Bedrohlicher Wassermangel

Ereignisse und aktuelle Geschehnisse aus Politik, Wirtschaft und Umwelt (Klima-, Natur- und Tierschutz) werden hier diskutiert.
Benutzeravatar
Oliva B.
Admin
Admin
Beiträge: 17332
Registriert: Mi 6. Mai 2009, 08:17
Wohnort: El Comtat, Marina Alta (E), NRW/OWL (D)
Kontaktdaten:

Re: Bedrohlicher Wassermangel

Beitrag von Oliva B. » Do 30. Nov 2017, 20:09

2005 wurde publiziert, dass in der Autonome Gemeinschaft Valencia das meiste Wasser verschwendet wird, damals waren das 125.717.000 Kubikmeter.

Verluste entstehen nicht nur durch Lecks und Wasserrohrbruch, sondern auch durch Diebstahl.

2016 wurde berichtet, dass Xaló (Marina Alta) 68 % des Leitungswasser auf dem Weg zu den Verbrauchern verliert. Die Verbraucher zahlten dafür 140.000 Euro. Man stellte damals 18 Lecks fest. Quelle

Juli 2017: Redován (Vega Baja del Segura) verliert 48 % seines Wasser durch Lecks und Diebstahl Quelle

Abhilfe für diese Probleme verspricht die Unternehmensgruppe Global Omnium, Mehrheitsaktionärin der Aguas de Valencia Gruppe, die für die Verwaltung der Wasserversorgung von mehr als 300 spanischen Städten und in mehreren Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas verantwortlich ist. Mit ihren intelligenten Wasserzählern kann man per Fernauslesung aus den bereitgestellten Informationen Anomalien im Verbrauch schnell auf die Spur kommen, da ein Alarm ausgelöst wird.

So konnte die Stadt Aspe ( Medio Vinalopó), in Zusammenarbeit mit Global Omnium, den Verlust von mehr als 23 Millionen Liter Wasser vermeiden. Das entspricht der Befüllung von 50 Schwimmbädern.Quelle

Bisher gibt es in der autonomen Region Valencia 35 Entsalzungsanlagen.

Benutzeravatar
nurgis
especialista
especialista
Beiträge: 4009
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 12:12

Re: Bedrohlicher Wassermangel

Beitrag von nurgis » Do 30. Nov 2017, 22:50

Es kommt immer wieder auf das Selbe heraus. Werden die Versorgungsleitungen für das edle Nass nicht grundliegend verbessert und haltbarer gemacht,bleibt alles wie gehabt. D h. viele tausend Liter versickern ungenutzt.
Jedes liebe Wort macht`s Leben länger. (Hg)

Benutzeravatar
Oliva B.
Admin
Admin
Beiträge: 17332
Registriert: Mi 6. Mai 2009, 08:17
Wohnort: El Comtat, Marina Alta (E), NRW/OWL (D)
Kontaktdaten:

Re: Bedrohlicher Wassermangel

Beitrag von Oliva B. » Mo 4. Dez 2017, 10:55

Reisender hat geschrieben: Bist du sicher dass das für die Umwelt (z.B. Das Grundwasser) wirklich gut ist wenn Bestandteile von Spül- und Waschmitteln in den Boden kommen??? :-?
Hallo Klaus,

was meinst du wohl, was das Schüsselchen Spülwasser an der Qualität des Grundwassers ändert?
Ich denke da an tausende Häuser, die nicht an die Kanalisation angeschlossen sind (damit meine ich keinesfalls das einsame Landhäuschen auf dem Campo, sondern eng besiedelte Wohngebiete an der Küste, deren Abwässer in der eigenen Klärgrube (fosa séptica) landen!

Diese vielen Abwasser zu klären wäre Aufgabe der Regierung und Gemeindeverwaltungen, denn es wird nicht nur die Umwelt stark belastet, sondern auch noch wertvolle Ressourcen verschwendet!
Wahrscheinlich würde die Sanierung maroder Rohre und die Aufbereitung des Abwassers in Kläranlagen schon ausreichen, Spaniens signifikantem Wassermangel entgegen zu wirken _ aber gibt es nicht vielleicht sehr viel bequemere EU-Hilfen für Dürregebiete :-? ?

Benutzeravatar
Reisender
activo
activo
Beiträge: 384
Registriert: Mi 6. Mai 2015, 15:00
Wohnort: Mannheim und Orihuela Costa
Kontaktdaten:

Re: Bedrohlicher Wassermangel

Beitrag von Reisender » Mo 4. Dez 2017, 12:52

Oliva B. hat geschrieben:
Reisender hat geschrieben: Bist du sicher dass das für die Umwelt (z.B. Das Grundwasser) wirklich gut ist wenn Bestandteile von Spül- und Waschmitteln in den Boden kommen??? :-?
Hallo Klaus,

was meinst du wohl, was das Schüsselchen Spülwasser an der Qualität des Grundwassers ändert?
Ich denke da an tausende Häuser, die nicht an die Kanalisation angeschlossen sind (damit meine ich keinesfalls das einsame Landhäuschen auf dem Campo, sondern eng besiedelte Wohngebiete an der Küste, deren Abwässer in der eigenen Klärgrube (fosa séptica) landen!

