Alt ?

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nurgis
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Alt ?

Beitrag von nurgis » Mi 3. Okt 2018, 23:55

Die FS -Sendung heute im 1. : "sein letztes Rennen ",mit Didi Hallervorden konnte einen schon Angst machen. Was passiert wenn ihr alt werdet ? Schiebt man euch in ein Heim ab, wo ihr Erbsen zählen dürft und einmal in der Woche der längst abgediente Schlagerstar ein Liedchen trällert ? Wahrscheinlich habt ihr schon alles euren Kindern überschrieben und habt keinen Weg zurück. Entschuldigung ich bin etwas boßhaft, es geht natürlich auch anders, aber das ist nicht der Standard.
Da ich nicht zu den Jüngsten gehöre, beobachte ich natürlich diese Situation und die bringt mich ins Grübeln.
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Tina31
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Re: Alt ?

Beitrag von Tina31 » Do 4. Okt 2018, 00:36

Ja, diese Gedanken holen mich auch immer mal wieder ein... aber ... Als meine Eltern so alt waren wie ich jetzt, haben sie sich entschieden, dass sie auf jeden Fall im Alter in ein Altenheim gehen wollen. Sie wollten das so sehr, dass sie es sogar schriftlich fixiert hatten. Unser Verhältnis war ein sehr Gutes, sie wollten aber auf keinen Fall, dass mein Bruder oder ich unser Leben nach ihnen ausrichten sollten. Grund für ihre Entscheidung war, dass meine Mutter im Laufe ihres Lebens ihre Mutter und ihre Schwiegereltern bis zu deren Tod gepflegt hat und das sehr viele Einschränkungen für ihr Leben bedeutet hat.

Vermutlich haben sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, viel darüber geredet, abgewogen und viel nachgedacht. Ein paar Jahre nach dieser Entscheidung sind beide innerhalb von einem Jahr verstorben. Das Alter, in dem sie in ihre Seniorenwohnung eingezogen wären, haben sie nicht erreichen dürfen. Aus diesem Grund versuche ich im Jetzt zu leben und das so gut wie möglich zu genießen. Natürlich gelingt das nicht immer, aber meistens gehen die dunklen Gedanken schnell wieder weg. Keine Ahnung, wie es später mal sein wird, aber jetzt ist jetzt und später ist später. Und später kann ja auch toll werden. Ich wünsche mir auf jeden Fall, das Später erleben zu dürfen.
Liebe Grüße Tina

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Re: Alt ?

Beitrag von Miesepeter » Do 4. Okt 2018, 05:41

Es dürfte weniger das Altwerden an sich als der Gedanke an Nutzlosigkeit, Langeweile, körperliche und geistige Behinderung/Verfall und besonders die Abhängigkeit und das paulatine Vergessen- bzw. Alleingelassenwerden sein. Man wird zur Last und bekommt das auch zu spüren. Aber so ist nun mal der Lauf der Welt. Die Frage ist, ob das (eigene) Leben ab einem gewissen Punkt noch lebenswert ist. Wo ist nun aber dieser Punkt? Ich denke, wenn man für die einfachsten und notwendigsten Dinge auf fremde Hilfe angewiesen ist, was sich m.E. auch in einem zwangsläufigen aber völlig ungerechtfertigten Schuldgefühl gegen jeden ausdrücken kann, man wird sich selbst zur Last. Dazu kommen die vielen Wehwehchen mit den dazugehörigen Arztbesuchen und lebensverlängernden (!) Medikamenten. Die Religion(en) meinen, dass wir nicht über uns selbst (d.h. das eigene Leben) verfügen können,dürfen oder sollen. Der gesunde Verstand kann das aber auch infrage stellen. Wenn der Tod nun schon mal unvermeidlich ist, d.h. spätestens vom selben Moment der Geburt, kann er uns jederzeit und überall ereilen, aber unser Selbsterhaltungstrieb suggeriert immer wieder, dass wir vielleicht doch ewig leben könnten. Nichts dergleichen, einmal ist Sense, und sowas muss nicht traurig enden, am Wenigsten für den Betroffenen. Auch das Geld für das schweizer Sterbehilfehaus oder ähnlich kann und sollte man sparen. Es gibt andere und auch angenehmere und vor allem billigere Möglichkeiten, sich von dieser Welt zu verabschieden bevor man dahinsiecht und/oder im Krankenhaus an etlichen Maschinen zur Lebenserhaltung hängt - und irgendwo wartet schon die Bereitschaft zur Organentnahme. Ich mache das jedenfalls nicht mit. Wen das WIE interessiert, gerne per PN.
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Re: Alt ?

