haSienda hat geschrieben:Mein Paps gibt seines gerade ab...ist tadellos und schon heute ein Klassiker!
220E Cabriolet
Und Mum (ich) hat ihres schon längst abgegeben....
Ja, Derek, damit weckst du Erinnerungen bei mir.
Es ist schon lange her, als sich mein Olivo weit aus dem Fenster lehnte, um mir genau dieselbe Baureihe zu einem besonderen Anlass zu schenken– es muss irgendwann kurz vor Millenium gewesen sein. Für mich war es wohl das teuerste Geschenk, das ich jemals bekommen hatte. Doch so richtig glücklich habe ich wohl nicht ausgesehen, zu gewaltig war der Unterschied zu meinem ersten Auto, das auch ein Cabrio war.Das war eine quietschgrüne Ente, die ich heiß und innig liebte, doch leider wurde sie überfahren. Ein, zwei Autos später bekam ich also diesen Protzschlitten geschenkt, den ich für mich viiiiel zu spießig fand.
Nun, ich muss zugeben, dieses Cabrio war - im Nachhinein betrachtet – für die damalige Zeit äußerst komfortabel. Und nicht nur bequem, sondern auch noch sicher, worauf Olivo allergrößten Wert legte, denn ich hatte in meiner ständigen Eile und dem Bemühen, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen, schon eine Reihe von Unfällen auf den grauen Asphalt gelegt.

Das Cabrio hatte eine stabile Knautschzone vor dem Lenkrad, Schutzschild für den nächsten Unfal,l und war außerdem mit Überrollbügeln versehen, die innerhalb von einer Sekunde auf die andere aus der Versenkung heraus kamen. Nein, eigentlich gab es nichts zu kritisieren, das Auto war sicher! Luxus wie Edelstahlfelgen, Ledersitze und automatisch versenkbares Faltdach ließ mich kalt, nur die Sicherheitsgurte, die waren der absolute Knaller: Sie legten sich vollautomatisch um die Rundungen von Fahrer und Beifahrer und man konntenicht losfahren, bevor es “klick” gemacht hatte. Es gab auch noch weitere Vorteile, die für ein Cabrio nicht selbstverständlich sind:: ein großer Kofferraum und vier vollwertige Sitze, also ideal für eine Mutter, die oft mit ihren drei Kindern unterwegs war.
Olivo träumte derweil davon, den Wagen später als Oldtimer mit nach Spanien zu nehmen. Doch dazu kam es nicht, denn kurze Zeit später bekam ich tatsächlich MEIN Traumauto, dasselbe Modell fahre ich heute noch.Es ist zwar auch schon ein wenig angestaubt, doch ein wenig sportlicher als das Mercedes-Cabrio und hat nicht so viel Firlefanz, ein Grund, warum ich jetzt doch manchmal ein wenig sehnsüchtig an mein damaliges Geschenk zurück denke.
Was ich damit sagen will:
Ich kann das 220E Cabrio von Dereks Papa jedem Nostalgie-Fan mit gutem Gewissen empfehlen. Es ist ein schönes Auto.
