Eine Steuerflucht ist damit nicht mehr möglich
Diesen Satz finde ich sehr verwirrend, Montemar.
In den
Deutschen Wirtschaftsnachrichten, auf die du dich hier wahrscheinlich beziehst, stand, Zitat:
- "Die Steuer wirkt rückwirkend bis zum 1. Januar 2014, eine Steuerflucht ist damit praktisch ausgeschlossen."
- Steuerflucht bezeichnet die Verlagerung von Einkunftsquellen, Betriebssitz, Wohnsitz oder Aufenthaltsort in andere Staaten oder Wirtschaftsgebiete aus steuerlichen Gründen. Quelle
Doch warum sollte eine Steuerflucht durch das neue Gesetz nicht mehr möglich sein?
Der Satz bezog sich wohl eher auf die Tatsache, dass die Steuer
rückwirkend vom 1. Januar 2014 an erhoben wird und nachträglich natürlich niemand mehr Guthaben in andere Länder transferieren kann.
Zitat:
- Die Einführung einer Sparersteuer gilt als heikel, da sie Bürger in einer Trotz- und Schockreaktion dazu bewegen könnte, ihr Geld aus dem Finanzsystem abzuziehen, und so einen Ansturm auf das Banksystem, einen "bank run", auslösen könnte. Die Welt
Ich kann mir vorstellen, dass zumindest sehr viele Ausländer, ohne
Residencia, aber mit Vermögen auf spanischen Bankkonten, dieses Geld auf Konten in ihrer Heimat transferieren werden, und wenn es nur aus Angst heraus geschieht, dass sich die Zahl hinterm Komma vergrößert - und das dann auch wieder rückwirkend.
"Neu-Spaniern" wurde immer geraten, neben dem Girokonto ein Sparbuch anzulegen, um nicht Gefahr zu laufen, durch ungeplante Abbuchung das Konto ins Minus zu laufen zu lassen. da spanische Banken meist keine Überziehungskredite einräumen und bei Unterdeckung hohe Mahngebühren berechnen bzw. Abbuchungen zurückweisen, was zu Problemen mit den Forderungen für Telefon, Grundsteuern (IBI), Patrimonio, Strom, Wasser, Sozialversicherung etc. führen kann.
Quelle.
Warum also in Spanien Steuern zahlen, wenn dieselbe Dienstleistung woanders umsonst ist?
Oder warum nicht gleich das spanische Konto auflösen und alle Abbuchungen über das Konto im Heimatland durchführen lassen, wie
hier bereits angeregt wurde?
Zum Thema "Zwangsabgaben" passt auch, dass die Staatschulden in Spanien sich nach Angaben der Notenbank, Zitat
"mit 997 Milliarden Euro Ende Mai einen absoluten historischen Rekordstand erreichten. Sie entsprechen nunmehr 97,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Hauptursachen für den abermals rasanten Anstieg um 36 Milliarden Euro in den ersten fünf Monaten sind die Defizitfinanzierung, Hilfen für marode Banken und Kredite für insolvente Regionen. Die Regierung Rajoy rechnet damit, dass im Laufe des Jahres die Ein-Billionen-Grenze erreicht wird, hofft aber, dennoch die Staatsschulden noch unter 100 Prozent des BIP halten zu können." Quelle