Grundsätzlich weiß doch jeder, dass Werbeversprechen nicht immer stimmen müssen. Nehmen wir nur einmal ein Beispiel:
Mit dem "gesunden" Kinderriegel von Ferrero,
der das "Beste aus
der Milch" enthält, wird Eltern vorgegaukelt, dass sie ihren Kindern etwas Gutes tun, da sie ihnen eine extra Portion besonders wertvolle Milch zukommen lassen, denn dieser Riegel soll "ganz viel Kalzium" enthalten. Doch in Wirklichkeit hat er ganz andere Inhaltsstoffe wie
- Zitat: "Butterreinfett, Zucker, Emulgatoren und Aromen und (hat) mehr Kalorien als eine Vollmilchschokolade. Allerdings müsste ein Kind 13 Riegel essen, um seinen Tagesbedarf an Kalzium zu decken. Und hätte damit dann auch 48 Stück Würfelzucker und ein halbes Paket Butter verspeist." Quelle des Zitats.
Doch nicht nur die Produktwerbung
der Firmen
ist irreführend. Eigentlich sollte man annehmen, dass die Presse neutral berichtet und sich nicht als Sprachrohr von Erzeugern missbrauchen lässt (wenn doch, könnte man andere Schlüsse ziehen...). So konnte man vor Monaten in einer Wochenzeitung lesen, dass die Käufer einem Olivenölerzeuger aus dem Süden
der Costa Blanca die Bude einrannten, nur weil in
der Zeitung
stand,
der Olivenhain läge inmitten von Zitrusplantagen, weshalb das Öl ein ganz besonderes sei, da es nach Zitronen schmeckt- Da kann man doch über die Leichtgläubigkeit einiger Zeitgenossen staunen. Ein Vergleich: Seit wann nimmt Spargel das Aroma von Erdbeeren des Nachbarfeldes auf? - Das Schlimme an solchen Aussagen
ist, dass sie die Leute sie nicht hinterfragen.
Jedem Verbraucher dürfte klar sein, dass große Unternehmen über entsprechende Geldmittel für Hochglanz- und Fernsehwerbung und vor allen Dingen über Kontakte verfügen, ihre Produkte in
der Presse zu lancieren. Die Kosten werden dann über die Menge oder über einen überhöhten Verkaufspreis wieder reingeholt - wie in dem von Albertine genannten Beispiel.
Die begehrten Gold-, Silber- und Bronzemedaillen werden nur durch die Teilnahme an nationalen oder gar internationalen Wettbewerben verliehen, was nur großen Erzeugern möglich
ist, denn die kleinen, ebenso guten Erzeuger scheitern schon an den Wettbewerbsbedingungen.
Ein Irrtum
ist auch, dass bei solch einer Competition nur ein einziger Goldpreis vergeben wird. Nein, es sind allein bei einer Veranstaltung unendlich viele, was den Wert dieser Auszeichnung doch etwas relativiert. Schaut euch selbst einmal die
Liste der Preisträger an. Doch es gibt nicht nur einen einzigen Contest für Olivenöl, es finden jährlich sehr viel mehr rund um den Globus statt. Es
ist also Unsinn, wenn sich einer
der Goldpreisträger eines Wettbewerbes rühmt, das "beste" Olivenöl
der Welt herzustellen.

- Mit Unkrautvernichter behandelte Wiese, später sieht man nur noch nackte Erde,
.
Nun zu deinem Besuch, Albertine. Welcher Verbraucher nimmt schon die Mühe auf sich und macht wie du eine Ortsbesichtigung? Werbelyrik, wunderschöne Reklamefotos und Fernsehwerbung, in denen Olivenbäume gezeigt werden, unter denen Thymian und Rosmarin wachsen, Schafe weiden und
der Schäfer im Schatten eines Baumes ausruht, haben selten etwas mit
der Realität zu tun.
Der Großteil sieht in Natur ganz anders aus. Dagegen
ist nichts zu sagen, sofern die konventionellen Erzeuger den Käufern ihrer Produkte nicht gleichzeitig ein Märchen um die Erzeugung mit verkaufen, das eine ganz andere Geschichte erzählt als die Realität zeigt.

- Solche blühenden Wiesen sieht man nur beim ökologischen Landbau

- Oliven- und Mandelhain
Und jetzt komme ich wieder auf dein Beispiel zurück: Die Masia El Altet wirbt damit, dass ihr Gelände zum einen Teil im Naturpark Sierra de Mariola integriert ist, zum anderen Teil im Naturpark "Font Roja". Folglich denkt der Verbraucher, es würde sich um ökologisches Olivenöl handeln, denn in einem geschützten Naturpark darf man doch wohl nicht die wertvollen Bergkräuter einfach mit Chemie wegspritzen.....- oder etwa doch????
Dazu ein interessanter Auszug aus einem Wikipedia-Artikel über Olivenöl:
- Zitat: "Viele Olivenbäume stehen in Naturschutzgebieten und dürfen daher weder gefällt noch chemisch behandelt werden...." und "Während in Spanien nur rund 1 % der Olivenöle ökologisch produziert wird....".Quelle
Da fragt man sich doch allen Ernstes, warum bei
der Masia El Altet kein ökologisches Olivenöl erzeugt werden MUSS und wie es möglich
ist, dass sie sogar eine Auszeichnung des Umweltministeriums für ihr Öl erhält?
Übrigens hat neben den prämiierten Ölen aus Jaén, Córdoba und
der Extremadura auch die Marke
Señorios de Relleu (eine Coupage aus 7 Olivensorten aus
der Provinz Alicante) eine Goldmedaille bekommen. Sie war mir bislang unbekannt. Hat jemand von euch das Öl vielleicht schon einmal schon probiert?