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Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Di 18. Aug 2026, 13:34
von Josefine
.
Wir sind auch im August 2015 dort in Santiago de Compostela gewesen, allerdings auch mit dem Bus und nicht gepilgert.
... aber es war toll. :-D

Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Di 18. Aug 2026, 15:43
von Frambuesa
Josefine hat geschrieben: Di 18. Aug 2026, 13:34 .Wir sind auch im August 2015 dort in Santiago de Compostela gewesen, allerdings auch mit dem Bus und nicht gepilgert.
... aber es war toll. :-D
Es freut mich, dass es bei euch eine tolle Reise war :); ich hätte vielleicht meine Erwartung nicht so hoch schrauben dürfen :-?
Ich war aber nicht im August, sondern Ende Oktober in Santiago.

Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Di 18. Aug 2026, 17:29
von Frambuesa
Fisterre ist nach dem Besuch der Kathedrale eigentlich das letzte Ziel eines „Camino de Santiago“.
Wir hatten uns mit dem Besuch am Cabo Fisterre jedoch bis zum 7. November Zeit gelassen.

Hier ein paar Eindrücke:

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Kilometer 0,0

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Auf zum Leuchtturm
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Hier entledigt sich der Wanderer seiner Pilgerkleidung, die an den Hängen verbrannt werden.
Manch einer verbrennt auch seine löchrig gewordenen Schuhe und einige opfern ihre Haarpracht, die sie vorher lange gezüchtet hatten

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Weil wir hier nicht gerne über Nacht bleiben wollten, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Welchen Ort sich Jefe damals als Etappenziel ausgedacht hatte, weiß ich zwar nicht, aber . . . das war der besagte 7. November, an dem wir an der unheimlichen Wegekreuzung gelandet sind.

Das war es nun mit den Camino-Erlebnissen, aber - wir sind ja immer noch in Galicien und da begegnet man so mancherlei Geheimnisvolles und Mystisches

Jefe meint, ich solle mich doch langsam mal meiner hausfraulichen Pflichten erinnern Bild
In diesem Sinne - bis morgen dann mit der nächsten galicischen Geschichte

Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Di 18. Aug 2026, 22:43
von villa
>:d<

Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Mi 19. Aug 2026, 02:53
von AuS
>:d<

Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Mi 19. Aug 2026, 06:56
von Heinz+Gundis
>:d<

Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Mi 19. Aug 2026, 11:45
von Josefine
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... dann mit der nächsten galicischen Geschichte

Ich finde Galicien auch so interessant. Freut mich, daß Du uns noch mehr erzählst, @Frambuesa. >:d<

Ich habe für das heutige Kalenderblatt extra eins aus Galicien ausgesucht. :lol:
Dort sind wir im Juli d.J. gewesen. ;-)

Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Mi 19. Aug 2026, 12:33
von Florecilla
Dem Wetterumschwung sei Dank, habe ich endlich Zeit und Muße, deine Geschichten und Erzählungen zu lesen, liebe Frambuesa.

Vielen Dank, dass du uns an deinen Erinnerungen teilhaben lässt und uns mit auf die Reise nimmst >:d<

Ich freue mich auf die Fortsetzung der Mythen, Kuriositäten, Abenteuer, aber auch auf die kleinen Begebenheiten, die eine Reise erst so besonders machen.

Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Do 20. Aug 2026, 07:16
von Frambuesa
Ein Fensterplatz für Abuelas Seele

Der Norden Spaniens scheint so ganz anders als der Rest des Landes zu sein, und auch in Galicien haben wir uns gerne aufgehalten. Die raue Landschaft und die zerklüftete Küste erinnern eher an nordische Länder wie Irland und Schottland.
In Galicien suchten wir vergeblich nach den Gitarrenklängen des Flamenco. Hier wird die Musik, ähnlich wie in Schottland, von Dudelsäcken geprägt. Und wer nicht gerade ein Dudelsackspezialist ist, dürfte Schwierigkeiten haben, galicische von schottischen Dudelsackklängen zu unterscheiden.

War es das neblige atlantische Klima oder die bergige Landschaft, die dazu führten, dass sich hier die alten keltischen Sagen, Mythen und Bräuche bis heute hielten? Den Mauren war es im Norden wohl zu kalt und zu regenreich, und die Römer schienen wohl auch kein Interesse an dieser Gegend gehabt zu haben. So kam es wohl, denke ich, dass es hier so gut wie keine Spuren maurischer oder auch römischer Kultur gibt. Stattdessen sieht man allerorts alte Zeichen keltischen Ursprungs, und die christlichen Würdenträger scheinen in Galicien auch kaum Berührungsängste zu haben – mit Ausnahme vielleicht des Erzbischofs von Santiago de Compostela.

