Akinom hat geschrieben:
Das Monasterio hat wirklich sowas "märchenhaftes" - und dazu eine Frage: ..Du schreibst, dass es eine Ünernachtungsmöglichkeit für die Pilger ist - dürfen die da kostenlos übernachten oder bezahlen die dafür?

Ich glaube, Monika, dafür wäre Karl-Heinz der richtigere Ansprechpartner...
II. Comillas (Kantabrien)
Comillas (Kantabrien) liegt an Kantabriens Westküste und ist unter dem Spitznamen "Stadt der Erzbischöfe" bekannt, da während des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts fünf Prälaten, die später wichtige Diözesen besetzten, dort geboren wurden. Dieses historische Fischerdorf erlebte seine größte Wandlung gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als die päpstlichen Universität von Comillas (spanisch: Universidad Pontificia Comillas), deren Hauptcampus sich mittlerweile in Madrid befindet, gegründet wurde.
Ende des 19. Jahrhunderts verbrachte König Alfons XII. und später auch sein Sohn, König Alfons XIII., und viele andere Adlige einen Teil ihrer Zeit in diesem Ort. Seitdem entwickelte sich das nur 48 Kilometer von Santander entfernte Comillas zu einem der Treffpunkte der "Highsociety" von Santander und zu einem der wichtigsten Touristenzentren der Region.
DSC_1175 Monumento al Marqués de Comillas, obra de Doménech i Montaner.JPG
Der erste Marqués von Comillas, Antonio Víctor López del Piélago y López de la Madrid (1817 - 1883) ist durch eine transaltlantische Schifffahrtsverbindung (und wahrscheinlich auch Sklavenhandel) zu einem riesigen Vermögen gekommen. Er unterhielt gute Beziehungen zu Adeligen in Barcelona und holte Künstler und Architekten nach Comillas.
Mit Bauwerken wie dem Palast, dem Capricho von Gaudí, der Päpstlichen Universität oder der wunderschöne Skulptur des
Ángel exterminador (Strafengels) haben führende Architekten ihre Spuren im katalanischen Moderisme-Stil (vergleichbar mit unserem Jugendstil) in Comillas hinterlassen.
König Don Alfonso XII. war 1881 und 1882 Gast im Hause von López y López (vor dem Bau des Palastes Sobrellano). Er ernannte seinen Gastgeber 1878 zum Markgrafen und verlieh ihm 1881 die Würde eines Granden von Spanien.
Cementerio
DSC_1183 El Ángel Exterminador (1895) de Josep Llimona, esculpido en mármol, símbolo de Comillas..JPG
Wenn man von Santander nach Comillas kommt, fällt der erste Blick auf den alten Friedhof, der von Straßen umgeben ist. Dieser Friedhof wurde in den Ruinen einer alten gotischen Dorfkirche errichtet. Der Künstler Domenech hat das Gelände mit einer von Zinnen gekrönten Bruchsteinmauer umgeben. Durch ein Eisentor und mehrere Bögen gelangt man zur alten Kirche.
Auf der höchsten Mauer steht der Angel Blanco de Llimona, der Racheengel. Eigentlich sollte es das Mausoleum für den erstgeborenen Sohn des Marqués von Comillas werden, wurde dann aber der Stadt gespendet, um über die Seelen der Verstorbenen zu wachen.
Palacio de Sobrellano
Der Palast ist ein Bauwerk des katalanischen Architekten Joan Martorell, der ihn im Auftrag des ersten Marqués von Comillas, Don Antonio López y López, erbaute. Die Arbeiten an dem rechteckigen Gebäude im neugotischen Stil wurden 1888 beendet. Eingerichtet ist er mit Möbeln von Antonio Gaudí und Gemälden von Eduardo Llorens. Außen findet man Skulpturen von Joan Roig.
Heute ist im Palast, der sich im Besitz der kantabrischen Regierung befindet, ein Museum untergebracht. Er wird auch als vorübergehender Sitz der Fundación Comillas bis zum Ende der Sanierungsarbeiten des Priesterseminars der ehemaligen päpstlichen Universität.
• Der Palast war Schauplatz in den Filmen La herencia Valdemar (España, 2009), "La residencia" (España, 1969), "Sexykiller" (España, 2008).
• Der Palast war übrigens das erste Gebäude in Spanien, das über elektrisches Licht verfügte und Comillas die erste Gemeinde mit elektrischer Straßenbeleuchtung.
