I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

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Re: Palmrüssler (picudo rojo)

Beitragvon Florecilla » Fr 8. Apr 2011, 23:48

Tiburona hat geschrieben:denn die wollendoch lieber neue teure Palmen verkaufen...

... aber ich glaube nicht, dass sich Gartenbesitzer, deren Palmen dem Palmrüssler zum Opfer gefallen sind, so schnell neue Palmen kaufen ...
Hasta luego,
Florecilla (Margit)

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Oliva B.
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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon Oliva B. » Mo 16. Apr 2012, 21:43

Zumindest in Moraira scheint die chemische Bekämpfung des Palmrüsslers zu wirken (rein objektiv).
Die Palmen an der Promenade wurden mit Imodacloprid behandelt und sehen gesund und kräftig aus.
K800 Gift.JPG

Findige Gärtner arbeiten hingegen mit Hochdruck, um möglichst viele Palmen in kürzester Zeit zu behandeln. Ob eine Sonnenbrille allerdings vor den Giftspritzern schützt? :-?
K800_Palmrüssler.JPG


Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich die Stadtgärtner straßauf, straßab schicken und für jede nicht entsorgte, befallene Palme einen Mahnung mit dem Hinweis ausstellen, dass eine multa fällig wird, wenn sie nicht behandelt oder entsorgt wird. Dénia ist ja schon kurz davor, die Idee in die Tat umzusetzen.

Meinen Nachbarn stört es nicht. Er hat schon sseit zwei Monaten ein Phallussymbol im Garten und will den Strunk erst entfernen lassen, wenn er leichter (sprich ausgetrocknet) ist. Dann wäre die Entsorgung billiger... :-o

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon Oliva B. » Mi 18. Apr 2012, 18:07

Hier hatte Florecilla gestern geschrieben (verlorener Beitrag), dass die Palme mit den hellen Wedeln aussähe wie ihre damals, die von einem Pilz befallen war.

Richtig, das Schadbild des Palmrüsslers sieht anders aus. Die Palmen haben dann eine abgeflachte Krone.

Ich habe die Gärtner eine gewisse Zeit beobachtet. Als sie mit ihrer Arbeit (dem Besprühen der Palmen) fertig waren, haben sie den Rest ihrer chemischen Brühe auf die Zitronenbäume gesprüht. Ob jeder Gartenbesitzer weiß, mit welchen Mitteln ihre Gärtner auf den Grundstücken rumspritzen?
Und dann so ein leckerer Gin Tonic an einem warmen Sommerabend mit einem Schnitzelchen Zitrone und einem Schuss Imodacloprid? :-P

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon Cozumel » Mi 18. Apr 2012, 20:11

hehe, das sind Spanier nicht kleinlich.

In Andalusien kaufte ich eine Zeitlang offenes Hundefutter. Das stand in grossen Papiertüten zur Entnahme bereit.
Einmal sah ich, dass sie die Metallschüppe aus dem Hundefutter nahmen, Dünger mit abwogen und dann wieder in das Hundefutter zurücktaten. Danach habe ich nie wieder dort Hundefutter gekauft. #:-s
Zuletzt geändert von Cozumel am Mi 18. Apr 2012, 20:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon sol » Mi 18. Apr 2012, 20:14

@ Cozumel---
verstehe ich nicht ganz- der Schippe ist das doch egal---- :lol:
Gruss aus Berlin--
Wolfgang und Traudel

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon Florecilla » Do 19. Apr 2012, 12:12

Bei unseren Nachbarn werden gerade die Palmen geschnitten und geschält :(( :-o :-s
Hasta luego,
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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon costablancafan » Do 19. Apr 2012, 12:18

Wissen die es nicht? (Ich habe festgestellt - viele wissen es nicht!)

Oder ist das einfach nur Ignoranz? Einfach unglaublich !
Gruss
costablancafan

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon Oliva B. » Do 19. Apr 2012, 20:40

costablancafan hat geschrieben:Wissen die es nicht? (Ich habe festgestellt - viele wissen es nicht!)

Oder ist das einfach nur Ignoranz? Einfach unglaublich !


Ich habe immer noch das Gefühl, die wenigsten kennen wirklich die Ausmaße der Plage. Da wollte mir doch eine Dame eines Hausmeisterservices erzählen, wenn die Wedel alle runtergefallen und entsorgt sind, wäre die Gefahr gebannt... :-o Das Schlimme: Sie hatte wirklich keine Ahnung und glaube, was sie mir erzählte!!!

