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Netzunterspannung

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 15:14
von Kiebitz
Eben Stromausfall, 5 Minuten, jetzt Netzunterspannung. Nur 203 Volt. Spanien Problem oder nur Moraira?

Die Fotovoltaik streikt:

Fotovoltaik (PV-Wechselrichter)
​Bei PV-Wechselrichtern ist das Verhalten am Stromnetz normativ strikt geregelt (u. a. nach VDE-AR-N 4105 für die Niederspannung):
​Norm-Spannungsfenster: Die Nennspannung liegt bei 230 V (Einphasig) bzw. 400 V (Dreiphasig). Der zulässige Toleranzbereich im Netz liegt standardmäßig bei ±10 % (ca. 207 V bis 253 V).
​Abschaltgrenze bei Unterspannung: Fällt die Netzspannung unter 85 % bis 90 % der Nennspannung (in der Regel bei unter 207 V Phase-Neutralleiter), schaltet sich der Netzwechselrichter aus Sicherheitsgründen ab (Selbsttätige Freischaltstelle / NA-Schutz).
​Wiedereinschaltpunkt (Zuschaltbedingung):
Damit der Wechselrichter die Einspeisung wieder startet, muss die Netzspannung dauerhaft zurück in den zulässigen Toleranzbereich steigen.
​Typischer Schwellenwert: Mindestens 207 V bis 210 V (einphasig) bzw. 360 V (dreiphasig).
​Wartezeit: Sobald diese Mindestspannung überschritten ist, prüft das Gerät das Netz in der Regel für 60 bis 600 Sekunden stabil, bevor es sich wieder synchronisiert und Strom einspeist.

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 15:26
von dksoft
Buenavista ist gerade bei 202V.

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 15:43
von Kiebitz
226 Volt. Aber vorsorglich Klimaanlagen und Poolpumpe ausgeschaltet.

Der Wechselrichter der Photovoltaik arbeitet auch wieder.

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 16:01
von dksoft
Kiebitz hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 15:14 Fotovoltaik (PV-Wechselrichter)
​Bei PV-Wechselrichtern ist das Verhalten am Stromnetz normativ strikt geregelt (u. a. nach VDE-AR-N 4105 für die Niederspannung):
​Norm-Spannungsfenster: Die Nennspannung liegt bei 230 V (Einphasig) bzw. 400 V (Dreiphasig). Der zulässige Toleranzbereich im Netz liegt standardmäßig bei ±10 % (ca. 207 V bis 253 V).
Sehr schönes Thema :-) Beschäftigt mich schon seit Jahren.

In Spanien musst du RD1699 als Betreiberprofil installieren. Das ist wesentlich restriktiver als VDE 4105.
Ich bin mir nicht sicher, ob alle PV-Anlagen bei uns in der Nähe das richtige Profil installiert haben. Sonst müssten sich diese viel eher vom Netz trennen und das Spannungsbild würde ganz anders aussehen.

Irgendwann ging mir das ständige An/Aus des Wechselrichters aufgrund der Netzspannung auf den Geist. Wir sind jetzt Off-Grid und haben saubere 230V/50Hz im Haus.

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 16:32
von Beefeater
Da bin ich nun doppelt froh, dass wir schon immer off-grid waren.
Bei uns wird die EVU Leitung nur im Notfall aktiviert, wenn der 45kwh akku unter 20% fällt.
Oder die PV eine andere Störung hat.

Könnte heute Nacht der Fall sein ... magerer SonnenTag und der Kfz Akku war leer. Mehr als 45% bringen wir heute nicht mehr in die akkus rein.

Saludos, Mike

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 18:12
von dksoft
Beefeater hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 16:32 Da bin ich nun doppelt froh, dass wir schon immer off-grid waren.
Leider ist Off-Grid auch nicht die optimale Lösung: Wenn der Speicher voll ist, wird die PV runter geregelt aber es bleiben immer noch Lastwechsel, welche über den Speicher ausgeglichen werden müssen. D.h. der Speicher wird ständig in kleinen Abständen ent- und geladen, was der Lebenszeit nicht förderlich ist.

On-Grid geht unser Speicher einfach in den Idle-Modus wenn er voll ist und die PV wirft die Überkapazität ins Netz ab. Was auch kleine Lastwechsel prima ausgleicht.

