[align=center]3. und letzter Teil - Sehenswürdigkeiten:[/align]
In Meyers Großem Konversations-Lexikon, erschienen in Leipzig 1905, steht:
- Alarcón, verfallene Stadt in der span. Provinz Cuenca, Bezirk Motilla del Palancar, auf einem Felsen am Júcar, mit 2 stattlichen Kirchen u. (1897) 732 Einw. (Lizenz: gemeinfrei)
Na, da hat "Herr Meyer" nicht sehr gut recherchiert. denn es gab Ende des 19. Jahrhunderts sogar noch fünf Kirchen!
Die Einwohnzahl beträgt heute nur noch ein Viertel von damals (aktuell 186 Einwohner lt. INE 2012) - und auch verfallen ist der Ort längst nicht mehr, denn die alten Häuser sind im Laufe der letzten 116 Jahre liebevoll restauriert worden. Der Ort ist ein Kleinod mittelalterlicher Baukunst und wurde 1981 zum Conjunto histórico artistico erklärt. Nicht nur die Burg (Parador), das
Rathaus und die
Plaza de Don Manuel lohnen einen Besuch, sondern auch die vier Kirchen des Ortes mit ihren vielen Kunstschätzen. Drei von ihnen werde ich nur am Rande streifen, denn sie unterscheiden sich nicht von vielen anderen Kirchen, aber eine ist ganz speziell. Und die werde ich euch von innen zeigen.
1 Plaza Mayor und Rathaus DSC_0244.JPG
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Die älteste Kirche des Ortes ist die der
Heiligen Dreifaltigkeit/Santa Trinidad (Bien de Interés Cultural) mit zwei Schiffen (aus dem 13. und dem 16. Jahrhundert), hat ein gotischem Portal im typisch plateresken Stil mit den Wappen des Marqués von Villena.
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Die
Iglesia de Santo Domingo de Silos (1992 zum Monumento Nacional erklärt) mit einem einzigen Schiff stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im spätromanischen Stil erbaut. Im 16. Jahrhundert wurde der Glockenturm mit quadratischem Grundriss angebaut. Zur Zeit ist die Kirche Ausstellungsraum und Auditorium.
Santo Domingo de Silos DSC_0672.JPG
Die
Kirche Santa Maria (Monumento nacional) wurde zwischen 1520 und 1565 im
plateresken Stil auf einem alten römischen Tempel erbaut. Adelige, die ihre Häuser im Ort hatten, haben den monumentalen Bau mit drei Schiffen finanziert. Sie war schon immer die wichtigste Kirche im Ort und in ihr werden auch heute noch Gottesdienste abgehalten. (1981 zum Monumento Nacional deklariert)
Und nun zu meinem Highlight unter den Kirchen Alarcóns:
Die ehemalige
Kirche San Juan Bautista aus dem 16. Jahrhundert hat nur ein einziges Schiff. Sie wurde entweiht und beherbergt heute das
Centro de Arte Contemporáneo de la Pintura Mural de Jesús Mateo.
1994 begann der damals 23jährige Conquenser (geb. in Cuenca) JESÚS MATEO nach dem Studium der Rechtswissenschaften (1989-1993) und begann anschließend ein Studium der Kunstgeschichte. 1994 fing Jesús Mateo an Skizzen zu fertigen, nach denen er den Innenraum der Kirchenruine San Juan Bautista zu bemalte. Sein Werk sollte er erst sechs Jahre später beenden.
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Die Themen seiner Wandmalereien, die "Pinturas Murales de Alarcón" sind das Universum, die Natur und der Mensch. Mateos Arbeit wurde ab 1997 von der UNESCO gefördert, 2005 wurde sein zeitgenössische Gesamtkunstwerk von der Unesco eingeweiht. Seitdem kommen jährlich zehntausende Besucher, um das Kunstzentrum zu besuchen.
Öffnungszeiten:
CENTRO DE ARTE PINTURA MURAL DE ALARCÓN
Antigua iglesia de San Juan Bautista. Plaza Infante don Juan Manuel, s/n
ALARCÓN (Cuenca) España
Von Juni bis September:
mittwochs bis sonntags von 11:30 bis 14:00 Uhr
und von 18:00 bis 20:30 Uhr
Montags und dienstags geschlossen..
Von Oktober bis Mai:
freitags bis sonntags von 11:30 bis 14:00 Uhr.
und von 16:00 bis 18:30 Uhr
Januar und Februar:
geschlossen
Tel.: 609 009 741 - 969 33 03 22
Website
So klein der Ort auch ist, Alarcón ist eine Reise wert
und muss bei Sonnenschein noch sehr viel schöner sein!