Galicien - die Rías Bajas

Die vier autonomen Regionen Galicia, Asturias, Cantabria und País Vasco liegen
an der Nordküste der iberischen Halbinsel und sind bekannt als die "grüne Küste Spaniens"
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girasol
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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von girasol » Do 11. Okt 2018, 10:26

Vielen Dank für deinen Galicien-Breicht, liebe Citronella. >:d< Vor ein paar Jahren hatten wir das mal als Reiseziel im Auge, ist dann aber doch nichts geworden. Ich will da aber unbedingt mal noch hin. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Gruß
girasol
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Albertine
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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von Albertine » Do 11. Okt 2018, 10:42

Schön Max, Deine Aufklärung hat was Positives für mich!

Salidos Albertine

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Citronella
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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von Citronella » Do 11. Okt 2018, 10:48

Wir halten uns weiter südlich immer am Meer entlang.
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Die Landschaft erinnert an Irland, zumal leichter Nebel von den Hügeln herunterzieht.
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zur Orientierung, falls der Nebel dichter wird ;;)
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Im Fischerörtchen Oia steht ein altes Kloster direkt am Meer.
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Einsame Landschaft, immer am Meer entlang.
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Bald erreichen wir A Guarda. Die Stadt liegt direkt an der Mündung des Río Miño, dem Grenzfluß zu Portugal.
Die Einwohner leben vom Fischfang - A Guarda ist für seine Langusten bekannt.
Von dort geht es über eine kostenpflichtige (billig) und kurvige Strasse auf den 340m hohen Monte de Santa Negra.
Bei klarem Wetter hat man einen fantastischen Blick ins Landesinnere, nach Portugal und auf den Atlantik.
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nach Norden
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andere Flussseite ist Portugal
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der Río Miño
Das eigentliche Highlight aber ist die sehr gut erhaltene Keltensiedlung.
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im Hintergrund A Guarda

Waldarbeiter entdeckten 1913 zufällig diese historische Anlage. Im 7. Jh. v. Chr. begannen die Kelten mit dem Bau von über 1000 Rundhäusern, die sie bis in die römische Zeit (ca. bis 1. Jh. nach Chr.) bewohnten.
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Die sehr dicht aneinander liegenden Grundmauern der hüttenartigen Häuser sind bestens erhalten, Archäologen haben versucht, zwei komplette Rundhäuser zu rekonstruieren.
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Auf dem Gipfel befindet sich noch ein sehenswertes Archäologisches Museum (fotografieren leider verboten) und die obligatorischen Andenkenläden.
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Die Fahrt geht noch weiter...

Saludos
Citronella
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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von Citronella » Do 11. Okt 2018, 11:17

Wir biegen ab ins Landesinnere und fahren nach Tui, das auch am Río Miño liegt. Schon von weitem zeigt sich die Kathedrale der Bischofsstadt als Befestigungsanlage.
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Sie war im Mittelalter eine heftig umkämpfte Grenzfestung zwischen Kastilien und Portugal, zusätzlich sorgte ein schweres Erdbeben 1755 für eine robustere Statik.
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Beeindruckend ist die reich geschmückte Westfassade in spanischer Gotik.
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Kleine Gassen rund um die zinnenbewehrte Kathedrale laden zu einem Bummel ein.
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Die verwinkelten Gassen mit ihrem teilweise morbidem Charme zeigen sich wie aus der Zeit gefallen.
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erste Hinweise auf Jakobspilger gleich nach der Grenze zu Portugal

Von Hektik keine Spur...
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Daneben gibt es auch breitere Strassen, hübsche Plätze, wappenverzierte Häuser - genug zu schauen ;;)
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Voll mit schönen Eindrücken kehren wir in unser Ferienhaus zurück.

