Tourismusboom in Spanien - Vor und Nachteile

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Tourismusboom in Spanien - Vor und Nachteile

Beitragvon bini » Do 3. Aug 2017, 09:39

Hola tod@s.


Citronella hat geschrieben:Ich bin gottfroh, dass wir ein schönes Rückzugsgebiet und unsere Ruhe haben - an den Strand bringt mich jetzt keiner :-P

Saludos
Citronella


Interesanter Artikel den ich da gefunden habe.
http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Phob ... 84968.html

Wieviel (Massen) Tourismus kann Spanien (oder ein Teil davon) noch Verkraften?

Viele dieser Touristen möchten immer öfter das "echte" Spanien erleben, ist ja auch gut, aber wenn in diesem "echten" Spanien die Spanier fehlen, der (Massen)Urlauber in der Überzahl ist, hat man dann nicht eher das Gefühl man wäre in einem Tematikpark? (Mir kam es jedenfalls bei meinem Aufenthalt in Barcelona so vor.) Ist das Wünschenswert für die Urlauber? Fährt sich diese Massentourismus-Industrie selbst gegen die Wand?

Grüsse
Bini

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Re: Tourismus in Spanien - aktuelle Zahlen

Beitragvon Kiebitz » Do 3. Aug 2017, 10:48

Interessanter Artikel.
Die Touristensteuer sollte man in ganz Spanien einführen. Pro Tag bis zu 10 Euro. Mit Nachweis durch Karte. Wie Kurtaxe. Muss immer dabei sein mit Adresse der Unterkunft.
Nur kostenloser Aufenthalt für gemeldete Einwohner.
Aber für solche Ideen sind die Spanier zu ...
Wäre auch gut gegen illegale Vermietungen und somit Steuerhinterziehungen.

Würde die Zahl der Anmeldungen dramatisch nach oben treiben. Und somit auch das Geld für die Gemeinden.
Mallorca ist die erste Region, die sich gegen dem Massentourismus auflehnt. Ich hoffe, andere folgen.
Diskutiere nie mit Idioten, sie holen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dort mit Erfahrung...
Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber. Brecht.

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Re: Tourismus in Spanien - aktuelle Zahlen

Beitragvon bini » Do 3. Aug 2017, 12:12

Hola tod@s

Kiebitz hat geschrieben:Interessanter Artikel.
Die Touristensteuer sollte man in ganz Spanien einführen. Pro Tag bis zu 10 Euro. Mit Nachweis durch Karte. Wie Kurtaxe. Muss immer dabei sein mit Adresse der Unterkunft.
Nur kostenloser Aufenthalt für gemeldete Einwohner.
Aber für solche Ideen sind die Spanier zu ...
Wäre auch gut gegen illegale Vermietungen und somit Steuerhinterziehungen.

Würde die Zahl der Anmeldungen dramatisch nach oben treiben. Und somit auch das Geld für die Gemeinden.
Mallorca ist die erste Region, die sich gegen dem Massentourismus auflehnt. Ich hoffe, andere folgen.


In Barcelona (Touribus voller Touristen, angehalten, Reifen zerstochen, und mit Spray bemalt) und neuerdings auch in San Sebastian sind "Grafitis" gegen den Tourismusboom zu finden. Auf Ibiza gibt es keine erschwinglichen Wohnungen mehr für die Arbeiter der Hotels (Teilweise wohnen die in Autos) . Selbst die Ärzte die im öffentlichen Krankenhaus arbeiten haben schwierigkeiten Wohnungen zu finden.
Keiner in Spanien will die "Milchkuh" Tourismus schlachten aber wenn das so weiter geht, wird sie an Überfütterung krepieren.

Grüsse
Bini

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Re: Tourismus in Spanien - aktuelle Zahlen

Beitragvon henrietta » Do 3. Aug 2017, 13:57

Ohne eine Diskussion zu starten, könnte das nicht auch eine Auswirkung sein, dass es in immer mehr Urlaubszielen, seit Jahren "gefährlicher" wird? Also im Beispiel meine ich schon etwas länger Ägypten und seit 1-2 Jahren auch die Türkei? Vor allem letztere war ja auch aufgrund von günstigen Preisen beliebt.

