Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

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Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von ville » Sa 17. Nov 2018, 14:59

Erst mal vielen Dank für das Interesse an diesem Bericht und die erfreulichen statements ! Für diejenigen unter euch, die nicht mehr auf diese bereisenswerte Insel können oder wollen, haben wir uns gerne während des Trips abgemüht :-D , und ich tu das ja jetzt noch ein wenig :roll: .
Momentan hab ich etwas Probleme mit den Augen. Deshalb geht alles nicht so flott wie gewünscht !

Teil 2 des Berichts

Trinidad ist ein sehr sehenswertes Städtchen, in dem die ehemals spanischen Häuser im Kolonialstil ans 19.Jh erinnern . Damals hatte die Zuckerausbeute im nahen Valle de los Ingenios für eine rapide Zunahme des Wohlstands in der Region gesorgt.

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Das "älteste und bezauberndste Freilichtmuseum Kubas" wurde 1988 zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt. In den Straßen mit ihrem oft Füße strapazierendem Kopfsteinpflaster geht es meist ruhig zu,

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Weniger ruhig dagegen an einigen touristischen Brennpunkten, vor allem rund um die Plaza Mayor mit Restaurants und Bars in der Nähe.

Bei Einbruch der Nacht lockt normalerweise die Live-Musikszene viele an, um z.B. bei einem Plastikbecher Mojito auf den Freitreppen bei der Plaza kubanische Klänge und Rhythmen zu genießen. All das findet für uns erst mal nicht statt, denn 9 Tage lang ist Ruhe angesagt. Fidels sterbliche Überreste "verfolgen" uns bereits auf ihrem Weg zur letzten Ruhestätte im Südosten des Landes.
Tröstlich für uns: wir hatten bereits vor der Reise Kontakt mit Kirenia und José aufgenommen und wohnen jetzt in ihrem Hostal, einer casa particular . Ein Glücksgriff, denn die Beiden sind äußerst liebenswert.

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Ihre Küche ist einfach, aber hervorragend, und ihre Drinks sind es auch ( Caipirinhas, Pina Coladas, Mojitos und auch Canchancharas, eine örtliche Spezialität, natürlich mit dem Hauptbestandteil der meisten Cocktails: Ron de Cuba). Im privaten Bereich bekommt man in dieser Woche alkoholische Getränke, in der Öffentlichkeit dagegen nicht. Essen muss man in solchen casas normalerweise jeweils vorbestellen, da die Zutaten erst besorgt werden müssen.

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Abends erkunden wir die Stadt und genießen den Sonnenuntergang an der Plaza Mayor.

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Nach einem opulenten Frühstück auf der Dachterrasse ( ,für uns hier und später in fast in allen casas particulares 5 CUC pro Nase,)

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machen wir erneut einen Rundgang, klettern auf den Hausberg und haben einen weiten Blick auf Trinidad und die einige km entfernt liegende Küste, wo einer der schönsten Strände des Südens liegt.

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In den Seitenstraßen machen wir oft mit den Einheimischen ein Schwätzchen, zu dem sie fast immer bereit sind. In der Stadt ist die Stimmung spürbar gedrückt. Wo immer wir einen Fernseher wahrnehmen, läuft die Berichterstattung über die letzte Fahrt des "Commandante" auf dem Weg nach Santiago, wo seine Urne beigesetzt werden soll.
Am Nachmittag radeln wir zur und entlang der Küste. Das Wasser ist kristallklar und lädt uns zum Abkühlen ein. Wer will, findet seinen Privatstrand.

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In der Nähe gibt es auch luxuriöse Hotels und lange Traumstrände. Nicht unser Ziel.

Zurück in der casa gibt es nette Gesellschaft. Man tauscht sich mit anderen Travellers aus. Für den nächsten Tag haben wir Bustickets besorgt und wollen weiter durch's Innenland nach Südosten. Trinidad steht jetzt für die Rückreise noch einmal auf unserem etwas geänderten Plan und präsentiert sich dann hoffentlich wieder in der Stimmung, für die es bekannt ist.