Beitrag von maxheadroom » Do 4. Okt 2018, 09:59


Hola todos,
ein schwieriges Thema, man kann es drehen und wenden wie man will, es ist ein merkmürdiges Spiel , :-?
es gibt tausend Sprüche über das Thema es ist wie beim Poker man weiss halt nicht was das Gegenüber für Karten hat.
Am besten ist :Die Kunst besteht darin, jung zu sterben, das aber so spät wie möglich (Reinhard Wandtner).
Man kann natuerlich eingie Vorkehrungen treffen, aber es gibt natuerlich genauso viele Variationen , welche dann eventuell nicht berücksichtigt wurden in einer Patientenverfügung z.B. Ich mach einfach mal das beste draus , die normalen Dinge sind geregelt und vom Rest lass ich mich überraschen. :mrgreen:
Saludos
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Re: Alt ?

Beitrag von Tina31 » Do 4. Okt 2018, 10:17

maxheadroom hat geschrieben:
Do 4. Okt 2018, 09:59

Man kann natuerlich eingie Vorkehrungen treffen, aber es gibt natuerlich genauso viele Variationen , welche dann eventuell nicht berücksichtigt wurden in einer Patientenverfügung
Ja, das denke ich mir auch und außerdem, jetzt in gesundem Zustand stelle ich mir lebensverlängernde Maßnahmen schlimm vor. Wenn ich aber dann dranhänge, alles mitbekomme, mich aber nicht äußern kann, bin ich mir nicht sicher, wie sehr ich dann noch an diesem Stückchen Leben hängen würde. Ob ich die Entscheidung, keine lebensverlängernden Maßnahmen zu bekommen, in diesem Moment nicht bitter bereuen würde (auch wenn es, rational gesehen, Quatsch wäre)

maxheadroom hat geschrieben:
Do 4. Okt 2018, 09:59
z.B. Ich mach einfach mal das beste draus , die normalen Dinge sind geregelt und vom Rest lass ich mich überraschen. :mrgreen:
Saludos
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Re: Alt ?

Beitrag von Tina31 » Do 4. Okt 2018, 10:18

Miesepeter hat geschrieben:
Do 4. Okt 2018, 05:41
Es dürfte weniger das Altwerden an sich als der Gedanke an Nutzlosigkeit, Langeweile, körperliche und geistige Behinderung/Verfall und besonders die Abhängigkeit und das paulatine Vergessen- bzw. Alleingelassenwerden sein.
Das stimmt!
Liebe Grüße Tina

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Re: Alt ?

Beitrag von vitalista » Do 4. Okt 2018, 16:09

Ein Thema, mit dem ich mich gerade in diesem Sommer ausgiebig auseinandergesetzt habe.
Ich war überrascht, wie viel die Stadt Köln mit ihrem Seniorentelefon u.a. als Hilfestellung anbietet, ich habe mich umfassend erkundigt und Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Kontovollmacht geregelt.
Ich gehöre zu den Menschen, die auf keinen Fall lebensverlängernde Maßnahmen wollen, wenn ich mich eh nicht mehr äußern kann.
Daher war es mir so wichtig, alles zu überdenken, die Patientenverfügung mit dem Hausarzt zu besprechen.

