Angeregt durch Xabias Anmerkung, dass er in Benidorm viele Bars mit englischen Namen gesehen hat, habe ich mich auf die Suche nach weiterem Zahlenmaterial begeben, die den Ausländeranteil an der Costa Blanca belegen.
Das Sekretariat für Migration der Diözese Orihuela-Alicante hat zum vierten Mal in Folge einen Jahresbericht über den Ausländerstand der Provinz Alicante vorgelegt, der bereits am 10. Juni 2010 veröffentlicht wurde.
Danach hat die Provinz Alicante den höchsten Ausländeranteil (24,2%) in ganz Spanien.
Der durchschnittliche Ausländeranteil in Spanien beträgt nur die Hälfte, nämlich 12 %, in Córdoba liegt er sogar bei nur 2,75 %.
Das statistische Bundesamt (INE) verzeichnete zum 1. Januar 2010 allein in der Provinz Alicante 463.704 Ausländer, die sich aus mehr als 100 verschiedenen Nationalitäten zusammensetzen.
- 1. 130.000 Briten (fast ein Viertel aller eingetragenen Ausländer)
2. 36.531 Deutsche
3. 33.618 Marokkaner
4. 32.591 Rumänen
5. Ecuatorianer (Zahl hat sich verringert)
6. Kolumbianer (Zahl hat sich verringert)
7. Niederländer
8. Bulgaren
9. Argentinier
Wie im Vorjahr hatten 2009 neunzehn Gemeinden in der Provinz einen Ausländeranteil von mehr als 50 %. Die Zahlen von informacion.com sind noch wesentlich höher als die zuvor angegebenen.
Danach ist
San Fulgencio die Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil (12.030 Einwohner, davon Ausländer = 77,58 %),
Rojales (75 %),
Calpe (63 %)
Unter den Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern hat
Torrevieja hat den höchsten Ausländeranteil, noch vor
Alicante und
Elche.
25,12 % der Einwohner Alicantes (2009) wurden nicht im Lande geboren,
in Jaén sind es hingegen nur 3,2 %.
Nach Angaben der Conselleria de Solidaridad y Ciudadanía leben 430.958 der 462.974 Einwanderer der Provinz Alicante an der Küste.
Das heißt, dass sich die 93 % der Einwanderer auf die Kreise Marina Alta, Marina Baixa, L'Alacantí, Baix Segura und Baix Vinalopó konzentrieren. Die verbleibenden 7% der Ausländer verteilen sich auf die Kreise El Comtat L'alcoià, L'Alt Vinalopó und Mitja Vinalopó.
Die Anzahl der Ausländer ist zwischen 2002 und 2010 in den Küstengebieten um 144,4 % gestiegen,
im Binnenland um 223,6 %.
Serafina hat geschrieben:Ich meine, jede Altstadt, meist rund um die Kirche, in den spanischen Orten ist "typisch spanisch". Altea finde ich auch sehr urig.
LG - Serafina

Wenn man diese Zahlen und Aussagen zugrunde legt, kann man sich vorstellen, dass es mit „typisch spanischen Orten“ an der Küste schlecht bestellt ist. Multikulti und internationales Flair ist angesagt. Ich stimme Serafina zu, dass es durchaus noch genügend Orte mit einem alten Stadtkern gibt, in dem hauptsächlich die Einheimischen wohnen - aber auch Orte, wo man vergeblich nach etwas Ursprünglichem sucht.
Doch schon wenige Kilometer hinter dem schmalen Küstenstreifen wird man fündig:
Dort liegen Dörfer, die durchaus noch das typische Spanien repräsentieren; aber leider sind die architektonischen Highlights nicht so gut restauriert und so schön in Szene gesetzt wie in den Orten, in denen Touristen ihr Geld vorwiegend ausgeben.
Zum anderen ist das Stadtbild (Edificios "zombi") nur abhängig von dem Prozentsatz der ausländischen Residenten?
Wie wirkt sich der Tourismus auf die Städte aus?
Während sich für Benidorm wohl eher jüngere Leute entscheiden, die „Party“ machen wollen und das Angebot auch dementsprechend vorhanden ist,, gibt es genügend andere Orte, die von Familien für einen ruhigen Urlaub vorgezogen werden.
Entschuldigt die vielen Zahlen, die ich euch aber nicht vorenthalten wollte.
Meine Quellen:
http://alarcos.inf-cr.uclm.es/per/fruiz ... xtranjeros
http://inmigracionalicante.com/La-mitad ... cantina/50
http://www.diarioinformacion.com/alican ... 17728.html