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Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: Sa 23. Mai 2026, 12:47
von Beefeater
Hola a todos,
nun müssen Alle, die sich bereits auf die Einführung des Flaschenpfands gefreut haben, sehr tapfer sein.
Die Einführung eines Pfandsystems für Plastikflaschen und Getränkedosen in Spanien verzögert sich offenbar deutlich. Obwohl das spanische Verpackungsgesetz ursprünglich vorsah, dass das sogenannte SDDR-System bereits ab November 2026 einsatzbereit sein sollte, deutet inzwischen nahezu alles auf einen Start erst im Januar 2029 hin.
Quelle:
https://nachrichten.es/spanien-verschie ... er-warten/
Saludos Mike
P.S. Von mir aus darf das auch gerne auf 2039 verschoben werden ...

Re: Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: Sa 23. Mai 2026, 14:24
von chris
Die dämliche Augenwischerei, bei der Müll nicht in den nächsten Container kommt, sondern mit Pfand belegt, quer durch die Landschaft kutschiert und dann im Laden weggeworfen wird, sollte eh verboten werden.
Mehrweg ist Mehrweg, der Rest ist Abfall oder bestenfalls Rohstoff, der per Greenwashing salonfähig gehalten wird.
Ich kann mir richtig gut vorstellen, vor dem Einkaufen jedes Mal erst zuhause einen Plastiksack voller stinkender Dosen abzuholen über die tausend Ameisen kriechen, um sie im Laden zu entsorgen, anstatt abends in der gelben Tonne. Und wenn es geht, bitte an einem Automaten, in den man jede Dose einzeln reinstecken muss, wenn man endlich an der Reihe ist.
Ich fand es schon bei meinem letzten Besuch in Deutschland absurd, erst Einwegmüll im Automaten entsorgen, dann Mehrwegflaschen an der Kasse abgeben, und dann konnte der Einkauf auch schon starten, mit zweierlei Pfandbons in der Hosentasche.
Re: Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: Sa 23. Mai 2026, 19:37
von Beefeater
Ich bin ja auch für Mülltrennung, wenn es praktisch, einfach und "kostenlos" ist.
Beim Zurückschleppen von versifften Flaschen und Dosen, die ja in ES auch noch einen extra aparten Duft durch die spanische Wärme verströmen,
bin ich aber raus. Die lästigen Insekten kommen ja noch on Top.
Ich habe es in D gehasst und nach der Einführung dieses DosenDramas konsequent meine Dosen in den Niederlanden gekauft.
Da gab es vor meiner Auswanderung auch noch kein Pfandsystem.
Es war für uns nur ein 10km Trip, die Getränke waren dort günstiger und wir waren dort eh regelmässig shoppen.
Wir bestellen seit 2 Jahren regelmässig monatlich eine große Mercadona Lieferung. Natürlich auch mit viel Getränken in Dosen und Flaschen.
Eben damit ich nicht mehr ständig in den Supermarkt rennen muss.
Und nun muss ich "demnächst" doch wieder regelmässig dort hin, um in der Schlange zu stehen, meine klebrigen Dosen zu entsorgen und mein Pfandgeld zurück zu fordern..

Dann doch lieber eine Trennung an 4 verschieden farbigen Containern an der Strasse und ohne den Pfand Unsinn.
Saludos Mike
Re: Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: So 24. Mai 2026, 19:00
von doraline
Beefeater hat geschrieben: ↑Sa 23. Mai 2026, 19:37
Ich bin ja auch für Mülltrennung, wenn es praktisch, einfach und "kostenlos" ist.
ganz meine Meinung.
Vor allen Dingen sollte der getrennte Müll jeweils im eigenen Land recycelt werden und nicht in Asien oder wahlweise im Meer landen.
Ganz toll fand ich in D dass die Plastikflaschen manchmal mehrmals in den Automaten geschoben werden mussten, da eine Beule drin war und dann das Lesegerät diese nicht erkannt hat und wenn es geklappt hat, dann wurde sie zusammen gestampft

