Asylanten

Hier können politische Themen diskutiert werden, die von allgemeinem Interesse sind und nichts mit Spanien zu tun haben.
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villa
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Re: Asylanten

Beitrag von villa » Mo 7. Apr 2014, 19:14

So wieder mal ein Thema über das sich vortrefflich "streiten" lässt. :)

Vor wenigen Wochen hatten wir hier die Diskussion wegen der Abstimmung in der Schweiz.

Ich denke die meisten von uns sind weder rassistisch noch besonders "braun" aber es geht doch immer um das eine. Egal ob Asylanten oder andere Zuwanderer. Wir wünschen uns dass sie arbeiten und sich ein bisschen anpassen, was uns allen sauer aufstösst ist wenn wir merken wie das Sozialsystem ausgenutzt wird.

Klar ist es zu verstehen dass Menschen ihrem Elend entrinnen wollen und dann nach den Ländern schielen in denen man recht gut leben kann. Da wo die Sozialsysteme gut ausgebaut sind. Aber es ist auch klar dass nicht alles nach Deutschland oder in die Schweiz können.
Was also tun? Wir Schweizer haben uns klar geäussert, wollen dass das geregelt abläuft und es auch Begrenzungen gibt. Auch für Asylanten gibt es Regeln. Und ja, gewisse Verfahren dauern zu lange, aber auch da ist es wieder ein bisschen schwieriger als nur der Politik das in die Schuhe zu schieben, denn es dauert oft so lange weil sich die Leute mit allen Mitteln wehren gegen einen negativen Bescheid, also ziehen sich die Verfahren hin.

Was ich immer wieder interessant finde ist dass es Gruppen gibt die es hervorragend verstehen das System aus zu nutzen. Spricht man mit Betroffenen die sich an die Regeln halten sind die mindestens so entsetzt wie wir und ärgern sich doppelt darüber, weil sie damit auch in ein schlechtes Licht kommen. Und auch da gibt es keinen Unterschied zwischen Asylanten und andern Zuwanderern.

Ich denke keiner von uns will denen die es brauchen die Hilfe verweigern, aber eben alles in Massen. So dass es für die Gesellschaft auch leistbar bleibt und nicht zum Schluss diejenigen die zahlen ... arbeiten ... das System unterhalten schlechter da stehen als jene die nie einen Beitrag geleistet haben.

Auch in der Schweiz dürfen die Asylbewerber nicht arbeiten, finde ich voll doof und ich glaube das hilft keinem. Zu verstehen ist es auch nicht, warum dürfen diese Leute nicht auch ihren Betrag leisten wenn sie wollen. Da wär für mich ganz persönlich klar Handlungsbedarf bei der Politik. So wäre vielleicht auch besser erkennbar wer es ernst meint und wer nur kommt um das System aus zu nutzen.
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Re: Asylanten

Beitrag von Cozumel » Mo 7. Apr 2014, 19:22

Villa, das ist von jeher ein Streitpunkt gewesen.

Wenn Asylanten arbeiten dürften bis zu der Entscheidung ob sie als Asylanten akzeptiert werden, dann wäre es noch ein grösserer Anreiz zu kommen und Asyl zu beantragen.

Denn egal ob sie akzeptiert werden oder nicht, sie hätten auf jeden Fall erst mal für ein oder zwei Jahre Geld verdienen können.
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nurgis
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Re: Asylanten

Beitrag von nurgis » Mo 7. Apr 2014, 20:40

hundetraudl hat geschrieben:Hallo,
der Fall hat sich in Deutschland zugetragen. Gibt es solche Beispiele oder Fälle auch in Spanien oder ist nur Deutschland so großzügig?
Es kann doch nicht sein, dass Personen - die nichts einbezahlt haben - mehr Leistung erhalten, als die, die Beiträge zahlen.
hundetraudl?
Mit den Renten ist es bei unseren eigenen Landsleuten gleich. Z.B. habe ich über 40 Jahre in die Sozialversicherung einbezahlt.Zwar nicht die höchsten Beträge,aber meine O-Verwandeten,die fast nichts einbezahlt haben,bekommen teilweise bedeutend höhere Renten. Auch nicht gerecht.
LG Nurgis
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Re: Asylanten