DSC_1194 Palacio de Sobrellano Sobrellano Palace in Comillas. Im Hintergrund sieht man die Friedhofskapelle als eine kleine Kathedrale gebaut..JPG
Neben dem Palast befindet sich die Pantheon-Kapelle (Capilla-Panteón de los Marqueses de Comillas) im gotischen
Perpendicular Style. Diese miniaturistische Kathedrale ist ebenfalls mit Möbeln von Gaudí und modernistischen Skulpturen von Joan Roig, Josep Llimona, Venancio Vallmitjana und Agapit Vallmitjana ausgestattet.
Antigua Universidad Pontificia de Comillas - Sede de la Fundación Comillas
DSC_1261 Gesamtkomplex.JPG
Der riesige Komplex beherbergte früher die päpstliche Universität Seminario Pontifíca und ist heute Sitz der Comillas Stiftung. Sie liegt auf einer beherrschenden Anhöhe. Ihr Bau geht zurück auf den erste Marqués des Ortes, der dort eigentlich eine höhere Lehranstalt errichten wollte. Auf Vorschlag des Jesuitenpaters Thomas Gomez, sollten in dem Gebäude jedoch Priester erzogen werden. Großzügig akzeptierte López y López seinen Vorschlag zum Bau einer päpstlichen Universität, verstarb jedoch 1883, dem Jahr der Grundsteinlegung.
Nach dem Tod des Marqués übernahm dessen Sohn Claudio den weiteren Bau. Das vorerst einfach geplante Gebäude bekam monumentalen Charakter und wurde von namhaften Künstlern wie Domenèch i Muntaner mitgestaltet und ist mit prächtigen Ornamenten verziert. Zurzeit finden umfangreiche Umbaumaßnahmen statt, später sollen Seminare, internationale Kulturprogramme zur spanischen Sprache und Kongresse stattfinden.
DSC_1187Puerta de la antigua Universidad Pontificia de Comillas.JPG
Das Tor der alten Universität von Comillas hatte uns schon Citronella gezeigt. Wir haben die alte Universität genauso wenig wie sie besucht, sondern haben uns dafür angesehen:
El Capricho de Gaudí
DSC_1201 von der Einfahrt gesehen.JPG
Die Villa Quijano, auch bekannt unter dem Namen El Capricho („Die Laune“), ist ein Entwurf des katalanischen Architekten Antoni Gaudí und wurde von Christopher Cascante gebaut.
Bei diesem Bauwerk handelt es sich um ein Sommerlandhaus. Auftraggeber war der vermögende Geschäftsmann Don Máximo Díaz de Quijano (dessen Frau Schwägerin des ersten Marqués von Comillas war und der, genauso wie dieser, in Übersee reich geworden ist).
Es wurde von 1883–1885 errichtet, etwa zur gleichen Zeit wie Gaudís Casa Vicens und die Güell Pavillons in Barcelona. Bei allen drei Gebäuden zeigen sich, neben einigen frühen Elementen des Modernisme vor allem deutliche Anleihen an den Mudéjar-Stil.
Herausstechendes Merkmal der Villa ist der zylinderförmige Aussichtsturm über dem Eingangsportal, das wiederum auf vier runden Säulen ruht.
DSC_1216 Haupteingang.JPG
DSC_1223 Eingang.JPG
DSC_1210 Erkertürmchen.JPG
Der Turm ist mit bunten Keramikfliesen verkleidet. Die Fliesen mit ihrem Sonnenblumen-Muster finden sich auch auf der übrigen Fassade wieder, wo sie das Sichtziegelmauerwerk als waagerechte Bänder gliedern.DSC_1220 Sonnenblumen.JPG
DSC_1233 Fassade Detail.JPG
DSC_1212 Erkerbalkon un Fenster.JPG
DSC_0001.JPG
In der Symbolik des Gebäudes sind aber nicht nur Anspielungen an die Natur, sondern auch an die Musik zu finden. So sind z.B. an den Gegengewichten der Vertikal-Schiebefenster Metallblättchen befestigt, die beim Bewegen Musik ertönen lassen.
Gaudí hat die Villa nie selbst gesehen und überließ die Ausführungen vor Ort seinem Studienfreund Cristóbal Cascante.
DSC_1242 Erker.JPG
DSC_1237 Fenstermosaik.JPG
DSC_1225 Decke.JPG
Bis vor kurzem befand sich in dem Gebäude ein Restaurant.
Der neue Eigentümer hat Haus und Garten ab 2012 für Besichtigungen frei gegeben.
DSC_1217 Gebäude und Park.JPG
Das Gebäude wurde im Jahr 1969 zum kunsthistorischen Denkmal (Monumento Histórico-Artístico) erklärt.
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