Federico García Lorca

Spanien ist die Heimat vieler berühmter Künstler. Wer möchte einen von ihnen vorstellen?
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rumbera
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Federico García Lorca

Beitrag von rumbera » Fr 2. Mai 2008, 14:01

Der Autor Federico García Lorca (* 5. Juni 1898 in Fuente Vaqueros, Granada, Spanien; † 19. August 1936 in Viznar nahe Granada) war ein spanischer Schriftsteller und Dichter. Er zählt zu den bedeutendsten spanischen Autoren des 20. Jahrhunderts und ist heute vor allem für seine Werke für das Theater bekannt.

Leben
García Lorca wurde am 5. Juni 1898 (auch wenn der Dichter selbst oft das Jahr 1900 als sein Geburtsjahr angab) in Fuente Vaqueros geboren. Lorca begann 1914 ein Universitätsstudium in Rechtswissenschaft, Philosophie sowie Literaturwissenschaft an der Universität Granada.

Ausgedehnte Reisen durch das ganze Land schlossen sich an. Bis 1928 studierte er an der Universität Complutense Madrid. Dort machte er die Bekanntschaft des Schriftstellers Juan Ramón Jiménez und des Regisseurs Luis Buñuel.

Seine Herkunftsregion spielt eine große Rolle in Lorcas Werk, angefangen bei Ersten Liedern (Primeras Canciones) bis zu Bernarda Albas Haus (La casa de Bernarda Alba), das zusammen mit Yerma und der Bluthochzeit (Bodas de Sangre) eine Trilogie bildet, die die Stellung der Frau in der ländlichen Bevölkerung zum Thema hat.

Lorcas Stil ist durch eine Kombination aus säkularer Tradition und dem Modernismus des 20. Jahrhunderts gekennzeichnet.

Seine ersten literarischen Werke entstanden in Madrid, das Libro de poemas und sein erstes Theaterstück Mariana Pineda (1928). Außerdem veröffentlichte er Romancero gitano (1928), Poemas del Cante Jondo (1931)

Romancero Gitano

und Llanto por Ignacio Sánchez Mejías (1935). Letzteres stellt sein berühmtestes lyrisches Werk dar.
Es ist einem spanischen Torero gewidmet, der ein Freund Lorcas war sowie ein Mäzen der Madrider Kunstwelt. Er starb bei der Ausübung seines Berufes.

In Madrid lernte Lorca auch den surrealistischen Künstler Salvador Dalí kennen. Beide verband eine enge Freundschaft. Der Dichter widmete dem jungen aufstrebenden Künstler seine Ode an Salvador Dalí (1926), dieser veröffentlichte in einer von Lorca gegründeten Literaturzeitschrift (gallo) sein Manifesto anti-artistico catalán.

Romancero gitano war nicht nur das erfolgreichste Werk von García Lorca, sondern auch das erfolgreichste Werk, das ein Dichter der Generación del 27 geschrieben hatte. Viele flamenco und Volkslieder haben der Text aus den Romancero Gitano.
Eine der bekanntesten ist Romance Sonambulo, oder Verde wie am meisten bekant ist.


Manzanita

Rumba.Manzanita con Ketama


Nach seiner Zeit in Madrid ging Lorca im Sommer 1929 nach New York, wo er an der Columbia University studierte und Vorträge hielt. In New York fühlte er sich jedoch nicht wohl. Die Stadt war ihm zu groß, er vermisste die Natur, deren Zerstörung durch Technologie und Fortschritt er in seinem surrealistischen Werk Poeta en Nueva York beklagt.

1930 reiste er nach Kuba. Seine tiefe Verbundenheit zur spanischen Landbevölkerung, insbesondere zu den Gitanos, drückt sich auch in einem ehrgeizigen Theater-Projekt aus, welches er, initiiert von der damaligen Provisorischen Regierung der Republik 1931 als Regisseur leitete. Ziel dieses reisenden Studenten-Theaters (La Barraca) war es, Kultur und Bildung auch in die ländlichen Regionen zu bringen, es wurden vor allem klassische spanische Bühnenwerke von Cervantes und Calderón aufgeführt.

1933 feierte er Triumphe in Buenos Aires anlässlich einer Reise nach Argentinien. Sein Drama Yerma war bis dahin 100 Mal aufgeführt worden. Von seinen Dramen sind weiterhin zu nennen La Zapatera prodigiosa (Urauff. 1930, publ. posth. 1940) und Bodas de sangre (1933).

