Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

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Oliva B.
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Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Oliva B. » Fr 28. Apr 2017, 10:54

Die Provinz Alicante verzeichnete im ersten Quartal 2017 einen deutlichen Arbeitsplatzverlust mit 11.500 Beschäftigten weniger als im letzten Quartal 2016. Schuld daran: Die Osterferien, die in diesem Jahr erst im April lagen!!!! :-o Dadurch stieg die Arbeitslosenquote wieder auf 19,77 % (der Landesdurchschnitt liegt bei 18,75 %).

Im ersten Quartal 2017 waren in der Provinz 179.000 Arbeitslose und 726.200 Beschäftigte gemeldet. Es ist das schlechteste Ergebnis der letzten fünf Jahre und stimmen nicht mit den Zahlen über das Wirtschaftswachstum :!: überein. Besorgniserregend: Von den 179.000 Arbeitslosen sind 76.300 älter als 45 Jahre.

Während die Landwirtschaft 4.700 Mitarbeiter und die Industrie 4.100 Mitarbeiter verlor, konnte die Bauwirtschaft nach Jahren einen Aufschwung verzeichnen und 6.100 neue Mitarbeiter einstellen.

Weiterhin erschreckend hoch ist die Zahl arbeitsloser Jugendlicher, deren Quote bei 46,4 % liegt!

Nun richtet sich die ganze Hoffnung auf Wiederbelebung des Arbeitsmarktes auf die kommende Sommersaison.

Quelle: Diariainforcación

Miesepeter
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Miesepeter » Fr 28. Apr 2017, 15:38

Die Arbeitslosigkeit ist nur ein Teil und auch eine Folge der allgemeinen katastrophalen sozio-ökonomisch-wirtschaftlichen Lage, aus der sich das Land aus eigener Kraft unmöglich befreien kann. Auch die ständig aufs Neue euphorisch verkündete Wirtschafts-Wachstumsrate ist weit davon entfernt, die öffentliche Verschuldung auch nur aufzuhalten. Die 16,5% Aussenhandelsdefizit fallen dabei gar nicht mehr sonderlich ins Gewicht. Und es vergeht kein Tag, an dem in den Frühstücksnachrichten ein neuer Korruptionsskandal aufgedeckt wird, in den hoche, höchste und allerhöchste Politiker verwickelt sind. Man hat das Gefühl, von Gaunern, Betrügern, Abzockern, Dieben u.a. regiert zu werden. Immer wieder sickern (tröpchenweise - warum wohl?) in höchsten Ämtern abgehörte Unterredungen ans Tageslicht, die den Unmut in der Bevölkerung langsam aber sicher stärker werden lässt (wahrscheinlich gewollt - aber von wem?). Wie es weitergeht? Lieber nicht dran denken!
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Oliva B.
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Oliva B. » Fr 28. Apr 2017, 15:44

Ich gebe dir da völlig Recht, Miesepeter. Auch wenn diese Meldung wahrscheinlich die wenigsten unter uns schreckt, die Auswirkungen der wirtschaftlichen Lage werden langfristig auch Residenten und Langzeiturlauber spüren.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon nurgis » Fr 28. Apr 2017, 20:05

Und die Arbetslosigkeit zum Saisonbeginn nicht wie erwartet fallen. Momentan wird, zumindest hier im Küstenbereich, wie wahnsinnig gebaut. Zum grossen Teil sind es Häuser die noch gar nicht verkauft . In der Hauptsaison darf fast nicht gebaut werden. Also Arbeitslose. Danach viele Bauherren die sich verkalkuliert haben sind Pleite. Noch mehr Arbeitslose. Das fängt die 2 Monate Saison nicht auf.
LG Nurgis
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Kipperlenny » Sa 29. Apr 2017, 11:28

Wenn ich jetzt wieder was schreibe, heißt es wieder ich sei nicht empathisch genug :-?

Ich kenne aus Deutschland einige Arbeitslose (junge Leute wie ältere) die sich überlegt haben WARUM sie arbeitslos sind, erkannt haben, dass ihr Beruf total ungefragt ist aktuell und sich dann neu orientiert haben. Diese Leute (die ich kenne / meine) haben dann eine Umschulung zu Mediengestalter gemacht oder sich autodidaktisch das Programmieren oder zumindest Webseiten Erstellen, Fotos Bearbeiten, etc. beigebracht. Bei mir saßen schon frühere Biologen, DJs und Gärtner beim Bewerbungsgespräch - und auch wenn sie bei mir nicht anfangen konnten, haben sie alle schon als Freelancer wieder ihr eigenes Geld verdient und waren raus aus HartzIV.
Dazu die jungen Leute - wer sich im IT Umfeld nicht auskennt, hat heutzutage verloren - wer sich dafür interessiert und selbstständig schaut wie man damit erfolgreich sein kann, kann überall auf der Welt einen Job finden und Geld verdienen.