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Mit einem Bus der Gesellschaft Viazul, die praktisch fast alle Städte Kubas verbindet, fahren wir los, als nach einigen hundert Metern eine junge Touristin in Panik ausbricht. Ihr Pass liege noch in ihrem Hostal, habe sie gerade festgestellt ! Der Busfahrer fackelt nicht lange und kurvt mit dem vollbesetzten Gefährt im Zickzack durch ein halbes Dutzend engster Gässchen, bis er vor dem besagten Hostal hält und geduldig wartet, bis der Pass an Bord ist. Wir sind baff !

Dann aber rollen wir durch die tropische Landschaft, vorbei an Mais- u. Zuckerrohrfeldern, kleinen Bananenpflanzungen und kleineren Ortschaften

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lassen die Städte Sancti Spiritus, Ciego de Avila und Florida hinter uns , bis wir nach ca. 5 Stunden unser nächstes Etappenziel erreichen:

Camagüey (gesprochen wie engl. "comeaway")

Mit einem solchen in den meisten Städten verfügbaren "Taxi" lassen wir uns in die Innenstadt chauffieren. Mit Kofferraum. Viel bequemer als z.B. in einer südostasiatischen Rikscha, wo man sein Gepäck zwischen die Beine quetschen muss oder auf den Knien hat !

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Den Preis haben wir ausgehandelt: 2 CUC. Als wir ankommen, will der Bursche 4 CUC, nämlich 2 pro Person. Wir sind nicht einverstanden ! Es wäre ein Fünftel des Monatslohns eines einfachen Arbeiters. "Erstrampelt" in 10 Minuten auf ebener Strecke...

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Ganz in der Nähe des Zentrums suchen wir nach der Adresse einer im Internet hoch gelobten casa particular, aber der Besitzer sei inzwischen verstorben, sagt man uns. So rollen wir unsere Rucksacktrolleys um eine Ecke, wo wir bereits nach wenigen Metern ein unverkennvares Symbol an einem Haus entdecken, einem Anker ähnlich. (Im Bild groß dargestellt) Es kennzeichnet auf Kuba Tausende solcher Unterkünfte.

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Marlene hat wohl einen 7. Sinn und erscheint wie gerufen an der Türe. Aufgrund ihrer Schminke vermuten wir zunächst, dass sie ein etwas zweifelhaftes Etablissement betreibt, aber wir liegen falsch. Im geräumigen Innenhof lebt sie mit ihrer Familie , und auch hier werden wir herzlich und liebenswert begrüßt und erhalten ein plüschiges, blitzsauberes Zimmer mit Dusche/Toilette.

Camagüey hat eine kleine, Auto freie Zone mit ein paar eher einfachen Restaurants und Geschäften mit bescheidenem Warenangebot, dazu kleinere Hotels .

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Unsere Adresse ist dagegen erst einmal dieses nette Café, im Tripadviser empfohlen.

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An der Plaze de Nuestra Senora del Carmen und der gleichnamigen Kirche (etwa um 1825 erbaut) wird die spanische Handschrift sichtbar. Auch das Schaffen der ortsansässigen Künstlerin Martha Jimenez ist nicht zu übersehen:

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Der Drang nach Sicherheit wird in dieser Straße überdeutlich. Wohl auch eher eine Hinterlassenschaft der ehemaligen Kolonialherren.....

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Ein Hauch von Privatwirtschaft ist im sozialistischen Kuba nichts Besonderes : ein Lädchen zwischen Hauswand und Zaun am Stadtrand.

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Aber was wäre das alles ohne die symphatischen Menschen in diesem Land und stellvertretend den Charme einer vielleicht künftigen Miss Cuba ?