Saludos
Citronella

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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von Atze » Do 11. Okt 2018, 14:32

Auch von uns Danke für diesen Bericht. Wir waren vor genau 15 Jahren dort und haben - auch wegen des zufällig traumhaften Wetters - nur beste Erinnerungen. Zum Polpo:
Nachdem ich zwei Wochen vorher in Granada Polpo alla gallega gegessen hatte, bin ich nach diesem Gericht (fast) süchtig. In einem kleinen Hotel in Galizien begegnete es uns wieder als Polbo á feira: In einem Kupferkessel gekochter Krake, die Arme danach mit einer Schere zerschnitten (macht sich wirklich leichter) und auf einem Holzbrett serviert. Unter den Stücken die Scheiben von mitgekochten Kartoffeln, darüber Sal gordo und Paprika. An der CB bekommt man ihn in wechselnder Qualität und wechselnden Preisen. Als Kostprobe empfehle ich den (zusätzlich leicht übergegrillten*) Oktopus im Lizarran, besonders im Habanera-Zentrum. Leider vergessen die oft das Sal gordo.
https://de.wikipedia.org/wiki/Polbo_%C3%A1_feira

*Das leichte Übergrillen "härtet" etwas die Haut, weil manche Turis die weichen Anteile daran nicht mögen.

Wenn es gestattet ist, kann ich später noch einige Bilder von damals in deinen Faden anhängen.
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
(Prophezeiung der Cree-Indianer)

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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von nixwielos » Do 11. Okt 2018, 19:42

Tui haben wir mit größter Freude in Deinen Bildern mitverfolgt,liebe Citronella, denn das ist der eigentliche Ausgangspunkt unserer geplanten Pilgertour nächstes Jahr! >:d<
Viele Grüße von Nicole und Stefan!
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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von Citronella » Do 11. Okt 2018, 20:40

@ nixwielos, da habt ihr ein schönes Ziel vor Augen!

@ Atze, ich freue mich auf deine Ergänzung!

Die Halbinsel Morrazo liegt zwischen den Rías von Vigo und Pontevedra. Während die Gegend zwischen Cangas und Vigo ziemlich zugebaut ist, erstreckt sich westlich von Cangas ein wunderschöner Dünenstrand.
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Feinster Sand, glasklares Wasser - mit Blick auf die Cies-Inseln.
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Außer einem Chiringuito und einem kleinen Lokal im Wald gibt es nur Natur.
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Auf dem Vorplatz der romanischen Kirche von dem kleinen Weiler Hío steht der berühmteste Cruceiro Galiciens.
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Er wurde im 19. Jh. in filigraner Arbeit aus nur 3 Granitblöcken geschlagen und stellt die Kreuzabnahme Christi, die Jungfrau Maria sowie Seelen im Fegefeuer dar.
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Normalerweise sind die Wegkreuze sehr viel grober gearbeitet.

Bei einem Spaziergang durch Kiefernwald zum Leuchtturm am Cabo de Home gibt es schöne Ausblicke auf Vigo.
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Der nächste Strand ist nicht weit.
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Weiter auf einer Schotterpiste erreicht man diesen Aussichtspunkt.
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Ein Blick zurück
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Diesem Hinweisschild gleich nebenan gehe ich natürlich auch nach
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und erreiche nach schweißtreibendem Anstieg
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eine Ausgrabungsstätte, an der noch gearbeitet wird.
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Der Ausblick vom Bergrücken ist großartig, im Hintergrund die Cies-Inseln.
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Ausblick nach Norden
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Bei der Weiterfahrt reiht sich ein Strand an den anderen
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Für den Sonnenuntergang haben wir den perfekten Ort gefunden - das Cabo Udra.
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Saludos
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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von Citronella » Do 11. Okt 2018, 21:42

