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Pistazienbaum (Pistacia vera)

Verfasst: Mo 24. Aug 2026, 08:21
von Oliva B.
dksoft hat geschrieben: Mi 19. Aug 2026, 14:34 [...]Wir haben jetzt ersatzweise Pistazien gepflanzt. Die wurden bis dato nicht befallen. Sind aber in den letzten Jahren sehr teuer geworden. Es hatten wohl noch andere Leute die Idee diese zu kaufen.
Ja, Pistazienbäume erlebten in den letzten Jahre hierzulande einen regelrechten Boom, nachdem bis dato allein schon in der Provinz Alicante rund 315.000 Mandelbäume (hauptsächlich in der Marina Alte, Marina Baja und El Comtat - alles Landkreise im Norden der Provinz Alicante) von TRAGSA gerodet wurden. Zur Neupflanzung eignen sich Johannisbrotbäume (hauptsächlich in Alcalalí - und Pistazienbäume. Deshalb wohl auch der Preisanstieg.

Pistazien sind ziemlich anspruchsvolle Bäume, denn schon beim Pflanzen kann man Fehler machen, worauf in diesem Artikel für Landwirte hingewiesen wird: Pistacho: el fracaso reside en la estrategia, no en el árbol

Damit sich der Baum optimal entwickeln kann ist der Standort entscheidend.
für die Pistazienbäume direkt am Mittelmeer ist nicht die Wärme das Hauptproblem, sondern vor allem das zu milde und feuchte Küstenklima.

Was spricht gegen den Anbau von Pistazien an der Küste?

Zu wenig Winterkälte:
Viele Sorten brauchen eine ausreichende Winterruhe mit Kältestunden. Milde Küstenwinter können zu einem ungleichmäßigen Austrieb und einer schlechten Blüte führen. Es gibt allerdings Sorten mit geringerer Kälteanforderung – deshalb ist die Sorte entscheidend.

Hohe Luftfeuchtigkeit:
Pistazien bevorzugen heiße, trockene Sommer. Die feuchtere Meeresluft begünstigt Pilzkrankheiten und kann insbesondere während Blüte und Fruchtentwicklung problematisch sein.

Salz und Meerwasser:
Küstenwind mit salzhaltiger Gischt sowie salzhaltiges Bewässerungswasser können langfristig Probleme verursachen. Pistazien sind zwar vergleichsweise salztolerant, aber auch diese Toleranz hat Grenzen.

Zu wenig trockene Sommerhitze:
Für eine gute Reife benötigen die Früchte ausreichend Wärme und möglichst trockene Bedingungen. Das kühlende Meer kann hier nachteilig sein.

Staunässe:
Schwere, schlecht drainierte Küstenböden sind ungeeignet; Pistazien reagieren empfindlich auf länger nasse Wurzeln.

Doch "Mittelmeerküste“ muss nicht automatisch „ungeeignet“ bedeuten. Einige Pistaziensorten können durchaus moderate Kälte vertragen, so dass der Anbau in einem günstigen Mikroklima funktionieren kann, wie z. B. in dem mediterranen Küstenort Split in Kroatien, der auf demselben Breitengrad liegt wie die spanische Stadt Gijón in Asturien...
escription	<br />English: Iranian pistachio.<br />Date	16 July 2013, 07:55:43<br />Source	Own work<br />Author	NAEINSUN
escription
English: Iranian pistachio.
Date 16 July 2013, 07:55:43
Source Own work
Author NAEINSUN
Für den Pistazien-Anbau am Mittelmeer ist es daher wichtig, sich vor dem Kauf eines Baumes mit dem Winter-Klima, der sommerliche Luftfeuchtigkeit, Bodenentwässerung und Salzgehalt des Bewässerungswassers zu beschäftigen. Die Wahrscheinlichkeit einer wirtschaftlich guten Produktion ist im trockenen Hinterland der Costa Blanca aber deutlich höher.

Re: Pistazienbaum (Pistacia vera)

Verfasst: Mo 24. Aug 2026, 12:40
von dksoft
Liebe Oliva,

Danke für deine ausgiebige und informative Recherche.

Es war in der Tat bisher schwer, die Pistazien durchzubekommen. Es ist wichtig, dass man eine weibliche (hembra) und eine männliche (macho) pflanzt. Der erste Macho ist prompt eingegangen. Beim zweiten haben wir einen Discount von der Gärtnerei erhalten, aber leider hat auch dieser keine Blätter getrieben. Erst hatte ich die Stelle in Verdacht, weil dort vor Jahren ein Mandelbaun stand. Aber die Hembra daneben wuchs gut an.

Dann haben wir bei Naturalia/Benissa einen großen Macho gekauft und der blühte dieses Jahr erstmalig.
Die Hembra ist zwar immer noch kniehoch, trägt aber schon zwei Pistazien.

Der Hinweis mit dem Johannisbrotbaum ist sehr gut. Wir hatten das zuvor erfolglos mit gesammelten Samen probiert. Hier schauen wir uns nochmal nach einer kräftigen Pflanze in der Gärtnerei um.

Re: Pistazienbaum (Pistacia vera)

Verfasst: Mo 24. Aug 2026, 13:09
von Oliva B.
dksoft hat geschrieben: Mo 24. Aug 2026, 12:40 [...]Der Hinweis mit dem Johannisbrotbaum ist sehr gut. Wir hatten das zuvor erfolglos mit gesammelten Samen probiert. Hier schauen wir uns nochmal nach einer kräftigen Pflanze in der Gärtnerei um.
Du weißt aber schon, dass der Johannisbrotbaum (Algarrobo) eine Wuchshöhe von 10 bis 20 Metern erreichen kann, er wird also ein richtiger Trümmer - für Privatgärten eigentlich viel zu groß.
Algarrobo.jpg
Der Pistazienbaum (Pistacia vera) mit einer ausgewachsenen Höhe von ca. 12 m ist dagegen ein Zwerg.

Re: Pistazienbaum (Pistacia vera)

Verfasst: Mo 24. Aug 2026, 14:56
von villa
Ein Algorobo ist auch nur schwer wieder los zu werden wenn er einmal angewachsen ist.

Re: Pistazienbaum (Pistacia vera)

Verfasst: Mo 24. Aug 2026, 17:26
von Julekeil
villa hat geschrieben: Mo 24. Aug 2026, 14:56 Ein Algorobo ist auch nur schwer wieder los zu werden wenn er einmal angewachsen ist.
Hola,

genau wie die Johannisbrotschoten. 4 grosse Säcke jedes Jahr und keiner will sie haben ....

Saĺudos
Sabine

Re: Pistazienbaum (Pistacia vera)

Verfasst: Mo 24. Aug 2026, 20:17
von Busbauer
Wir haben einen Algorobo seit 40 Jahren neben dem Haus. Der ist vollkommen problemlos, er wird im Frühjahr massiv zurückgeschnitten und treibt dann wieder aus und spendet uns Schatten fürs Schlafzimmer. Die Früchte holte früher ein Schäfer,
nun werden sie entsorgt...