Beitrag von Scandy » Mo 7. Apr 2014, 21:08

hundetraudl hat geschrieben: hat hier irgend jemand Erfahrungen mit Asylanten?
Ja.
Sowohl mit Menschen im Asylverfahren, mit begrenzter kurzer und längerer Aufenthaltserlaubnis - derzeit viel mit humanitär begründeter Aufenthaltserlaubnis.

Auf eine Ferndiagnose lasse ich mich nicht ein, doch klingt der Fall der Zahnärztin FUER MICH ALLEIN - mit meiner persönlichen Meinung - nach Personen aus einem Land / Gebiet in Afrika mit der Kultur der Kindersoldaten.

Scandy

P

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Montemar
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Re: Asylanten

Beitrag von Montemar » Mo 7. Apr 2014, 21:14

In Deutschland sieht es so aus:
Ohne Arbeitserlaubnis dürfen Flüchtlinge nicht arbeiten und keine Ausbildung machen. Für Asylsuchende und Geduldete ist die Arbeit in den ersten neun Monaten ihres Aufenthalts ganz verboten (wie auch in den anderen EU-Ländern). Auch danach haben sie zumeist kaum Chancen auf einen Job, weil es „bevorrechtigte Arbeitnehmer“ gibt. Dies sind Deutsche, aber auch EU-Ausländer oder anerkannte Flüchtlinge.

Nach vier Jahren Aufenthalt in Deutschland dürfen Asylbewerber und sogenannte geduldete Ausländer
- deren Abschiebung ausgesetzt wurde - in Deutschland einen Job annehmen, ohne daß eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) erforderlich ist! Für die Aufnahme einer Berufsausbildung, die für geduldete Ausländer bereits nach einem Jahr möglich ist, entfällt die bislang fällige Genehmigung der Behörde.

Obwohl die Zahl der Asylbewerber erheblich zugenommen hat, ist die der geduldeten Ausländer mit Arbeitserlaubnis erheblich zurückgegangen. Lt. Angaben der Arbeitsagentur von über 10.000 im Jahr 2007 und rund 3.700 im Jahr 2009 auf nur noch 828 im Jahr 2012. Das Recht, eine Berufsausbildung zu beginnen, spielt in der Praxis kaum eine Rolle. 2012 wurde es gerade von einmal 143 Asylbewerbern in Anspruch genommen.

Alleinstehende oder alleinerziehende Erwachsene erhalten 346 Euro pro Monat (statt wie bisher knapp 225 Euro), als Jugendlicher über 15 Jahren gibt es 71 Euro mehr, also 271 Euro pro Monat. Die Sätze orientierten sich an den Hartz-IV-Leistungen.
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Re: Asylanten

Beitrag von hundetraudl » Mo 7. Apr 2014, 21:36

Roemer hat geschrieben:Genau ... und relativiert das Stammtischposting zum Start des Threads in dem recht viel Unsinn steht.
Das Stammtischposting oder Gequatsche verbitte ich mir. :(( >:) Bitte einen anderen Ton >:)

Meine Erzählung stammt von 3 Personen aus erster Hand. Diese Personen kenne ich seit 15 Jahren gut. Natürlich bin ich dafür, dass die Notfallbehandlungen durchgeführt werden. Offensichtlich haben diese Personen Probleme Frauen gegenüber. Wenn sie hier Asyl beantragen, haben sie sich anständig aufzuführen, da sie von uns etwas wollen. Vermutlich würden sich diese Männer einem Mann gegenüber anders verhalten. Leider gibt es in diesem Ort keinen männlichen Zahnarzt. Genauso kann ich nicht die maßlosen Forderungen, die gestellt werden, tolerieren und auch nicht Rauschgifthandel. Ich helfe gerne, wenn jemand in Not ist, wenn er mich anständig behandelt. Es sind übrigens Personen aus Afrika.
Diese Leute möchten hier leben - so müssen sie sich unserem Verhalten anpassen und nicht umgekehrt. Wieso soll ich ausländerfeindlich sein, wenn ich es wage solche Mißstände anzusprechen? :(( :(( Da dürften wohl die meisten meiner Meinung sein.
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Re: Asylanten