Pontevedra mit ca. 70 000 Einwohnern ist die Provinzhauptstadt der Region.
Ist man erstmal durch das Gewirr von Autobahn, Zufahrtsstraßen, Brücken etc. ist die Altstadt (Fußgängerzone) äußerst charmant.
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Am zentralen Praza da Herrería grenzen kleine Gartenanlagen die frühgotische Kirche San Francisco ein wenig vom bunten Treiben ab.
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Nur wenige Schritte entfernt steht die Peregrinakirche, deren Grundriss einer Jakobsmuschel gleicht.
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Passend dazu ist Maria am Altar als Pilgerin dargestellt.
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Ringsum gibt es eine Vielzahl von kleinen Plätzen, die zum Verweilen einladen.
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Alte Steinhäuser, Torbögen, Arkadengänge aus grauem Granit, urige Kneipen...
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Alles sehr gemütlich
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Am Rande der Fußgängerzone steht die Ruine der Kirche Santo Domingo aus dem 14. Jh.
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Ausgestellt sind steinerne Zeugen der Vergangenheit
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Ein Teil der Ruine
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Gleich gegenüber sind auch wichtige Gebäude der Stadt herausgeputzt.
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Ein Besuch lohnt sich.

Auf der Rückfahrt zu unserem Ferienhaus begleitete uns der Sonnenuntergang.
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einfach schön
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Saludos
Citronella

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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von nixwielos » Fr 12. Okt 2018, 08:19

Herrliche Eindrücke, mit denen Du uns laaaange Zähne machst, liebe Citronella ;;) >:d<
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Re: Galicien - die Rías Bajas

Beitrag von Citronella » Fr 12. Okt 2018, 12:05

Die Inseln Cíes in der Ría de Vigo gehören zusammen mit den Inseln Ons und de Sálvaro sowie dem kleinen Cortegada-Archipel zum Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia.
Die Cies-Gruppe besteht aus 3 Inseln, die kleinere Illa de San Martiño ist nur den Vögeln vorbehalten. Die beiden größeren - Illa do Monteagudo und Illa do Faro - sind mit einer Sandbank verbunden und dürfen betreten werden.

Bei unserer Abfahrt in Cangas war Traumwetter.
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Bei einem Zwischenstop in Vigo wurde es schon diesiger
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und kaum waren wir auf dem Atlantik, wabberte dichter Nebel um unser Boot.
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Nach 45 Minuten tauchte die Insel aus dem Nebel auf.
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Es war einiges los, es war der letzte Tag des regelmässigen Fährbetriebs (Saisonende).
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Der Hauptstrand Rodas ist von der englischen Tageszeitung The Guardian zum besten Strand der Welt gewählt worden.
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Weißer, pudriger Sand und türkisfarbenes Wasser - das hat schon was...

Außer baden (es gibt verschiedene Sand- und Felsstrände), schnorcheln und tauchen gibt es auch verschiedene Wanderwege.
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Ich möchte zu einem besonderen Aussichtspunkt (trotz Nebel) und mache mich auf den Weg.
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Es geht bergauf, und durch Eukalyptus- und Kiefernwald gibt es immer mal wieder schöne Ausblicke.
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Kurzzeitig kommt die Sonne durch, das gibt Hoffnung. Aber der Wald wird dichter.
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Am Aussichtspunkt angekommen erwartet mich nur eine graue Wand.
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Wer Fotos im Sonnenschein sehen will - im Internet gibt es jede Menge.
Ich mache mich wieder auf den Rückweg und besuche den FKK-Strand.
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Hier scheint die Sonne...
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Zurück zum Hauptstrand
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ist immer noch Nebel
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Unser Boot ist noch nicht da und so spaziere ich noch an der Küste entlang.
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Auch auf der Rückfahrt war es noch sehr dunstig und erst auf dem Festland war strahlend blauer Himmel.
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Der Zutritt zu der geschützten Insel ist auf 2 200 Besucher täglich begrenzt. Deshalb das Fährticket am besten vorher im Internet kaufen oder am Schalter reservieren. Es gibt auch einen kleinen Campingplatz zum übernachten, auch diesen unbedingt vorher reservieren.

Saludos
Citronella

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