Re: Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: Mo 25. Mai 2026, 10:51
von chris
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an meine Kindheit, da gab es im Real (damals noch Real Kauf) Supermarkt immer echte Menschen aus Fleisch und Blut und mit einer leichten geistigen Behinderung, keine Ahnung wie der politisch korrekte Begriff dafür heute ist, die die Flaschen angenommen haben. Alles lief reibungslos, und die Angestellten hatten das gute Gefühl, einen Platz in der Gesellschaft zu haben wie jeder andere auch.
Heute steht in jeder Ecke irgendwer und wiederholt mantra-artig "Inklusion, Inklusion, Inklusion", aber die Flaschen stopft man in einen Automaten, und die Menschen dürfen sie bestenfalls auf der Rückseite entnehmen.
So war es jedenfalls in dem Supermarkt in meinem Barrio in Deutschland, wo die Mehrwegrückgabe schon seit Menschengedenken (also seit den 70ern : ) von schlecht gelaunten Verkäuferinnen betreut wurde, und dann irgendwann eine Automatenwand auftauchte, wo man sich vorne mit dem wieder ausgespuckten Leergut anfeindete und einen Meter weiter, hinter dem Automaten, die missmutige Verkäuferin darauf wartete, dass der idiotische Kunde seine Pullen endlich richtig einfädelt, damit sie sie vom Band nehmen kann.
Dann startete noch das "Duale System" mit dem Wunden Punkt, das einem seit damals und bis heute - und mit dem Segen der langjährigen rot-grünen Herrschaft und danach der "Klimakanzlerin" - Einweg als eine Art Mehrweg verkaufen darf, weil man es ja in den Laden zurückschleppt.
In Spanien würde ich mehr echte Mehrweg-Verpackungen wünschen, und irgendwer sollte endlich diese Salate in den dreißig Plastikschalen verbieten, aber jetzt auch hier Pfand auf Müll zu nehmen und die Kunden zu zwingen, diesen versifft und voller Ungeziefer kilometerweit durch die Landschaft zu kutschieren, das ist wieder dieser Aktionismus ohne Sinn und Verstand.
In der Schulde der Kiddos ist es auch immer noch so, dass die gesammelte Lehrerschaft "reciclaje" predigt und damit das Gewissen beruhigt, aber der allererste Schritt, nämlich die Müllvermeidung, wird nirgendwo erwähnt.
Re: Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: Mo 25. Mai 2026, 13:07
von Beefeater
Ich bin da ganz bei Chris.
In meiner Jugend war es völlig normal Glas Mehrwegflaschen zu benutzen.
Dann kamen die Kunststoff Mehrwegflaschen. Cola, Sinalco, Fanta...
Man kaufte eine Kiste mit Pfand und brachte die ganze Kiste zurück.
Okay die "Hartkunststoff" Flaschen sahen nach dem 5ten oder 10ten Kreislauf ziemlich verkratzt und abgenutzt aus, aber sie waren genauso hygienisch und desinfiziert wie die neuen Wegwerfflaschen. Damals ergab das Pfandsystem durchaus einen Sinn.
Heute ergibt das Pfand für Wegwerfflaschen oder Dosen die eh zerstört, geschreddert und geschmolzen werden für mich leider keinen Sinn mehr.
Ein gelber Sack/Tonne und gut wäre es. Es ist einfach grotesk, dazu genötigt zu werden, mit einem siffigen Müllsack Einkaufen zu gehen.
Und dann auch noch jedes Stück klebrigen Müll einzeln in einen Automaten zu stopfen...
Ich trinke kein Bier/Alkohol, nehmen die Händler in Spanien auch Pfand für die bekannten 1L Bierflaschen?
Und falls Nein, warum nicht?
Saludos Mike
Re: Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: Di 26. Mai 2026, 21:34
von hundetraudl
doraline hat geschrieben: ↑So 24. Mai 2026, 19:00
Beefeater hat geschrieben: ↑Sa 23. Mai 2026, 19:37
Ich bin ja auch für Mülltrennung, wenn es praktisch, einfach und "kostenlos" ist.
ganz meine Meinung.
Vor allen Dingen sollte der getrennte Müll jeweils im eigenen Land recycelt werden und nicht in Asien oder wahlweise im Meer landen.
Ganz toll fand ich in D dass die Plastikflaschen manchmal mehrmals in den Automaten geschoben werden mussten, da eine Beule drin war und dann das Lesegerät diese nicht erkannt hat und wenn es geklappt hat, dann wurde sie zusammen gestampft
Deshalb kaufe ich in Deutschland alles in Glasflaschen und die lasse ich liefern und die werden leer wieder mitgenommen.Leere Dosen und Verpackung wird in Deutschland direkt vor dem Haus abgeholt. So sollte es auch in Spanien sein.
Re: Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: Mi 27. Mai 2026, 11:36
von BeJo
Hallo zusammen,
ich finde das aktuelle (Nichtpfandsystem) in Spanien ziemlich optimal. Es gibt die großen gelben, blauen, brauen und grauen Container, dazu der grüne Glascontainer. In Santa Pola halten sie die Menschen (meistens) daran und trennen sauber. Ich nehme bei jedem kleinen Gang meinen aktuellen Müll mit zu den Containern; keine Gestank im Haus und auch keine Tierchen. Alles einfach und gut organisiert. Was soll das Pfandsystem bringen, frage ich mich. Weiter oben wurden die Nachteile ja schon beschrieben, Aufgaben werden für einen kleinen Obolus dem Bürger über geholfen. Den Reibach mit dem wertvollen Rohstoffen machen andere - so mein Kumpel, jahrelang Geschäftsführer von Alba in Berlin.
In Santa Pola macht das Geschäft URBASAR, also das Rathaus. Zusätzlich bekommt es die Abgaben der Bürger für die Müllabfuhr: aus meiner Sicht alles bestens in Ordnung. Was soll das neue System besser machen?

Aber wie so oft, es wird was geändert um des Änderungswillen.
Beste Grüße
Joachim
Re: Spanien verschiebt das Flaschenpfand auf 2029
Verfasst: Mi 27. Mai 2026, 12:05
von chris
BeJo hat geschrieben: ↑Mi 27. Mai 2026, 11:36
Was soll das Pfandsystem bringen, frage ich mich.
Das ist schnell erklärt: die EU setzt weiterhin auf Einweg-Verpackungen und erreicht die Recycling-Quoten nicht.
EU-typisch wird dann nicht etwa über Mehrweg nachgedacht, sondern der Müll mit einem Pfand belegt, um die Menschen zu zwingen, ihn an einer Stelle wegzuwerfen wo das Recycling immerhin theoretisch möglich wäre.
Ob das Recycling in Spanien geschieht, oder vermeintlich in einem "Schwellenland" (und wir hinterher ganz erstaunt sind, wie viele europäische Plastikflaschen mit fest montiertem Deckel im Pazifik treiben), ist dabei egal; hauptsache Statistik geschönt und weiter geht's.