Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

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vitalista
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von vitalista » Sa 24. Nov 2018, 13:21

Nach Kuba habe ich bislang nur einmal von Key West aus rübergewunken. Dabei hatte ich mir immer vorgenommen, diese bunte Insel mit ihren (größtenteils) fröhlichen Bewohnern einmal zu besuchen. Jetzt darf ich sie wenigstens durch deinen tollen Bericht ein wenig kennenlernen. Danke, lieber ville.
Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber noch Entfaltungsmöglichkeiten!

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Citronella
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von Citronella » Sa 24. Nov 2018, 18:04

Die Farben sind einfach der Knaller!

Danke @ ville für die viele Arbeit, wir wissen es zu schätzen!

Saludos
Citronella

Miesepeter
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von Miesepeter » Sa 24. Nov 2018, 23:06

Der sehr gelungene Bericht erspart meinen. Hinter den Vorzeigebauwerken ud -Plätzen sieht es im wahrsten Sinne des Wortes traurig aus. Mit Rum und Musik entfliehen viele ihrem traurigen Dasein, und wer kann haut ab. Auf unserem Schiff waren das 4 Mann Besatzung, die in Valencia ihre Rückfahrt nach Kuba "abbrachen". Positiv empfand ich den Umgang mit den "Staatsorganen", durchweg junge Leute in Uniformen wie aus dem Ei gepellt. Gerne erklärten sie mir was ich wissen wollte. Bei den öffentlichen Verkehrsmittlen sind die alten tchechischen Ikarus-Busse durch moderne chinesische ersetzt worden. Treibstoff scheint kein Problem darzustellen. Auch ein paar Supermärkte gab es, aber für unsere Verhältnisse eher spartanisch. Abseits der Prachtstrassen viel Drerck und Müll, enge und aufgerissene Gehsteige, lange Schlangen vor den wenigen "Restaurants", sogar einen Computerladen konnte ich ausfindig machen, dessen Angebot aber nicht zeigemäss war. Gesamteindruck: na ja, man hat´s gesehen, umwerfend war oder ist es nicht - es fehlt was ich als "Puls des Lebens" bezeichnen möchte. Zwei parallel funktionierrende Währungen schaffen Privilegien für Auserewählte, wie einerzeit für über Westmark verfügende DDR-Bürger. Aber wie eine Inschrift in einem der öffentl. Gebäude auf dem Platz der Revolution so schön sagt: FIDEL, VAS BIEN etwa: "Fidel, Du bist auf dem richtigen Weg". Fragt sich nur, wohin.
Gott weiss alles, oder mal die Nachbarn fragen, die wissen nämllich noch mehr.
Dies ist ein freies Land, und wem das nicht passt und nicht frei sein will, werden wir ggf. dazu zwingen.

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Josefine
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von Josefine » So 25. Nov 2018, 00:36

Das ist ja eine richtig abenteuerliche Reise. Sehr interessant geschrieben mit vielen Fotos.
Schön, dass Du auch die Kuba-Karten einstellst. So sieht man gleich, welche Route ihr gefahren seid.
Ich fahre virtuell weiterhin gerne mit. ;-) Danke ville, für Deine viele Arbeit. >:d<
Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.
Gruß Josefine (Jofina)

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von pichichi » So 25. Nov 2018, 08:06

Großartige Reisereportage im unverkennbaren "villestil".

Wir waren Weihnachten 2004 da und haben noch die realsozialistische Welt beobachtet, die sich mit kleinen Tricks wie CUC Tausch, privaten Taxifahrten und unter-der-Hand Angeboten von Ron Anejo bis zur Qualitätszigarre über Wasser zu halten versuchte. So hat uns ein 57er Chevy Cabrio Besitzer gegen dolares von Santiago an einen einsamen Traumstrand kurz vor Guantanamo gefahren und musste während der Wartezeit auf die Rückfahrt aus seinem umfangreichen "Ersatzteillager" einen gebrochenen Splint selbst neu anfertigen, beim Blick unter die Riesenmotorhaube des Oldtimers nagelte ein Minidiesel statt des originalen V8 Säufers...