Neben seiner Dichtkunst galt Lorca auch als ein begnadeter Musiker, er improvisierte auf der Gitarre und auf dem Klavier und komponierte zudem einige Lieder. Er war mit dem spanischen Komponisten Manuel de Falla befreundet.

Seine gesellschaftskritischen Arbeiten hatten Lorca bei der politischen Rechten unbeliebt gemacht. Dies und wohl auch seine Homosexualität führten zu seiner Ermordung am 19. August 1936, zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, durch spanische Nationalisten, wiewohl er bei einer bekannten Familie des rechten Lagers (zu der der Dichter Luis Rosales gehörte) Zuflucht gesucht hatte.

Nach heutigem Erkenntnisstand ist wohl davon auszugehen, dass auch persönliche Rache eine Rolle gespielt haben könnte.

Luigi Nono komponierte in Gedenken an García Lorca das Werk "Tre epitaffi per Federico García Lorca" (1951–53).

Werke
Bluthochzeit / Bodas de Sangre, deutsch von Enrique Beck, Bibliothek Gedichte,
Diwan des Tamarit / Diván del Tamarit,
Zigeunerromanzen
Bernarda Albas Haus
Das Publikum / Komödie ohne Titel



Bearbeitungen

Bernarda Albas Haus wurde 1987 von Mario Camus in spanischer Originalfassung verfilmt, es gibt auch eine deutschsprachige Verfilmung unter demselben Titel von der Regisseurin Konstanze Lauterbach, 1994, und eine englischsprachige unter dem Titel The House of Bernarda Alba (Regisseur: Stuart Burge). Eine Filmadaption von Yerma aus dem Jahr 1998 stammt vom spanischen Regisseur José Luis Garci.

Die deutsche Schriftstellerin Jo Micovich widmete Lorca zwei größere Werke, nämlich den Gedichtband An den Absturz gelehnt - Gedichte zum 50. Todestag von Federico Garcia Lorca und das Hörspiel Katalonien 1925, das 1992 oder 93 vom RIAS Berlin ausgestrahlt wurde.

Der finnische Komponist Einojuhani Rautavaara komponierte 1973 ein Werk für Chor mit dem Titel "Suite de Lorca". Es besteht aus vier Gedichtvertonungen aus dem Werk Lorcas ('Canción de jinete', 'El Grito', 'La Luna asoma' und 'Malaguena'). Die "Suite de Lorca" gehört zu den bekannteren a capella-Kompositionen des 20. Jahrhunderts und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Suite de Lorca - El Grito

Suite de Lorca - La Luna Asoma

Suite de Lorca - Cancion de jinente

Suite de Lorca - Malaguena

Die Geschichte von Lorcas letzten Lebensjahren wurde 1997 unter dem Titel Lorca - Mord an der Freiheit mit Andy Garcia in der Titelrolle verfilmt, weitere Rollen wurden mit Miguel Ferrer und Jeroen Krabbé besetzt.

Auf dem Album „Hell's Ditch“ der Folk-Rock-Band The Pogues behandelt das Lied „Lorca's Novena“ Lorcas Tod und die Morde der Falangisten.

Der spanische Gitarrist Paco de Lucia widmete dem Dichter mit seiner Aufnahme einiger Kompositionen Lorcas auf seinem Album 12 Canciones de Garcia Lorca Para Guitarra (1965) eine Hommage.

Leonard Cohens Song "Take This Waltz“ basiert auf einem Gedicht Lorcas.

Der deutsche Schriftsteller Bernhard Luipold thematisiert die Ermordung Federico García Lorcas in seinem Roman Jagd in der Dämmerung (Stuttgart 2007, Online-Verlag QuasiMetafisico) [1], aus bisher eher unbeachteter Perspektive.
Danach war neben Lorcas Homosexualität sein letztes und noch unveröffentlichtes Theaterstück ein entscheidender Grund für die Falangisten, ihn so rasch wie möglich umzubringen.

Es sollte mit der bürgerlichen Scheinmoral aufräumen. Nach Lorcas eigenen Worten würden danach die Provokationen des von ihm verehrten Oscar Wilde spießig wirken.
:smile:
Besitos!!!
Rumbera. Bild
Que frio hace!!!

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