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Da uns Fidel's Trauerzug im Nacken sitzt und Gerüchte kursieren, dass jetzt sämtliche Busfahrpläne bedeutungslos seien, versuchen wir am nächsten Tag, eine Weiterfahrt zu organisieren. Am Terminal überholt eine Nachricht die andere, und so beschließen wir, zusammen mit einem interessierten Italiener ein Taxi zu organisieren, was sich als ausgesprochen schwierig erweist.
Nach langem Hin und Her erklärt sich aber der Besitzer eines nahezu schrottreifen Lada aus ehemals russischer Produktion bereit, uns einen Teil der Strecke in Richtung Holgüin zu fahren, was tatsächlich gelingt.

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In Las Tunas werden wir abgesetzt und suchen uns erneut ein Vehikel. Schließlich erreichen wir unser nächstes Etappenziel : Holgüin.

Wie auch die anderen bisher besuchten Orte ist die Stadt großflächig gebaut, und Gebäude über 3 Etagen sind die Ausnahme. Holgüin ist mit ca 350'000 EW eine der größten Städte Kubas. Zwei, drei Parks, großflächige Plätze und eine Flaniermeile wie der "Bulevar" prägen das Gesicht der Innenstadt.

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Insgesamt wirkt sie auf uns eher gemütlich - provinziell. Die touristische Infrastruktur ist bescheiden, und ein paar Schritte vom Zentrum entfernt sehen wir fast ländliche Verhältnisse.

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Wie könnte es anders sein: auch hier fallen Oldies ins Auge - jetzt weniger ländlich. Wer kann hier wegschauen ?

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Nur Wenige interessieren sich da noch für die Plastik mit Szenen aus Kubas Geschichte sowie der Faust als Symbol der Revolution ?

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Das ist ein echter Hingucker....

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Auch hier nutzt man natürlich das Internet, und so sieht man in den Städten oft ganze Trauben von "Surfern" in der Nähe eines Hotspots.

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Im Privatbereich können sich bislang nur Wenige die Anbindung über einen Router leisten. So nutzt man WLan z.B in der Nähe von Büros der staatlichen Telefongesellschaft ETECSA, was auch wir tun . Wir kaufen jeweils Tarjetas mit Zugangscodes und warten dann geduldig, bis z.B. unsere Post heruntergeladen ist. Für eine Stunde zahlen wir 1 CUC , also 1 US-Dollar.

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Inzwischen hat uns der Konvoi mit dem Commandante fast eingeholt. Er bewegt sich - kurz vor Holgüin - auf der umgekehrten Route der „Karawane der Freiheit“, mit der die Revolutionäre 1959 nach dem Sturz des von den USA unterstützten Diktators Batista nach Havanna eingezogen waren.
Ich beschließe, mich an die abseits vom Stadtzentrum liegende Durchgangsstraße zu stellen, um das Ereignis aus der Nähe zu betrachten. Niemand weiß wirklich, wann es soweit sein wird, aber die 3 Stunden Wartezeit gehören für mich zu den stärksten Eindrücken während unseres Aufenthalts.

Tausende haben sich versammelt, um ihrem Fidel die letzte Ehre zu geben. Mit einigen der Wartenden unterhalte ich mich und bin überrascht, wie inbrünstig die Menschen ihn verehren, und dies bei aller vielleicht insgeheim geäußerten Kritik an der Realität des sozialistischen Alltags . Als schließlich der kleine Konvoi vorbeirollt, fließen bei ganz Vielen die Tränen.

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Castro war von 1959 bis 2008 an der Macht. Er überstand 10 US - Präsidenten im Amt. Ein intimer Kenner, Journalist bei "Le Monde" , bescheinigte ihm einst die "Lebensweise eines „Mönch-Soldaten“: spartanisches Leben, einfaches Mobiliar, gesundes und einfaches Essen" ! (Wikipedia)

Wir wenden uns wieder unserem "Tagesgeschäft" zu, erkunden die Stadt und beschließen dann, für einen Tag an die Nordküste zu fahren.

