Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von HermanG » Mi 16. Okt 2013, 21:27

Ich schaue mir eigentlich jeden Tag die Sendung "Intermedio" im 6. Programm an. Bei dem, was man da ständig sieht und hört lässt einem beinahe das Sehen und Hören vergehen. Wenn ich in Spanien wählen könnte/dürfte, hätte ich die grösste Mühe, eine Partei zu finden. Zumindest die grossen sind allesamt korrupt, egal ob rot oder schwarz. Und wenn schon einmal ausnahmsweise ein Staatsanwalt oder Richter etwas in die Hand nimmt, wird das abgewürgt. Auf die Art wird es nie besser werden, traurig, aber wahr. Ausserdem lügen die derzeitigen Politiker jedesmal, wenn sie den Mund aufmachen. Die würde ich nicht einmal nach der Uhrzeit fragen...
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Oliva B.
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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von Oliva B. » So 20. Apr 2014, 20:33

Auch im 6. Jahr der Wirtschaftskrise in Spanien gehören Korruption und Vetternwirtschaft längst noch nicht der Vergangenheit an...

Wo das Geld spurlos verschwindet


Andalusien hat einen neuen Skandal vor den Europawahlen: Die Regierung hat mehr als zwei Milliarden Euro für Fortbildungskurse ausgegeben, die nicht oder nicht so wie geplant stattfanden.
Hier geht es zum Artikel aus der FAZ, Autor: Leo Wieland, Madrid.

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von HermanG » Do 26. Jun 2014, 14:50

Das Neueste zum Thema Vetternwirtschaft, heute in "El Pais" gelesen:

Solo cinco de los 60 informáticos del Tribunal de Cuentas son especialistas
Un informe critica la ineficiencia del personal para el servicio

Dazu der Link: http://politica.elpais.com/politica/201 ... 29110.html

Wenn man das schematisierte Organigramm anklickt, erscheint eine detaillierte Darstellung der diversen Verbindungen, sehenswert.

Mich wundert nichts mehr in dieser Bananenrepublik!

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von maxheadroom » Do 26. Jun 2014, 17:11


Hola todos y HermanG,
nur schnell meine 5 cent zu Deinem link und dem thread 8-) ,
Du magst ja recht haben mit der Bananenrepublik, ich beziehe es aber nur auf eine gewisse Tölpelhaftigkeit der Politkerkaste, denn ich wette mit Dir und auch jedem anderen, all diese Dinge passieren überall , auch in unserem so "sauberen" Deutschland.
Nur sind die entsprechenden Leute schon eine Stufe weiter in der Kunst ihre entsprechenden Aktionen darzustellen B-)
Ob es sich um Politiker , Industriemanager oder andere "Führungsspezialisten" handelt , ich persönlich dreh da die Hand nciht rum, bleiben noch gewisse "moralische" Instanzen >:) wie Kirche und ähnliche Verbände, wenn mit einem Schlag alles offenbar würde, >:) >:) >:) Also entweder "Weltrevolution" sowas hatten wir auch schon mal , war dann aber auch nicht besser .
Du siehst , es geht nur , ich glaube der Freund Lenin hat das gesagt, mit dem neuen Menschen. Das kann aber noch dauern.
Also nicht ärgern, wenn´s im eigenen Umfeld einigermassen klappt geniessen.(Alle Lebewesen außer den Menschen wissen,
dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen. (Samuel Butler d.J.)
In diesem Sinne,
Saludos
maxheadroom


Even when you win the ratrace, you are still a rat
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Soy optimista, incluso mi tipo de sangre es positiva.
La buena vida es cara. Hay otra más barata - pero esa no es vida.

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von Oliva B. » So 10. Aug 2014, 08:44

Der Thread ist nun schon fast drei Jahren alt. Die Meldungen über eine gesundende Wirtschaft haben sich in letzter Zeit überschlagen, doch wer hofft, in Spanien hätte in puncto Korruption inzwischen ein Umdenkungsprozess stattgefunden, sei eines anderen belehrt. Das fehlende Geld in Spaniens Kassen teilen sich weiterhin Politiker, die sich bestechen lassen, Betriebe, die Waren und Dienstleistungen verkaufen, ohne I.V.A. zu vereinnahmen, und Menschen, die zu Schwarzarbeit gezwungen werden, damit sie überleben können.

Spanien ist innerhalb von 2 Jahren im internationalen Ranking von Platz 31 auf Platz 40 gefallen. Die Schweiz liegt auf Platz 7, Deutschland hat sich von Platz 14 auf Platz 11 vorgearbeitet, während Skandinavien immer noch eine blütenreine weiße Weste hat. Nur Österreich hat einen noch größeren Sprung nach unten gemacht als Spanien (von Platz 16 auf 26 :!: ) und nähert sich mit diesem Ergebnis langsam den südeuropäischen Staaten. Quelle
  • "Ob Königshaus, Regierung oder Behörden: In Spanien gilt Korruption längst als Normalfall. Die Bürger haben bereits das Vertrauen in die Institutionen verloren."
    Weiterlesen: Alles Amigos, Potsdamer Neueste Nachrichten.