Wem IT / PC nun so gar nicht liegt, kann das sicherlich auch in anderen Bereichen (Umorientieren) erfolgreich machen - aber erst sowas wie Philosophie und Biologie studieren oder Hauswirtschaft und Gärtner lernen - weil man Spaß und Lust darauf hat - und sich dann hinterher wundern warum man damit kein Geld verdienen kann.... Beim Geld verdienen geht es erst einmal um Arbeiten, nicht um "och das ist aber so süß" :D

Und sich selbstständig machen ist in Spanien so einfach und günstig, da muss man nicht ewig auf die helfende Hand eines Arbeitgebers warten - wenn man wenig zu verlieren hat, ist es einfacher was neues zu wagen!

Disclaimer
ich meine nicht alle Arbeitslosen, ich habe nichts gegen Arbeitslose, ich habe nichts gegen HartzIV, ich habe nichts gegen ältere Leute, ich habe nichts gegen jüngere Leute - ich stelle hier einfach nur meine Meinung da, diese beruht auf meinen eigenen Erfahrungen (nicht auf Euren) und kann von Eurer abweichen. Bitte empfindet dies nicht als Angriff, sondern akzeptiert, dass es in einer demokratischen Gesellschaft auch andere Meinungen geben darf :)

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Sunwind » Sa 29. Apr 2017, 11:34

@Kipperlenny

Der Disclaimer gefällt mir - der ist cool :lol:

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon maxheadroom » Sa 29. Apr 2017, 16:18

Sunwind hat geschrieben:@Kipperlenny

Der Disclaimer gefällt mir - der ist cool :lol:


Hola todos y Sunwind y Kipperlenny ,
dem kann ich mich nur anschliessen, gleichzeitig möchte dazu sagen , teilweise stimmt es was Kipperlenny sagt , aber nichtsdestotrotz ist die Politik da etwas im hintertreffen oder hat kein Interesse, aus welchen Gründen auch immer , politisch was in die Richtung zu bewegen , was mache ich mit einer Gesellschaft die keine Arbeit im herkömmlichen Sinne mehr hat. Denn man kann es drehen und wenden wie man will , wo will man denn Arbeitsplätze , gleiche welcher Qualifikation schaffen ? Wenn ich was lese, dann nur von Stellenabbau, Filialschliessungen u.s.w. oder neue Konzepte die aber auch auf die Reduktion von Arbeitsplätzen hinausläuft. Dies nicht nur für Spanien sondern in allen höher entwickelten Ländern, siehe auch die grossartigen Ankündigungen von Trump vor der Wahl und seine Erfolge bezgl. Arbeitsplätzen jetzt nach immer hin 100 Tagen :) Der neueste Gimmik zur Zeit in D verstärkt Supermaerkte in Tankstellen, da ist gerade REWE ziemlich involviert, dies bedeutet aber ich spare schon wieder Personal ein. Beispiele könnte man noch viele bringen und nicht zu vergessen die jedes Jahr gesteigerte Automatisierung in allen Bereichen. Da könnte man noch endlos darüber reden, aber solang da politisch keine Linie gefunden wird bringts nichts :) :)
Einfach mal meine 5 cents :)
Saludos
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Oliva B. » Sa 29. Apr 2017, 20:19

Lenny,

keine Angst, will dir deine Meinung nicht nehmen. ;)

Doch bei dem geringen Arbeitsangebot in Spanien haben nur diejenigen eine Chance einen der handverlesenen Jobs zu ergattern, die über eine gute Ausbildung verfügen und möglichst noch Berufserfahrung mitbringen.

Viele der heute arbeitslosen Jugendlichen haben in Boomzeiten die Schule verlassen, um gutes Geld auf dem Bau zu verdienen, auch ohne Qualifikation. Nun liegen die schwer vermittelbaren Schulabbrecher auf der Straße, und die wenigen freien Stellen besetzen gut Ausgebildete, und nehmen dafür klaglos unbezahlte Probezeiten, lange Arbeitszeiten, Überstunden und miese Bezahlung in Kauf.

Wenn sich in Deutschland jemand nach einer Ausbildung oder einem Studium anders orientiert, weil er z. B. merkt, dass ihn die Arbeit in den nächsten 40 bis 50 Jahren nicht ausfüllt, so kann er etwas Neues beginnen und wird auch notfalls gefördert (Umschulung).