Wir unternahmen noch einen abenteuerlichen Propellerflug mit einer uralten Antonov auf die Karibikinsel Cayo Largo, da uns die Atlantiktemperaturen in Varadero zu erfrischend waren, die dortigen Strände mit ihrem mehlig pulvrigen Sand waren fantastisch, auch der italienischen Küche im Resort fehlte es an nichts.

Nach der Rückkehr wollte ich mir im spanischen Reisebüro in Orihuela Costa € 300 für einen bezahlten, aber abgesagten Ausflug in Kubas Westen zurückholen, die gute Frau verwies mich an den Veranstalter, der wieder meinte, ich könne ja klagen, er sei nicht Schuld, weil offenbar die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wurde Als ich dann doch in Torrevieja bei Gericht eine Privatklage einreichen wollte, wurde ich mit dem spanischen Unikum der Prozessvorfinanzierung konfrontiert und habe mich abschrecken lassen, da bei den Aktenlaufzeiten der spanischen Justiz womöglich noch höhere Kosten aufgelaufen wären.

Trotzdem war es ein Abtauchen in eine fantastische Welt mit freundlichen Leuten, wunderschön restaurierten Kolonialbauten, herrlichen Stränden und einem lebendigen Oldtimertreiben auf den Straßen, ich würde daher ebenfalls empfehlen, sich das Land anzuschauen, bevor es der Turbokapitalismus in Form von Immobilienspekulanten und den sonstigen "Segnungen" der Moderne total umkrempelt...

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von ville » Mo 26. Nov 2018, 00:02

Nun sind wir also wieder in Trinidad gelandet.

Als erstes wollen wir uns eine kleine Tabak-Fabrik ansehen, um der kubanischen Seele noch etwas näher zu kommen.

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Nach einer Zahlung von 2 CUC dürfen wir hinein und können uns völlig frei bewegen. Die Beschäftigten freuen sich zum Teil über eine kleine Abwechslung und erklären ihre durchschaubare Tätigkeit oder albern mit uns herum. Die meisten lassen sich jedoch nicht aus der Konzentration bringen.

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Aus ganzen Blättern werden hochwertigere Zigarren gerollt, aus den Abschnitten und Krümeln dagegen billigere.
Sie werden dann in mehrere Etagen eines Presswerkzeugs eingelegt - jeweils bestehend aus Ober- u. Unterhälfte - und zum Pressen mit einem ordentlichen Gewicht belastet. Schließlich werden die Enden beschnitten und Banderolen aufgeklebt.

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Sie verrichten Akkordarbeit, aber die meisten der überwiegend weiblichen Beschäftigten sind gut gelaunt und scheinen sich in der Gemeinschaft wohlzufühlen.

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Wir streifen weiter durch die Stadt. Es fällt auf, dass viel gebaut wird. Für uns steht außer Frage, dass häufig eine neue Casa Particular entsteht oder eine existierende erweitert wird. Damit lässt sich gut Geld verdienen, aber es besteht die Gefahr eines Überangebots, und die Betreiber müssen wohl eine üppige Gebühr an den Staat entrichten, unabhängig von der Belegung der Zimmer.

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Solche Läden führen einige Lebensmittel und Haushaltswaren, aber das Angebot ist mager. (Allerdings entstehen zögerlich modernere Supermärkte. Dies war zum Zeitpunkt der Reise - Ende 2016 - noch ein solches Ereignis, dass der Busfahrer bei der Einfahrt nach Havanna auf einen gerade eröffneten Markt hinwies ! )

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SchülerInnen sind meist uniformiert.

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Dieser gute Mann zeigt seine Verehrung für den verstorbenen Commandante und erzählt uns von seinen Auslandseinsätzen im Rahmen der internationalen Solidarität Kubas, z. B. bei Naturkatastrophen wie der auf Haiti...

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Es tut gut, nach einer anstrengenden Rundtour in einem nettesn Café mal die Beine zu strecken:

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Die beiden Geschwister, Kinder von kubanischen Gästen, würde man vielleicht nicht unbedingt diesem Land zuordnen ......

