Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

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Kipperlenny
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Re: Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

Beitrag von Kipperlenny » Fr 9. Dez 2016, 23:46

basi hat geschrieben: es ging doch nur um die Frage der Mehrwert/Umsatzsteuer die Hasienda als deutsche Privatperson zu zahlen hat.
Jau und als Privatperson zahle ich was auf der Rechnung steht und fertig ist der Lack :)

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haSienda
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Re: Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

Beitrag von haSienda » Sa 10. Dez 2016, 09:48

nun...ich staune in mehrfacher Hinsicht:

Zum einen ob der vielen und tollen Antworten...dafuer meinen herzlichsten Dank!!!

Zum anderen wegen der Zolldiskussion...die sehe ich gar nicht. Zoll innerhalb der EU??? WARUM???

Gruss
Derek
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Oliva B.
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Re: Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

Beitrag von Oliva B. » Sa 10. Dez 2016, 10:06

Wenn ihr schon auf die Beantwortung von HaSiendas Fragen hinweist, dann solltet ihr auch die gewünschten Antworten geben.

Es bestreitet niemand, dass es einzig die Schuld des Kaufmanns ist, wenn er sich verrechnet oder die Mehrwertsteuer vergisst, doch jetzt kommt das aber...

HaSienda hat geschrieben: In unserem konkreten Fall:
Wir (als Privatleute) moechten Solarbatterien aus Deutschland nach Spanien bringen.

Ich nehme an, ihr wollte Batterien für eure Photovoltaikanlage transportieren. Es gibt Blei- und Lithiumbatterien. Lithiumbatterien gehören auf Deutschlands Straßen zum "Gefahrengut". Das aber nur ungefragt nebenbei:Transportvorschriften für Lithium-Ionen-Akkus

Wir haben zwar ein Empadronamiento, sind aber Deutsche mit deutschem Wohnsitz.
Der deutsche Verkaeufer (ein Batteriehaendler) hat mir nun eine Rechnung OHNE Umsatzsteuer zugesandt...

Der Verkäufer hat in Deutschland geliefert und muss deshalb die deutsche Umsatzsteuer berechnen. Selbst wenn er nach Spanien geliefert hätte, müsste er dir als Endverbraucher die deutsche Umsatzsteuer berechnen.
Er hat aber aus irgendeinem Grund angenommen, dass du Unternehmer in Spanien bist und hat dir keine Umsatzsteuer berechnet. Sein zweiter Fehler war, dass er keine USt.-ID eingetragen hat, die zwangsweise bei allen steuerfreien innergemeinschaftliche Lieferungen auf den Rechnungen stehen muss.

Was kannst du als Kunde machen?
Du kannst abwarten was passiert, so wie dir das Lenny und basi empfohlen haben. Selbst melden sich wohl die wenigsten Kunden, wenn sie einen Fehler zu ihren Gunsten bemerken.

Aber jetzt kommt es:
Wenn dein Lieferant eine ordnungsgemäße Buchhaltung hat, so sollte dem Buchhalter beim Verbuchen dieser Rechnung auffallen, dass die USt.ID-Nr. fehlt. Er muss den Rechnungsbetrag auf ein Konto für Auslandsumsätze verbuchen. Für die Nettobeträge auf diesem Konto muss eine ZM (Zusammenfassende Meldung) für das Bundeszentralamt für Steuern erstellt werden. Dabei wird nicht nur der Umsatz eingetragen, sondern auch nach der USt.-ID. gefragt, die zu diesem Umsatz gehört. Wenn der Buchhalter die nicht findet, geht die Rechnung zurück. Bei der Auftragskontrolle wird man feststellen, dass du kein Unternehmer bist und dir wird die USt. nachberechnet.

Handelt es sich bei der Firma um einen "Saftladen", so wird der Buchhalter die Rechnung falsch verbuchen und der Steuerberater wird erst beim Jahresabschluss feststellen, dass es eine Differenz zwischen den Nettobeträgen der Warenverkaufskonten und der abgeführten Umsatzsteuer gibt. Auch in dem Fall wird der Fehler gefunden werden und man wird dir die Steuer nachberechnen.

Die dritte Möglichkeit ist, dass das Finanzamt bei einer Betriebsprüfung auf die nicht berechnete Mehrwertsteuer stößt. Die muss der Unternehmer auf jeden Fall nachzahlen. Und wenn die Forderung noch nicht verjährt ist, wird er sich das Geld auch dann noch von dir wiederholen.