Momentan schaltet die Haussteuerung bei 98% Ladestand wieder auf On-Grid. Das führt dann leider wieder dazu, dass die Achterbahnfahrt der Netzspannung wieder ins Haus kommt.

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 18:38
von Beefeater
Ich steuere das über die Loxone.
Ab 85% akku wird nur noch extrem soft-loaded ;)
Und der akku nie unter 20% entleert.

Ist eh nicht gut die akkus auf 100% zu bringen ...

Ein Photovoltaik-Akku sollte nicht dauerhaft bei 100 % stehen, da eine hohe Zellspannung und starker chemischer Druck im Inneren die Alterung der Batterie beschleunigen. Am wohlsten fühlen sich die Zellen in einem mittleren Bereich zwischen 20 und 80 Prozent

Wir haben das in den ersten 2 Jahren ignoriert und als Ergebnis waren 12 x 2.4kwh akkus platt.
Beim Zerlegen der akkus sprangen uns schon die Gehäusedeckel entgegen, so aufgebläht haben sich die Dyness akkus im Gehäuse.
Zum Glück kann man heute, die ehemals horrend teuren 2,4kwh akkus, durch 15kwh Modelle ersetzen, zu 1/4 des alten Preises..

Ich empfehle Interessierten sich mal die Felicity Modelle anzusehen. 15 kwh bzw. 16kwh für ca. 1700€

Saludos, Mike

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 20:44
von dksoft
Beefeater hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 18:38 Ein Photovoltaik-Akku sollte nicht dauerhaft bei 100 % stehen, da eine hohe Zellspannung und starker chemischer Druck im Inneren die Alterung der Batterie beschleunigen. Am wohlsten fühlen sich die Zellen in einem mittleren Bereich zwischen 20 und 80 Prozent
Hmm, ich habe meinen Speicher selber gebaut und dabei die LiFePo4 Zellen entsprechend der Herstellervorgabe mit 300kg verspannt.

Auch lade ich täglich auf 100%, sofern die Sonne das hergibt. Das BMS fängt erst bei 3,4V das Top-Balancing an. Wäre dem nicht so, würden die einzelnen Zellen über die Zeit auseinander laufen. Auch wüsste das BMS nicht den Ladestand des Speicher. Bei LiFePo lässt sich der korrekte Ladestand nur über die Stromentnahme bestimmen und nicht über die Zellspannung.

Aber vielleicht hast du noch Li-Ion Zellen im Einsatz. Da gelten etwas andere Regeln. Ich hatte mal zwei RESU von LG im Einsatz, die anstandslos getauscht wurden. Aber da war wohl irgendein Problem vorhanden, das zum Blähen führte.

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Di 4. Aug 2026, 00:41
von Beefeater
neenee, reine LiFeP4 Akkus hier. Ich hatte nie andere.
Aktuell nur noch die 3 x 15kwh Felicities 48300

Jeder einzelne dieser 15-kWh-Akkublöcke ist ein komplett eigenständiges Gerät mit einem eingebauten, eigenen smarten BMS.
Nur das Master-BMS kommuniziert direkt per CAN/RS485 mit der Victron Anlage, also dem cerbo, und gibt die zusammengefassten Werte
(wie den durchschnittlichen Ladezustand / SOC) weiter. Jedes hat ein eigenes Display, an dem ich die einzelnen Ladestände - grob - ablesen kann.

Am Anfang sind die Ladestände mal etwas auseinander gelaufen... nicht dramatisch, nur 80% 70% 80%
aber das hatten wir, schneller als erwartet, mit Entleerung und Soft-loading wieder im Griff.
Seitdem sind die recht symmetrisch.



Saludos, Mike

Re: Netzunterspannung

Verfasst: Di 4. Aug 2026, 07:30
von housecat
Das mit dem Balancing muss ab+zu für *jeden* Akku-Block durchgeführt werden. Ein Akku mit meinetwegen 72 Volt hat 72/3.2 interne Stränge (also 22 oder 23). Die jeweils auseinanderlaufen können. Das BMS hat zu jedem dieser Stränge eine Mess+Balancier-Leitung, sieht aus wie Medusa. Alle Monate auf 100% laden und dann solange weiterladen bis die Stromaufnahme des Akku-Blocks auf einen geringen Watt-Wert abgesunken ist. Muss ich beim Fahrzeug mit NMC ab und zu machen, sonst wird das Akku-Verhalten etwas erratisch. Wird mit LFP nicht anders sein.

Gruß // Housecat