Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

rainer
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Re: Vetternwirtschaft und Arbeitslosigkeit

Beitrag von rainer » Di 22. Jan 2013, 16:05

Montemar hat geschrieben:....Bárcenas droht der Partei, die Atombomben platzen zu lassen, über die er verfüge, wenn er ins Gefängnis müsse. ....!
Dann bestünde ja Hoffnung, daß endlich mal richtig was raus kommt ....allerdings:
Montemar hat geschrieben:...Auffällig war bisher, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen ihn immer wieder einzustellen versuchte.!
Eine Staatsanwaltschaft, die sich gegen ihre Kernaufgabe sträubt, das zeigt ja doch, wie hoffnungslos vernetzt das ganze ist.
Gruß
rainer

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Oliva B.
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Re: Vetternwirtschaft und Arbeitslosigkeit

Beitrag von Oliva B. » Mo 28. Jan 2013, 17:01

Es geht um die Wurst, aber nicht etwa um Chorizos und Co....

Adreas Drouve hat in dieser Woche die schmierigen Würstchen aus Politik und Wirtschaft aufs Korn genommen. Unter dem Titel
Haufenweise Würstchen und ein paar klebrige Denkzettel sinniert der Autor über Leute wie den

  • "Exbürgermeister des andalusischen Ortes Valverde del Camino, der aus Gemeindesäckeln eine Art Unterstützungsfonds für Betriebsstätten des Rotlichtmilieus unterhielt. Hormonelle Entlastungen in Sevilla pflegte er mit der Kreditkarte seines Rathauses zu begleichen, bedauerlicherweise kam sein Dreck am Stecken heraus (hier drängen sich Parallelen zur vorangegangenen Episode auf).
Der Artikel ist homorvoll geschrieben, doch das Lachen bleibt einem im Halse stecken.... :-s

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Re: Vetternwirtschaft und Arbeitslosigkeit

Beitrag von premwalia » Mo 28. Jan 2013, 17:20

@elke, gut gefunden, sehr informativ und ja witzig, ein guter Schreiber, doch wissen wir alle, das solche "Ausrutscher" leider nicht nur in Spanien passieren. Es gibt eben immer wieder "Menschen" die keine Ehre und auch kein Schamgefühl haben. :oops:
Das was den Geist bewegt/beschäftigt-verändert!

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Re: Vetternwirtschaft und Arbeitslosigkeit

Beitrag von Montemar » Mo 28. Jan 2013, 17:54

Danke Oliva !
Wirklich humorvoll geschrieben aber unterm Lesen schwillt einem der Hals an, denn man weiß, es ist Realität und diese wird sich nicht ändern.

Es wird und wurde wirklich auf sehr hohem Niveau gelebt und aus dem vollsten geschöpft. Auf der einen Seite wird eingespart, wissen die Menschen nicht, wie sie sich noch über Wasser halten sollten, werden ausgepresst wie Zitrusfrüchte und auf der anderen Seite „Megagehälter an Manager trotz Krise.“ Wann wird dem ganzen mal endlich Einhalt geboten ??? Wie lange läßt sich das „gemeine“ Volk das noch alles bieten, egal in welchen Ländern ???

Gestern im Focus gelesen, daß Spaniens Aufsichtsratschefs am meisten verdienen. Ausgerechnet in Spanien werden die Chef-Aufseher von Unternehmen europaweit am höchsten für ihre Kontrollaufgaben vergütet. Während das ganze Land vor dem Abgrund steht, verdienten sie 2012 im Schnitt 1,1 Millionen Euro – viermal so viel wie ihre Kollegen in Deutschland. Die hohe Vergütung der Chef-Kontrolleure in Spanien komme vor allem aufgrund von Doppelmandaten einiger Aufsichtsratschefs zustande.

In Italien werden die Oberaufseher der Unternehmen mit 576.500 Euro pro Jahr vergütet, in Deutschland sind es 249.000 Euro. Sie liegen damit wie auch die Amtsträger in der Schweiz, Großbritannien und Frankreich über dem europäischen Durchschnitt, der mit 214.800 Euro berechnet wurde. Schlusslicht im Gehaltsranking ist übrigens Österreich: Dort erhält ein Aufsichtsratschef nur 51.600 Euro jährlich.
„Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt?" Ernst R. Hauschka

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Re: Vetternwirtschaft und Arbeitslosigkeit