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Am ersten Abend sind wir in unserer vorherigen Bleibe eingeladen, denn Alessandro, der Sohn von José und Kirenia feiert seinen 10. Geburtstag. Es wird ein ordentliches Fest, zu dem der Kleine an die 20 Jungen und Mädchen eingeladen hat.. Auf der Dachterrasse finden sich nach und nach immer mehr Eltern ein.
Damit das Ganze auch "was hermacht", stellt ein "Medien-Experte" einen Beamer auf, der dann alles Mögliche zum Thema Geburtstag auf eine Leinwand projiziert. Zudem werden zwei mächtige Lautsprecherboxen platziert, und nach Einbruch der Dunkelheit wird nicht nur die Dachterrasse, sondern das ganze Viertel mit flotten kubanischen Rhythmen gerockt.

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Während Kirenia Stücke aus dem halben Quadratmeter Geburtstagskuchen schneidet und verteilt, schleppt ihre Schwägerin Leoslinda ununterbrochen Getränke heran. Sie ist auch "unsere" Expertin für leckere Cocktails.

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Das kleinste Mädchen ist auch das aktivste und lässt sich bereits in die Geheimnisse von Son, Salsa und Rumba einführen....

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Am nächsten Abend bekommen wir schließlich auch noch das wahre Trinidad zu sehen. An der Plaza Mayor sammeln sich mit der einsetzenden Dämmerung immer mehr Leute auf den Freitreppen, um den Sonnenuntergang zu sehen.

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Dann aber gibt es für die Liebhaber lateinamerikanischer Klänge Musik vom Allerfeinsten. Man bekommt eine Pina Colada, einen Cuba Libre oder Mojito für 2 CUC. Wer kann da nein sagen? Auch in manchen Restaurants gibt es Live-Musik. So genießen wir den letzten Abend in diesem netten Städtchen, bevor die Reise weitergeht.

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Der Sprung zu unserem nächsten Etappenziel ist ein ganz kurzer, denn nur 2 Busstunden entfernt liegt in westlicher Richtung die Stadt

Cienfuegos.

Sie hat über 170'000 EW und liegt an der Jagua - Bucht, die gegen frühere Piratenüberfälle durch ein Fort geschützt wurde.

Inzwischen haben wir uns an die Zimmersuche gewöhnt. Wir können in einer belebten Straße nahe des Zentrums bereits beim zweiten Haus mit dem Symbol für "Bed and Breakfast" in unser Zimmer in einem kleinen Patio einziehen. Auch hier sind die Eigentümer sehr nett, und wir fühlen uns fast wie zu Hause.

In der Auto freien Zone brodelt das Leben.

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Blick auf die Kathedrale de la Purísima Concepción am Parque José Martí, einem der attraktivsten Plätze der Stadt

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Das Rathaus mit der mächtigen Kuppel, ebenfalls am Parque José Martí gelegen

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Hier wurde um 1888 auch das markante neoklassizistische Teatro Tomás Terry errichtet, das einen Besuch wert ist. Es wurde aus dem Erbe des Zuckerbarons Tomás Terry finanziert und bietet über 900 Personen Platz.

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Wir beschließen, einen Ausflug mit der Fähre zum Jagua - Fort zu unternehmen. Da nur 2 Boote am Tag ablegen, müssen wir unter einem bunt gemischten Völkchen anstehen, um einen Platz zu bekommen. Es sind kaum andere Touristen zu sehen. Das Boot ist voll, die Eindrücke sind vielfältig. So tuckern wir quer über die Bucht zu der Festung, um uns dort ein wenig umzusehen.

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Kubanerinnen lieben Farbe und Mode und Styling. ( aber nicht alle können sich viel leisten ).

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Blick auf die Burg "Nuestra Señora de los Ángeles de Jagua", am Rand des Dörfchens El Perche gelegen :

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Auf dem Weg zur Burg hinüber: Nee, im Moment haben wir keinen Hunger !