LG

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Re: Tourismus in Spanien - aktuelle Zahlen

Beitragvon Josefine » Do 3. Aug 2017, 15:45

henrietta hat geschrieben:Ohne eine Diskussion zu starten, könnte das nicht auch eine Auswirkung sein, dass es in immer mehr Urlaubszielen, seit Jahren "gefährlicher" wird? Also im Beispiel meine ich schon etwas länger Ägypten und seit 1-2 Jahren auch die Türkei? Vor allem letztere war ja auch aufgrund von günstigen Preisen beliebt. LG


@henrietta, das steht doch im verlinkten Artikel in Posting Nr. 1 drin:
Die Angst vor Terroranschlägen in der Türkei, Nordafrika und anderen klassischen Reisezielen beschert Spanien derzeit touristische Rekordzahlen


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Eigentlich wird Angebot und Nachfrage doch durch den Preis geregelt. ;-) Wenn zu viele Touris (z.B. nach Malle) kommen, dann kann man doch den Preis hochsetzen (ggf. mit einer richtig saftigen Touristensteuer, so wie @Kiebitz auch vorschlägt). Man könnte den Saison-Kräften (Hotelpersonal, Kellner etc.) auch davon was abgehen, d.h. höhere Löhne bezahlen. Taxi-Unternehmen könnten ihre Preise heraufsetzen und auch die Fahrer besser bezahlen etc….und schon hat man ggf. nicht mehr soviel Abneigung gegen die Geld-bringenden Touristen. ;)

Und wenn Barcelona die vielen Tagestouristen (meist Kreuzfahrer) stören, dann kann man es doch auch regeln, dass nicht mehr so viele Riesenschiffe einlaufen dürfen. Andere spanische Städte sind doch ganz erpicht darauf, dass diese Tagestouristen kommen. Dann machen halt die Cafés und Taxi-Unternehmen in diesen anderen Städte den Profit.

Im Übrigen, wir waren vor kurzem (d.h. in der 2. Juli-Hälfte) am langen wunderschönen Sandstrand von Oliva - herrlich, da war noch reichlich Platz. :mrgreen: Ich war erstaunt, wie wenig Touristen dort waren. Warum macht Oliva nicht mehr Reklame, damit es sich etwas besser verteilt mit den Urlaubern? ;) Nach dem Strandtag in Oliva sind wir dann mit unseren Freunden zum Abendessen nach Denia gefahren. Ich war erstaunt, wie "leer" es dort war. Vor 2 Jahren waren wir auch schon dort, da war Stoßstange an Stoßstange, um nach Denia reinzufahren. Jetzt bekamen wir sogar noch einen Parkplatz vor dem Restaurant. Auch im Restaurant (mit super Essen) waren noch genügend Plätze frei.

Mir scheint, Spanien reagiert nicht flexibel genug, um aus den touristischen Rekordzahlen saftige Gewinne zu erzielen. ;-)
Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.
Gruß Josefine

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Re: Tourismusboom in Spanien - Vor und Nachteile

Beitragvon kuba » Do 3. Aug 2017, 17:07

@ Josefine,

ich habe es der Stadt Oliva verboten Werbung zu machen, wohne da schließlich......... :-D :-D :-D :-P
liebe grüße
kuba

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Re: Tourismusboom in Spanien - Vor und Nachteile

Beitragvon highgate » Do 3. Aug 2017, 18:12

kuba hat geschrieben:@ Josefine,

ich habe es der Stadt Oliva verboten Werbung zu machen, wohne da schließlich......... :-D :-D :-D :-P



Danke dir >:d< , denn auch fúr uns ist das DER Strand, aber nur frúh von 9 -11 Uhr, oder von 18 - 20 Uhr.
Liebe Grüße, Hans-Jürgen

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Re: Tourismusboom in Spanien - Vor und Nachteile

Beitragvon Hessebub » Do 3. Aug 2017, 18:16

@Kiebitz, wie kommst Du auf 10 Euro pro Tag für jeden Touristen? Bist Du in Spanien gemeldet?
Dann kann man solche Forderungen stellen bzw. vorschlagen.

Die Spanier sollten unterscheiden zwischen Touristen und Touristen ;)
Also die an Land und Leute interessiert sind, und die die nur 2-3 Tage zum saufen und feiern kommen
und sich dermaßen daneben benehmen das man sich schämen muss solche Landsleute zu haben.
Dann würde ich auch eine Touristensteuer von 10 Euro pro Tag akzeptieren, alles andere wäre abzocke!

Andere Länder wären froh wenn sie solche Probleme hätten.
LG Wolfgang

Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt :)

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Re: Tourismusboom in Spanien - Vor und Nachteile

Beitragvon bini » Do 3. Aug 2017, 18:49

Hola tod@s,

Josefine hat geschrieben:
henrietta hat geschrieben:Ohne eine Diskussion zu starten, könnte das nicht auch eine Auswirkung sein, dass es in immer mehr Urlaubszielen, seit Jahren "gefährlicher" wird? Also im Beispiel meine ich schon etwas länger Ägypten und seit 1-2 Jahren auch die Türkei? Vor allem letztere war ja auch aufgrund von günstigen Preisen beliebt. LG


Das ist mit Sicherheit ein Grund für die steigende Touristenzahl, aber eben nicht der Einzige. Reisen ist billig geworden, sei es per Flieger oder per Schiff. Seit Ryanair und Co haben sich die Reisegewohnheiten geändert und es ist heute absolut normal mal eben ein Wochenende in London, Paris oder Barcelona zu verbringen. Leute die sich früher nur Urlaub in Balkonien leisten konnten, können mal eben ne Woche oder zwei nach Malle.