Diese vielen Abwasser zu klären wäre Aufgabe der Regierung und Gemeindeverwaltungen, denn es wird nicht nur die Umwelt stark belastet, sondern auch noch wertvolle Ressourcen verschwendet!
Wahrscheinlich würde die Sanierung maroder Rohre und die Aufbereitung des Abwassers in Kläranlagen schon ausreichen, Spaniens signifikantem Wassermangel entgegen zu wirken _ aber gibt es nicht vielleicht sehr viel bequemere EU-Hilfen für Dürregebiete :-? ?
Hallo Elke,
daran habe ich gar nicht gedacht. Von Sickergruben ist man in Deutschland ja weit entfernt (meine ich zu glauben :-D ) da kommen mir solche Gedanken nicht.
Trotzdem bin ich der Meinung dass jeder das seine tun sollte, um Verschmutzung zu vermeiden, wenn es auch (faktisch) wenig Wirkung hat.
Im Buddhismus sagen wir, dass von jeder Handlung Energien ausgehen, die wir in die Welt ausstrahlen. Von guten Handlungen gute Energien, von Schlechten, schlechte.
Und wenn man es nur als Vorbild bezeichnen will. So wie Vitalista damit, dass sie ihren Enkelkindern zeigt, dass man den Wasserhahn beim Zähneputzen zwischendurch auch abstellen kann, keine große Wirkung auf den Wasserverbrauch hat, aber doch eine sehr Gute auf das Wesen ihrer Enkelkinder.
Und wenn viele es tun, hat alles eine Wirkung, im Guten wie in weniger guten Handlungen.
Liebe Grüße,
Klaus

Das Leben ist eine große Reise. Genieße sie!

https://www.facebook.com/klaus.schulz.75641

Benutzeravatar
Oliva B.
Admin
Admin
Beiträge: 17332
Registriert: Mi 6. Mai 2009, 08:17
Wohnort: El Comtat, Marina Alta (E), NRW/OWL (D)
Kontaktdaten:

Re: Bedrohlicher Wassermangel

Beitrag von Oliva B. » Mo 4. Dez 2017, 15:14

Reisender hat geschrieben:Trotzdem bin ich der Meinung dass jeder das seine tun sollte, um Verschmutzung zu vermeiden, wenn es auch (faktisch) wenig Wirkung hat.
Das sehe ich genauso wie du, Klaus, auch als Nicht-Buddhistin! ;-)

Benutzeravatar
Reisender
activo
activo
Beiträge: 384
Registriert: Mi 6. Mai 2015, 15:00
Wohnort: Mannheim und Orihuela Costa
Kontaktdaten:

Re: Bedrohlicher Wassermangel

Beitrag von Reisender » Mo 4. Dez 2017, 16:03

Oliva B. hat geschrieben:
Reisender hat geschrieben:Trotzdem bin ich der Meinung dass jeder das seine tun sollte, um Verschmutzung zu vermeiden, wenn es auch (faktisch) wenig Wirkung hat.
Das sehe ich genauso wie du, Klaus, auch als Nicht-Buddhistin! ;-)
:x >:d< :-D

Das Leben ist eine große Reise. Genieße sie!

https://www.facebook.com/klaus.schulz.75641

Benutzeravatar
Oliva B.
Admin
Admin
Beiträge: 17332
Registriert: Mi 6. Mai 2009, 08:17
Wohnort: El Comtat, Marina Alta (E), NRW/OWL (D)
Kontaktdaten:

Findet endlich ein Umdenken statt?

Beitrag von Oliva B. » Di 5. Dez 2017, 10:27

Die Landesregierung und die Universitäten von Alicante und Elche haben erkannt, dass wegen des Klimawandels und der seit 5 Jahren anhaltenden Trockenheit neue Perspektiven für die einheimische Landwirtschaft gefunden werden müssen. Während es bislang das Ziel war, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern, müsse jetzt das Augenmerk auf die Umwelt gelenkt werden, wie beispielsweise der Anbau neuer Obst- und Gemüsesorten, die mehr der Trockenheit trotzen und weniger umweltbelastende Pflanzenschutzmittel benötigen.
Man müsse erkennen, dass manche Kulturen unrentabel sind, da sie zu viel Wasser verbrauchen. Zudem müssen Düngemittel und Wasser genauer dosiert werden.