Wenn die meist osteuropäischen "Gärtner" von Haus zu Haus ziehen und Palmen zum Dumpingpreis schälen, können scheinbar die wenigsten widerstehen. Wenn man sich mal in der Gegend umschaut, da kann man nur Bauklötze staunen, wie viele Leute ihre Palme schälen (nicht schneiden) ließen. Allerdings frage ich mich auch, wie kurzsichtig die Palmenschneider sind. Sie nehmen sich durch diese Arbeitsweise selbst die Nachfolgeaufträge weg.

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon polarstern » Sa 21. Apr 2012, 12:58

Das ist alles ziemlich trostlos! Dieses Pestizid (mit anderen Neonicotinoiden) sorgt für Bienensterben. Liest das: http://de.wikipedia.org/wiki/Imidacloprid
Es ist, wie es ist.

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitragvon hokusai » So 22. Apr 2012, 02:05

polarstern hat geschrieben:Das ist alles ziemlich trostlos! Dieses Pestizid (mit anderen Neonicotinoiden) sorgt für Bienensterben. Liest das: http://de.wikipedia.org/wiki/Imidacloprid

Ja, polarstern, da gebe ich Dir völlig Recht.

Aber nicht die Behandlung der Palmen sorgt für das Bienen- und Hummelsterben, sondern das in großem Maßstab, oftmals auch in viel zu hohen Konzentrationen, eingesetzte Imidacloprid in Obstplantagen und auf hektargroßen Gemüsefeldern. Für die großflächige Bekämpfung von Schädlingen in Monokulturen einheimischer Gewächse, die ja von Bienen und Hummeln befruchtet werden, werden jährlich allein in Deutschland 25–100 Tonnen dieses Giftes eingesetzt.

Wir können uns (wenn wir Imidacloprid oder ein anderes systemisches Insektizid - oder vielleicht Unkraut-Ex... selbst benutzen) nicht von einer Mitschuld freisprechen, aber es ist wie schon beim Thema Stierkampf besprochen - Jeder, der Obst und Gemüse aus konventionellem Landbau kauft oder im Restaurant verzehrt, trägt gleichermaßen eine Mitschuld am Bienensterben.

Es ist trostlos, ohne Zweifel. Aber es wäre für uns persönlich auch trostlos, ohne all die wunderschönen Palmen, Agaven, Aloes und anderen mediterranen Pflanzen hier leben zu müssen, die unseren Garten zieren (ihn auch vor uns schon geziert haben).

Der älteste Gingkobaum Thüringens steht im Botanischen Garten zu Jena und wurde im Jahre 1780 von Goethe aus Asien "eingeschleppt". All die invasiven und nicht invasiven "fremden" Tiere und Pflanzen, die in Europa, in allen Erdteilen, in allen Meeren auftauchen, sind nicht nur Folge der Globalisierung und Erderwärmung, vor Jahrhunderten waren sie Folge der Kolonialisierung und vor Jahrtausenden ein Produkt der Völkerwanderungen, Vogelzüge, Kontinentaldriften und Meeresströmungen.

Eigentlich sind wir Menschen auch invasiv: Entstanden in Afrika, haben wir innerhalb weniger Tausende von Jahren den gesamten Erdball "annektiert", und dabei sind wir nicht wirklich behutsam mit der uns gegebenen Umwelt umgegangen. Auf den Osterinseln gibt es keine Bäume mehr, ganz Holland und Spanien wurde wegen des Schiffsbaus kahlgeschlagen, Wüsten entstanden durch Raubbau, der südamerikanische Regenwald wird brandgerodet, der Hunger der 1. Welt nach Edelhölzern führte zur Zerstörung des gesamten Primärwaldes in Malaysia, ganze Menschenstämme wurden von anderen Menschen ausgerottet - bis in die Jetztzeit gibt es derartige Beispiele - Genozid in Afrika, Ölverseuchung des Golfs von Mexiko, die Katastrophe von Fukushima ...

Ja, so betrachtet ist es mehr als trostlos.
Ich sehe aber auch: Jeden Tag geht die Sonne auf und wärmt uns mit ihren Strahlen, das Lallen eines Babies zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht, auch eine invasive Pflanze wie das Wandelröschen hat wunderschöne Blüten und der Palmrüssler, irgendwann erst einmal eingedämmt und nur noch ein Schädling wie so viele Andere, ist eigentlich ein hübscher Käfer.

Ach und übrigens hörte ich heute: Auf Ibiza wurde das Palmenschälen inzwischen verboten!


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