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Eigentlich wird Angebot und Nachfrage doch durch den Preis geregelt. ;-) Wenn zu viele Touris (z.B. nach Malle) kommen, dann kann man doch den Preis hochsetzen (ggf. mit einer richtig saftigen Touristensteuer, so wie @Kiebitz auch vorschlägt). Man könnte den Saison-Kräften (Hotelpersonal, Kellner etc.) auch davon was abgehen, d.h. höhere Löhne bezahlen. Taxi-Unternehmen könnten ihre Preise heraufsetzen und auch die Fahrer besser bezahlen etc….und schon hat man ggf. nicht mehr soviel Abneigung gegen die Geld-bringenden Touristen. ;)

Wenn das mal so einfach wäre. In Ibiza werden die höchsten Löhne in ganz Spanien gezahlt, und dennoch können besonders die Saisonarbeiter sich dort kaum eine Wohnung leisten. Wenn Wohnungsbesitzer noch so kleine Klitschen für 2000 Euro die Woche vermieten, da kann kein Arbeiter mithalten. Dazu kommt dass Restaurants, Taxis, Bars für Einheimische dann auch wieder ansteigt und oft unerschwinglich wird. Da wird dann auch wieder gemurrt.

Und wenn Barcelona die vielen Tagestouristen (meist Kreuzfahrer) stören, dann kann man es doch auch regeln, dass nicht mehr so viele Riesenschiffe einlaufen dürfen. Andere spanische Städte sind doch ganz erpicht darauf, dass diese Tagestouristen kommen. Dann machen halt die Cafés und Taxi-Unternehmen in diesen anderen Städte den Profit.

Das Problem ist, denke ich, das die Kreuzfahrer gar nicht mal so viel ausgeben in Barcelona. Tagestiquet für den Touribus der in wenigen Stunden alles Sehenswerte abfährt, Ne Flasche Wasser und ein paar Hamburger (Man hat ja sonst keine Zeit alles zu sehen.), vieleicht noch ein Souverniershop in Hafennähe und das wars.
Was die meisten Bürger in Barcelona stört, ist das die Stadt besonders die Altstadt absolut überlauften ist. Wir waren vor zwei Jahren in Barcelona und im "Barrio Gotico" kam man kaum noch durch die Strassen. Nur noch im Gänseschritt zwischen Menschenmassen aus aller Herrenländer.


Im Übrigen, wir waren vor kurzem (d.h. in der 2. Juli-Hälfte) am langen wunderschönen Sandstrand von Oliva - herrlich, da war noch reichlich Platz. :mrgreen: Ich war erstaunt, wie wenig Touristen dort waren. Warum macht Oliva nicht mehr Reklame, damit es sich etwas besser verteilt mit den Urlaubern? ;) Nach dem Strandtag in Oliva sind wir dann mit unseren Freunden zum Abendessen nach Denia gefahren. Ich war erstaunt, wie "leer" es dort war. Vor 2 Jahren waren wir auch schon dort, da war Stoßstange an Stoßstange, um nach Denia reinzufahren. Jetzt bekamen wir sogar noch einen Parkplatz vor dem Restaurant. Auch im Restaurant (mit super Essen) waren noch genügend Plätze frei.

Schön das es noch solche Ecken giebt. Die sollte man Pflegen.

Mir scheint, Spanien reagiert nicht flexibel genug, um aus den touristischen Rekordzahlen saftige Gewinne zu erzielen. ;-)



Übrigens, heute habe ich in den Nachrichten gesehen das Venedig in Erwägung zieht, Eintritt für den Besuch des St. Markus Platz einzuführen. Im Bericht wurden auch Grafitis an Hauswänden gezeigt "Touris stay home" . Also nicht nur ein spanisches Problem.

Grüsse
Bini

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Re: Tourismusboom in Spanien - Vor und Nachteile

Beitragvon sol » Do 3. Aug 2017, 19:08

Dazu mal was aus Deutschland ( OT )

In den meisten Ostseebädern in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wird die sogenannte "Kurtaxe"
und/oder eine Strandnutzungsgebühr erhoben.


https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... KnW4-br1qg
Gruss aus Berlin--
Wolfgang und Traudel


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