40 bzw. 45 Jahre nach Franco

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Atze
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Re: 40 Jahre nach Franco

Beitrag von Atze »

Oliva B. hat geschrieben:
So 6. Sep 2020, 20:04

Heute soll der Platz schlicht und einfach "Plaza el Pardo" heißen.
@ Atze,
vielleicht schaust du mal, ob du ihn wiedererkennst Google-Bilder
Ja, das ist er ziemlich wahrscheinlich.
Bin mir aber nicht ganz sicher. Was auf jeden Fall Nähe Pardo.
Danke für die Nachricht.
LG Atze

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Miesepeter
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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco

Beitrag von Miesepeter »

Eines hatten Churchill, Franco, Hitler und Stalin gemeinsam: aus Europa einen Trümmerhaufen zu machen (mit etlichen Mio. Todesopfern), an dessen Wiederaufbau Unsummen verdient wurden. Und dieses "Geschäft" boomt nicht mehr.
Ich weiss nicht, ob ich bin wo ich hinwollte, aber sicher da wo ich hin sollte.
Manche freuen sich wenn Besuch kommt, viele wenn er wieder geht.
Die Gedankenfreiheit ist die einzig wahre und die größte Freiheit, die der Mensch erreichen kann. (M. Gorki)

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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco

Beitrag von rainer »

Er hatte es offenbar leicht mit seinem Volk. Anfang der 70er holte ich mal spanische Geschäftsfreunde vom Flughafen Hannover ab. Unterwegs sahen wir viele Wahlplakate hängen und ich wurde gefragt, was das zu bedeuten habe. Meine versuchte Erklärung dass bei uns ja Demokratie, und damit das Volk herrsche, erntete teilweise Gelächter, denn so etwas könne doch eigentlich niemals auf Dauer funktionieren.
Gruß
rainer

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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco

Beitrag von Atze »

Miesepeter hat geschrieben:
Di 8. Sep 2020, 13:45
Eines hatten Churchill, Franco, Hitler und Stalin gemeinsam: aus Europa einen Trümmerhaufen zu machen (mit etlichen Mio. Todesopfern), an dessen Wiederaufbau Unsummen verdient wurden. Und dieses "Geschäft" boomt nicht mehr.
Hm, so wie ich es sehe, machten Franco und Stalin aus ihren Ländern einen Trümmerhaufen, Hitler aus Europa und und als Retourkutsche indirekt und später auch direkt aus Deutschland einen.
Das waren direkte Taten.
Was Churchill machte (machen ließ), mag stellenweise übergriffig und überschießend gewesen sein.
Allein: Er hat nicht angefangen, nicht den Überfall auf Polen begangen. Und noch nicht einmal nach diesem Bündnisfall angegriffen. -Sechs Monate drole guerre-.
Und zum "Geschäft", das England machte: Es verlor seine Vormachtstellung und war ruiniert.
LG Atze

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Oliva B.
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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco (Titel übernommen)

Beitrag von Oliva B. »

Miesepeter hat geschrieben:
Sa 5. Sep 2020, 22:15
[...]Meine selbsterlebte Wahrheit dies Franco-Spaniens 1960-1975: Vollbeschäftigung, Null Auslandsverschuldung, Aufstieg Spaniens zur Welt-Industriemacht Nr. 6, Sozialeinrichtungen, die die Sozialisten ab 1982 abbauten und auflösten. Nicht zu vergessen ein bis damals nicht dagewesenes Sozialwohnungs-Programm, etlichen Wasserkraftwerke, die ersten Autobahnen. Das sind Tatsachen. Bitte erspart Euch das JA ABER.
[...]
Franco hatte Spanien bis Ende der 50er Jahre systematisch abgeschottet, er setzte auf Autarkie, auf den Plan de Estabilización. Im Land, so weiß jeder, der sich ein wenig intensiver mit der spanischen Geschichte der Neuzeit beschäftigt hat, herrschte in den 40er und 50er Jahren Hunger und Elend. Spanien konnte sich trotz aller Opfer und Bemühungen nicht selbst versorgen. Deshalb musste die Regierung ein neues Konzept entwerfen und erhielt durch einflussreiche internationale politischer Kontakte von Opus-Dei-Mitgliedern, die damals entscheidend die Franco-Diktatur stützten, Kredite aus dem Ausland. Spanien, ein Billiglohnland war plötzlich das Ziel für Investitionen internationaler Konzerne. Die Arbeitslosen zogen als Gastarbeiter nach Norden (und brachten auf diese Weise wieder viel Geld ins Land) und der internationale Tourismus in Spanien begann - und zwar außerordentlich erfolgreich! Spanien wurde auf einmal salonfähig, als in den 60er Jahren der großen Aufstieg begann. [...]

Die Franquistische Zensur sorgte dafür, dass Informationen aus dem Ausland nur gefiltert beim Volk ankamen, denn Internet und freie Presse gab es damals nicht. Und die Informationen, die damals in Spanien von Mund zu Mund gingen, waren wahrscheinlich andere, als die, über die der freien Westen verfügte...

[...]ABER gibt es genug. Nur ein Beispiel: Wodurch wurde die angebliche "Vollbeschäftigung" erkauft? Mit den Gastarbeitern, die in der Fremde fernab von ihren Familien schufteten? Was ist mit den Wasserkraftwerkem und Autobahnen, die von Regimekritikern erbaut wurden (mussten)?
Zuletzt geändert von Oliva B. am Do 10. Sep 2020, 15:55, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Aus einem internen Thread übernommen und gekürzt.