Beitrag von Oliva B. » Di 5. Feb 2013, 05:03

Die spanische Bevölkerung geht auf die Barrikaden. Korruption war schon immer an der Tagesordnung, doch dass in diesen schweren Zeiten Politiker offen beschuldigt werden Schwarzgelder kassiert zu haben, ist selbst den krisengebeutelten Spaniern zu viel.
Einzelne Politiker haben bereits bestätigt, dass sie Gelder erhalten haben, wie der Präsident des spanischen Senats, Pio García Escudero. Dabei handele es sich aber keinesfalls um Schwarzgeld, sondern um einen "Kredit", den er zurückgezahlt habe.
Thomas Bernd Stehling, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Spanien, beleuchtet im Newsletter Monat Februar 2013 die Hintergründe:
  • Neue Skandale belasten Spanien

    Zwei schwerwiegende Skandale belasten gegenwärtig die beiden spanischen EVP-Mitgliedsparteien Partido Popular (PP) und Unió Democraticà de Catalunya (UDC). Sie gefährden die Autorität und Entscheidungsfähigkeit ihrer Führungen sowie das Ansehen und die Akzeptanz der demokratischen Institutionen in Spanien insgesamt. Damit stellen sich für das Land neue, zusätzliche Probleme zu denen, die Spanien ohnehin schon beschweren.
    .[
[/list]

Hier gelangt ihr zum kompletten Artikel (PFD-Dokument).

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Re: Vetternwirtschaft und Arbeitslosigkeit

Beitrag von Montemar » Fr 8. Mär 2013, 10:35

Wenn das Furore macht, müssen noch weitere Gefängnisse gebaut werden :)) :))
Lehre für Korrupte
„Barcelona - Ein spanisches Gericht hat drei Christdemokraten ins Gefängnis geschickt, um korrupten Politikern eine Lektion zu erteilen. Die drei Politiker von der Demokratischen Union Kataloniens (UDC) waren wegen illegaler Parteienfinanzierung zu Haftstrafen von bis zu 18 Monaten verurteilt worden. Solche Strafen werden in Spanien normalerweise zur Bewährung ausgesetzt.“


http://www.costanachrichten.com/aktuell ... r-korrupte
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Re: Vetternwirtschaft und Arbeitslosigkeit

Beitrag von Oliva B. » Fr 26. Apr 2013, 22:14

Steuerhinterziehung nicht nur in Spanien: :-o

Die meisten Deutschen (70 Prozent) gehen davon aus, dass Steuerhinterziehung bei uns weit verbreitet
Mehr lesen auf ZDF-Politbarometer April 2013.

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Re: Vetternwirtschaft und Arbeitslosigkeit

Beitrag von girasol » Sa 27. Apr 2013, 09:15

Oliva B. hat geschrieben:Steuerhinterziehung nicht nur in Spanien: :-o

Die meisten Deutschen (70 Prozent) gehen davon aus, dass Steuerhinterziehung bei uns weit verbreitet
Mehr lesen auf ZDF-Politbarometer April 2013.
Na, ist ja kein Wunder, die meisten werden sie ja nicht nur vermuten, sondern selbst praktizieren. Natürlich nicht im großen Stil wie Herr Hoeneß, aber doch im kleinen, was die Sache nicht besser macht - hier und da mal was in der Steuererklärung tricksen, ohne Rechnung bezahlen, Schwarzarbeit usw. usw. :-(

Gruß
girasol
Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, liest davon nur eine Seite.
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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von Oliva B. » Di 27. Aug 2013, 09:47

Der akademische Doktorgrad gilt als Nachweis der Befähigung zu vertiefter wissenschaftlicher Arbeit und beruht auf einer selbständigen wissenschaftlichen Arbeit, sowie einer mündlichen Prüfung. Die Plagiatsvorwürfe von Dissertationen einiger Prominente wie Schavan, Koch-Mehrin und zu Guttenberg zeigen den Sittenverfall bei Doktorarbeiten.

Doch während in Deutschland durch Copy & Paste erlangte Titel zurückgegeben werden müssen, bekommen spanische Doktoranden für ihre Plagiate Auszeichnungen....
  • Das von der Krise gebeutelte Madrid war gerade in die Endausscheidung für die Olympischen Sommerspiele 2020 gekommen, und Blanco, langjähriger Präsident des Königlich-Spanischen Verbandes für ostasiatischen Kampfsport, war zum....
    Weiterlesen Abschreiben mit Auszeichnung

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Re: Vetternwirtschaft und ihre Folgen in Spanien

Beitrag von maxheadroom » So 6. Okt 2013, 20:04


Hola todos,
man kann eigentlich immer nur wieder feststellen, wie schon einiges was unsere Zeit betrifft schon von anderen Leuten quer durch alle Zeiten schon mal gedacht wurde :lol:

Eine Regierung ist nicht der Ausdruck des Volkswillens,
sondern der Ausdruck dessen, was ein Volk erträgt.
(Kurt Tucholsky)


Saludos
maxheadroom
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