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von hundetraudl » Di 12. Aug 2014, 19:30

In Deutschland ist es doch auch nicht besser. Wir sind nur so blöd und stecken unsere Politiker nicht in den Knast oder die sind so schlau sich nicht erwischen zu lassen. >:)
Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt. (Ringelnatz)

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von Oliva B. » Sa 30. Jan 2016, 10:13

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat ihren neuen Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) veröffentlicht. Für den CPI 2015 wurden 167 Länder nach der im öffentlichen Sektor - bei Beamten und Politikern - wahrgenommenen Korruption bewertet. Die besten Noten erhielten Dänemark, Finnland, Schweden und Neuseeland. Beamte und Politiker dieser Länder werden als besonders integer wahrgenommen.

Im tabellarischen Ranking 2015 belegte
Platz 7 - die Schweiz.
Platz 10- Deutschland,
Platz 16 - Österreich
Platz 36 - Spanien, noch weiter verschlechtert...
Quelle

Zum Vergleich: 2011 belegte
Platz 8 - die Schweiz,
Platz 14 - Deutschland,
Platz 16 Österreich,
Platz 31 - Spanien.
Quelle

Die Bürger in Spanien haben dem demokratischen System in der letzten Wahl einen Denkzettel verpasst. In der Wirtschaftskrise, in der mehr als ein Viertel aller arbeitsfähigen Spanier keinen Job mehr hatten, füllten sich die korrupten Politiker schamlos ihre Taschen. Die bislang regierende PP hat seit 1990 schwarze Kassen für Schmiergelder geführt, von denen Rajoy von Anfang an gewusst haben sollte.
Doch wer glaubt, langsam müssten alle Skandale an die Öffentlichkeit gedrungen sein, sieht sich getäuscht. Erst vor ein paar Tagen erschütterte ein weiterer Korruptionsfall bei der regierenden spanischen Volkspartei PP die Öffentlichkeit. Die Polizei nahm wieder etliche Politiker fest. Quelle: Euronews

Nur gut, dass das Gericht an der Anklage gegen Infantin Cristina festhält, eine weitere schwere Prüfung für die gebeutelte Monarchie.
Cristina ist in der Geschichte der spanischen Monarchie die erste nahe Verwandte eines Königs, die in einem Finanzverfahren angeklagt ist. Cristina droht eine Haftstrafe von acht Jahren, ihrem betrügerischen Ehemann sogar 19 Jahre. Das Urteil wird im Sommer erwartet. Quelle

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von Oliva B. » Mi 17. Feb 2016, 17:29

Täglich werden Korruptionsfälle aufgedeckt, in die die PP verwickelt ist, auch wenn es sich wie in diesem neuen Fall eher um eine kleine Nummer handelt:

Da wurden öffentliche Gelder für die Tourismuswerbung bewilligt, die von den Verantwortlichen nach Gutdünken und ohne Nachweis verteilt wurden. Für 55 Prozent der Zuschüsse erfolgte keine Ausschreibung.
Eine Buchprüfung des Jahres 2013 der Diputación Alicante ergab, dass der Abgeordnete für Tourismus, Joaquín Albaladejo (heute Abgeordneter in Madrid), keine Kontrolle über die Ausgaben hatte, für die er verantwortlich war. Unter seiner Leitung "verschwanden" aus den Büchern eine Immobilie in Polop (Wert 72.930 €), eine Tracht (Wert 793,51 €), eine Webcam für ca. 3.000 Euro, ein Computerprogramm (Wert 120.000 €) und ein Wachturm (Wert ca. .6000 Euro), immerhin mehr als 200.000 Euro. Fünf von sieben Fallen wiesen Unregelmäßigkeiten auf, 70 % der ausgegebenen Gelder sind nicht belegt, so beklagt der Sprecher der Koalition Compromís, Gerard Fullana.
Die Prüfung ergab, dass für 546.592 Euro der insgesamt 683.454 Euro ein Beleg fehlt. Quelle

Verantwortungslose Politiker stopfen sich schamlos und meistens ungestraft die Taschen mit Steuergeldern voll, wobei sich jeder selbst am nächsten ist. Nein, liebe Spanier, so werdet ihr nie auf einen "grünen Zweig" kommen! :evil:

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von vitalista » Mi 17. Feb 2016, 18:03

Bislang hat es ja keinen großen Unterschied gemacht, ob PP oder PSOE an der Macht war, ich hoffe, durch die letzte Wahl sind Rajoy und Co. wach geworden und es ändert sich was. Mir fehlt zwar noch der Glaube, dass sich innerhalb der nächsten Jahre in puncto Korruption vieles bessern wird, aber der Unmut der Spanier ist durch die Erfolge von Podemos und Ciudadanos deutlich geworden. Vielleicht ist das ein kleines Licht am Ende des Tunnels?
Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber noch Entfaltungsmöglichkeiten!

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