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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco

Beitrag von Xanaron »

Miesepeter hat geschrieben:
Di 8. Sep 2020, 13:45
Eines hatten Churchill, Franco, Hitler und Stalin gemeinsam: aus Europa einen Trümmerhaufen zu machen (mit etlichen Mio. Todesopfern), an dessen Wiederaufbau Unsummen verdient wurden. Und dieses "Geschäft" boomt nicht mehr.
Miesepeter, das nennt man Geschichte klittern. Churchill mit den drei Verbrechern auf eine Ebene zu stellen ist ein trauriger Versuch, die Taten dieser Mörderbande in irgend einem Teil des Dramas zu rechtfertigen.

Abgesehen davon: BEVOR Churchill (und die Alliierten) sich zu Bombardierungen deutscher Städte entschloss, war Europa (und einiges ausserhalb) schon in Trümmer gelegt worden. Da war gar nicht mehr viel kaputt zu machen. Allerdings war Eile geboten, dann auf dem Rückzug der D-Wehrmacht wurde verbrannte Erde zurück gelassen. Paris z.B. wurde nur durch einige Wenige gerettet, die wohl noch einen Funken Anstand in sich gefunden hatten.

Den "Hinweis", dass die Bombardierungen auch im Hinblick auf das "Geschäft Wiederaufbau" durchgeführt wurden ist geradezu Abartig!

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Oliva B.
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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco (Titel übernommen)

Beitrag von Oliva B. »

Miesepeter hat geschrieben:
Sa 5. Sep 2020, 22:15
Die Wahrheit (russ. Prawda) - welche Wahrheit? Warum wird sie verschwiegen wie z.B. die Vernehmungsprotokolle von Rudolf Hess? Sicher, es gibt WarheitEN, manche jedoch unbequem und nicht konform mit den Umerziehungsvorgaben der Anglo-Amerikaner. Sowas wird dann mit "braunem Gedankengut" gebrandmarkt und schlimmer als Ketzerei während der Inquisition verfemt und verfolgt. Meine selbsterlebte Wahrheit dies Franco-Spaniens 1960-1975: Vollbeschäftigung, Null Auslandsverschuldung, Aufstieg Spaniens zur Welt-Industriemacht Nr. 6, Sozialeinrichtungen, die die Sozialisten ab 1982 abbauten und auflösten. Nicht zu vergessen ein bis damals nicht dagewesenes Sozialwohnungs-Programm, etlichen Wasserkraftwerke, die ersten Autobahnen. Das sind Tatsachen. Bitte erspart Euch das JA ABER.
JA ABER... - Wie sah es damals mit der Meinungsfreiheit aus? :-?
Miesepeter hat geschrieben:
Di 8. Sep 2020, 22:23
Die Zensur erstreckte sich auf praktisch alles. Mehr als einmal rückten Polizeikräfte aus, um Passagen im bereits in den Kiosken ausliegenden "Spiegel" und anderen ausländischen Publikationen mit einem schwarzen Filzstift unleserlich zu machen. Die interessierte Bevölkerung hatte aber trotzdem Gelegenheit, ihren Wissensdurst zu stillen, "Radio España Independiente" sendete auf Kurzwelle aus Bukarest Nachrichten über erst minutenalte Eriegnisse aus der span. Arbeiterszene (Steiks usw.).
JA ABER... - "Radio España Independiente". La Pirenaica, die Sprecherin der Besiegten... War dort nicht auch der Völkermord Francos ein Thema? :-?

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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco

Beitrag von Eisbär »

Im Zusammenhang mit dem Thema habe ich einen Artikel bei SRF gesehen, den ich auch nicht vorenthalten will.
Gute Gedanken, gute Worte, gute Taten
Wären Yin und Yang ein Paar, hätten dann all ihre Kinder eine gleichmässig graue Haut?

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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco

Beitrag von Miesepeter »

Sanchez muß punkten, denn es fehlen ihm - schon immer- die notwendigen Stimmen für den seit mehr als 1 Jahr übrfälligen Haushaltsplan. Die letzten Ereignisse in seiner (kommunistischen) Koalitionspartei haben ihm auch zugsetzt und er muß Sympathisanten finden wo es nur geht, und da ist ihm wieder mal alles recht einschl. das Aufreißen alter Wunden. Dabei sind die Täter kaum noch unter den Lebenden. Wie er die steigede Arbeitslosigkeit, Verarmung und Überschuldung in dn Griff bekommen will oder soll - Fehalnzeige.
Ich weiss nicht, ob ich bin wo ich hinwollte, aber sicher da wo ich hin sollte.
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Re: 40 bzw. 45 Jahre nach Franco

Beitrag von Xanaron »

Miesepeter hat geschrieben:
Mi 16. Sep 2020, 20:49
Sanchez muß punkten, denn es fehlen ihm - schon immer- die notwendigen Stimmen für den seit mehr als 1 Jahr übrfälligen Haushaltsplan. Die letzten Ereignisse in seiner (kommunistischen) Koalitionspartei haben ihm auch zugsetzt und er muß Sympathisanten finden wo es nur geht, und da ist ihm wieder mal alles recht einschl. das Aufreißen alter Wunden. Dabei sind die Täter kaum noch unter den Lebenden. Wie er die steigede Arbeitslosigkeit, Verarmung und Überschuldung in dn Griff bekommen will oder soll - Fehalnzeige.
Was hat Dein Kommentar mit dem Titel zu tun?

Und zum Inhalt: Du hast schon mitbekommen, dass wir eine sogenannte Coronna-Krise haben, die etwas zur momentanen Situation (Arbeitslosigkeit, Verarmung, Übershculdung) beigetragen hat?
Und Du hast scheinbar nicht mitbekommen, dass an den Zeitarbeitsverträgen, die zur absoluten Hilflosigkeit der Arbeitnehmer führte, nicht diese Regierung Schuld hat, sondern die vorherigen (korrupten) PP Regierungen. Und zwar alle seit Aznar.

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