Beitrag von georg.vt » Mo 7. Apr 2014, 22:06

Montemar hat geschrieben:Das öffentliche Gesundheitssystem ist mangels ausreichender Ärztezahl und Investitionen vielerorts überlastet. Spaniens Bevölkerung ist in den letzten Jahren durch Millionen nichteuropäischer Immigranten und den Zuzug von hunderttausenden EU-Residenten stark gewachsen, die Gesundheits-Infrastruktur hat damit nicht Schritt gehalten! Da sieht man schon, wie das Gesundheitssystem innerhalb der EU hinkt!

Aber ist das bei den Residenten (Rentner), wenn in Deutschland in die gesetzliche KV einbezahlt wird, nicht so, dass die spanische Krankenkasse die Kosten die ein Resident verursacht, der Deutschen GKV in Rechnung gestellt wird?

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Re: Asylanten

Beitrag von Montemar » Mo 7. Apr 2014, 23:29

georg.vt hat geschrieben:
Aber ist das bei den Residenten (Rentner), wenn in Deutschland in die gesetzliche KV einbezahlt wird, nicht so, dass die spanische Krankenkasse die Kosten die ein Resident verursacht, der Deutschen GKV in Rechnung gestellt wird?
Wer als gesetzlich pflichtversicherter Rentner dauerhaft in Spanien lebt, wird nach europäischem Recht auch genauso behandelt, als wäre man in Spanien versichert. Man kann alle Ansprüche in Spanien geltend machen, die auch Spaniern zustehen. Man muß sich aber - wie ein Spanier - an die spanischen Regeln halten, also zu den Vertragsärzten und Vertragskliniken der spanischen gesetzlichen Krankenversicherung gehen. Wird eine Behandlung durch private Einrichtungen gewünscht, ist eine Zusatzversicherung nötig.
Und das meinte ich damit, das öffentliche Gesundheitssystem ist mangels ausreichender Ärztezahl und Investitionen vielerorts überlastet...
„Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt?" Ernst R. Hauschka

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Re: Asylanten

Beitrag von georg.vt » Di 8. Apr 2014, 11:09

Montemar hat geschrieben:
georg.vt hat geschrieben:
Aber ist das bei den Residenten (Rentner), wenn in Deutschland in die gesetzliche KV einbezahlt wird, nicht so, dass die spanische Krankenkasse die Kosten die ein Resident verursacht, der Deutschen GKV in Rechnung gestellt wird?
Wer als gesetzlich pflichtversicherter Rentner dauerhaft in Spanien lebt, wird nach europäischem Recht auch genauso behandelt, als wäre man in Spanien versichert. Man kann alle Ansprüche in Spanien geltend machen, die auch Spaniern zustehen. Man muß sich aber - wie ein Spanier - an die spanischen Regeln halten, also zu den Vertragsärzten und Vertragskliniken der spanischen gesetzlichen Krankenversicherung gehen. Wird eine Behandlung durch private Einrichtungen gewünscht, ist eine Zusatzversicherung nötig.
Und das meinte ich damit, das öffentliche Gesundheitssystem ist mangels ausreichender Ärztezahl und Investitionen vielerorts überlastet...
Das ist mir klar!
Aber, in dem vorherigen Post stand, dass die Migranten/Residenten aus Deutschland das spanische Gesundheitswesen belasten. Meine Frage war nun ob das spanische Gesundheitswesen nicht Ersatz von den deutschen GKV erhalten, für die Entstandenen Kosten? Bzw das spanische Gesundheitswesen die tatsächlichen Kosten, die ein deutscher Resident verursacht, von den deutschen GKV ersetzt bekommt?
Also, wenn das so ist, belastet kein deutscher Resident das spanische Gesundheitswesen, weil ja die Kosten aus dem deutschen GKV Etat bezahlt wird.