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Schließlich gehen wir zurück zum Anleger, um das einzige Boot zurück zur Stadt nicht zu verpassen. Ein Frachter fährt in die Bucht ein.

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Wieder zurück in der Stadt, in der es so manches zu sehen gibt.

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Das beste Hotel am Platz. Die Fassade lässt noch nicht erahnen, was sich dahinter verbirgt.

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Am Ende einer Seitenstraße werden Erinnerungen wachgehalten. Auf einer Nebenstrecke des kubanischen Schienennetzes bei Cienfuegos wurde u.a. Zuckerrohr transportiert.

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Die Präsentation ist eher bescheiden. Man weiß nicht recht, ob es ein Museum oder ein Friedhof für die alten Maschinen sein soll. Niemand beaufsichtigt die Objekte. Am Rand des Geländes wohnt eine Familie in ärmlichsten Verhältnissen. Sie freut sich über ein paar kleine Seifen und Fläschchen Shampoo .

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Als wir zurück ins Zentrum gehen, hören wir Musik aus einem Innenhof und gehen hinein. Eine Gruppe Kinder probt gerade einen Auftritt, und viele Eltern sind anwesend, um sie zu unterstützen.

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Natürlich bietet Cienfuegos noch viele Möglichkeiten wie Museen, Sport, Ausflüge ins Umland und schöne Strandresorts. Wir wollen jedoch weiter, und so arrangieren wir für den nächsten Morgen eine Passage zum Westende Kubas.

Dazu mehr in der nächsten (und vermutlich letzten) Folge.....

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von nixwielos » Mo 26. Nov 2018, 08:03

Einfach nur schön! Eine tolle Art zu reisen, so unabhängig quer durchs Land, das macht wirklich Appetit, es auch mal zu versuchen! Wir folgen Dir begierig weiter, lieber ville >:d<
Viele Grüße von Nicole und Stefan!
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von ville » Mi 28. Nov 2018, 00:42

So, liebe "Mitreisende", hier ist sie, die nächste und gleichzeitig finale Folge dieses Reiseberichts.

Unser letztes Ziel vor der Rückfahrt nach Havanna ist ein eher beschauliches Örtchen im Westen Kubas. Wir wollen nach Viñales .

Da es keinen direkten Bus gibt, beschließen wir, ein Taxi zu ordern. Auf der "Flaniermeile" verhandeln wir mit einem Burschen, den die meisten Touristen wohl als "Schlepper" bezeichnen würden. Die Bedingungen sind schnell umrissen: wir bestehen auf eine Fahrt für uns allein und sind mit dem Preis einverstanden.
Am Morgen werden wir abgeholt, aber es sitzen schon 2 jugendliche Traveller im Wagen. Nach einigem Hin und Her akzeptieren wir schließlich, dass wir den chauffierten Wagen nicht allein für uns haben. Allerdings handeln wir den Fahrer auf den halben Preis herunter .

Die Fahrt verläuft zügig auf der Strecke, die wir in umgekehrter Richtung bereits per Bus zurückgelegt hatten.

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An Havannas Peripherie stoppt unser Fahrer und beginnt zu telefonieren. Zu unserer Überraschung erscheint nach einer Weile ein gepflegtes amerikanisches "Schlachtschiff", und wir können es kaum fassen, dass zum Schluss mit dem Fahrer 9 Leute untergebracht werden und das gesamte Gepäck problemlos im Kofferraum verschwindet. .

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Dabei sitzen wir alle bequem und haben eine kurzweilige Fahrt ! Letztendlich sind wir von der zweiten Etappe diesen Umständen begeistert.

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Jetzt wissen wir den Begriff "Straßenkreuzer" richtig einzuordnen, denn wir sitzen in einem Kleinbus, wenigstens vom Platz her.

Dann sind wir am Ziel, von dem viele Reisende sagen, es sei der vielleicht schönste Ort der Insel.

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Hier werden wir die nächsten Tage wohnen. Die Adresse hatten wir unterwegs im Internet gefunden und bekommen eines der zwei Zimmer . Sogar ein Wächter sitzt vor dem Haus, aber er verursacht keine Lohn- und Verpflegungskosten !