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Das Transportmittel ist ein Nahverkehrs-"Bus", eine sog. "Maquina". Man spürt den Kontakt zur Straße, denn die Federung ist die eines LKW ! Spartanische Ausstattung im Fahrgastraum. Eben eine echte Holzklasse #:-s ..

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Gibara ist ein Hafenstädtchen, etwa 35 km von Holgüin entfernt. Noch eher ein Geheimtip, soll dort der Tourismus gefördert werden. So zu lesen im Spiegel 2017: ( http://www.spiegel.de/reise/fernweh/kub ... 79338.html )

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Hier entdecken wir tatsächlich die ersten Windkraftwerke. Offenbar will die Regierung Wind- und Sonnenenergie forcieren, aber es mangelt an Kapital.

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Seltsame Gewächse an diesem Baum am Rand eines Platzes:

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Im besten Hotel am Platz, dem Ordoño, trinken wir einen Capucchino und unterhalten uns lang mit einem jungen Paar aus Österreich. Der Kellner hinter der Bar spricht fast akzentfreies Deutsch. Er habe es sich hauptsächlich selbst aus Büchern beigebracht und übe jetzt mit den Touristen !

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Von diesem netten jungen Mann lassen wir uns am späten Nachmittag zurück nach Holgüin bringen. Vermutlich kommt zumindest ein Teil seiner Einkünfte aus dem natürlich privaten Fahrdienst.

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Der Achtzylinder wurde wie bei vielen Oldtimern auf Kuba längst durch einen inzwischen qualmenden und schüttelnden Dieselmotor japanischer Herkunft ersetzt und der Spritverbrauch dramatisch gesenkt. Auspuffgase kommen durch das undichte Heck herein, aber es sind ja nur 35 km ....
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Schließlich wollen wir unsere Reise, bei der auch der Weg das Ziel ist, fortsetzen. . Leider war nicht allzu lange vor unserer Reise die östlichste Region der Insel durch einen Hurrikan schwer beschädigt worden, und wir gaben die Idee auf, an der Nordküste entlang nach Baracoa zu fahren. Stattdessen besorgen wir uns Bustickets nach Santiago de Cuba. Diesmal fast im Schlepptau des Konvois mit Fidels Überresten.

(Fortsetzung folgt)
Zuletzt geändert von Oliva B. am Sa 17. Nov 2018, 16:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von nixwielos » Sa 17. Nov 2018, 15:16

Eine herrliche Reise, wie immer von Dir toll erzählt und bebildert, herzlichen Dank lieber ville >:d< Wir reisen weiter mit!!!

Für die Sehkraft drücken wir Dir alle Daumen :x
Viele Grüße von Nicole und Stefan!
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von Citronella » Sa 17. Nov 2018, 15:28

Dem schließe ich mich voll an - bin begeistert!

Saludos
Citronella

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von ville » Sa 17. Nov 2018, 15:40

Ich wundere mich nur, dass der 2. Teil unabhängig vom 1. Teil bei gleichem Titel als neuer Beitrag erscheint :-? Irgend etwas hab ich da wohl falsch gemacht.
ville

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von nixwielos » Sa 17. Nov 2018, 16:56

ville hat geschrieben:
Sa 17. Nov 2018, 15:40
Ich wundere mich nur, dass der 2. Teil unabhängig vom 1. Teil bei gleichem Titel als neuer Beitrag erscheint :-? Irgend etwas hab ich da wohl falsch gemacht.
ville
...hat Elke schon „repariert“ >:d<
Viele Grüße von Nicole und Stefan!
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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von Oliva B. » Sa 17. Nov 2018, 17:01

nixwielos hat geschrieben:
Sa 17. Nov 2018, 16:56
...hat Elke schon „repariert“ >:d<
;)