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Re: Asylanten

Beitrag von ayscha » Di 8. Apr 2014, 12:14

hola.. dSuleika, meine liebes Frau!,
Ich nix mehr arbeiten im Bau,
auch schon Kollega viel entlassen,
Polier sagt: nix mehr Geld in Kassen.
Doch Du nix denken, das sein schlimm,
ich trotzdem froh und munter bin,
denn "Allah" hat mich nicht verdammt,
war gestern schon beim Arbeitsamt.

Weil ich noch ein Jahr Aufentshalt,
komm’ ich nach Hause nicht so bald!
Muß meiden noch Moschee und Tempel,
zeig’ Arbeitsamt Papier - macht Stempel.

Die ganze Arbeit ---, nicht mehr bücken
und kann doch immer Geld Dir schicken.
Hier scheint mir alles wie Verhext,
brauch nur noch schlafen ---, Konto wächst
und ganz bestimmt bis nächsten Winter,
zahlt Arbeitsamt noch Geld für Kinder.

Ich bin jetzt schon drei Jahre fort, vielleicht
hast Du noch Kinder dort, wo ich nix weiss
-is ganz egal, Du mußt nur melden mir die Zahl
und schleunigst schicken mir nach hier,
von Amt beglaubigtes Papier.
Du sollst mal sehn, wie dann geht munter,
Einkommen rauf - und Steuer runter.

Heut‘ Zahnarzt sagen ganz gewiss,
bis Montag hab’ ich neu Gebiss,
vielleicht, wenn es ist "Allahs" Wille,
bis andern Mittwoch neue Brille,
das alles macht mir viel, gut Spass,
weil alles zahlt die Krankenkaas.

Wenn Ostern Oma kommt-, will sehn
daß sie auch kriegt schon schöne Zähn,
damit nix warten muß beim Essen,
bis Opa fertig hat gegessen,
weil es doch immer besser is,
hat jeder eigenes Gebiss.----

Wir sind hier kleine Kolonie
und spielen Karten, oft bis früh,
oh, Deutschland, schönstes Land von Welt,
nix Arbeit -- und viel Stempelgeld!

Ich wohn’ im Altbau, noch ganz nett,
mit Wasser, Strom und Plumpsklosett,
ist Zimmerchen auch ziemlich klein,
fühl’ ich mich wohl, als wie daheim.

Der Hausbesitzer lässt mich walten,
kann mir sogar Kaninchen halten,
war erst heut’ morgen noch eine krank,
hab’ rausgemacht aus Kleiderschrank,
hab’ ganzen Tag es noch bewacht
und dann am Abend notgeschlacht.
Hab gleich verkauft es wieder weiter,
an einen Freund -- auch Gastarbeiter.

Suleika-!
meine liebes Frau,
hast Du auch unser Zelt geflickt?,
vom Geld was ich Dir hab’ geschickt?,
halt’ Einsamkeit noch ein Jahr aus,
dann bring ich Geld und baue Haus,
vermiete Zelt dann -, mit viel List,
an deutsche Familie, die Tourist,
sein ganz verrückt auf weite Welt,
will wohnen im Normadenzelt,
will wandern viel im Wüstensand,
weiss nicht wie schön ist eigenes Land.

Und nun ich machen Brief jetzt Schluß,
muß senden Dir noch ganz viel Gruss,
bleib’ schön gesund, grüss’ alle Lieben,
sag’ ihnen-- "Ali" hat geschrieben,
aus Deutschland, schönstes Land der Welt,
wo man für Faulheit noch Kriegt Geld.
Und wenn Vertrag hier ist am Ende,
komm ich in Heimat noch mit Rente,
vorbei ist Armut, Not und Dalles--,
Deutschland, Deutschland über alles!!

Dein Ali ------.as habe ich heute zufälligerweise gefunden...passt doch :-?

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