Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

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Oliva B.
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Das Geschäft mit den Flüchtlingen

Beitragvon Oliva B. » Mi 2. Dez 2015, 09:49

Wie bereits weiter oben beschrieben, zahlt Spanien einigen Ländern Geld, damit sie die Flüchtlinge, die nach Spanien wollen in ihren Ländern zurückhalten.Spanien soll Marokko für die Kontrolle des Flüchtlingszustroms bezahlen, wobei nicht mehr als 30 Personen/Tag die Grenze passieren dürfen.

Bis die algerische Regierung die Visabedingungen verschärfte, kamen viele Syrer über den Libanon nach Algerien. Das funktioniert jetzt nicht mehr. Lt. AI warten in Marokko mehrere Tausend Syrer, um nach einer oft mehrjähriger Odyssee über den Sudan, Mali oder Mauretanien und weiter über die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla nach Europa einreisen zu dürfen.

Schleuserbanden, Behörden und vermutlich auch die Grenzpolizei verdienen an den Flüchtlingen aus Marokko. Die spanische Grenzpolizei behauptet wiederum, nur wer in Marokko zahlt, darf ausreisen.

Warum kaum Flüchtlinge über Marokko nach Spanien kommen

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Das Geschäft mit den Flüchtlingen

Beitragvon Oliva B. » Mi 2. Dez 2015, 09:49

Danke, nixwielos >:d<

Wie bereits weiter oben beschrieben, zahlt Spanien einigen Ländern Geld, damit sie die Flüchtlinge, die nach Spanien wollen in ihren Ländern zurückhalten.Spanien soll Marokko für die Kontrolle des Flüchtlingszustroms bezahlen, wobei nicht mehr als 30 Personen/Tag die Grenze passieren dürfen.

Bis die algerische Regierung die Visabedingungen verschärfte, kamen viele Syrer über den Libanon nach Algerien. Das funktioniert jetzt nicht mehr. Lt. AI warten in Marokko mehrere Tausend Syrer, um nach einer oft mehrjähriger Odyssee über den Sudan, Mali oder Mauretanien und weiter über die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla nach Europa einreisen zu dürfen.

Schleuserbanden, Behörden und vermutlich auch die Grenzpolizei verdienen an den Flüchtlingen aus Marokko. Die spanische Grenzpolizei behauptet wiederum, nur wer in Marokko zahlt, darf ausreisen.

Warum kaum Flüchtlinge über Marokko nach Spanien kommen

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Re: Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

Beitragvon Oliva B. » Sa 26. Dez 2015, 15:57

Ich weiß nicht, ob jedem von euch bekannt ist, in welchen menschenunwürdigen Massenunterkünften die Flüchtlinge, die über Marokko nach Europa kommen wollen, vor ihrer Flucht vegetieren müssen. Wirtschaftsflüchtlinge, wie manche sie gerne nennen, sind das nicht, denn die haben genug Geld, um auf sicheren Wegen in die EU zu gelangen.

Wer über die Straße von Gibraltar kommt, rechnet damit sein Leben zu verlieren. Die Flüchtlinge kennen ihr Risiko, sie wissen, dass sie von marokkanischen Grenzpolizisten abgefangen werden können, dass sie auf ihren unsicheren Booten auf offener See ihr Leben verlieren können, genauso wie ihnen bekannt ist, dass sie, wenn sie Spanien erreichen wollen, zuvor rasiermesserscharfe Stacheldrahtzäune überwinden müssen, die starke Verletzungen hervorrufen, oder um ihr Leben schwimmen müssen. Sie riskieren es, weil sie ohne Angst leben möchten.
In der Weihnachtsnacht ertranken zwei Flüchtlinge, 12 wurden schwer und 30 leicht verletzt. Feliz Navidad!
Quelle, zum Lesen des taz-Artikels bitte auf den button " weiter zum Artikel" klicken.

Vorausgesetzt, die Flüchtlinge haben sehr viel Glück, können sie einer ungewissen Zukunft entgegen zu sehen, um z.B. als Gewächshaussklaven in einem der vielen Treibhäuser von Almería zu fristen. An den Arbeits- und Lebensbedingungen der Afrikaner hat sich nach Erscheinen des Artikels leider kaum etwas geändert.

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Re: Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

Beitragvon Oliva B. » Do 7. Jan 2016, 20:47

Der Prophet im eigenen Land ist nichts wert.

Die Spanier würdigen Bundeskanzlerin Merkel, die wegen ihrer Sparpolitik in Spanien in Verruf geraten war, für die von ihr propagierte Willkommenskultur: Deutschlands Aufnahmebereitschaft solle ganz Europa als Lehre für menschliche Großzügigkeit dienen, Zitat:

    " Die Deutschen und Merkel hätten all jenen Ländern eine moralische Lektion erteilt, die sich gegen die gerechte Verteilung der Flüchtlinge über alle europäischen Staaten wehren, heißt es in den spanischen Medien einhellig."
Die Spanier sind keinesfalls stolz auf die rigide Flüchtlingspolitik ihres Landes.
Merkels Einladung sorgte für Das Comeback des „guten Deutschen“ in Spanien.

