Noch nicht einmal Rudi Carrell hat damit gerechnet, dass es jemals wieder so heiße Sommer geben würde wie in der guten alten Zeit.
Man sollte sich trotzdem irgendwo auf halbem Weg zwischen Relativierung und Panikmache positionieren. Ob es tatsächlich immer heißere Sommer geben wird, wird man in 20 bis 30 Jahren wissen. Allerdings, wenn es im Rahmen des Möglichen liegt, dass eine Katastrophe aufzieht, sollte man sein Verhalten prophylaktisch anpassen, im Sinne der guten alten Porzellankiste.
Nur sollte das mit Umsicht und vorausschauender Ruhe geschehen und nicht mit übertriebenem Aktionismus und kopf- und teilweise hirnlosen Entscheidungen. In diesem Zusammenhang ist das Bauen immer wieder ein gutes, von mir gerne zitiertes Beispiel: Anstatt einfach auf saubere Energie zu setzen, von der man prinzipiell so viel verpulvern kann, wie erforderlich, haben wir das Bauen großkotzig reformiert hin zu etwas, das sich kaum noch einer leisten kann, das vollgestopft ist mit empfindlicher Technik die unter erheblichem Umweltschaden erst einmal produziert und lange vor Ablauf der Lebenszeit eines Gebäudes entsorgt und erneuert werden muss, und die Trümmerfrauen würden sich aber mal herzlich bedanken, wenn sie nicht vor einem Haufen Mörtel und Ziegelsteine stehen würden, sondern vor dem heutigen Haufen miteinander verklebten unterschiedlichen Sondermülls, das ein demoliertes "energiesparendes" Haus ist.
Was wir uns da für die Zukunft für ein Ei gelegt haben - und weiterhin legen - ist so ein dämlicher Aktionismus, auf den die Verantwortlichen auch noch stolz sind und alle paar Jahre die Schrauben noch ein paar Umdrehungen anziehen. Ja, wir verbrauchen etwas weniger Energie im Betrieb, aber der Weg dorthin hat eine vergleichsweise katastrophale Bilanz und am Ende steht "nach mir die Sintflut".
Eine ähnlich gute Idee wie die, Metallfässer mit hochgiftigem Inhalt einfach unkontrolliert in Salzbergwerke zu werfen ....


