Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

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Atze
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Re: Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

Beitrag von Atze »

Soweit ich weiß, kann der Spanier ankreuzen, ob er die 0,7% seiner Steuer, die ihm abgezogen werden, der Kirche oder anderen sozialen Organisationen zukommen lässt.
Wenn er nichts ankreuzt, bekommen es "andere soziale Organisationen".
Mit einer Kirchenzugehörigkeit wie in D hat das nichts zu tun.
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
(Prophezeiung der Cree-Indianer)
Gambozino
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Re: Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

Beitrag von Gambozino »

Ist ja niemand verpflichtet sich diesen mittelalterlichen Unsinn anzutun. Die katholische Kirche sollte mal lieber ihren Geistlichen lehren, dass man sich nicht an Kindern oder Jugendlichen vergeht.
Miesepeter
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Re: Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

Beitrag von Miesepeter »

Zitat maxheadroom: "Würde die Welt nicht besser sein, wenn es heute keine Religion geben würde". Das behandelte von 60+ Jahren George Orwell in seinem Roman "1984" und ist kaum eine Lösung, denn jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich mit irgendetwas zu identifizieren. Die große Eulenspiegelei der Religionen ist ihre Arroganz, sich als alleinberechtigte Vermittlung mit dem "Glauben" aufzuspielen und gleichzeitig alle andere zu vedammen. Die kath. Kirche verfolgte und verbrannte die Juden bereits im Mittelalter und vergaß dabei, daß ja auch Jesus Jude war. Es ging ihnen nur um Macht und deren Ausdehnung. In spanien nahm die (kath.) Kirche schon immer eine Vormachtstellung ein. Sie wird aus dem Staatshaushalt reiclich bis überreichlich finanziert. Alle Schwarzkittel sind automatisch in der Sozialvers. integriert, die Rentenbeiträge zahlt ebenfalls der Staat. Das Opus Dei ist faktisch eine Kirche in der Kirche und versteht sich als Personal-Prälatur, sowas wie eine GmbH mit einem einzigen Gesellschafter, die Glaubensfragen spielen eine untergeordnete Rolle. Auf viele Fragen der modernen entwickelten Gesellschaft hat die Kirche keine Antwort, wobei Kard. Hans Küng sein bestes versucht, dem entgegenzuwirken. Kirchen wird es solage geben wie noch jemand hingeht, ebenso wie Stierkämpfe, Parteiversammlungen u.a.m. Aber wenn jemand sagt "Im Namen Gottes.." geht bei mir der Vorhang runter, denn GLAUBEN ist universell und braucht keinen Mittelsmann der unns sagt, WAS und WIE wir zu glaben haben.
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HCA2
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Re: Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

Beitrag von HCA2 »

Zum Katholizismus in Spanien 1: Bei uns in der Nähe gibt es ein Dorf namens Medina de Rioseco, wir sind da in der Abenddämmerung mal versehentlich durchgefahren, atmosphärisch irgendwo zwischen John Carpenter- und Tarantinomovie anzusiedeln. Ein paar Monate später stand in der Lokalzeitung ein Artikel, ein junges Mädchen aus diesem Dorf hatte einen Priester wegen während eines Exorzismus entstandener Leiden und Schäden verklagt. Im Artikel war zu lesen, dass die Polizei betonte den Priester nur zu befragen, schliesslich handelte es sich um einen vom Bischof von Valladolid autorisierten Exorzisten. :mrgreen: Ein anderer Priester, oder vielleicht auch derselbe, hat in einem anderen Artikel angegeben, in den letzten 4 Jahren über 200 Exorzismen durchgeführt zu haben, er sehe auf den ersten Blick, wer ein Fall für den Psychologen ist und wer ein Fall für den Exorzisten. :lol:

ZKiS 2: Wir waren zweimal bei der Wallfahrt in El Rocio in Andalusien anwesend, als Touries, nicht als Pilger. Wer mag, kann sich auf youtube mal anschauen, was sich abspielt, bevor und während die Jungfrauenstatue aus der Wallfahrtskirche getragen wird. :-o Das ist eine Form von Massenhysterie, von Hingabe, die einem klarmacht, dass Katholizismus eben nicht gleich Katholizismus ist.