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Diese Wahl war ein echter Glücksgriff, denn wir wohnen bei den allerliebsten Gastgebern, die wir uns vorstellen können.

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Die Küche ist ausgezeichnet und so frühstücken und essen wir fast immer auf der überdachten Terrasse. (Leyani schält z.B. die Orangenteile, so dass von den erstaunlicherweise zähen kubanischen Früchten nur das reine Fruchtfleisch serviert wird. Und, Osvedys Cocktails sind mit die besten, die wir auf der Insel getrunken haben. ....)

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Viñales ist in eine großartige Landschaft eingebettet . Sie ist fruchtbar, und die markanten Karstberge am Rand bilden einen reizvollen Kontrast. So ist der Tourismus nach der Landwirtschaft die wichtigste Einnahmequelle der Region.


Ein Reitausflug ist hier ein absolutes MUSS ! In dem Kleinstädtchen kennt hier fast jeder Jeden, und so arrangiert Osvvedy einen Führer mit 2 Pferden für uns Beide.

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....die Schule ist aus, und der Schulweg ist weit.....

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Wir erreichen auf unseren Gäulen irgendwann ein "Café" mitten zwischen Feldern und am Rand einer kleinen Bananen- und Kaffeeplantage.

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Dieser nette ältere Mann erläutert uns die Geheimnisse seiner Kaffee-Produktion und will uns auch gleich ein Plastikfläschchen seiner Bohnen verkaufen.

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Nachdem wir sicherheitshalber erst mal einen Espresso im Café probiert haben, lassen wir das lieber, und er bekommt halt einen CUC für den "Lehrgang".

Wir "gallopieren" wieder nach Hause

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Zwischendurch relaxen wir oder nehmen ein wenig am Leben in und um das Haus unserer Gastgeber teil. Osvedy macht handwerlich fast alles selbst und "wurschtelt" gern in seiner Garagenwerkstatt, während die Verwandtschaft aus dem Nachbarhaus zusieht.

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Hier haben wir versucht, den ganzen Stolz eines Nachbarn zum Laufen zu bringen: einen Fiat 500... erst mal vergeblich.

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Es bietet sich an, Fahrräder zu mieten und einen Ausflug in die Karstlandschaft zu machen.

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So radeln wir zwischen den Kalksteingebilden hindurch und finden traumhaft schöne Ausblicke.

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Ein Rastplatz und ein Hundeleben,

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aber nicht für uns !

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Kunst am Berg : Das "prähistorische Wandbild" entstand ab 1961, entworfen von Leovigildo González Morillo.

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Hier wächst der Stoff, aus dem die Träume (für Zigarrenliebhaber) sind.

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Ein Hotel auf einer Anhöhe über Vinales. Man het einen schönen Blick ins Tal.

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Es wird Nacht in Vinales - unsere letzte in diesem kleinen Paradies.

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Das Ende unserer Reise naht, und wir müssen mal wieder Abschied nehmen.. Diesmal buchen wir wieder ein Transtur -Ticket, und der Bus bringt uns nicht nur zurück nach Havanna, sondern lädt uns tatsächlich auch noch in der Calle Colon ab - direkt vor der Haustüre unseres letzten Domizils vor dem Rückflug.

Wir fahren an einer Haltestelle vorbei. Typisches Bild im Land: überall warte Leute geduldig auf eine Mitfahrgelegenheit. Transportkapazität ist knapp.


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Unsere Casa Particular liegt in der Colon im grauen Block in der Bildmitte. Von links nach rechts verläuft dier Paseo Marti.
Mit dem Aufzug (hier von unten gesehen) wären wir sicherlich nach oben gefahren, aber er funktioniert (noch) nicht.

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Ernüchternde Ausblicke auch aus der 3. Etage: das andere Gesicht Havannas...Dabei haben wir ein sehr nettes Zimmer in dem alten Gemäuer.

