...doch wie sieht es aus mit dem hohen Zuckergehalt?
Orangensaft enthält tatsächlich überraschend viel Zucker – und das gilt nicht nur für Orangenlimonade.
Auch 1b]100 % frisch gepresster Orangensaft kommt auf ungefähr 20–21 Gramm Zucker pro 250 ml[/b]. Der Zucker wurde dabei zwar nicht zugesetzt, sondern stammt natürlich aus den Orangen. Trotzdem zählt der Zucker aus Fruchtsaft nach der Definition von WHO und EFSA zu den sogenannten freien Zuckern.
Wichtig ist allerdings eine häufige Fehlinterpretation: Die WHO sagt nicht schlicht, dass jeder Mensch maximal 25 Gramm Zucker am Tag essen darf. Sie empfiehlt, freie Zucker auf unter 10 % der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen. Eine weitere Reduktion auf etwa 25 Gramm beziehungsweise 5 % kann zusätzliche gesundheitliche Vorteile bringen.
Der Unterschied zwischen einer Orange und ihrem Saft liegt deshalb nicht nur im Zucker.
Beim Auspressen geht ein großer Teil der ursprünglichen Fruchtstruktur und der Ballaststoffe verloren. 100 % Orangensaft enthält beispielsweise nur etwa 0,2 g Ballaststoffe pro 100 g.
Das bedeutet nicht, dass frisch gepresster Orangensaft „Gift“ oder grundsätzlich ungesund ist. Aber
„frisch gepresst“ bedeutet nicht automatisch „zuckerarm“. Wer mehrere hundert Milliliter Saft trinkt, nimmt den Zucker mehrerer Orangen in kurzer Zeit auf, ohne die Frucht in ihrer ursprünglichen Form zu essen.
Auch der NHS
(National Health Service, das staatliche und öffentlich finanzierte Gesundheitssystem im Vereinigten Königreich /Großbritannien) empfiehlt deshalb, Fruchtsaft und Smoothies zusammen auf höchstens 150 ml täglich zu begrenzen.
Die einfache Faustregel:
Eine ganze Orange ist etwas anderes als ein großes Glas Orangensaft. Und Orangensaft ist wiederum etwas anderes als zuckerhaltige Orangenlimonade.
Auf die Menge kommt es an.
Die Idee zu diesem Beitrag kam mir beim Lesen des Artikels
“El zumo de naranja no es saludable, en 250 ml contiene seis cucharadas de azúcar” - „Orangensaft ist nicht gesund – 250 ml enthalten sechs Esslöffel Zucker". Diese Warnung ließ der Experte für Mikrobiota, Jaume Fontanals, in der bekannte Madrider Sporttageszeitung Diario AS verlauten.