Ein paar Tage hielten wir uns in Cariño auf und frühstückten zusammen mit den Rathausangestellten in der kleinen Cafébar neben der Casa do Concello. Über Cariño und die nähere Umgebung berichte ich später einmal.
Es war an dem Tag, an dem Jefe einen Ausflug nach Cedeira machen wollte. Das Wetter war galicisch-durchwachsen, und alle mitfahrenden Geschöpfe hatten gute Laune.
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Auf der Fahrt hatte besonders Horschtel seinen Spaß an den am Wegesrand herumstreifenden Pferden.
Etwa auf der Hälfte der Strecke entdeckte ich tief unter uns ein kleines Dorf; Jefe erahnte meinen Wunsch und nahm die Abzweigung nach San Andrés de Teixeira. Was mag uns in diesem kleinen Dorf erwarten? Wir hatten keine Ahnung, staunten aber nicht schlecht über den riesigen Parkplatz, auf dem mehr als 10 Reisebusse Platz fanden.

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Völlig ahnungslos spazierten wir die Gasse hinunter zum Ortskern, wo gerade kleine Verkaufsstände aufgebaut wurden. In welchem Touristennest mögen wir hier wohl gelandet sein?

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Wohlgemerkt, es war noch ziemlich früh am Tage und – es war weder Hochsaison noch war irgendein Feiertag in Sicht. Was alles – zum Kuckuck – hat es mit diesen Figuren, Medaillons, dem Gebäck und vor allem diesen Sträußchen auf sich?
Jefe hatte sofort die Gitanas an der Kathedrale von Granada vor Augen, die den Menschen ihre Lavendelsträußchen aufdrängen und ihnen dann die Zukunft aus der Hand lesen wollten, und wollte nur noch weg.
Jaaaaa, auch hier gab es Sträußchen, aber keine aus duftendem Lavendel. Oh nein, dies hier waren ganz besondere Sträuße: „Herba de namorar“ (Liebessträuße).
Jefe hatte es auf einmal eilig Bild Nein, er wollte nichts kaufen, weder Gebäck noch bemalte Figuren und schon gar keine Sträuße. Er schlug den Weg zum Parkplatz ein, und mir blieb nichts übrig, als dem Ruf meines Herrn zu folgen. Natürlich ein wenig langsamer ;-)

Eine alte Frau zupfte mich an der Bluse und hielt mir lächelnd ein „Herba de namorar“ entgegen. „Damit er dir treu bleibt“, raunte sie mir verschwörerisch zu, und – ein paar Taler wanderten in die Schürzentasche der Alten und ein Liebessträußchen wanderte in meinen Rucksack.
Und? Was soll ich sagen? Er hat es nie erfahren, er hat das Sträußchen aus Strandnelken auch nie entdeckt, aber – er ist mir tatsächlich treu geblieben (hoffe ich wenigstens).

Nach diesem Erlebnis in San Andrés de Teixido hat mich natürlich die Neugierde gepackt. Ich habe mich durch alle möglichen Quellen gewühlt und dabei Erstaunliches entdeckt:
So soll San Andrés de Teixido der zweitwichtigste Wallfahrtsort Spaniens nach Santiago de Compostela sein, und man nimmt an, dass seine Geschichte bis in die Steinzeit zurückreicht. Hier soll es schon in vorchristlicher Zeit einen Totenkult gegeben haben.
Kein Wunder also, dass auch heute noch die eine oder andere sonderbare Geschichte ihre Runde macht.
Eine Wallfahrt nach San Andrés zu Lebzeiten zu machen, ist den Gallegos wichtig, denn alten Überlieferungen zufolge würde man als Insekt wiedergeboren, wenn man nicht zu Lebzeiten nach San Andrés de Teixido gepilgert ist.
Es heißt aber auch:
„Ao Santo André de Teixido vai de morto, o que non foi de vivo.“
Zum Heiligen Andreas von Teixido kommt man als Leiche, wenn man nicht schon zu Lebzeiten dorthin gegangen ist.
So erklärt es sich dann wohl, dass so mancher San-Andrés-Pilger für seine Busfahrt nach San Andrés de Teixido zwei Tickets kauft: eines für sich und eines für die Seele eines lieben Verstorbenen, die dann natürlich auch den Fensterplatz bekommt. Auf diese Weise erspart Xurxo seiner verstorbenen Oma das künftige Dasein als irgendein Insekt.

Es ist also wohl ratsam, stets den Blick auf den Boden zu richten, um nicht aus Versehen auf einen lieben Verstorbenen zu treten. Und besser, man begibt sich schon zu Lebzeiten auf Pilgerreise nach San Andrés de Teixido.
„Na, wie gut, dass wir jetzt schon hier waren . . .“, murmelt Jefe und schüttelt sich. „. . . stell dir nur mal vor, ich würde als Kakerlake wiedergeboren?“
Ja, ja, Jefe und seine Sprüche – bei ihm weiß man nie, wann er es ernst meint und wann er mich verhohnepiepelt :-? :lol:

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Re: Kurioses und abenteuerliches auf unseren Spanienreisen

Verfasst: Do 20. Aug 2026, 07:37
von Heinz+Gundis
Danke