Lieber ville,

du hast - statt eine Antwort zu erstellen - einen neuen Fred eröffnet. Aber nun ist ja alles gut und ich folge gespannt eurer Reise.... :x

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von ville » Sa 17. Nov 2018, 17:28

Oliva B. hat geschrieben:
Sa 17. Nov 2018, 17:01
nixwielos hat geschrieben:
Sa 17. Nov 2018, 16:56
...hat Elke schon „repariert“ >:d<
;)
Lieber ville,

du hast - statt eine Antwort zu erstellen - einen neuen Fred eröffnet. Aber nun ist ja alles gut und ich folge gespannt eurer Reise.... :x

Liegt im Forum man verquer,
muss alsbald die Elke her
oder auch der Rest vom Team,
was täten wir auch ohne ihm.

Ihr meint, das klingt zu sehr nach Zille ?
Ich nehm's auf meine Kappe !
ville

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von Oliva B. » Sa 17. Nov 2018, 18:52

Leider völlig OT:
ville hat geschrieben:
Sa 17. Nov 2018, 17:28

Liegt im Forum man verquer,
muss alsbald die Elke her
oder auch der Rest vom Team,
was täten wir auch ohne ihm.

Ihr meint, das klingt zu sehr nach Zille ?
Ich nehm's auf meine Kappe !
ville
Wir haben doch den lieben Vil - le,
warum dann noch den alten Zil-le? :-?

Aber nun ganz schnell zurück nach Kuba - abseits der Touristenpfade. ;)

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von ville » Sa 24. Nov 2018, 10:32

Bericht Teil 3

Wir wollen Holguin hinter uns lassen. Ganz früh am Morgen machen wir uns zu Fuß auf, um rechtzeitig beim Busterminal zu sein. Ohne Frühstück. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite stehen dort ein paar Hütten, und die Sonne heizt bereits die angebotenen Schnitten mit Wurst. Hmm ! Ich möchte nur 2 Becher Kaffee, aber nirgendwo gibt es welchen. Als ich einen der Budenbetreiber frage, weshalb es daran mangelt, meint er nur, es sei verboten, gebe keine Lizenz zum Verkauf von Kaffee. Hier bekomme ich erstmals Kritik am System zu hören, aber hinter vorgehaltener Hand !! Fast entschuldigend kriege ich einen besseren Eierbecher voll Kaffee aus seiner Privatkanne und gehe zurück in den Terminal...Gut, dass wir Wasser, Kekse und 2 Bananen haben.
Nach einer knapp 4-stündigen Busfahrt erreichen wir Santiago, die wohl karibischste aller Städte und die zweitgrößte auf Kuba. Es ist heiß, aber wir ziehen unsere Rollrucksäcke tapfer quer durch das heruntergekommene Hafenviertel, wo uns viele meist dunkelhäutige Anwohner verwundert mustern.
IFür die Zimmersuche hatten wir einige Adressen von Casas Particulares gegoogelt, aber diesmal sind wir erst beim 5. Versuch erfolgreich. Na ja, die Stadt ist belebter als sonst, weil heute Fidel Castro auf den Stadtfriedhof beigesetzt wurde.
Schließlich bekommen wir ein Zimmer bei Dayana, einer dunkelhäutigen Schönen, und ihrem Mann, einem Italiener. beide total nett und zuvorkommend.

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Abends sitzen wir dann erstmals auf der Dachterrasse des Hotels Casa Granda, nicht weit von unserem Hostal gelegen, und wir genießen die Kühle sowie die fantastische Aussicht auf den Parque Céspedes und die angrenzende Kathedrale.

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Während der nächsten Tage erkunden wir die Stadt und genießen die lockere Atmosphäre.

