/Stunde. Oje, das war ja eine schwammige Aussage. Ich überschlug schnell An- und Abfahrt, das Auspumpen - drei Stunden würden sicher zusammenkommen und fragte, ob sie mir nicht einen Festpreis nennen könne. Wir einigten uns auf 147 Euro, was ich äußerst fair fand. Unser Schmutzwasserpreis in Deutschland lag zwischen 160 und 200 Euro - aber pro Jahr.

Nun hieß es warten. Vor 16 / 17 Uhr würde sich sicher nichts tun, Mittagszeit. Um 16.10 Uhr ging das Telefon. Man informierte mich, dass der Fahrer in 10 Minuten da sei und ob es möglich sei, einen Treffpunkt in der Nähe auszumachen, da unsere Straße in keinem Navi zu finden sei. Gesagt, getan, Olivo fuhr los und der Fahrer wartete schon an der verabredeten Stelle. Er guckte ein wenig schräg, als er sah, dass er mit seinem großen Pumpenwagen von der Straße ab auf einen unbefestigten, schmalen und steilen Weg hinunter auf das nächste Bancal fahren musste, wo ein Wenden nur mit Mühe möglich war. Aber er hat es geschafft. Unsere Grube war in gut einer halben Stunde ausgepumpt und gereinigt, wir haben den vereinbarten Preis (inkl. I.V.A.) gezahlt und können nun wieder ein paar Jahre unbesorgt in die Zukunft schauen. :)

GUTE ERFAHRUNGEN
Wir haben schon oft über schlechte Erfahrungen mit spanischen Unternehmen berichtet, deshalb sollte man mit guten Empfehlungen nicht geizen. Hier finden alle Hausbesitzer in der Provinz Alicante die noch eine fosa haben, die Website dieser Firma. Sie ist bekannt und bietet alles an, was mit Wasser/Abwasser zu tun hat und hat einen 24-Stunden-Service. Telefonnummern der Büros zwischen Dénia und Torrevieja findet man unten auf der Homepage.

PS: Ach ja, am Abend rief mich tatsächlich der Chef der zuerst angefragten Firma an und meinte, er könne am nächsten Tag kommen....

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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von pichichi » Do 3. Okt 2013, 12:51

kann dich gut verstehen, unsere Alpenfestung in über 1100 m Seehöhe war auch weit entfernt von jeglicher Kanalisation, unser Glück war, dass der Almbauer in der Nachbarschaft die Gülle zum Düngen seiner Wiesen brauchte und daher gratis alle vier Jahre unsere Grube "erleichterte"....

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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von girasol » Fr 4. Okt 2013, 09:46

Na, das ging ja dann doch noch flott. Aber kann man das vorher nicht erkennen, dass die Grube fast voll ist? Dann hätte man ja mehr Zeit, um die Leerung zu organisieren.

Gruß
girasol
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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von Florecilla » Fr 4. Okt 2013, 10:24

Gute Frage, Girasol. Ich dachte auch immer, dass es eine Art "Frühwarnsystem" gibt :mrgreen:

Unsere Wohngegend ist an die Kanalisation angeschlossen und deshalb habe ich mir darüber nie ernsthaft Gedanken gemacht.
Hasta luego,
Florecilla (Margit)

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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von vitalista » Fr 4. Okt 2013, 10:42

Oh jee Elke, da hattest du gestern ja einen aufregenden Tag!
Das ist auch immer meine Horrorvorstellung, dass eines Tages meine fosa séptica voll ist, zumal ich keinen Revisionsschacht habe und nur annähernd weiß, wo sie ist.
Obwohl mir alle spanischen Nachbarn versichert haben,das würde ich wohl nicht mehr erleben, denn es dauere 100 Jahre bis sie voll sei :-?
Als mein Haus in den 80gern erbaut wurde, haben sie nur die Seitenwände gemauert, den Boden nicht und dadurch soll das angeblich mehr oder weniger versickern. Da kann ich nur harren und hoffen... [-o<
Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber noch Entfaltungsmöglichkeiten!

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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von Busbauer » Fr 4. Okt 2013, 12:30

girasol hat geschrieben:Na, das ging ja dann doch noch flott. Aber kann man das vorher nicht erkennen, dass die Grube fast voll ist? Dann hätte man ja mehr Zeit, um die Leerung zu organisieren.

Gruß
girasol

wir haben im Deckel eine Öffnung und daneben einen langen Stab liegen - damit kann abgemessen werden wie hoch es steht....
Dies wird bei uns in der Comunidad auch regelmässig kontrolliert.

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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von villa » Fr 4. Okt 2013, 13:26

Huch Elke mein Beileid :)

ja das ist unangenehm.
Dass das bei mir nicht passiert lasse ich die Grube alle paar Jahre prüfen. Da ich bei mir nicht sehen kann wie voll sie ist gehen die dann mit einer Kamera rein. Kostet mich um 40 Euro jedes mal, aber so bin ich sicher dass die Gäste die zeit unbeschwert geniessen können.

Das mache ich so alle 3 Jahre. Da ich eine riesen Fossa habe und die auch schön pflege hatte ich die letzten 2 mal keine hohen Stände und sogar die Versickerung ist wieder besser. Ich pflege die Fossa mit Enzymen die den Abbau der festen Stoffe verbessert. Seit ich das mache läuft alles super.

Bei uns kostet eine Leerung so um die 125 Euro.
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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von sol » Fr 4. Okt 2013, 16:00

@ Elke

wie günstig doch so eine Kloake ist.Entsorgung :

2000 l = 147 € also 1 l = 0,0735 € incl. km-Geld und Reinigung und wohin damit ????
Gruss Wolfgang

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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von haSienda » Sa 5. Okt 2013, 23:59

Es stellt sich ja auch immer die Frage, WAS alles den Weg in die Grube findet... ;)

Papier löst sich quasi nie auf, kommt Abwasser aus der Spüle/Dusche dazu zerstört dies die Bakterien in der fosa...und nix wird zersetzt.
Unsere Nachbarn rieten dazu ab & zu ein (totes) Kaninchen in die fosa zu werfen...das rege die Bakterien an...

Gruss
Derek
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Re: Fosa séptica - Grubenerfahrung

Beitrag von villa » So 6. Okt 2013, 01:21

Ja Derek das ist es eben.

Aber mal ehrlich, was ich da nicht schon alles gehört habe. Aber das tote Kaninchen ist ja heftig.

Ich nehme da doch lieber die Enzyme oder was auch immer es ist, auf jeden Fall funktioniert's. Und doch Papier kann sich sehr wohl auflösen, jedenfalls in sehr kleine Partikel zerfallen.

Und sonst...ich bringe fast alle Reinigungsmittel aus der Schweiz mit, so dass ich möglichst wenig Chemie da rein bekomme.
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