Mir geht es wie Tinas Eltern, ich möchte, wenn es dann sein muss, auch lieber in ein Seniorenheim als meiner Familie zur Last fallen. Es darf dann aber in der Nähe meiner Familie sein :') . Denn ich habe bei meiner Mutter miterlebt, wie es ist, wenn alle Freunde vorher sterben und wie gut es dann ist, wenn man auch zu den Freunden der Kinder ein gutes Verhältnis hat. Ich bin ganz optimistisch, dass es bei mir dann mal ähnlich sein könnte.
Horrorvorstellung wäre für mich, mit Alzheimer/Demenz jahrelang vor mich hin zu dämmern, da hoffe ich, der liebe Gott (oder wer auch immer) meint es gut mit mir...
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Re: Alt ?

Beitrag von Oliva B. » Fr 5. Okt 2018, 14:46

Auch für uns ist das ein brandaktuelles und komplexes Thema, zu dem ich mich äußern werde, sobald ich etwas Zeit finde.
Da kommt auf manch einen eine Lawine zu.... #:-s

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Re: Alt ?

Beitrag von maxheadroom » Fr 5. Okt 2018, 16:18


Hola todos,
aufgrund des threads habe ich nochmals meine Verf[uegung durchgelesen und denke, soweit man (resp. ich) das ueberdenken kann alle eventualitaeten beruecksichtigt , aber es ist ein schwieriges Thema, man koennte da ins metaphysische abgleiten und sagen wer ein gutes Karma hat der darf einfach am Ende des Weges einfach einschlafen, denn es ist ja eigentlich nciht der Tod sondern der*steinige* Weg der einen abschreckt und davor muesste man sich eigentlich schuetzen koennen, ob man dann in Walhall oder im Paradies wieder zu Sinnen kommt ist ja nicht ganz so wichtig.
Saludos
maxheadroom der jedem nur empfehlen kann schriftlich alles notwendige yu fixieren soweit das eben moeglich ist
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Re: Alt ?

Beitrag von Miesepeter » Fr 5. Okt 2018, 18:03

Uns abendländischen Christen wird der Tod von Kleinauf an als ein grausig-furchtbar-schmerzlich-traurig langer Leidensweg hingestellt (das Leiden Christi als Ausgangspunkt des Ganzen) und die damit entstehende Angst willkürlich in unser Unterbewusstsein gehämmert. Damit lässt sich nämlich einiges verdienen. "Herr, erbarme Dich unser!" Die meisten unter uns stellen sich den bevorstehenden Leidensweg wie den Gang des "Opferlammes" (natürlich unschuldig, denn sonst könnte man ja auch irgendeine Katze, Wildschwein o.ä. nehmen) zum Schlachthof vor, an dessen Ende der Schlachter mit dem grossen Messer wartet. Und sind wir nicht alle unschuldig und solidarisieren uns deshalb mit dem Lamm, d.h. wir haben diesen Tod (natürlich) nicht verdient, sind aber dazu verdonnert, ihn zu erleiden, und haben daher haben Angst vor was da wohl passieren wird, wie vor allem Unbekanntem.
Ist es nicht besser ratsamer, dem "Tod ins Auge zu sehen", ihn als unausbleiblich und naturbedingt zu akzeptieren und statt herumzujammern, Kerzenanzünden u.v.a.m. die verbleibende Zeit so angenehm als möglich und ohne Rücksicht auf andere zu nutzen? Jeden Morgen sollte man sich klar machen, dass es der erste Tag von den noch verfügbaren ist. Und das sollte man geniessen mgl. in vollen Zügen (nicht die der DB). Nicht vergessen: selbst wenn die Wind die Glatze kühlt ist man so jung wie man sich fühlt. Dann sollte man mit sich selbst ins Reine kommen und mit allem Bereuenswerten abschliessend auseinandersetzen. Es ist nun mal geschehen und lässt sich nicht (mehr) gutmachen. Umgekehrt diejenigen "entlasten",die einem selbst etwas schuldig (gebileben) sind. Dann sich darüber im Klaren sein, dass man nicht über den Tod hinaus transzendieren kann und auch nicht soll - nach mir die Sintflut. In wenigen Jahren weiss man von uns genausoviel wie wir von unseren Urgrosseltern, und es interessiert auch nicht weiter. (Fortsetzung folgt vielleicht)
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