Diskussionen über Elektroautos

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tnt369
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Re: Diskussionen über Elektroautos

Beitrag von tnt369 »

@ JanV: Geh mal in ein Autohaus Deiner Wahl: Die wollen Dir kein E-Auto verkaufen auch wenn der Hersteller sie im Angebot hat.
Ich habe in D etliche Autohäuser abgegrast. Beim E-Niro waren es z.B. ca. 18 Monate Wartezeit auf die Lieferung. Auf die Fragen nach einer Vorführung / Testfahrt wurde ich vertröstet (gerade kein Fahrzeug da). Ich erhielt nie einen Rückruf obwohl ich Kaufinteresse an zwei E-Auto anmeldete.
Es fehlt die Verfügbarkeit / Lieferfähigkeit der Fahrzeuge.
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Rockcrunsher
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Re: Diskussionen über Elektroautos

Beitrag von Rockcrunsher »

@tnt369:
wenn Du behauptest, dass man Dir kein Elektroauto verkaufen wollte, dann lag es wohl tatsächlich an den Lieferzeiten.
Niemand (auch Tesla nicht) konnte vor zwei Jahren liefern.
Es war wohl wirklich eine Kombination aus Nachfrage und Produktionskapazität.

Aber trotz Bemühungen der Industrie: die Autos sind für ihre Leistung einfach noch zu teuer. Es gibt zwar mittlerweile schon sehr günstige E-Autos, aber nur, wenn man die Subventionen einrechnet ... der Listenpreis fängt bei ca. 22.000€ an. Das ist gegenüber einem SEAT MII eben mehr als 12.000€ Unterschied. Dafür kriege ich ja ein zweites Auto :smile:

Zusammen mit den ganzen Problemen, die es mit Elektroautos gibt bzw. kolportiert werden, schreckt das natürlich noch viele potentiellen Kunden ab.
Liebe Grüße
Rockcrunsher
JanV
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Re: Diskussionen über Elektroautos

Beitrag von JanV »

Ein durchaus interessanter Artikel zum Thema

https://www.focus.de/auto/news/umweltbi ... 98969.html
Jan
tnt369
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Re: Diskussionen über Elektroautos

Beitrag von tnt369 »

Dieser "Experte" arbeitet aber mit etwas zweifelhaften Aussagen bzw. Annahmen.
Beispiel gefällig? Bitte sehr:
Zitat: "...Dazu muss man wissen, dass der deutsche Strommix gegenwärtig eine CO2-Last von 550 g pro Kilowattstunde aufweist. ..."

Das galt für den Strommix vor 2015. Das sind Zahlen die schon über sechs Jahre alt sind! Das als "gegenwärtig" zu bezeichnen ist schon frech.
Zwischenzeitlich ist der Strommix bei ca. 400g pro kWh. Was dem "Experten" wohl nicht in den Kram gepasst hat. Das sieht für mich wie
ein Abklatsch der sogenannten "Schwedenstudie" aus. Diese verwendete ebenfalls alte und völlig überholte Zahlen. Und wurde zwischenzeitlich
auch revidiert bzw. korrigiert. Der "CO2-Rucksack" ist deutlich geringer und baut sich auch schneller ab.
Auch die Kostenrechnung wurde mit alten Zahlen und ausschließlicher Betrachtung des Anschaffungspreises durchgeführt. Korrekt währe hier die Verwendung aktueller Zahlen und die Kosten über die gesamte Fahrzeuglebensdauer gewesen.

Für mich ist das ein eindeutig tendenziöser Artikel, der einer näheren Überprüfung nicht stand hält. Schade das trägt nicht gerade zum Niveau des "Focus" bei.

https://www.tagesspiegel.de/wissen/schw ... 98932.html
chris
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Re: Diskussionen über Elektroautos

Beitrag von chris »

tnt369 hat geschrieben: Do 22. Apr 2021, 17:53 @chris: Ich sehe es eben anders herum: Nur weil es für Dich (momentan) nicht passt und einigen Millionen anderen Autobesitzern ebenfalls nicht,
muss es noch nicht bedeuten dass es generell schlecht ist.
Da gehe ich vorbehaltlos mit.
Wäre es eine Option von vielen, so würde ich jedem sein (dann bitte aber selbst finanziertes) Elektroauto gönnen.

Ist es aber ein politisches Statement, das Elektroauto in jeder Hinsicht zu bevorzugen und außerdem vollmundig zu erklären, in absehbarer Zukunft keine anderen Fahrzeuge als E-Autos mehr zulassen zu wollen, obwohl nichts für eine ausreichende Infrastruktur getan wird, es erhebliche ökologische Zweifel gibt, und diese Art von Fahrzeugen für die meisten Menschen unerschwinglich ist, dann muss ich Kritik äußern.

tnt369 hat geschrieben: Do 22. Apr 2021, 17:53 Es ist wie bei jeder neuen Technologie: Anfangs Teuer, was für die "Betuchten" - später wird es günstiger und dann hat es schließlich jeder.
Auch da muss ich widersprechen; im Moment deutet alles darauf hin, dass individuelle Mobilität in mittelferner Zukunft ein Privileg der "Betuchten" sein wird, ohne dass die Politik einen Strukturwandel einleiten würde, der den Trend zu immer mehr (erzwungener) Mobilität anhalten und umkehren würde.


