Tina31 hat geschrieben: ↑Mi 1. Aug 2018, 07:40
[…]In unserem Garten sind ebenfalls die meisten Pflanzen noch grün. Allerdings mit regelmäßiger Bewässerung. Der Vorbesitzer hat eine Menge Pflanzen gepflanzt, die unbedingt Wasser brauchen (auch Bananenstauden

)
Liebe Elke, darf ich dich fragen, welche Pflanzen so in deinem Garten stehen? Im Laufe der Zeit möchte ich auch lieber Pflanzen hier haben, die mit weniger Wasser und Hitze besser zurecht kommen. Wir haben zwar einen Brunnen, doch beim Gießen habe ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen wegen der Wasserverschwendung, aber sterben lassen möchte ich die Blumen und Büsche ja auch nicht. Überhaupt, wenn ich sehe, was an Wasser für den Pool und den Garten drauf geht .... und das dann hochrechne auf alle Pools und Gärten.... puh.
Liebe Tina,
gern beantworte ich deine Frage, doch wo fange ich an, wo höre ich auf? Das Thema ist unerschöpflich. Ich habe zwei Gärten in Spanien, einen im Inland und einen an der Küste - mit völlig unterschiedlichen Ansprüchen.
Spaniens wird eigentlich zu den Subtropen gezählt, aber richtiger ist die Bezeichnung Mittelmeerklima, denn anders als in den Subtropen (wie auf den Kanarischen Inseln) sind unsere Winter in der Regel regenreich und die Sommer heiß und trocken. Für die Auswahl der Pflanzen- und der Freude, die man an ihnen haben will, ist die Berücksichtigung des Klimas entscheidend. Die erwähnten Bananen sollte man eher auf den Kanaren pflanzen.
Du fragst, welche Pflanzen in meinem Garten stehen. Unser Grundstück an der Küste ist mit 2.000 qm relativ groß und liegt an einem Südhang. So ein großes Grundstück zu bewässern, um sich an mitteleuropäischer Pflanzenpracht erfreuen zu können, sehe ich genauso kritisch wie du. Gegen die Trockenheit kann man nicht angießen, von der Wasserverschwendung gar nicht zu reden.
Wir haben unterhalb unsers Hauses den natürlichen Pinienwald belassen. Dort stören uns die herabfallenden Nadeln nicht, die Bäume brauchen keine Bewässerung, lassen aber kaum andere Gewächse zu. Wir sind bisher vom Prozessionsspinner verschont geblieben, allerdings wurden bei einigen Bäumen in diesem Frühjahr an den frischen Trieben die Nadeln braun. Auch hier munkelte man, dass es sich um ein Bakterium handele. Inzwischen haben sich die Pinien erholt.
Zu unserem Nachbarn breitet sich hinter unserem Pool seit einigen Jahren der Mastixstrauch aus, wodurch eine immergrüne (nicht einsehbare und undurchdringliche) Pufferzone auf unserer Grundstücksgrenze entstand, die erst durch unsere Gartentreppe gestoppt wurde. Am Rande des Mastixgebüsches hat sich die Weidenakazie ausgesät, die zu den
Invasiven Pflanzen in Spanien gehört. Zwar blühen die Bäume im Frühjahr wunderschön, doch ihre mimosenartige Blüte verbreitet ringsherum entsprechend viel "Schmutz"), und man muss ihre Aussaat rigoros bekämpfen, indem man die kleinen Pflänzchen sofort nach dem Keimen rauszieht.
Der "gepflegte" Teil meines Gartens wird auf einer Seite von einer Oleanderhecke begrenzt, davor stehen verschiedene Palmenarten. Empfehlenswert ist hier die robuste Charmaerops humilis, eine robuste Zwergpalme und die einzige Palme, die in Spanien heimisch ist. Sie braucht kaum Wasser und wächst sogar an der felsigen Steilküste. Palmen muss man behandeln, dass sie kein Opfer des Palmrüsslers werden. Wir haben uns in der speziellen Rubrik
Picudo rojo schon die Finger darüber fusselig geschrieben.... Verluste mussten wir noch nicht beklagen, wir behandeln sie aber auch.
Verschiedene Agavenarten beherbergt unser Garten auch (eine Sünde aus meiner Anfangszeit in Spanien). Heute würde ich keine Agaven mehr pflanzen, nicht wegen des
Agavenrüsslers, sondern weil auch die Agaven zu den
invasiven Pflanzen gehören, deren Ausbreitung man ständig kontrollieren muss, genauso wie das hübsche Wandelröschen, das man regelmäßig stutzen muss. Leider blüht es umso schöner, desto mehr Wasser es bekommt.
Ein Johannisbrotbaum steht auch in meinem Garten, Kakteen, verschiedene Ranken wie Bougainvillea, Passionsblume, Efeu, Blauregen, aber auch Winterjasmin, Klettertrompete, Efeu eignen sich gut.
Nicht zu vergessen Nisperos, Lorbeer (mmh, dieser Duft, wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt), Weinreben, Oliven- und Mandelbäume, Zypressen und natürliche jede Menge Kräuter wie verschiedene Thymian- und Salbeisorten, stehenden und kriechenden Rosmarin, Bergbohnenkraut, Ysop, Oregano, Majoran, Santolina und verschiedene Lavendelsorten.
Hibiskus als Topfpflanze, die großen Blüten in verschiedenen Farben erhältlich, erfreuen uns den ganzen Sommer über.
Das soll nur als Kurzinfo, denn es gibt noch sehr viel mehr, was hier problemlos wächst, worüber ich auch schreiben würde, wenn es nicht so warm wäre....
Tina31 hat geschrieben:lXylella

In Apulien haben wir 600 Olivenbäume und nicht einer ist betroffen, obwohl wir dort mit dem Hain in der äußersten Gefahrenzone leben und hier an der CB scheint es einen von unseren 5 Olivenbäumen erwischt zu haben
Wie wird an der CB gegen das Bakterium vorgegangen? Wenn es einen Baum in Apulien erwischt, werden im Umkreis von 100 Metern alle Bäume gefällt und verbrannt. Das ist für die Bauern sehr tragisch

So wurden schon ganze Landstriche gerodet, bisher wurden etwa eine Millionen Bäume vernichtet
Dazu eröffne ich bei Gelegenheit einen separaten Thread. Das Thema ist längst überfällig.