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Etwas abseits der belebten Straßen treten die Sicherheitsbestrebungen vergangener Tage hervor:

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Die Kathedrale, im frühen 19.Jh auf den Grundmauern von Sakralbauten seit dem 16. Jh errichtet:

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Blick von einem der Türme der Kathedrale, auf die wir schwitzend geklettert sind, weit über das Hafenviertel :

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Vor uns der zentrale Platz der Altstadt, der Parque Céspedes. Links befindet sich die um 1530 errichtete Casa de Velázquez, die als das älteste Haus Lateinamerikas gilt ( heute ein Museum) . Rechts am Bildrand das Hotel Casa Granda mit der angenehmen Dachterrasse...

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Inzwischen sind die 9 Tage Abstinenz nach der Beisetzung Fidels vergangen, und auch im Parque Céspedes normalisiert sich das Leben. Live-Musik und Tänzchen...

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"Viva la Revolución" .....

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In der Nähe der Stadt liegt eine der markantesten Befestigungsanlagen Kubas, das Castillo de San Pedro de la Roca ( auch Castillo del Morro genannt ). Die Festung gilt als das besterhaltene und vollständigste Beispiel der spanisch-amerikanischen Militärarchitektur und wurde 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Als wir sehen, welches Linienvehikel die Strecke zum Castillo abfährt,

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entscheiden wir uns dafür, ein Taxi anzuheuern, das uns bequem zu der Burganlage bringt.

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Blick aus der Burg zurück zu einem Restaurant und einem Leuchtturm

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Hier kommt keiner vorbei !!
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( Rechts unten sieht man den Binnenhafen, die einst vom Castillo geschützt wurde.)

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Schließlich verlassen wir Santiago wieder und machen uns auf den Rückweg in Richtung Westen. Wir wollen ans andere Ende Kubas. Das nächste Ziel ist wieder Trinidad. Da es keinen direkten Bus gibt, nehmen wir zunächst eine Passage bis nach Ciego de Avila, Diesmal geht es mit Transgaviota auf Tour......

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....durch die üppig - grüne Landschaft des Südens und bei Las Tunas an diesem Monument vorbei, das den Freiheitskampf der Kubaner gegen die spanischen Besatzer und den Brand der Stadt thematisiert: "Tunas, mit Schmerz in deiner Seele zünde ich eine Kerze für dich an, aber ich ziehe es vor, dich lieber verbrennen zu sehen als zu versklaven". ( General Vicente García 1876 )

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In Ciego de Avila klettern wir aus dem Bus und suchen uns eine Übernachtung. Der Rikschafahrer empfiehlt eine Adresse. Gegen Abend unternehmen wir unseren üblichen Gang , wenn wir irgendwo angekommen sind.

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Es gibt ene nette Promenade. und in einer Bar essen wir genütlich und lassen uns ein kühles Helles schmecken.

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Unser Zimmerwirt meint, von hier gebe es keine Busverbindung nach Trinidad, dem wir ja noch einmal einen Besuch abstatten wollen. Aber natürlich kennt er jemanden, der jemanden mit einem Pkw kennt.....So lassen wir uns zu einem rel. fairen Preis chauffieren.

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Stopp an einem Aussichtspunkt kurz vor Trinidad

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Schließlich sind wir wieder in der Stadt, die wir diesmal so erleben wollen, wie sie von Reisenden beschrieben wird.

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(Bild aus Wikipedia mit freundl. Genehmigung von Lukasz Katlewa)

Bei Jose und Kirenia bekommen wir leider kein Zimmer , aber ein Nachbar, ein Spanier aus Barcelona, vermietet ebenfalls.

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Wie es uns in Trinidad und auf der weiteren Reise ergeht, in der nächsten Folge..........

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Re: Kuba abseits der Strände: bunt und liebenswert

Beitrag von nixwielos » Sa 24. Nov 2018, 11:10

Wunder-wunderschön! >:d< Eine außergewöhnliche Reise und und eine prima Beschreibung von Dir, lieber ville, wir hoffen, Ihr seid noch recht lange unterwegs gewesen, wir warten gespannt auf die Fortsetzung!!
Viele Grüße von Nicole und Stefan!
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