Nun muss Deutschland nur noch beweisen, wie Willkommenskultur erfolgreich in Willkommenspolitik umgewandelt wird. Das geht nur durch Reformen im Städtebau sowie in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

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Re: Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

Beitragvon rainer » Do 7. Jan 2016, 21:05

Von diesem Absender schmeckt ein Lob allerdings etwas schal bzw. scheinheilig, wenn ich mir diese spanische Realität so anschaue.
Gruß
rainer

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Re: Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

Beitragvon Oliva B. » Do 7. Jan 2016, 21:39

rainer hat geschrieben:Von diesem Absender schmeckt ein Lob allerdings etwas schal bzw. scheinheilig, wenn ich mir diese spanische Realität so anschaue.


@ Rainer

Der von dir erwähnte Absender lobt und tadelt nicht, sondern stellt nur fest.
Lob und Bewunderung hingegen verteilen die Spanier für die deutsche Solidarität - und tadeln ihre Politiker für ihre unsolidarische Politik.

Sorry, mit dem Link habe ich mich eben vertan, dies ist der richtige: Spanien: Das Comeback des „guten Deutschen“.

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Re: Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

Beitragvon Oliva B. » Fr 22. Jan 2016, 09:54

Das Online-Portal QUE geht der Frage nach:

"Sag mir, in welchem Viertel du lebst,
und ich sage dir, welche Immigranten überwiegen".


Ich habe keine Zeit, den Artikel zusammenzufassen, aber er beginnt mit den Worten:
Wussten Sie, dass Sie, wenn Sie zu Fuß durch den Madrider Stadtteil "Central" gehen, Ihnen wahrscheinlich ein italienischer Staatsbürger begegnet, und wenn Sie durch das Viertel "Carabanchel" gehen ein Rumäne?
Diejenigen, die es interessiert können hier weiterlesen, leider nur auf Spanisch....
Zuletzt geändert von Oliva B. am Fr 22. Jan 2016, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Fehler verbessert.

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Re: Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

Beitragvon Oliva B. » Sa 7. Jan 2017, 12:35

2016 haben über 5.000 Flüchtlinge im Mittelmeer als Folge der rigorosen Abschottungspolitik Europas ihr Leben verloren. Die Dunkelziffer ist hoch.

In Tanger stecken die Flüchtlinge aus Nigeria, Mali, dem Tschad, der Elfenbeinküste, aber auch aus Syrien und Pakistan in einer Sackgasse, aus der es kein Entfliehen gibt. Spanien hat in den letzten Jahren 250 Millionen Euro für die Grenzsicherung ausgegeben. Und Marokko erhielt 68 Millionen Euro von der EU. Für die Flüchtlinge gibt es nur die Wahl zwischen Europa und dem Tod. Quelle.

Ende letzten/Anfang dieses Jahres haben wieder einmal 1000 Flüchtlinge versucht, den mehrfach gesicherten Stacheldrahtzaun in Ceuta zu überwinden, wobei es gewalttätig zuging und 50 Mitglieder der marokkanischen Sicherheitskräfte und fünf spanische Polizisten verletzt wurden. Quelle.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob die eigene Verzweiflung dazu führen darf, dass man notfalls das Leben anderer riskiert, um das eigene zu retten?

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Re: Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

Beitragvon Kipperlenny » Sa 7. Jan 2017, 17:55

Oliva B. hat geschrieben:dazu führen darf


"dürfen" ist definitiv das falsche Wort dafür - Ich gehe fest davon aus, dass die meisten von uns während der Apokalypse den Nachbarn erschießen würden der alle Vorräte im Keller hortet und sie uns eventuell vorher noch jahrelang weggenommen hat. Bevor meine Kinder verhungern, oder von der nächsten Rebellengruppe entführt werden, tue ich doch alles um die Situation irgendwie zu verbessern - auch wenn das meinen Tod oder den anderer Menschen bedeuten kann.

Natürlich würden "Zaungäste" dann auch darüber spekulieren ob wir, ich, du das "dürfen" - aber wer in der Situation steckt muss andere Maßstäbe und Moralvorstellungen haben "dürfen".

Aber in unserer schönen Luxuswelt "dürfen" wir natürlich über das "darf der Nafri das" jetzt herrlichen streiten :-)

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Re: Spanien kein Einwanderungsland*) mehr

Beitragvon Oliva B. » Sa 7. Jan 2017, 20:40

Kipperlenny hat geschrieben:
Oliva B. hat geschrieben:dazu führen darf


"dürfen" ist definitiv das falsche Wort dafür - Ich gehe fest davon aus, dass die meisten von uns während der Apokalypse den Nachbarn erschießen würden der alle Vorräte im Keller hortet und sie uns eventuell vorher noch jahrelang weggenommen hat. Bevor meine Kinder verhungern, oder von der nächsten Rebellengruppe entführt werden, tue ich doch alles um die Situation irgendwie zu verbessern - auch wenn das meinen Tod oder den anderer Menschen bedeuten kann.

Natürlich würden "Zaungäste" dann auch darüber spekulieren ob wir, ich, du das "dürfen" - aber wer in der Situation steckt muss andere Maßstäbe und Moralvorstellungen haben "dürfen".

Aber in unserer schönen Luxuswelt "dürfen" wir natürlich über das "darf der Nafri das" jetzt herrlichen streiten :-)


Ich finde, das Wort "Apokalypse" ist meines Erachtens in diesem Zusammenhang fehl am Platz, denn den Menschen geht es zwar wirtschaftlich schlecht, doch sie sind nach meinen Informationen in Marokko nicht vom Tode bedroht. Bericht. Darf man das Töten anderer(unschuldiger) Menschen billigend in Kauf nehmen oder rechtfertigen, um selbst freier und/oder besser zu leben?


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