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Am vorletzten Tag wollen wir noch einen Rundblick aus einer anderen oberen Etage machen und entern einen "Hopp On - Hopp-Off - Bus.

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Zunächst geht die Fahrt entlang des Malecon, stellenweise abends und am Wochenende ein Treff der Einheimischen.

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Auf der Anhöhe: das betagte und noble Hotel Nacional de Cuba, in dem noch die US-Amerikaner vor der Revolution exzessive Partys feierten...

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Wir passieren in der Avenida de los Presidentes ein beeindruckendes Monument (errichtet zu Ehren des Generals José Miguel Gómez . Er tat sich 1895 im Kampf um die Unabhängigkeit hervor. )

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Gerade rollen wir auf die großflächige Plaza de la Revolución,

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auf der auch das 109 m hohe Monument José Marti steht ( Kubanischer Denker und Dichter José Martí, Nationalheld und Revolutionär )

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Dieser Nationalheld darf auch nicht fehlen. Che erinnert an die Revolution.

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aber die Damen haben vermutlich andere Themen...

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Ein Ausflug in einen Vorort Havannas: José Fuster war 1975 in ein bescheidenes Holzhaus in der heruntergekommenen Nachbarschaft Jaimanitas gezogen. Bald begann er, sein Atelier mit buntem Mosaik zu dekorieren. Als er dort fertig war, fragte er seine Nachbarn, ob er ihre Häuser und Geschäfte dekorieren könne. Einige stimmten zu. Im Laufe eines Jahrzehnts wurden Arztpraxen, Bushaltestellen, Brunnen, Bänke, Tore und mehr von Fusters Gestaltungs- und Deko-Ideen erfasst. Inzwischen ist dieser Stadtteil zu Touristenattraktion geworden.

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Zurück in Havanna....

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Unser letzter Abend, und nach einem leckeren Essen besuchen wir inzwischen zum 4. Mal "unsere Bar" mit fetziger Musik.

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So klettern wir nach 4 abwechslungs- und lehrreichen, total interessanten Wochen in unsere Maschine. Wenn auch nicht immer alles auf Anhieb geklappt hat - die KubanerInnen haben in punkto Improvisation einiges drauf, und so haben wir selten einen Mangel dauerhaft empfunden.
Hatten wir zunächst eine "Abzocke" quer durchs Land erwartet, so wurden wir eher angenehm überrascht. An die Küche hatten wir keine besonderen Erwartungen. Meistens haben wir jedoch lecker gegessen, und das auch noch preiswert.
Die Allmacht des Staats bekamen wir kaum zu spüren. Da haben wir den ehemaligen sozialistischen Bruder DDR ganz anders in Erinnerung.
Die Menschen in diesem Land haben uns viel gegeben. Wir haben die allermeisten, mit denen wir zu tun hatten, jedenfalls als interessiert, kommunikativ, herzlich und hilfsbereit erlebt. Dabei war es sehr hilfreich, dass wir wenigstens ein wenig Spanisch sprechen.


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Nachbemerkung: wer es bis hierher geschafft hat: ALLE ACHTUNG
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von vitalista » Mi 28. Nov 2018, 06:30

Das 'ALLE ACHTUNG' gebe ich aber umgehend an dich zurück, lieber ville. Deine Reiseberichte sind so interessant, schön zu lesen und wunderbar bebildert, dass es eine Freude ist, auf diese Art ein wenig mit euch reisen zu dürfen.
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von Frambuesa » Mi 28. Nov 2018, 07:05

vitalista hat geschrieben:
Mi 28. Nov 2018, 06:30
Deine Reiseberichte sind so interessant, schön zu lesen und wunderbar bebildert, dass es eine Freude ist, auf diese Art ein wenig mit euch reisen zu dürfen.
Wunderschön zu lesen und zu schauen, man hat den Eindruck, dabeigewesen zu sein. :)
Solch einen Urlaub vergisst man NIE wieder. Lieben Dank dafür, dass ich mitreisen durfte.
Saludos Frambuesa
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muss man vor allem ein Schaf sein. Bild

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