Fazit: Spain is different.

Zum Opus Dei: Der langjährige ehemalige Leiter des hiesigen Hospitals ist Opus-Mitglied. Eine uns bekannte Ärztin lebt offen mit einer Frau zusammen, die auch auf wundersame Weise schwanger wurde. :-D Eben dieser Leiter des KH hat ebendiese Ärztin während und nach ihrer MIR-Zeit nach Kräften unterstützt und gefördert, einfach weil sie eine gute ist. Sexuelle Orientierung spielte keine Rolle. Auch in Sachen Opus Dei wird also nicht alles so heiss gegessen, wie es gekocht wird. >:d<
Miesepeter
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Re: Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

Beitrag von Miesepeter »

Zum besseren Verständnis empfehle ich den Film von Luis Bunuel "Le Chemin de Saint Jacques" (1969)und zwar die Originalfassung, denn die deutsche Übrrsetzung "Kennen Sie die Milchstraße" ist teilweise etas unglücklich, allein schon vom Titel her. Auch "Viridiana" (1961) vom gleichen Regisseur beschäftigt sich mit dem Thema, auf jeden Fall sehr aufschlußreich.
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Oliva B.
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Re: Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

Beitrag von Oliva B. »

HCA2 hat geschrieben: Do 15. Jul 2021, 12:20 Zum Katholizismus in Spanien 1: Bei uns in der Nähe gibt es ein Dorf namens Medina de Rioseco....
@ HCA2 - offtopic
Auch wenn du zur Costa Blanca keinen direkten Bezug hast, möchte ich anerkennend anmerken, dass dich das nicht hindert, regelmäßig deine offene Meinung zur spanischen Politik zu posten. =D>
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Re: Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

Beitrag von HCA2 »

So kann es einem ergehen. Meine Anmerkungen zur deutschen Politik stossen ja regelmässig auf eher wenig Beifall. :mrgreen: Da nehme ich das doch gerne mal mit. >:d<
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Re: Die Katholische Kirche in Spanien: zurück ins Mittelalter

Beitrag von Gambozino »

HCA2 hat geschrieben: Do 15. Jul 2021, 12:20 Zum Katholizismus in Spanien 1: Bei uns in der Nähe gibt es ein Dorf namens Medina de Rioseco, wir sind da in der Abenddämmerung mal versehentlich durchgefahren, atmosphärisch irgendwo zwischen John Carpenter- und Tarantinomovie anzusiedeln. Ein paar Monate später stand in der Lokalzeitung ein Artikel, ein junges Mädchen aus diesem Dorf hatte einen Priester wegen während eines Exorzismus entstandener Leiden und Schäden verklagt. Im Artikel war zu lesen, dass die Polizei betonte den Priester nur zu befragen, schliesslich handelte es sich um einen vom Bischof von Valladolid autorisierten Exorzisten. :mrgreen: Ein anderer Priester, oder vielleicht auch derselbe, hat in einem anderen Artikel angegeben, in den letzten 4 Jahren über 200 Exorzismen durchgeführt zu haben, er sehe auf den ersten Blick, wer ein Fall für den Psychologen ist und wer ein Fall für den Exorzisten. :lol:
Valladolid und Provinz haben in Spanien den Ruf mit zu den konservativsten Regionen des ganzen Landes zu zählen. Wenn man Fotos von diesem Dorf sieht, schaut es doch auf den ersten Blick ganz nett aus. Das tun Valladoid Capital sowie die Pueblos Simancas und Tordesillas auch. Aber als ich mal dort unterwegs war, ich kann nicht einmal erklären warum, fühlte ich mich dort nicht so richtig wohl und ich fand, vielleicht war es auch Einbildung, die Atmosphäre dort irgendwie seltsam. Also ich kann nicht sagen, dass die Leute dort mir gegenüber irgendwie unfreundlich waren. Aber wie gesagt mich überkam dort so eine Art Beklemmung und Unwohlsein, was ich in anderen Gegenden und Städten Spaniens noch nie hatte. IN Salamanca, Ciudad Rodrigo oder Zamora war das nicht der Fall.
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