Bei der Hälfte der jungen Arbeitslosen in Spanien fehlen jedoch die entsprechenden Bildungsvoraussetzungen - und mal ganz ehrlich, welche Familie, die vielleicht schon "von der Rente des Opas" lebt, verfügt über die finanziellen Mittel, den Kindern eine Ausbildung zu finanzieren? Und staatliche Programme? :roll:

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Kipperlenny » Sa 29. Apr 2017, 20:27

Oliva B. hat geschrieben:und mal ganz ehrlich, welche Familie, die vielleicht schon "von der Rente des Opas" lebt, verfügt über die finanziellen Mittel, den Kindern eine Ausbildung zu finanzieren? Und staatliche Programme? :roll:


Braucht man nicht - um (finanziell) auf eigenen Beinen zu stehen, eine Arbeit zu finden, muss man sich nur in eine Bibliothek setzen, oder sein Smartphone mal fürs Fremdsprachen lernen nutzen (alles kostenlos), oder am PC mal nen kostenlosen Kurs in irgendwas machen und dann den eigenen ...Po... in die Hände nehmen und die eigene Situation verbessern. Man muss damit ja nicht reich werden, aber man kann sich was beibringen - oder bei Verwandten, Kontakten etc. erst mal zum Erlernen neuer Dinge Zuschauen / Mitmachen.

Dann kann man immer noch schauen ob man sich eine Ausbildung finanzieren kann und möchte.

Und das geht auch mit 45/50, habe ich wie gesagt schon oft genug bei Leuten erlebt, heutzutage ist auch in Deutschland ein Abschluss nicht mehr so wichtig wenn man motiviert ist und bereit ist auch mal nach Links und Rechts zu schauen.

PS: Damit meine ich jetzt nicht Alleinerziehende, Berufsunfähige etc. etc. - ich rede von einem normalen Durchschnittsmenschen der in der Lage ist / wäre was zu tun.

PPS: Ich verweise hier mal auf den Thread "Internetarbeit gesucht" den Du fast gelöscht hättest - der TE versucht es anscheinend und ist auch bereit was zu tun und ich denke auf dem richtigen Weg. Aber Offline geht das auch - solange man kein Haus abbezahlen und Kinder ernähen muss sondern erst mal mit 400 - 1000€ im Monat zurecht kommt (z.B. weil man zu Hause wohnt, keine Schulden und Autos hat etc.).

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon villa » Sa 29. Apr 2017, 21:23

Hallöchen, ich lebe ja nun in einem Land in dem es kaum Arbeitslosigkeit gibt. Aber ich sehe es wie Lenny, wer wil der kann. Ob in der Schweiz oder Spanien ich kenne einige die sich mit viel Willen durchs Leben kämpfen. Klar in Spanien einen vernünftigen Job zu finden ist nahezu unmöglich, bsonders wenn man kaum Qualifikationen hat, aber zum Überleben reichts, zumindest solange die Leute arbeiten können. Ich frage mich oft wie ist es dann wenn sie nicht mehr arbeiten können. Aber ich denke das ist noch ein ganz anderes Thema.

Viele Spanier gehen ins Ausland um zu arbeiten... viele kommen auch in die Schweiz, und da müssen sie recht hart arbeiten um Ihr Geld... aber gutes Geld zu verdienen.

Mir fällt aber auch auf wie sehr sich besonders die jungen Spanier auf ihre Familie verlassen, sich von Ihren Eltern finanizeren lassen. Zumindest in der Schweiz arbeiten viele Stundenten nebenbei, das scheinen Spanier gar nicht zu kennen. das zhalen Papa und Mama oder die Grosseltern alles. Dazu kommt dann noch eine geringe Bereitschaft Sprachen zu lernen oder fleibel zu sein.
Also auch junge Spanier die studieren sind teilweise sehr unflexibel in meinen Augen und die Eltern machen es ihnen zu bequem.

Ganz anders ist die Situation der Menschen die in der Hochkonjunktur ganz leicht Arbeit fanden und nun auf der Strasse stehen. Da fehlt ja schon die Schulische Basis um sich zu Verändern.

Aber ganz ehrlich das Hauptproblem bei den jungen Arbeitslosen ist in meinen Augen wirklich die Faulheit und Unflexibilität. Was wir aber auch nicht vergessen sollten sind ganz andere Kleinigkeiten, wenn der Lohn so klein ist dass man sich den Weg zur Arbeit kaum leisten kann, fehlende öffentliche Verkehrsmittel etc. Wie sollen denn die Leute zur Arbeit kommen?
Im weiteren ist sicher auch die Gewohnheit sich sein Heim zu kaufen ein gewisses Problem, denn wer eine Wohnung in guten Zeiten gekauft hat und heute mehr Hypothek auf der Wohnung hat als sie Wert ist der kann da schlicht nicht weg, also nix Flexibilität. Meiner Meinung nach sind die Probleme wesentlich vielfältiger als nur Ausbildung oder Arbeit. Beides muss erst mal erreichbar sein für die Menschen.
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