Die Landesregierung arbeite schon seit 10 Jahren an einer Lösung des Wasserproblems. So unterhält das Valencianische Institut für Agrarforschung mehrere Umweltprojekte, die eine nachhaltige Landwirtschaft gewährleisten sollen.

Das Wasserdefizit und der zunehmende Wettbewerb bei der Wassernutzung, unter dem ein großer Teil des Territoriums leidet, zwingen dazu, die die Bewässerung zu rationalisieren, die Strukturen zu modernisieren und effizientere Bewässerungssysteme einzuführen. Eine neue industrielle Revolution müsse in stattfinden, vergleichbar mit der Tröpfchenbewässerung in den 1980er Jahren.
So können kapazitive Sonden jederzeit den Wasserbedarf von Bäumen erkennen. Auf Orangenplantagen ermöglichen sie eine Halbierung des Wasserverbrauchs.

Es sei bereits gelungen, Mandarinen und frühe Nektarinen zu produzieren, die besser an die neuen klimatischen Bedingungen (Trockenheit) angepasst sind, sowie Tomaten und Khaki, aber auch Kirschbaumsorten, die weniger Kälte benötigen, oder die exotische Jatropha, ein Baum aus Mittelamerika, der ideal für die Gewinnung von Biodiesel ist.
Auch Wein passe sich gut dem hiesigen Klima an, deshalb sollen Sorten angebaut werden, die höhere Temperaturen und geringere Niederschläge vertragen, und das Anbauverfahren verändert werden.

Die Sonnenscheinstunden, "die es nur im Mittelmeer gibt", könne man für Entsalzungsanlagen, Brunnen, und Kläranlagen nutzen, auch der "Wassertransfer" dürfe nicht länger ein Tabu-Thema sein.Für das Überleben der Region sei es überlebenswichtig, besser auf die Umwelt zu achten. In Spanien blieben jedes Jahr etwa 10.000 Kubikmeter Wasser "übrig", doch Madrid fehle der politische Wille, das Problem durch bessere Verteilung zu lösen.

Quelle

Der Provinzialrat von Alicante will einen Plan zur Verbesserung der hydraulischen Infrastrukturen mit einer jährlichen Mittelausstattung von 10 Millionen Euro umsetzen, um "den dringendsten Bedarf an Bewässerung und Versorgung in der Provinz zu decken" und bittet die Generalitat Valenciana, 50% der wirtschaftlichen Kosten zu übernehmen.
Die jetzige Dürre sei die "schlimmste in der jüngeren Geschichte". Eine Zuweisung von mehr als einer Million Euro für den Etat 2018 sei erforderlich, "allen Forderungen der Bauerngemeinschaften nach einer Verbesserung der Effizienz der Bewässerungsinfrastruktur nachzukommen,

die in den letzten zwei Jahren nicht möglich waren." Dazu gehöre die Modernisierung des Bewässerungssystems, die Regulierung von Reservoirs und Teichen, die Erneuerung von Wasserpipelines, neue Verteilungsnetze usw.

Quelle

Benutzeravatar
Oliva B.
Admin
Admin
Beiträge: 17332
Registriert: Mi 6. Mai 2009, 08:17
Wohnort: El Comtat, Marina Alta (E), NRW/OWL (D)
Kontaktdaten:

Re: Bedrohlicher Wassermangel

Beitrag von Oliva B. » Di 30. Jan 2018, 20:30

65 l/qm Regen sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag durchschnittlich in der Provinz Alicante gefallen. Durch diese gota fría können die Landwirte erst einmal aufatmen, denn ohne die sintflutartigen Regenfälle des vergangenen Wochenendes (O-Ton: «oro caído del cielo») gäbe es keine Artischockenernte.

Ob die heftigen Niederschläge auch für die Zitrusernte von wirtschaftlichen Nutzen sind, ist noch ungewiss. Doch der Verband der jungen Landwirte, Asaja (Asociación Agraria de Jóvenes Agricultores). erwartet, dass die Orangen und Zitronen der späten Ernte größer ausfallen.

Der Direktor Klimatologischen Laboratoriums der Universität Alicante, Jorge Olcina, ist der Meinung, dass sich, bedingt durch den Klimawandel, die gota fría vom Herbst in den Januar verschoben habe, in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge, ohne dass im Herbst "ein Tropfen Wasser fiel".

Gestern betrug die gestaute Wassermenge der Talsperre La Pedrera 63 hm3, das sind 24 hm3 weniger als im Januar 2017 - oder durchschnittlich 47 hm3 weniger in den letzten zehn Jahren.

Quelle

Antworten

Zurück zu „Spanien aktuell“