Tatsächlich bleibt zu hoffen, dass es nach der politisch erzwungenen Batterieauto-Welle noch genug Forschungspotenzial und -willen gibt, um eine wirklich umweltfreundliche Antriebstechnik im Rahmen eines völlig anderen Mobilitätskonzepts zu finden. Das E-Auto sehe ich als traurige Analogie zur Energiesparlampe der 1980er bis 2010er. Von der Politik gepusht bis zum Gehtnichtmehr, für die meisten Anwendungen völlig ungeeignet, extrem teuer im Vergleich zu einer konventionellen Glühbirne - und voller Quecksilber, so dass sie im Gegensatz zu einer normalen Glühbirne beim Versagen nach einem Bruchteil der Lebenserwartung (weil sie halt nicht nur einmal am Tag an- und nach etlichen Stunden wieder ausgemacht wurde), als hochgiftiger Sondermüll speziell entsorgt werden musste. Und weil kaum einer so einen Mist wollte, wurde die konventionelle Glühlampe einfach verboten.

Erst die Entwicklung von LED-Leuchtmitteln hat den Umstieg in eine wirklich saubere und praxistaugliche Technik ermöglicht; die Energiesparlampe hingegen war jahrelange Augenwischerei, also ein ökologischer und ökonomischer Irrweg, der der Entwicklung der LED für den Einsatz im Haushalt nicht förderlich, sondern eine Bremse war.

Hoffen wir also auf eine Zukunft, in der das E-Auto nicht die einzige verbleibende Alternative ist.
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Re: Diskussionen über Elektroautos

Beitrag von tnt369 »

Hier eine aktuelle Studie des Österreichischen Umweltbundesamt zur Klimabilanz von Autos (Benzin, Diesel, Wasserstoff, eFuels, Elektro):

https://www.umweltbundesamt.at/fileadmi ... ep0763.pdf

Zitat aus der Zusammenfasssung:

"... Zusammenfassend ergibt sich ein klarer Klimavorteil für batterieelektrische Pkw (BEV), vor allem wenn für die Energiebereitstellung Strom aus erneuerbaren Quellen (etwa nach Umweltzeichen 46) herangezogen wird: Im Vergleich zu einem rein fossil angetriebenen Pkw verursachen BEV je nach Fahrzeugsegment zwischen 67 % (Oberklasse) und 79 % (Kleinwagen) weniger THG-Emissionen. ..."

Dabei wurde von einer Fahrleistung von 15.000km p.a. und einer Lebensdauer von 15 Jahren ausgegangen.
chris
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Re: Diskussionen über Elektroautos

Beitrag von chris »

tnt369 hat geschrieben: Mo 3. Mai 2021, 22:25 "... Zusammenfassend ergibt sich ein klarer Klimavorteil für batterieelektrische Pkw (BEV), vor allem wenn für die Energiebereitstellung Strom aus erneuerbaren Quellen (etwa nach Umweltzeichen 46) herangezogen wird: Im Vergleich zu einem rein fossil angetriebenen Pkw verursachen BEV je nach Fahrzeugsegment zwischen 67 % (Oberklasse) und 79 % (Kleinwagen) weniger THG-Emissionen. ..."

Dabei wurde von einer Fahrleistung von 15.000km p.a. und einer Lebensdauer von 15 Jahren ausgegangen.
Und genau da sind wir wieder bei der Fahrradkette. Hätte und würde.
Ein E-Auto, das mit für den Masseneinsatz nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehendem Ökostrom nach Umweltzeichen 46 geladen werden würde, hätte nach 15 Jahren hartem Einsatz und 225.000km Fahrleistung um die zwei Drittel weniger weniger CO2 verursacht als ein normales Auto.

Ein Vergleichs-E-Auto hingegen, das keinen Ökostrom laden kann, bzw dessen Ökostrom dann anderswo fehlt und dort durch konventionellen Strom, zum Beispiel aus einem Braunkohlekraftwerk, ersetzt werden müsste, und das nach 5 Jahren und 30.000km Laufleistung in einem Verkehrsunfall einen Totalschaden erleidet, haben die Damen und Herren im Umweltbundesamt sicherlich nicht bilanziert nehme ich an? Dieser Fall wäre nämlich nicht weniger konstruiert als das erste Beispiel, passt aber nicht in die politische Großwetterlage.

Und damit sehen wir, wohin es führt, wenn man solche Beispiele aus eindeutig politisch positionierten Quellen wie zum Beispiel einem Umweltbundesamt unreflektiert abnickt, obwohl dort mehr idealisierte Umstände angenommen werden, als es seriös zulässig wäre: Es führt uns immer wieder zurück zur selben Erkenntnis. E-Autos sind eine tolle Option für gewisse Einkommensklassen und Nutzungsprofile - immer unter der Voraussetzung, dass es nicht mehr davon gibt, als die rudimentäre Infrastruktur vertragen kann. Der Umweltjoker in jeder Hinsicht ist es hingegen ganz und gar nicht.
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