Nun komme ich in's straucheln und habe auch im Netz nichts vernuenftiges gefunden:
Als Privatmann kann ich doch gar nicht im Ausland Umsatzsteuerbefreit einkaufen, oder?

Das ist richtig. Diese Regelung gilt nur für Geschäftsleute mit einer USt.-ID-Nr.

Ich muesste also hier beim Zoll die Umsatzsteuer achzahlen, nicht wahr?

Nein. In der EU gilt Freizügigkeit im Reiseverkehr, du darfst mitnehmen, was dir lieb und wert ist, das dürfen meines Erachtens auch Batterien für den persönlichen Gebrauch sein, denn die fallen nicht unter Einschränkungen im Reiseverkehr.

Und wenn dem so ist: Kann ich nicht die deutsche USt zahlen und die Artikel ohne weitere Zahlungen einfuehren?

Warum weist du den Unternehmer dann nicht auf seinen Fehler hin? Das erspart dir und ihm Ärger. Die korrigierte Rechnung kann er dir per E-Mail zusenden.

Denn: Doppelt muss ich ja wohl hoffentlich nicht bezahlen, oder?

Nein.

Stehe ich auf dem Schlauch? Weiss jemand etwas genaues?

Gruss
Derek
PS: geändert, da mir ein paar Zeilen verrutscht sind.

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Re: Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

Beitrag von sol » Sa 10. Dez 2016, 11:09

Hola Derek

ich würde als 'alter Kaufmann' auch so vorgehen, wie Elke es geschrieben hat:

"Warum weist du den Unternehmer dann nicht auf seinen Fehler hin? Das erspart dir und ihm Ärger."

schönen 3. Advent
Gruss Wolfgang

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Re: Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

Beitrag von georg.vt » Sa 10. Dez 2016, 18:55

Frage, hast du die Batterie im Internet eingekauft? Da kann es auch sein das der Händler nur geringfügige Umsätze ohne MWSt Ausweisung wählt. Der kauft Brutto ein und verkauft Brutto weiter, macht also keine Vorsteuer geltend machen. Da darf auch auf der Rechnung keine MWSt stehen, sonst müsste er die abführen. Wäre ein schlechtes Geschäft.
Siehe auch http://www.kleinunternehmer.de/ustg.htm

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Re: Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

Beitrag von Kipperlenny » Sa 10. Dez 2016, 20:42

Auch das müsste aber auf der Rechnung stehen ala "Nach § 19 ... weise ich nicht aus"

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Re: Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

Beitrag von haSienda » Sa 10. Dez 2016, 21:15

Also, vorab noch einmal herzlichen Dank!

Bisher habe ich noch alle meine Rechnungen bezahlt...und auch in diesem Falle moechte ich das gerne tun.
Ich habe die Solarbatterien ueber den Kontakt eines Freundes bestellen koennen, schon daher moechte ich keine Unruhe stiften.
Der Gedanke war nur: Muss ich die Umsatzsteuer in Spanien oder in Deutschland entrichten (immerhin 2 Prozentpunkte unterschied) und ging davon aus, dass der Mitarbeiter (eine recht grosse Firma, kein Internet-Haendler) sich schlicht und einfach vertan hat.
Er hat sich wirklich klasse um mich gekuemmert und auch einen extre guenstigen Transport organisiert (mmerhin knapp 1,2 Tonnen...und Gefahrgut!).
Ich muss mich also um nichts kuemmern, alles ist vom Batteriehaendler vorbereitet und wird bis Tarbena geliefert...SUPER!
Und: Aufgrund der Prozente meines Freundes (diese werden auch mir angerechnet), spare ich insgesamt napp € 5000.-- (!) gegenueber dem guenstigsten Internet-Anbieter.Da lasse ich "meinen" Haendler gewiss nicht auf der USt sitzen...

Grundsaetzlich wollte ich hier nun die Lage erfragen, bevor ich dann am Montag noch einmal den Mitarbeiter auf die USt anspreche...

Klasse, dass ihr mir mal wieder helfen konntet und wolltet!!!

Derek
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Re: Umsatzsteuer bei Einfuhr aus Deutschland...wer weiss was?

Beitrag von basi » Sa 10. Dez 2016, 23:10

Hättest das mal gleich von Anfang an geschrieben wären die Antworten einfacher gewesen. =)) =)) =))
ich verspreche nichts, und das halte ich auch

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