Antiquitätenmarkt in L'Isle-sur-la-Sorgue
Verfasst: Mo 19. Mär 2012, 18:24
Auf unserer letzten Reise lang durch Frankreich haben wir von der Autoroute du Soleil einen Abstecher nach L'Isle-sur-la-Sorgue, in der alrömischen Provincia Gallia Narbonensis im Rhônetal gemacht.
Der Ort ist nur 46 Kilometer Karte (ca. 44 Minuten) von der A7 (Abzweig Orange) entfernt.
Das südfranzösische Städtchens (knapp 19.000 Einwohner) ist umgeben von Obstplantagen und Weinfeldern. Im Mittelalter lag der Ort wie eine Insel inmitten eines Sumpfgebietes, das die Einwohner durch den Bau von Kanälen nach und nach trocken legten. Diese Insellage bot dem damals "Insula" genannten Ort, Schutz vor den Kanonenkugeln während der Religionskriege, indem die Einwohner die trocken gelegten Felder einfach wieder fluteten. Das "Venise Comtadine" (sicher ein wenig übertrieben!) ist mit Kanälen durchzogen und von den ca. 70 Wassermühlen sind heute nur noch sechs zu besichtigen. Sie trieben zu Beginn des Industriezeitalters Getreide-, Papier- und Ölmühlen an. Die im romanischen Stil erbaute Stiftskirche Notre-Dame-des-Ange war die erste katholische Kirche der Stadt und ist ohne weiteres eines ihrer schönsten Bauwerke. Sie steht seit dem 4. April 1911 unter Denkmalschutz. Ihre reiche Innenausstattung aus dem 17. Jahrhundert erinnert an italienische Kirchen. Dies nur ein kleiner Anriss, mehr erfahrt ihr in obigem Link, denn hier geht es um den größten Trödelmarkt der Provence, dem zweitgrößten in ganz Frankreich - direkt nach dem Marché aux Puces in Paris.
Der Antiquitätenmarkt des ansonsten verschlafenen Städtchens lockt an den Wochenenden Kenner aus aller Welt an. Die Jagd nach dem besten Preis, auf franz. "chiner", ist für die "Grande Nation" eine Art Volkssport. Zu den Jägern gehören Ästheten und Händler, Innenarchitekten, aber auch ganz normale Privatleute.
Spanischen Flohmarktgängern wird hier jedoch aufgrund der "französischen" Preise schnell die Kauflust vergehen. Ob Einzelmöbel oder ganze Zimmereinrichtungen, hier findet man alles quer durch die Landesgeschichte. Barocke Himmelbetten, geschnitzte Putten aus unbestimmten Epochen, verrostete Zäune und Gartenbänke, herrschaftliches Interieur oder ländliches Volksgut. Erst wenn die Farbe abblättert oder verblichen ist und der Brokat zerschlissen, stimmt das Ambiente. Am Sonntagmorgen findet zudem ein provenzalischer Wochenmarkt in der Avenue des Quatre-Otages statt, auf dem neben Obst und Gemüse auch Oliven und Olivenöl, Knoblauch, Kräuter, Honig und Lavendelwasser angeboten wird. Ort und Öffnungszeiten:
Rund um den Bahnhof (gare) teilen sich über 200 Händler den Platz in den alten Lagerhallen. Sie haben nur samstags, sonntags, montags geöffnet, zu Ostern und am 15. August finden zusätzliche Trödelmessen statt, dann verdoppelt sich die Ausstellerzahl.
Der Ort ist nur 46 Kilometer Karte (ca. 44 Minuten) von der A7 (Abzweig Orange) entfernt.
Das südfranzösische Städtchens (knapp 19.000 Einwohner) ist umgeben von Obstplantagen und Weinfeldern. Im Mittelalter lag der Ort wie eine Insel inmitten eines Sumpfgebietes, das die Einwohner durch den Bau von Kanälen nach und nach trocken legten. Diese Insellage bot dem damals "Insula" genannten Ort, Schutz vor den Kanonenkugeln während der Religionskriege, indem die Einwohner die trocken gelegten Felder einfach wieder fluteten. Das "Venise Comtadine" (sicher ein wenig übertrieben!) ist mit Kanälen durchzogen und von den ca. 70 Wassermühlen sind heute nur noch sechs zu besichtigen. Sie trieben zu Beginn des Industriezeitalters Getreide-, Papier- und Ölmühlen an. Die im romanischen Stil erbaute Stiftskirche Notre-Dame-des-Ange war die erste katholische Kirche der Stadt und ist ohne weiteres eines ihrer schönsten Bauwerke. Sie steht seit dem 4. April 1911 unter Denkmalschutz. Ihre reiche Innenausstattung aus dem 17. Jahrhundert erinnert an italienische Kirchen. Dies nur ein kleiner Anriss, mehr erfahrt ihr in obigem Link, denn hier geht es um den größten Trödelmarkt der Provence, dem zweitgrößten in ganz Frankreich - direkt nach dem Marché aux Puces in Paris.
Der Antiquitätenmarkt des ansonsten verschlafenen Städtchens lockt an den Wochenenden Kenner aus aller Welt an. Die Jagd nach dem besten Preis, auf franz. "chiner", ist für die "Grande Nation" eine Art Volkssport. Zu den Jägern gehören Ästheten und Händler, Innenarchitekten, aber auch ganz normale Privatleute.
Spanischen Flohmarktgängern wird hier jedoch aufgrund der "französischen" Preise schnell die Kauflust vergehen. Ob Einzelmöbel oder ganze Zimmereinrichtungen, hier findet man alles quer durch die Landesgeschichte. Barocke Himmelbetten, geschnitzte Putten aus unbestimmten Epochen, verrostete Zäune und Gartenbänke, herrschaftliches Interieur oder ländliches Volksgut. Erst wenn die Farbe abblättert oder verblichen ist und der Brokat zerschlissen, stimmt das Ambiente. Am Sonntagmorgen findet zudem ein provenzalischer Wochenmarkt in der Avenue des Quatre-Otages statt, auf dem neben Obst und Gemüse auch Oliven und Olivenöl, Knoblauch, Kräuter, Honig und Lavendelwasser angeboten wird. Ort und Öffnungszeiten:
Rund um den Bahnhof (gare) teilen sich über 200 Händler den Platz in den alten Lagerhallen. Sie haben nur samstags, sonntags, montags geöffnet, zu Ostern und am 15. August finden zusätzliche Trödelmessen statt, dann verdoppelt sich die Ausstellerzahl.